1. Einleitung. 1
2. Empirie: Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt 4
2.1. Die Beschäftigungssituation von Frauen in Deutschland. 4
2.2. Ausbildung versus Beschäftigung: 5
2.3. Die Rolle der Teilzeitarbeit 6
3. Politische Einflüsse auf die Integration von Frauen auf dem
Arbeitsmarkt. 8
3.1. Einflüsse in der Gesetzgebung 8
3.2. Gesellschaftspolitisches Hindernis: Die Bereitstellung
haushaltsnaher Dienstleistungen am Beispiel der
Kinderbetreuung 10
3.3. unterschiedliche Sozialstaatsmodelle: Merkmale und
Auswirkungen auf die Integration von Frauen auf dem
Arbeitsmarkt. 11
4. Zusammenfassung 15
5. Ausblick 17
6. Literaturverzeichnis. 18
6.1. Empirie 18
6.2. Internetquellen 19
6.3. Sonstige Quellen 20
1. Einleitung
„Der Sozialstaat im politischen System der Bundesrepublik Deutschland“so der Titel des Seminars, dessen Besuch Grundlage für die vorliegend Arbeit war. Hierbei spielten die historische Entwicklung des Sozialstaates sowie die gesetzlichen Eckpfeiler der Sozialgesetzgebung in Deutschland eine gewichtige Rolle; von besonderem Interesse waren hierbei Struktur des Sozialstaates und die Rechtsansprüche auf Leistungsbezug von Bedürftigen. Spätestens bei der näheren Betrachtung dieser Leistungen kamen im Seminar - und kommen auch in der Öffentlichkeit -Diskussionen mit dem Schwerpunkt der „sozialen Gerechtigkeit“ auf. Sollen sich die ausgezahlten Leistungen an den in die Sozialversicherungssysteme eingezahlten Beiträgen bemessen?
Sollen sie vielmehr an den persönlichen Bedürfnissen der Betroffenen orientiert sein? Oder soll eine für alle Leistungsbezieher gleiche Grundsicherung übernommen werden? Die Schwerpunkte der Diskussionen finden sich also hauptsächlich im Bereich der Gerechtigkeitsdefinitionen (Leistungs- versus Bedarfsgerechtigkeit); genderspezifische Erwägungen werden nur begrenzt berücksichtigt. Dies hat seinen Grund darin, dass bei der Berechnung von Sozialleistungen mit wenigen Ausnahmen (z.B. Erschwerniszulagen bei Schwangerschaften) das Geschlecht des Leistungsbeziehers keine Rolle spielt, da diese auf der Basis von Beschäftigungszeiten und -volumina sowie dem ehemaligen Verdienst stattfindet.
1
In der vorliegenden Arbeit soll nun daher untersucht werden, welche geschlechtsspezifischen Unterschiede im Bereich der Beschäftigungsvolumen und Verdienste in Deutschland vorzufinden sind, wo deren Ursachen liegen und wie andere Sozialstaaten vorgehen, um Männern und Frauen - zumindest annähernd - gleiche Beschäftigungssituationen zu ermöglichen.
Um dieser Frage nachzugehen, wird in dieser Arbeit zunächst in einem empirischen Teil auf die aktuelle Beschäftigungssituation von Frauen auf dem deutschen Arbeitmarkt eingegangen werden. Besondere Berücksichtigung sollen hierbei die Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes finden. Im Anschluss daran soll auf der Grundlage der Darstellung gesellschaftspolitischer sowie finanz- bzw. steuerpolitischer Sachverhalte versucht werden, einige der Ursachen für die mangelnde Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt auszumachen. Sofern hierbei deutliche Einflüsse auf die Beschäftigungssituation von Frauen erkennbar sind, wird anhand anderer Staaten kurz dargestellt, welche Wirkungen alternative Gesetzgebungsmodelle auf die Beschäftigungssituation von Frauen haben können. Nur kurz beschrieben werden sollen an dieser Stelle die Theorien unterschiedlicher Sozialstaatsmodelle (selektiver, kategorialer und universeller Sozialstaat) 1 .
1 Esping-Andersen, Gøsta: „The three worlds of welfare kapialism“; Princeton University Press;
Princeton; 1990. Es sei hier angemerkt, dass die von Esping-Andersen verwendete Typologie in
dieser Arbeit nicht Gegenstand der Untersuchung sein soll. Sie soll lediglich als Grundlage und
zur Verdeutlichung praktizierter Prinzipien dienen.
2
Hier sollen einige charakteristische Unterschiede zu der Situation der Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt angeführt werden, dies besonders betreffs der steuerlichen Anreize an Frauen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sowie der Bereitstellung haushaltnaher Dienstleistungen am Beispiel der Kinderbetreuung.
3
2. Empirie: Integration von Frauen auf dem Arbeitsmarkt 2.1. Die Beschäftigungssituation von Frauen in Deutschland
Sowohl im Bezug auf Erwerbs 2 - als auch auf Erwerbstätigenquoten 3 liegen in Deutschland die Frauen deutlich unter den entsprechenden Quoten von Männern 4 , und auch der Anteil der Frauen, die lediglich eine Teilzeitstelle besetzen übersteigt den der Männer beträchtlich 5 ; eine quantitativ gleichwertige Integration von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt kann also nicht festgestellt werden.
Doch wie ist es um eine qualitative Gleichstellung bestellt? Frauen weisen ein höheres Bildungsniveau als Männer auf: 56% der Abiturienten waren im Jahr 2001 Frauen 6 , und 2002 stellten Frauen erstmals mit 50,6% die Mehrheit der Studienanfänger 7 . Kann nun aufgrund dieser Daten davon ausgegangen werden, dass sich dieser Bildungsvorsprung auf dem Arbeitsmarkt auszahlt, Frauen also auch bezüglich ihrer Stellung im Beruf mit Männern gleichziehen? Auch hier lautet die Antwort nein: zum einen ist festzustellen, dass sich Frauen andere Berufs- und Ausbildungsbereiche erschließen als Männer, zum anderen scheinen Frauen auch bei der Karrieregestaltung im Nachteil 8 zu sein und bestimmte Positionen nicht so
2 Prozentualer Anteil der Erwerbspersonen (Erwerbstätige und Erwerbslose) an der
Bevölkerung; zitiert nach: Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „ 10 Jahre Erwerbsleben in
Deutschland - Zeitreihen zur Entwicklung der Erwerbsbeteiligung 1991 - 2001“; Wiesbaden;
2002; S. 37.
3 Prozentualer Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung; zitiert nach: a.a.O.; S. 38.
4 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „Datenreport 2004 - Zahlen und Fakten über die
Bundesrepublik Deutschland“; Bonn, 2004; S. 100f.
5 Statistisches Bundesamt (Hrsg.); „Beschäftigung nach Wochenstundenzahl“; Stand:
27.04.2004; in: http://www.destatis.de/basis/d/erwerb/erwerbtab2.php; 21.09.2004.
6 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „Statistisches Jahrbuch 2003 Inland“; Wiesbaden; 2003; S.
377.
7 Datenreport 2004; S. 83.
8 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): „Im Blickpunkt: Frauen in Deutschland“; Wiesbaden; 2004; S.
16-23.
4
Arbeit zitieren:
Jens Wutzke, 2005, Genderspezifische Beschäftigungshemmnisse in Deutschland - ein Vergleich mit anderen Sozialstaaten auf der Basis von Gøsta Esping-Andersens Typologie , München, GRIN Verlag GmbH
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