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Inhaltsverzeichnis
I Einleitung: 2
II Hauptteil: 3
1. Welche Bedeutung hat der Eintritt in die Schule 3
2. VERHALTENSSTÖRUNG: 4
2.1. Wann ist mein Kind verhaltensgestört 4
2.2Ursachen: Wie kommt es zur Verhaltensstörung 5
2.2.1.Mögliche Komplexe Ursachen: 5
2.2.2. Mögliche familiäre und soziale Ursachen 6
2.3.Geschlechtsspezifische Untersuchungen Beobachtungen: 8
2.4. Aufgaben der Schule 8
3. WAHRNEHMUNGSAUFFÄLLIGKEITEN: 10
3.1. Was bedeutet wahrnehmungsgestört 10
3.2. Ursachen 11
3.2.1. Mögliche Komplexe Ursachen 11
3.2.2. Mögliche soziale familiäre und schulische Ursachen: 12
3.3. Förderungsmaßnahmen: 12
3.4. Kontaktadressen: 13
4. Das Problem des Schulsystems 14
5. Aufgaben der Schule und der Wandel der Gesellschaft von früher (1960) und heute
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III Schluss 18
IV Literaturverzeichnis: 20
2
Problematische Verläufe der Leistungserziehung
Lernschwäche und schulische Minderleistungen in der Grundschule am Beispiel Verhaltensstörung und Wahrnehmungsstörung, sowie der Wandel der Gesellschaft
I. Einleitung:
Das Thema Leistung gewinnt in unserer heutigen Gesellschaft mehr und mehr an Bedeutung, man könnte es sogar als das „Trendwort der Nation“ bezeichnen. Nicht ohne Grund charakterisiert man unsere heutige Industriegesellschaft zunehmend als Leistungsgesellschaft. Wer etwas erreichen, erfolgreich und finanziell abgesichert sein will, muss dafür arbeiten und das nicht zu knapp. Die Leistung ist es doch, die heutzutage entscheidet welche soziale Position und welchen Rang einem Menschen innerhalb der Gesellschaft zukommt. Dieser Druck ist schon im Grundschulalter zu spüren, erstreckt sich über die ganze Schulzeit via Ausbildung bis hin zum Beruf. Selbst da ist der Druck noch nicht zu Ende, denn fast jeder Betrieb baut aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage Arbeitsplätze ab und wer möchte da auch schon dabei sein. Das Kind wird also schon recht frühzeitig daran gewöhnt, dass es notwendig ist zu lernen, den Erwartungen der Institution Schule und denen der Eltern zu entsprechen. Schon komisch, dass die Gesellschaft, gerade wo Leistung doch so wichtig geworden ist, zunehmend beklagt , unsere Schüler „...werden immer dümmer...“ (PISA-Studie). „Schon 1988 kam der SPIEGEL zu dem Schluss, dass die Schule ein Tollhaus geworden sei.1995 konstatierte er: „Noch nie ist es so schwer gewesen, aus Kindern Erwachsene zu machen.“ (Keller 2000, S.15)
Aber woran liegt das, dass die Schüler zunehmend schlechte Noten mit nach Hause bringen, unkonzentriert, verhaltensauffällig etc. sind? An den Schülern selber? Oder an der Gesellschaft?
Um diese und andere Fragen geht es im Folgenden.
II Hauptteil:
1. Welche Bedeutung hat der Eintritt in die Schule?
Das unbeschwerte Leben ist bald vorbei, der „Ernst des Lebens“ beginnt etc., mit diesen oder ähnlichen Worten bereiten die Eltern ihre Kinder schon während der Kindergartenzeit auf den 1.Schultag vor und sprechen ihr in diesem Moment eine ungeheure Wichtigkeit zu. Das Kind merkt schnell, dass es sich nun auf einer entscheidenden Entwicklungsstufe befindet. Verstehen kann es den Zusammenhang und den Grund, warum alle plötzlich von der Schule reden, jedoch noch nicht so ganz. Es ist irritiert und geht mit einem mehr oder weniger klarem Bild am 1.Schultag zur Schule.
Auch wenn es in den ersten Schultagen noch verhältnismäßig ruhig und spielerisch abläuft, treten doch einige grundsätzliche Veränderungen in das Leben des Kindes ein: Das Kind muss über einen längeren Zeitraum stillsitzen, zuhören, mitdenken können. Es kommt langsam aber sicher in Prüfungssituationen und lernt Leistungsdruck kennen etc. In konkreter Gegenüberstellung mit Gleichaltrigen lassen sich nun zum ersten Mal Unterschiede in körperlicher, geistiger und seelischer Entwicklung erkennen und spätestens jetzt „fallen einige aus dem Rahmen“. Sei es durch schulische Minderleistungen und/oder durch Verhaltensauffälligkeiten, wie Stören des Unterrichts, Aggressivität zu Mitschülern oder extrem schüchternes Verhalten. Kinder mit ernsthaften Lernschwierigkeiten am Schulanfang sind nicht selten. Immerhin 15% können sie nicht ohne professionelle pädagogische Hilfe überwinden (vgl. Breuer/ Weuffen 1999, S.21).
Schulprobleme gehören zum Alltag. Für Eltern und Lehrer ist es leicht das Kind als dumm, desinteressiert, unmotiviert, faul, frech und vorlaut abzutun, doch damit ist es nicht getan. Wichtig ist es hierbei, nicht das Kind als den Schuldigen abzustempeln, der trotz tausendfacher Ermahnung keine Lust hat, etwas gegen seine Verhaltensfehler zu unternehmen, sondern es als Opfer körperlicher, sozialer oder familiärer Defizite anzusehen. Erst das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge macht es möglich, gezielt nach Lösungswegen zu suchen und dem Kind mit seinen individuellen Schwächen zu helfen.
Problematisch, nicht nur für den Betroffenen selbst, für dessen Eltern und Lehrer, sondern für die Leistungsentwicklung einer ganzen Schulklasse, ist eine solche Lernschwäche. Diese Kinder brauchen mehr Aufmerksamkeit und fordern sie auch ein, bewusst oder unbewusst.
Ein Ungerechtigkeitsgefühl seitens der anderen Kinder kommt auf. Hyperaktive Kinder stören zudem noch erheblich den Unterricht Sie rennen ungehemmt in der Klasse herum, rufen laut in die Klasse und regen nicht selten ihre Mitschüler noch zusätzlich zum Mitmachen an. Ein solches Verhalten raubt Lehrern den letzten Nerv und ist keine gute Voraussetzung für ein angenehmes Klassenklima, welches gerade am Schulanfang so bedeutend ist.
Deswegen ist es wichtig, dass bestimmte Ursachen der Lernschwäche geklärt werden und Behandlungsmethoden bekannt sind, um falsche Diagnosen und Verfahren, oder eine völlige Nichtbeachtung dieser Störung in Zukunft möglichst ausschließen zu können. Im Folgenden werden zwei häufige Störungen beschrieben, welche das Kind erheblich in seiner Lernentwicklung beeinträchtigen. Es werden Verhaltensmuster aufgezeigt, Ursachen geklärt, Ratschläge für Kinder/ Eltern und Lehrer gegeben und mögliche Kontaktstellen genannt. Denn nur wenn man die Ursache erkennt, kann man dem Leiden Abhilfe verschaffen.
2. VERHALTENSSTÖRUNG:
2.1. Wann ist mein Kind „verhaltensgestört“?
Verhaltensstörungen bei Kindern ist ein stark zunehmendes Problem unserer Gesellschaft. Vor allem Lehrer beklagen, dass verhaltensauffällige Kinder einen großen Anteil ihrer päd. Arbeit in Anspruch nehmen und die Konzentration auf die wesentliche Funktion der Schule mehr und mehr vernachlässigt wird. Viele Lehrer fühlen sich zudem überfordert und beklagen eine mangelnde Ausbildung in dem Bereich.
Unter Verhaltensstörung wird eine Vielzahl von „auffälligem Verhalten“ zusammengefasst, hier nur einige Beispiele: Lügen, Stehlen, Schule schwänzen, permanentes Stören, Hyperaktivität (motorische Unruhe), Tics (unwillkürliches Zucken), Aggressivität, Mutismus (Verstummen), Autismus (psychotischer Rückzug auf das Selbst), ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom), Enuresis (Einnässen) etc.
Diese Mannigfaltigkeit des Begriffes „verhaltensgestört“ macht eine genaue Eingrenzung problematisch. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Urteil, ob ein Kind verhaltensgestört ist oder nicht, seitens einzelner Interaktionspartner und beurteilenden Instanzen wie Ärzte, Erzieher, Lehrer etc. gefällt wird und daher höchst subjektiv ist. Studien zufolge zeigen 10-12% aller Kinder im Grundschulalter psychosoziale
Auffälligkeiten. Das sind immerhin 2-3 schwierige Kinder pro Klasse, und die Tendenz ist
steigend. 5% dieser Kinder haben ernsthafte Probleme und müssten individuell betreut
werden (vgl. Bornhaupt/Hurrelmann 1991, S.31).
Eine grobe Übersicht des weitläufigen Begriffes gibt folgende Kategorisierung:
Motorische Unruhe ( ADS, Hyperaktivität-ADHD etc.)
•
•
•
Depressionen, Tagträumen etc.)
Störungen im Bereich des Lernens (Konzentrationsmangel,
•
•
Kontaktarmut, etc.)
2.2 Ursachen: Wie kommt es zur Verhaltensstörung?
2.2.1.Mögliche Komplexe Ursachen:
Organische Risikobedingungen, so führt z.B. eine zu niedrige,
•
bzw. zu hohe Reizbarkeit des autonomen Nervensystems oder andere prä-, peri- oder
postnatale Störungen des zentralen Nervensystems zur Hyperaktivität, mangelnden
Impulskontrolle oder extremer Reizbarkeit etc. (vgl. Keller 2000, S.155)
•
- Forscher sind sich heute einig, das Hyperaktivität oder das Aufmerksamkeits- Defizit-
Syndrom nichts mit erzieherischen Fehlverhalten zu tun hat, sondern Defizite der
Hirnfunktion die Ursache sind. Die Betroffenen können die Umweltreize nicht filtern,
können wichtige und unwichtige Sinneseindrücke nicht voneinander trennen. Die
Konzentration auf nur eine Sache fällt somit schwer. Diese Krankheit begünstigende
Faktoren sind Experten zufolge Alkohol- und Drogenmissbrauch der Mutter während der
Schwangerschaft, eine zu frühe Geburt, zu hohe Bleibelastung in der Kindheit und
Hirnverletzungen. Es ist jedoch zu beachten, dass unter ungünstigen sozialen Bedingungen
Verhaltensstörungen enorm verstärkt werden können.
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Katja Dirkers, 2003, Problematische Verläufe der Leistungserziehung - Lernschwächen in der Grundschule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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