Die Vereinigten Arabischen Emirate
A Inhaltsverzeichnis
A INHALTSVERZEICHNIS I
B ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
C TABELLENVERZEICHNIS VI
D ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
I. Einleitung 1
II. Allgemeine Landesdaten 2
1. GEOGRAPHIE 2
1.1 Lage 2
1.2 Klima 4
2. GESCHICHTE 5
2.1 Von den Anfängen bis 1900 5
2.2 Beginn der Öl-Ära 7
2.3 Die Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate 7
3. SOZIALE UND KULTURELLE GEGEBENHEITEN 8
3.1 Bevölkerung 8
3.2 Sprache 12
3.3 Religion 13
3.4 Kultur 13
3.5 Gesundheitswesen 15
3.6 Bildung 17
4. POLITISCHES SYSTEM 18
4.1 Hoher Rat 18
4.2 Formelle Institutionen 19
4.3 Bundeseinfluss 21
4.4 Internationale Abkommen 21
5. RECHTSSYSTEM 22
III. Beurteilung der VAE als Investitionsstandort 25
1. Investitionsklima 25
1.1 Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung 26
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
1.2 Freihandelszonen 30
1.3 Dubai als Handelsdrehscheibe 36
1.4 Aufbruchsstimmung in Abu Dhabi 38
1.5 Investitionsvorhaben in den VAE 39
1.6 SWOT-Analyse 40
1.6.1 Stärken 40
1.6.2 Schwächen 41
1.6.3 Chancen 42
1.6.4 Risiken 42
1.7 Währung und Inflation 43
1.8 Irakkonflikt 45
2. WIRTSCHAFTSSTRUKTUR 46
2.1 Abu Dhabi 46
2.2 Dubai 48
2.3 Der Industriesektor 50
2.3.1 Strom- und Wasserversorgung 51
2.3.2 Bodenschätze 53
2.4 Der Dienstleistungssektor 57
2.4.1 Banken 58
2.4.2 Tourismus 60
3. MARKTENTWICKLUNG 63
3.1 Konsumgewohnheiten 63
3.2 Industriegüterbedarf 64
3.3 Dienstleistungsbedarf 67
4. BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DEUTSCHLAND UND DEN VAE 68
4.1 Politisch und Kulturell 68
4.2 Warentausch 69
5. VAE POSITION IM WELT RANKING 71
5.1 Global Competitiveness Report 71
5.2 Human Development Index 74
5.3 Corruption Perceptions Index 74
5.4 Weitere 75
6. STEUERRECHT 76
IV. Durchgeführte Umfrage und Interviews in den VAE 77
1. GRUND DER UMFRAGE 77
Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 II
Die Vereinigten Arabischen Emirate
2. DURCHFÜHRUNG 77
2.1 Umfrage 77
2.2 Interviews 77
2.3 Ergebnis und Aussagen 80
2.3.1 Auswertung der Umfrage 80
2.3.2 Auswertung der geführten Interviews 84
2.3.2.1 Giesecke Devrient 84
2.3.2.2 Degussa 86
2.3.2.3 Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in den VAE 87
2.3.2.4 Al Sharif Advocates Legal Consultants 89
2.3.2.5 Dubai Development Investment Authority 92
2.3.2.6 Dubai Chamber of Commerce Industry 92
V. Investitionsmöglichkeiten in den VAE 95
1. ALLGEMEINER ÜBERBLICK 95
1.1 Öffentliche Ausschreibungen 96
1.2 Liefergeschäft auf Einzelfallbasis 96
1.3 Bestellung eines Handelsvertreters/Eigenhändlers 98
1.3.1 Allgemein 98
1.3.2 Nicht registrierte Handelsvertreterverträge 98
1.3.3 Registrierte Handelsvertreterverträge 99
1.4 Gründung einer Zweigniederlassung 100
1.4.1 Allgemeines 100
1.4.2 Zweigniederlassung in Form eines Repräsentationsbüros 101
1.4.3 Zweigniederlassung in Form einer Branch 102
1.5 Besonderheiten bei Dienstleistungsunternehmen 102
1.6 Niederlassung in Form von Joint Ventures - Gesellschaften 103
1.6.1 Allgemein 103
1.6.2 General Partnership 104
1.6.3 Limited Partnership 105
1.6.4 Partnership Limited by Shares 105
1.6.5 Joint Venture Company 105
1.6.6 Public Shareholding Company 106
1.6.7 Private Shareholding Company 106
1.6.8 Limited Liability Company 106
Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 III
Die Vereinigten Arabischen Emirate
1.7 Niederlassung in Freihandelszonen 108
VI. Schlussbetrachtung 110
E ANHANG 111
F LITERATURVERZEICHNIS 121
G ERWEITERTES LITERATURVERZEICHNIS 127
H ABSTRACT 129
Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 IV
Die Vereinigten Arabischen Emirate
B Abbildungsverzeichnis
Abb 1 Fahne VAE 2
Abb 2 Landkarte der VAE 3
Abb 3 Landkarte der Golf-Kooperationsrats Mitglieder 4
Abb 4 Zusammensetzung der Bevölkerung in den Emiraten 9
Abb 5 Altersstruktur in den Emiraten 11
Abb 6 Altersstrukturvergleich Emirate / Deutschland 11
Abb 7 Kürzlich verstorbener Präsident der VAE 18
Abb 8 Neuer Präsident und Herrscher von Abu Dhabi 18
Abb 9 Zusammensetzung des Bundesnationalrates 20
Abb 10 Überblick über die Herkunft der Unternehmen in der JAFZ 33
Abb 11 Die Emirate als Bindeglied zwischen den großen Kapitalmärkten 35
Abb 12 10 Dirham Schein, Vorder- und Rückseite 44
Abb 13 Anteile der einzelnen Emirate am Bruttoinlandsprodukt 46
Abb 14 Übersicht über die Wirtschaftsstrukturen von Dubai 48
Abb 15 Verteilung des BIP auf die verschiedenen Wirtschaftssektoren 51
Abb 16 Entwicklung des Ölpreises 1970 bis heute 54
Abb 17 Welt-Erdölverbrauch nach Regionen 56
Abb 18 Veränderung innerhalb des Dienstleistungssektors in Dubai 57
Abb 19 Herkunftsländer der Touristen 61
Abb 20 Dubais Außenhandel 2003 ohne den Öl-Sektor 65
Abb 21 Wichtigste Export-Partner der VAE 66
Abb 22 Wichtigste Importländer der VAE 67
Abb 23 Grafische Übersicht Growth und Competitiveness Ranking 73
Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 V
Die Vereinigten Arabischen Emirate
C Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Klimatabelle Dubai 5
Tabelle 2 Bevölkerungsstruktur Männer/Frauen 10
Tabelle 3 Einwohnerzahl der verschiedenen Emirate - Stand 1999 12
Tabelle 4 Aufschlüsselung der Religionen 13
Tabelle 5 Einrichtungen im privaten Medizinsektor, Stand 2000 16
Tabelle 6 Ministerratszusammensetzung 19
Tabelle 7 Überblick über den Staatshaushalt der VAE 27
Tabelle 8 Gesamtwirtschaftliche Prognose 27
Tabelle 9 Einnahmen der GKR-Staaten durch Öl 28
Tabelle 10 Kennzahlen der Emirate 29
Tabelle 11 Freizonen in den Vereinigten Arabischen Emiraten 33
Tabelle 12 Öl bezogene Daten 53
Tabelle 13 Nationale Banken in den Emirate 59
Tabelle 14 Übersicht Touristen in Dubai 62
Tabelle 15 Außenhandel der BRD mit den VAE 70
Tabelle 16 Growth Competitiveness Index 71
Tabelle 17 Technology, Public Institutions, Macro. Environment Index 72
Tabelle 18 Business Competitiveness Index 73
Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 VI
Die Vereinigten Arabischen Emirate
D Abkürzungsverzeichnis
AGB Allgemeine Geschäftsgehdingungen AGCC Arab Gulf Cooperation Council BIP Bruttoinlandsprodukt BRT Bruttoregistertonnen DCCI Dubai Chamber of Commerce & Industry DCTM Department of Tourism and Commerce Marketing DDIA Dubai Development and Investment Authority DHC Dubai Healthcare City DIFC Dubai International Financial Centre FZ Freizone (Freezone) FZE Free Zone Establishment FZCO Free Zone Company FZ-LLC Free Zone Limited Liability Company GATT General Agreement on Tariffs and Trade GDP Bruttoinlandsprodukt (gross domestic product) GKR Golf-Kooperationsrat (Gulf Cooperation Council (GCC)) H.E Seine Exzellenz (His Excellenze) JAFZ Jebel Ali Freizone H.H. Seine Hoheit (His Highness) ILO International Labour Organisation IMF International Monetary Fund IPC Iraq Petroleum Company Ltd. LLC Limited Liability Company OAPEC Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Staaten OECD Organisation for Economic Co-operation and Development OIC Organisation of the Islamic Conference OPEC Organisation Erdöl exportierender Staaten PCL Petroleum Concessions Ltd. S.H. (H.H.) Seiner Hoheit (His Highness) UN United Nations UNIDO United Nations Industrial Development Organisation VAE (UAE) Vereinigte Arabische Emirate (United Arab Emirates) WHO World Health Organisation WTO World Trade Organisation
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
I. Einleitung
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich innerhalb der letzten 30 Jahre rasant entwickelt und zählen heute zu den wirtschaftlich interessantesten Ländern im ganzen Nahen und Mittleren Osten. Ungeachtet häufiger politischer Spannungen im Mittleren Osten, entdecken immer mehr Unternehmen das Land als zahlungskräftigen Abnehmer von Dienstleistungen und Waren, sowie als strategisch günstig gelegene Handelsdrehscheibe der Golfregion und angrenzender Gebiete. Aus den Emiraten kann ein Markt bedient werden, der sich von dem indischen Subkontinent über die GUS-Staaten bis hin nach Ostafrika erstreckt und mehr als 1,3 Milliarden Menschen umfasst.
Dadurch werden die Emirate auch zunehmend für deutsche Unternehmen und Investoren interessanter. Aber aufgrund der Unkenntnis und Unsicherheit westlicher Manager im arabischen Wirtschaftsalltag, entstehen Barrieren, die den Aufbau und die Abwicklung von Geschäftsbeziehungen häufig risikoreich, schwierig und langwierig gestalten.
Aus diesem Grunde befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Fragestellung, wie deutsche Unternehmen an dem Wirtschaftsaufschwung in den Emiraten partizipieren können und in welcher Form sie im Markt aktiv werden können. Vor dem Hintergrund dieser Zielsetzung erfolgt zunächst eine Landesstudie und anschließend eine Beurteilung als Investitionsstandort. Hierbei wir auf die detaillierte Darstellung der natürlichen, soziokulturellen, rechtlich-politischen, technologischen und makroökonomischen Umweltbedingungen eingegangen. Im Zuge der Erstellung dieser Arbeit wurden außerdem eine Umfrage und eine Reihe von Interviews mit Vertretern der deutschen Außenhandelskammer in Dubai, Vertretern der Dubai Chamber of Commerce & Industry sowie mit Rechtsanwälten und Unternehmern vor Ort in Dubai geführt. Im letzten Teil der Arbeit wird auf die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten und ihre rechtlichen Besonderheiten eingegangen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem ganzen Land, legt aber einen Schwerpunkt auf die wirtschaftlich starken Emirate Dubai, Abu Dhabi und Sharjah. Die anderen Emirate sind aufgrund ihrer sehr geringen wirtschaftlichen Aktivitäten kaum ansprechend für ausländische Unternehmen und werden daher nicht gesondert betrachtet.
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
II. Allgemeine Landesdaten
Abb.1 Fahne VAE
1. Geographie
1.1 Lage
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erstrecken sich zwischen 23 und 26 Grad nördlicher Breite sowie 56 und 60 Grad östlicher Länge in der Nordost-Ecke der Arabischen Halbinsel. 2 Das Staatsgebiet umfasst eine Gesamtfläche von 82.880 qkm und entspricht damit knapp einem Viertel von der Bundesrepublik Deutschland. 3 Zum Staatsgebiet zählen auch eine Reihe von Inseln.
Die Vereinigten Arabischen Emirate setzen sich aus sieben Emiraten zusammen (geographische Reihenfolge von Westen nach Osten): Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Ajman, Umm Al Qaiwain, Ras Al Khaima, Fujairah.
Abu Dhabi ist flächenmäßig mit ca. 65.000 qkm das größte Emirat gefolgt von Dubai mit 3.900 qkm. Hauptstadt ist Abu Dhabi Stadt mit ca. einer Million Einwohnern. 4 Die gesamten VAE bestehen zu 65 Prozent aus Wüste, wobei ein Großteil hiervon auf den Westen und somit auf das Emirat Abu Dhabi fällt. 5 Die Küstenlinie des Landes, mit dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, ist insgesamt 1318 km lang. Die Landesgrenze von insgesamt 867 km Länge verteilt sich zu 410 km auf den Oman und zu 457 km auf Saudi Arabien. 6
1 http://www.flags.net/country.php?country=UAEM§ion=CURR Datum: 17/11/2004
2 Vgl. Gustke R., Geschäftspartner Vereinigte Arabische Emirate (1998), S. 9
3 http://www.odci.gov/cia/publications/factbook/geos/ae.html Datum: 02.11.2004
4 http://www.vae-botschaft.de/Deutsch/Emirate/emirate.html Datum: 08.12.2004
5 Vgl. Nelles G., Jumbo Guide Vereinigte Arabische Emirate (1999), S. 72
6 http://www.odci.gov/cia/publications/factbook/geos/ae.html Datum: 02.11.2004
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
Die folgende Abbildung zeigt die Vereinigten Arabischen Emirate mit den wichtigsten Städten und den verschiedenen Emiraten.
Abb.2 Landkarte der VAE
Quelle: http://www.lonelyplanet.com 7
Die Zeitverschiebung beträgt plus 3 Stunden Mitteleuropäische Zeit (MEZ), aber während der europäischen Sommerzeit plus 2 Stunden Mitteleuropäische Zeit. 8
Folgende Karte zeigt die umliegenden Staaten am Golf - in grüner Farbe sind alle Mitgliedsstaaten des Golf-Kooperationsrates (GKR) gekennzeichnet. Der GKR besteht aus den Ländern: Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). 9
7 http://www.lonelyplanet.com/mapshells/middle_east/united_arab_emirates/united_arab_emirates.htm Datum: 19.11.2004
8 http://www.gladies.de/vae.html Datum: 03.12.2004
9 http://www.dhcc.ae/docs/statistics/slide5.htm Datum: 06.12.2004
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
Abb.3 Landkarte der Golf-Kooperationsrats Mitglieder
Quelle: www.kingfahdbinabdulaziz.com 10
1.2 Klima
Das Klima kennzeichnet sich dadurch, dass es extrem heiß und trocken im Landesinneren ist. An den Küstenregionen jedoch herrscht ein feuchtheißes Tropenklima. In den Vereinigten Arabischen Emiraten scheint das ganze Jahr über die Sonne, Regenfälle kommen fast nur in den Wintermonaten vor. 11 Das langjährige Mittel der Niederschlagsmenge liegt bei weniger als 100mm (Abu Dhabi 47mm, Dubai 76 mm). 12
In den Monaten Mai bis September werden Tagestemperaturen von über 40 Grad Celsius im Schatten gemessen. Die Höchsttemperaturen werden im Juli/August mit bis
10 http://www.kingfahdbinabdulaziz.com Datum: 06.12.2004
11 Vgl. Nelles G., Jumbo Guide Vereinigte Arabische Emirate (1999), S. 313
12 Vgl. Gustke R., Geschäftspartner Vereinigte Arabische Emirate (1998), S. 10
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
zu 50 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 Prozent erreicht. 13 Mit einem Monatsdurchschnitt von 18 Grad Celsius ist der Januar der kälteste Monat.
Die nachfolgende Klimatabelle soll einen Überblick über die herrschenden Temperaturen, die Sonnenstunden pro Tag und die Regentage pro Monat geben. Hierbei handelt es sich um Durchschnittswerte für Dubai.
Tabelle 1 Klimatabelle Dubai
Weitere Quellen: http://www.sarafea.de 15
2. Geschichte
2.1 Von den Anfängen bis 1900
Archäologische Funde belegen, dass es schon vor über 7500 Jahren an der Küste der heutigen Emirate Fischersiedlungen gab. Allerdings bestand die Bevölkerung zur damaligen Zeit vorwiegend aus nomadischen Beduinenstämmen und Fischern. Lange Zeit lebten diese sowohl von traditionellen Wirtschaftsformen als auch von der Perlenfischerei. Im Jahr 700 wurde das Gebiet von den arabisch-islamischen Eroberungen erfasst.
Abu Dhabi wurde bereits im Jahre 1761 gegründet und 1820 schloss Großbritannien den ersten Friedensvertrag (General Treaty of Peace) mit den arabischen
13 http://auswaertiges-amt.de/www/de/landerinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=2&land_id=187 Datum: 28.12.2004
14 http://www.dubai-city.de/klima_wetter/ Datum: 28.12.2004
15 http://www.sarafea.de/index.php?option=com_content&task=view&id=105&Itemid= Datum: 28.12.2004
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
Scheichtümern. 16 Der Hauptzweck des Vertrags war die Absicherung der Seewege nach Britisch-Indien. 17
Erst 1830 begann die Gründung des späteren Dubais durch einen Zweig des Bani Yas Stammes, der ursprünglich aus der Liwa Oase im Süden des Landes kam. 18 Im Jahre 1833 erklärte Sheikh Maktoum bin Butti 19 das bislang zu Abu Dhabi gehörige Dubai zu einem eigenständigen Scheichtum, welches er bis 1852 regierte. 20
1835 wurde der Vertag über den ewigen Frieden zur See (Maritime Truce) zwischen dem Britischen Königreich und den arabischen Scheichtümern am Persischen Golf geschlossen. Dieser wurde bis 1853 mehrfach erneuert und dann letztendlich durch einen neuen dauerhaften Vertrag (Treaty of Maritime Peace in Perpetuity) abgelöst. So wurde aus der früheren Piratenküste die Vertragsküste (Trucial Coast). Hauptziel der Verträge war es sich vor arabischen und persischen Seeräubern zu schützen und den Seeweg nach Britisch-Indien zu sichern 21 . So übernahm das Britische Königreich die Verteidigungs- und Außenpolitik der Region, während die Scheichtümer aber nach innen autonom blieben. 1847 wurde der Vertrag über das Verbot des Sklavenhandels erweitert. 22
Durch das Abkommen wurde das vorherrschende Piratentum zurückgedrängt, so dass der Seehandel aufblühte und sich der Perlenhandel zur Haupteinnahmequelle der Emirate entwickelte. Sheikh Maktoum bin Hasher Al Maktoum (der Dubai von 1859 bis 1886 regierte) gewährte den ausländischen Händlern Steuerfreiheit, weshalb immer mehr Kaufleute nach Dubai strömten.
16 Vgl. Scharfenort N., Dubai Projekte und Visionen der urbanen Entwicklung und de Diversifizierung der Wirtschaft, Deutsches Orient-Institut, Hamburg (2004), S. 29
17 Vgl. http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=9& land_id=187 Datum: 30.11.2004
18 Vgl. Government of Dubai, Department of Tourism and Commerce Marketing: Destination Dubai, Deutsche Ausgabe 2004, S. 13
19 Schreibweise aller Herrschernamen analog der Schreibeweise von der Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate in Deutschland; http://www.vae-botschaft.de
20 Vgl. Kabasci K., Reise Know-How Emirat Dubai, 3. Auflage, Bielefeld, Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH (2002), S. 90
21 Vgl. Seifert J. /Schwippert W., Business-Guide Naher und Mittlerer Osten (2003), S. 356
22 Vgl. Scholz F., Die kleinen Golfstaaten (1999), S. 22 ff.
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
2.2 Beginn der Öl-Ära
In der Nähe von Abadan (Persien) wurde im Jahr 1908 zum erstenmal Erdöl gefunden. Daraus ergab sich ein besonderes Interesse für das Britische Königshaus an der Truical Coast und dem Abbau von Bodenschätzen. Eine gute Möglichkeit mit den Truical-Coast-Scheichtümern langfristig ins Geschäft zu kommen ergab sich aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise der 30er Jahre, den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und des Niedergangs der Perlenindustrie (Japan brachte Zuchtperlen auf den Markt) 23 . All dies führte zu drastischen wirtschaftlichen und finanziellen Einbußen der Golf-Scheichtümer. Dennoch waren die Verhandlungen nicht einfach. Aber schließlich gelang es der in London stationierten Iraq Petroleum Company Ltd. (IPC) mit Qatar im Jahre 1935 eine Konzession auszuhandeln. Ein Ableger der IPC namens Petroleum Concessions Ltd. (PCL) schaffte das gleiche in Dubai. 24 Hier vergab Sheikh Saeed bin Maktoum Al Maktoum im Jahre 1937 die erste langfristige Konzession. So folgte auch der Scheich von Sharjah 1937, Abu Dhabi 1939 und Umm Al Qaiwain 1945. Die anderen Scheichtümer folgten nach und nach und so schloss im Jahre 1952 Fujairah als letztes Scheichtum ein Abkommen. 25
Nachdem die Bohrungen lange Zeit erfolglos blieben, stieß man erst 1959 in Abu Dhabi zunächst im Off-Shore- und ein Jahr später auch im On-Shore-Bereich auf nutzbare Quellen. Der damalige Herrscher Dubais, Sheikh Rashid bin Saeed Al Maktoum, benannte das erste Ölfeld Dubais „Fateh“ d.h. „Glück“. Er gilt noch heute als der Vater des Wirtschaftswunders von Dubai. Durch seine Weitsichtigkeit etablierte sich Dubai als wettbewerbsfähiger Handels- und Wirtschaftsplatz.
2.3 Die Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate
1952 wird auf Initiative von Großbritannien eine sogenanntes „Trucial States Council“ geschaffen, welches sich aus den Herrschern der Scheichtümer zusammensetzte und Entwicklungsprojekte initiierte. 26 1968 kündigte Großbritannien seinen Rückzug aus der
23 http://www.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Arabische_Emirate Datum: 14.01.2005
24 Vgl. Scharfenort N., Dubai Projekte und Visionen der urbanen Entwicklung und de Diversifizierung der Wirtschaft, Deutsches Orient-Institut, Hamburg (2004), S. 30
25 Vgl. Kazim A., The United Arab Emirates A.D. To The Present (2000), S. 191
26 http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html? type_id=9&land_id=187 Datum: 30.11.2004
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
Golfregion an. Daraufhin versuchen 1971 die sieben Trucial States sowie Qatar und Bahrain zunächst eine Föderation zu gründen. Bahrain und Qatar blieben jedoch selbstständig. 27
Am 02.12.1971 wurden die Vereinigten Arabischen Emirate gegründet. Sie bestanden zunächst aus sechs autonomen Emiraten. Am 10.02.1972 trat auch Ras Al Khaima als siebter Bundesstaat der Föderation bei. 28 1975 wurde eine vorläufige Verfassung erarbeitet, die lange Zeit Gültigkeit besaß. Erst 1996 einigten sich die sieben Emirate auf eine endgültige Verfassung und auf Abu Dhabi Stadt als Hauptstadt. 29
3. Soziale und kulturelle Gegebenheiten
3.1 Bevölkerung
Im Jahr 2004 lebten in den Vereinigten Arabischen Emiraten über 4 Millionen Einwohner, wobei der Ausländeranteil über 80 Prozent ausmacht. 30 In Dubai Stadt sind es sogar 82 Prozent und damit der höchste Ausländeranteil der Welt. 31 Mehrheitlich kommen die Ausländer (Expatriates) aus Staaten wie Indien, Pakistan, Bangladesch, den Philippinen, und Sri Lanka. Die Arabischen Expatriates stammen meist aus dem Iran, Syrien, Ägypten und dem Libanon. Der hohe Ausländeranteil wird auch aus nachfolgender Grafik deutlich.
27 http://www.sheikhmohammed.ae/german/history/history_uae.asp Datum: 01.12.2004
28 http://www.universes-in-universe.de/islam/deu/2004/03/art-sharjah/ Datum: 01.12.2004
29 Vgl. F.A.Z.- Institut für Management, Investitionsführer Naher Osten (2000), S. 250
30 http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html? type_id=24&land_id=187 Datum: 02.12.04
31 Vgl. Madar Research Special: Dubai Knowledge Economy 2003-2008, S. 8
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
Abb.4 Zusammensetzung der Bevölkerung in den Emiraten
Quelle: http://www.ddia.ae 32
Der große Anteil an Ausländern erklärt sich durch eine permanent hohe Wachstumsrate des Bruttoinlandproduktes (BIP) welches im Jahre 2003 7,8 Prozent betrug. Die Geburtenrate der VAE lag dagegen nur bei 3,5 Prozent. Die rasante Entwicklung der Emirate war und ist auch heute nur durch zahlreiche Gastarbeiter („billige“ Arbeitskräfte) möglich. So ist die Bevölkerung um 93 Prozent innerhalb der letzten 10 Jahre gewachsen. 33 Insbesondere wird dies durch das unausgewogene Verhältnis von Männern zu Frauen (von 2:1) deutlich. In Dubai beträgt die Quote sogar 2,62 Männer auf 1 Frau und ist damit die höchste weltweit. Im Jahre 2003 war das Verhältnis von Arbeitskräften in der Bevölkerung mit 68,33 Prozent in Dubai Stadt das höchste weltweit. 34 Dieses Phänomen lässt sich durch die meist männlichen Gastarbeiter erklären, deren Familien im Heimatland verbleiben; wie aus nachfolgender Tabelle ersichtlich wird.
32 http://www.ddia.ae/population.asp Datum: 02.12.04
33 Vgl. The UAE Business forecast report Q4 2004, Business Monitor International, S. 20
34 Vgl. Madar Research Special: Dubai Knowledge Economy 2003-2008, S. 8
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Tabelle 2 Bevölkerungsstruktur Männer/Frauen (in Tausend)
Die Einheimischen arbeiten mit Vorliebe im Staatsdienst, nicht zuletzt wegen des höheren Einkommens. So kommt es dazu, dass nur 2,4 Prozent aller Beschäftigten im Privaten Sektor Abu Dhabis und Dubais Staatsbürger der VAE waren. Die Regierung ist aber bestrebt, diesen Anteil zu erhöhen und hat schon heute ein Gesetz erlassen, das eine Mindestquote von 2 Prozent an VAE Einheimischen im Privaten Sektor vorschreibt. Diese Quote besitzt für alle Firmen mit mehr als 50 Angestellten Gültigkeit. 36
Vergleicht man die Altersstruktur in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit der Deutschen, kennzeichnet sie sich dadurch, dass es weniger alte als junge Menschen gibt. So sind in den Emiraten nur 3 Prozent der Menschen über 65 Jahre alt; in Deutschland sind es vergleichsweise über 18 Prozent. In Dubai Stadt ist dieser Anteil mit 0,65 Prozent sogar der niedrigste weltweit. In nachfolgender Grafik wird die Altersstruktur innerhalb der Emirate deutlich und in der zweiten Grafik ist der Vergleich mit Deutschland dargestellt.
35 http://www.dubaided.gov.ae/NR/rdonlyres/416E4405-17BD-4341-88A7-FA250985BDE6/518/ epopulation.pdf Datum: 14.01.2005
36 Vgl. The UAE Business forecast report Q4 2004, Business Monitor International, S. 21
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
Abb.5 Altersstruktur in den Emiraten
Quelle: Eigener Entwurf auf Basis von http://www.ddia.ae 37
Abb.6 Altersstrukturvergleich Emirate / Deutschland
Quelle: Eigener Entwurf auf Basis von http://www.cia.gov 38
Die Sterblichkeit liegt bei 4,14 auf 1000 Einwohner. Verglichen mit der deutschen
Sterberate in einer stark überalterten Bevölkerung (von 10,44), ist sie wesentlich
geringer. Vergleicht man die Kindersterblichkeit von 4,2 in der BRD mit 15,06 in den
37 http://www.ddia.ae/population.asp Datum: 01.12.2004
38 http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/gm.html Datum: 01.12.2004
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
VAE, so existiert ein weiterer Grund für den konstant niedrigen Anteil der VAE Lokals (Einheimischen) an der Gesamtbevölkerung. 39
Der Verstädterungsgrad ist mit über 85% einer der höchsten weltweit. 40 Man sollte aber dabei auch beachten, dass aufgrund der geographischen Gegebenheiten etwa nur 1 Prozent der Landesfläche besiedelt ist. Die Einwohnerverteilung in den Emiraten ist sehr unterschiedlich und konzentriert sich vor allem auf die Städte Abu Dhabi und Dubai.
Tabelle 3 Einwohnerzahl der verschiedenen Emirate - Stand 1999
3.2 Sprache
Der Verfassung nach ist die offizielle Sprache in den Emiraten Arabisch. Englisch ist weit verbreitet und die meist genutzte Geschäfts- und Handelssprache. Auch in Behörden wird Englisch gesprochen und das Ausfüllen arabischer Dokumente wird von Schreibstuben innerhalb der Behörden gegen ein geringes Entgeld routinemäßig übernommen. So sind auch fast alle Straßenschilder bilingual in Arabisch und Englisch beschriftet.
Bedingt durch die große Zahl an Gastarbeitern - gerade vom indischen Subkontinentwerden auch Hindi und andere indische Sprachen bzw. Urdu gesprochen.
39 http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ae.html Datum: 02.12.2004
40 http://www.ahk.de/bueros/v/verein_arab/landundleute.html Datum: 14.01.2005
41 http://www.vae-botschaft.de/DeutschHome/Emirate/emirate.html Datum: 14.01.2005
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3.3 Religion
Der Islam ist die Staatsreligion der Emirate, hier ist die sunnitische Richtung vorherrschend (80 Prozent) und nur 20 Prozent sind schiitischer Gesinnung. Andere Religionen und Kulturen werden aber respektiert und aus dem Grund gibt es auch zahlreiche christliche Kirchen im Land. 42
Der Ramadan ist der Fastenmonat, in dem die Muslime 30 Tage lang den Koran würdigen. Sein Zeitpunkt richtet sich nach den Mondphasen jedes Jahr neu aus. Es wird von Angehörigen anderer Religionen erwartet, dass das Fastengebot während des Ramadans geachtet wird. Dies beinhaltet, dass in der Öffentlichkeit weder Essen noch Trinken oder Rauchen gestattet sind. Der Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens, welches auch Zuckerfest genannt wird. 44 Das Geschäftsleben ist während der gesamten Zeit und insbesondere zum Ende des Ramadans in vielen Bereichen stark beeinträchtigt. Es ist mit unserem deutschen Oster-und Weihnachtsfest zu vergleichen, während denen viele
Geschäftsangelegenheiten verlangsamt vor sich gehen oder ruhen.
3.4 Kultur
Die VAE sind wahrscheinlich das liberalste Land am Golf, allen voran das Emirat Dubai. Gemessen an den westlichen Standards erscheint dies aber immer noch sehr konservativ. Dennoch ist hier ein friedliches Miteinander zwischen unterschiedlichsten Kulturen und Religionen bis heute ohne Probleme möglich. Durch den hohen Anteil
42 http://www.emirate.ewtc.de/emirate/land-und-leute.html Datum 03.12.2004
43 http://www.areion.de/vereinigtearabischeemirateb.html Datum: 03.12.2004
44 http://www.religion-online.info/islam/themen/ramadan.html Datum: 06.12.2004
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Die Vereinigten Arabischen Emirate
von ausländischen Gastarbeitern entstehen günstige Voraussetzungen für enge Beziehungsgeflechte mit Handelspartnern, die sich auch auf die Kultur der VAE übertragen. Trotz des Fortschritts im Land ist die Religion allgegenwärtig und man versucht eine Balance zwischen der alten Kultur der VAE und neuen Einflüssen der Moderne zu schaffen. Deshalb kann man sagen, dass die Emirate trotz ihrer Progressivität an altehrwürdigen Prinzipien und Gebräuchen festhalten. 45
Frauen können sich in den Emiraten ohne männliche Begleitung frei im Land bewegen. So gibt es z.B. auch keine Einwände gegen Frauen am Steuer, wie dies in anderen arabischen Ländern der Fall ist. 46 Generell nehmen die VAE mit ihrer Frauenpolitik schon seit jeher eine Vorreiterrolle bezüglich der weiblichen Integration in vielen Bereichen des Lebens ein und erhalten dadurch eine ganz besondere Stellung unter den arabischen Ländern. Beispielsweise ist schon in der Verfassung vom Jahre 1971 die Gleichstellung von Mann und Frau verankert. In verschiedenen Sektoren wurden darüber hinaus spezielle Gesetze erlassen, damit eine potentielle Diskriminierung gänzlich ausgeschlossen werden kann. Genau wie in Deutschland ist etwa die unterschiedliche Entlohnung von Frauen und Männern für dieselbe Art von Arbeit per Gesetz strikt verboten. 47
Auch heutzutage ist die einheimische traditionelle Kleidung üblich. Das weiße, locker fallende, knöchellange Gewand der Männer, genannt Dishdasha und das dazu getragene Kopftuch in der Farbe weiß oder rotgemustert, die Gutra, ist charakteristisch für die Tradition der Araber. 48 Die Frauen tragen einen schwarzen, körperverhüllenden Umhang, Abbaya genannt. 49 Darunter tragen sie meist langärmelige Gewänder, die Kondoura genannt werden. Vor dem Gesicht kann ein dünner Schleier getragen werden, ebenso wie die Burqa, eine Art Gesichtsmaske die Mund und Nase bedeckt. 50 Sie ist aus goldener Farbe und wird eher von konservativen Frauen getragen. All dies ist aber kein Zwang und gerade bei Männern wird die Dishdasha im Ausland oft gegen einen Anzug getauscht.
45 Vgl. Samonig T., Dubai - die Entwicklung einer diversifizierten Wirtschaft innerhalb der UAE, S. 323
46 Vgl. Nelles G., Jumbo Guide Vereinigte Arabische Emirate (1999), S. 325
47 Vgl. Samonig T., Dubai - die Entwicklung einer diversifizierten Wirtschaft innerhalb der UAE, S. 95
48 http://www.bv-orienttanz.de/glossar_a.htm#G Datum: 06.12.2004
49 http://www.freedomhouse.org/research/freeworld/2002/countryratings/united-arab-emirates2.htm Datum: 03.12.2004
50 http://www.wissen24.de/vorschau/30322.html Datum: 06.12.2004
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Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 14
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Aus der Tradition der Semiten und der Händler ist zu verstehen, dass es keine schriftlichen, sondern überwiegend mündliche Überlieferungen von arabischem Kulturgut gibt. So sind auch Musik- und Theaterkultur nur schwach ausgebildet. In den VAE gibt es keine Filmproduktionen und nur jüngere Schriftsteller. Die aktuelle Tagespresse versteht es, wenig Gesellschafts- und Politikkritisches zu veröffentlichen um so Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen.
3.5 Gesundheitswesen
Die Regierung hat in den letzten Jahrzehnten beträchtliche Gelder für den Auf- und Ausbau des Gesundheitssystems aufgebracht, dennoch ist die medizinische Versorgung gerade auf dem Land nicht immer mit westlichen Standards zu vergleichen. In Städten ist sie dagegen relativ gut und setzt sich aus öffentlichen und privaten Einrichtungen zusammen. Die gesamten Gesundheitsausgaben betrugen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt 3,5 Prozent. In Deutschland war dies mit 10,8 Prozent im Vergleichszeitraum deutlich mehr. 51
Ein weiteres ehrgeizig betriebenes Projekt zur Verbesserung des Gesundheitswesens ist eine neue Freizone für Gesundheitsdienste, Dubai Health Care City (DHC) genannt. Hier sollen bis 2009 mit internationaler Unterstützung eine Reihe von Diagnostik- sowie Therapiezentren und Spezialkliniken entstehen. Hintergedanke des rund 5 Milliarden US Dollar teuren Projektes ist es auch, den Gesundheitstourismus nach Dubai in Gang zu setzten. 52
Die medizinische Versorgung hat sich in den letzten 30 Jahren sehr verbessert, heute kommen 600 Einwohner auf einen Arzt, 225 Einwohner auf eine Krankenschwester und 250 Einwohner auf ein Krankenbett. Es gibt mehr als 9000 Betten in staatlichen Krankenhäusern und einen Vielzahl privaten Einrichtungen, wie aus nachfolgernder Tabelle ersichtlich wird. 53
51 http://www.who.int/countries/deu/en/ Datum: 07.12.2004
52 Vgl. Reichwein F., Wirtschaftstrends zur Jahresmitte 2004, S. 21
53 http://www.arab.net/uae/ue_health.htm Datum: 07.12.2004
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Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 15
Die Vereinigten Arabischen Emirate
Einheimische genießen freie Gesundheitsfürsorge. Notfallbehandlungen sind bei staatlichen Krankenhäusern seit Januar 2005 für Nicht - Lokals in Dubai gebührenpflichtig. Kosten entstehen durch Inanspruchnahme von privaten Kliniken und Krankenhäusern. Die Mehrzahl der arbeitenden Bevölkerung (Inder, Pakistaner und Sri Lanker) ist mit ihrer Basisversicherung an das staatliche Krankenhauswesen gebunden. An dem Aufbau einer allgemeinen Pflichtversicherung wird gearbeitet. Ganz neu ist auch, dass Studenten, die in den VAE studieren, kostenlose Behandlung in staatlichen Gesundheitseinrichtungen erhalten. 55 Wenn man sieht, dass nur 4,3 Prozent aller Behandlungen in staatlichen Institutionen vorgenommen werden relativiert sich dies jedoch. Es lässt auch Rückschlüsse auf deren Qualität und Standards zu und erklärt gleichzeitig den großen Anteil an privaten Einrichtungen in den Emiraten. 56
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in den VAE bei 74,99 Jahren, das entspricht 72.51 Jahren bei Männern und 77,6 Jahren bei Frauen. Verglichen mit Deutschland ist sie geringer, da der deutsche Durchschnitt bei 78,54 Jahren liegt, 75,56 Jahren bei Männern und 81,68 Jahren bei Frauen. 57 Ein Grund der erhöhten Sterblichkeit ist der sehr hohe Anteil an Diabetikern in den VAE. Er liegt bei ca. 20 Prozent der Gesamtbevölkerung und ist weiter ansteigend. 58 Bei Staatsangehörigen der VAE liegt dieser sogar bei über 25 Prozent. 59 Das ist prozentual gesehen die dritthöchste Zahl an Diabetikern weltweit und die höchste Zahl in den gesamten
54 http://www.moh.gov.ae/moh_site/others/health_services.htm Datum: 07.12.2004
55 http://www.ameinfo.com/news/Detailed/49921.html Datum: 07.12.2004
56 http://www.dhcc.ae/docs/statistics/slide5.htm Datum: 06.12.2004
57 http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/gm.html Datum: 06.12.2004
58 http://www.uaeinteract.com/news/viewnews.asp?NewsFileName=19991108.htm Datum: 06.12.2004
59 http://www.ameinfo.com/news/Detailed/49342.html Datum: 07.12.2004
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Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 16
Die Vereinigten Arabischen Emirate
Staaten des Golf-Kooperationsrates. In neueren Studien wird davon ausgegangen, dass die Dunkelziffer an Diabetikern in den Emiraten weitaus höher ist und sogar bei über 40 Prozent liegt. 60
3.6 Bildung
Das Bildungssystem der Emirate sieht sechs Jahre Grundschule und anschließend sechs Jahre an einer weiterführenden Schule vor. 61 Es gibt sowohl private als auch staatliche Schulen. Alle Schulen werden vom Ministerium of Education & Youth überwacht, um einen Standard zu garantieren. Dieser ist meistens hoch und die Schulen sind gut ausgestattet. 62
Die Universitäten und Colleges werden vom Ministerium of Higher Education and Scientific Research kontrolliert. Darüber hinaus bieten auch Niederlassungen von amerikanischen, europäischen und australischen Universitäten Studiengänge an. Die VAE haben eine der höchsten Übertrittsraten (90 Prozent) von Absolventen weiterführender Schulen zu den Colleges und Universitäten. 63 So registrierten sich im Akademischen Jahr 2003/2004 insgesamt 11.325 von 12.057 Möglichen Studenten. 64
Die Analphabetenrate lag 2003 im Durchschnitt bei 22,1 Prozent, davon 23,9 Prozent bei Männern und 18,3 Prozent bei Frauen. Verglichen mit der hohen Übertrittsrate mag dies auch an der beträchtlichen Zahl von Gastarbeitern aus Ländern mit hoher Analphabetenrate liegen. Indien zum Beispiel hat eine Analphabetenrate von ca. 40 Prozent. 65
60 http://www.gulf-news.com/YearEnd/2004/NovemberNF.asp?ArticleID=141151 Datum: 07.12.2004
61 http://lcweb2.loc.gov/cgi-bin/query/r?frd/cstdy:@field(DOCID+ae0030) Datum: 07.12.2004
62 Vgl. Al Tamimi E., Setting Up in Dubai (2003), S. 223
63 http://www.arabwideweb.com/english/Education_News.asp?id=97 Datum: 07.12.2004
64 http://www.uaeinteract.com/uaeint_misc/pdf/English/Social_Development.pdf Datum: 07.12.2004
65 http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/ae.html Datum: 07.12.2004
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Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 17
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4. Politisches System
4.1 Hoher Rat
Der Hohe Rat setzt sich aus den Herrschern der einzelnen Emirate zusammen und wird vom Staatsoberhaupt - dem Präsidenten geführt. Neuer Präsident ist seit dem
3. November 2004 S.H. Sheikh Khalifa bin Zayed Al Nahyan, er folgt seinem am
2. November verstorbenen Vater S.H. Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan, der seit der Unabhängigkeit im Jahre 1971 Staatsoberhaupt war 66 und als Vater der VAE allseits verehrt wird.
66 http://edition.cnn.com/2004/WORLD/meast/11/03/uae.new.president/index.html Datum: 08.12.2004
67 http://www.vae-botschaft.de/Deutsch/Emirate/Zayed/zayed.html Datum: 08.12.2004
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Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 18
Die Vereinigten Arabischen Emirate
Der Hohe Rat ist die höchste Autorität im Staat und wählt alle fünf Jahre den Präsidenten des Landes, den Premierminister und den Vizepräsidenten. Im Gegensatz zu den Monarchien anderer Staaten Arabiens ist die Regentschaft des Staatschefs jedoch zeitlich durch Wahlen beschränkt; eine Wiederwahl ist aber beliebig oft möglich. 69 Der Premierminister und Vizepräsident ist traditionell der Herrscher von Dubai - zur Zeit Sheikh Maktoum Bin Rashid Al Maktoum. Der Rat kann auch neue Mitglieder in die Föderation aufnehmen, ratifiziert Bundesgesetze und bestimmt die Kabinettsmitglieder sowie die Richter am Bundesgerichtshof. Alle Entscheidungen des Hohen Rates benötigen das Einverständnis der Emirate Abu Dhabi und Dubai sowie von mindestens drei weiteren Emiraten. 70 Das Herrschertum in den einzelnen Emiraten ist vererblich.
Es gibt keine gesetzlich verankerten Menschen- oder Grundrechte. Die Gesetze der VAE leiten sich aus der Scharia (Islamisches Recht) ab. Gesetze werden vom Präsidenten per Dekret erlassen. Politische Parteien gibt es keine. 71 Über die Zulassung von Gewerkschaften wird verhandelt, da dies von der WTO gefordert wird. Die Mitgliedschaft soll aber Einheimischen vorbehalten bleiben.
4.2 Formelle Institutionen
Der Ministerrat (Kabinett) setzt sich aus mindestens einem Repräsentanten jedes Emirates zusammen. Die Verteilung ist aus folgender Tabelle ersichtlich.
68 http://www.arabdecision.com/show_cv_3_12_5_1_5_577721641.htm Datum: 08.12.2004
69 Vgl. Samonig T, Dubai - die Entwicklung einer diversifizierten Wirtschaft innerhalb der UAE, S. 60
70 Vgl. Seifert J., Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäftstätigkeiten in den VAE (2004), S. 13
71 http://lcweb2.loc.gov/cgi-bin/query/r?frd/cstdy:@field(DOCID+ae0025) Datum: 08.12.2004
72 Vgl. Seifert J., Rechtliche Rahmenbedingungen für Geschäftstätigkeiten in den VAE (2004), S. 14
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Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 19
Die Vereinigten Arabischen Emirate
Der 40köpfige Bundesnationalrat hat nur eine rein konsultative Rolle, er überprüft und kommentiert Gesetze, die ihm der Ministerrat unterbreitet. Alle Mitglieder des Bundesnationalrates werden von den Herrschern der Emirate für zwei Jahre ernannt. 73 In der folgenden Grafik wird die Zusammensetzung des Bundesnationalrates deutlich.
Der Bundesgerichtshof besteht aus einem Präsidenten und maximal fünf Richtern. 75 Diese urteilen auf Anfrage einzelner Emirate über Streitigkeiten zwischen den Emiraten oder zwischen einem Emirat und der Bundesregierung. Sie entscheiden auch über die Verfassungsmäßigkeit der Bundesgesetze. 76 Obwohl die VAE voll entwickelte Institutionen in den Bereichen Exekutive, Legislative und Judikative verfügen, so liegen doch alle bedeutenden Entscheidungen in den Händen der herrschenden Familien.
73 http://www.weltalmanach.de/staat/staat_detail.php?staat=vereinigte%20arabische%20emirate Datum: 08.12.2004
74 Vgl. Al Tamimi E., Setting Up in Dubai (2003), S. 18
75 http://www.uaeprison.com/economy.htm#2 Datum: 08.12.2004
76 http://www.fedfin.gov.ae/ Datum : 08.12.2004
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Diplomarbeit von Dirk Plaumann, 2005 20
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Dirk Plaumann, 2005, Die Vereinigten Arabischen Emirate als Geschäftsfeld deutscher Unternehmen: "Kulturelle Bedingungen des Erfolgs", Munich, GRIN Publishing GmbH
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