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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Womit beschäftigt sich die Gesprächsanalyse? 3
3. Sprecherwechsel 5
4. Sprecherrolle 7
5. Hörerrolle 7
6. Literaturverzeichnis 8
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1. Einleitung
Diese Hausarbeit soll einen kleinen Einblick in die Gesprächsanalyse geben. Obwohl die Gesprächsanalyse eine relativ junge linguistische Teildisziplin ist, hat sie einen zu großen Umfang, um es an dieser Stelle ausführlich zu behandeln. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mich auf einige Teilbereiche zu beschränken. Nach einer kleinen Einführung in die Gesprächsanalyse, werde ich im Folgenden den Sprecherwechsel und die Sprecher- und Hörerrolle genauer durchleuchten.
2. Womit beschäftigt sich die Gesprächsanalyse?
Die Gesprächsanalyse wird auch Diskursanalyse genannt. Die Diskursanalyse wird aber manchmal im eingeschränkten Sinn gebraucht. Sie bezieht sich dann nur auf das argumentative Gespräch. 1
Die Gesprächsanalyse entstand im deutschsprachigen Raum erst in den frühen 70er Jahren als Forschungsbereich. In der Linguistik ereignete sich in dieser Zeit die sog. pragmatische Wende, durch die es in der Gesprächsforschung (wie auch in der Textlinguistik) zu Änderungen in der Theoriebildung und Analyse kam. Ab dieser Zeit wurden die situativen und kommunikativ-funktionalen Aspekte mehr hervorgehoben. 2
Die Gesprächsanalyse untersucht ausschließlich den mündlichen Sprachgebrauch. Sie ist ein systematisch-empirischer Wissenschaftszweig, der sich erst etablieren konnte, als es möglich war, das gesprochene Wort aufzuzeichnen. Außerdem musste man methodisch in der Lage sein, die gesprochene Sprache zu transkribieren (verschriftlichen). Durch die Videotechnik war man dann ebenfalls in der Lage, die nonverbalen Verhaltensweisen festzuhalten. Die gesprächsanalytische Forschung möchte erkennen, wie ein Gespräch zwischen zwei oder mehr Partnern funktioniert. Wie die Rede und Gegenrede organisiert ist und wie man ein
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Thema zur Sprache bringen, entwickeln, wechseln und zu Ende bringen kann. Im Vordergrund stehen dabei unbewusste Regeln und Automatismen. Diese Regeln werden erworben (Sprecherwerb) und in der Kommunikation weitgehend unbewusst praktiziert. Sie sollen systematisch erforscht werden, weil sie die “natürliche“ Gesprächskommunikation in
1 vgl. Linke, Angelika; Nussbaumer, Markus; Portmann, Paul R.: Studienbuch Linguistik. 4. unveränderte Auflage. Tübingen: Max Niemeyer Verlag 2001. S. 259
2 vgl. Brinker, Klaus; Sager, Sven F.: Linguistische Gesprächsanalyse. Eine Einführung. Berlin: Erich Schmidt Verlag 1989. S. 66.
3 vgl. Linke 2001: S. 258.
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verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen bestimmen. 4 Zu den Bereichen gehören der Sprecherwechsel, Gesprächssorten/Gesprächstypen, Bedingungsfaktoren eines Gesprächs und die thematische und funktionale Ausrichtung.
Die heutige Forschung beschäftigt sich mit geschlechtspezifischen Gesprächsverhalten und mit dem Erwerb von Gesprächsregeln im Kindesalter. 5
Im Alltag ist das Gespräch die grundlegende Form des Sprachgebrauchs. Die Analyse von Gesprächen mit mehreren Partnern ist sehr schwer. Der Dialog ist einfacher strukturiert. Er besteht aus einer Wechselrede, bei der derselbe Partner einmal Hörer und einmal Sprecher ist (siehe 4. und 5.). 6
Eine wichtige Erkenntnis ist, dass die zentrale Funktion eines Gespräches meistens nicht der Inhaltsaspekt, sondern der Beziehungsaspekt ist. Der Mensch befolgt in einen Gespräch kommunikative Ziele. 7
Bei der Erforschung von Gesprächen gibt es zwei Untersuchungsperspektiven:
1. auf Organisationsform von Gesprächen gerichtete Perspektive
2. auf thematisch-inhaltlichen Prozessen gerichtete Perspektive Bei der ersten Untersuchungsperspektive beschäftigt man sich mit Gesprächsstrukturen. Bei der zweiten Untersuchungsperspektive wird das Thema durchleuchtet. Dazu gehören die Hierarchien von Themenbereichen und die Formen und Möglichkeiten des Themenwechsels. Auch die Verbindung von organisatorischen und inhaltlichen Strukturen wird in der Gesprächsanalyse erforscht. 8
Henne und Rehbock teilen das Gespräch in drei Ebenen ein. Die erste Ebene ist die Makroebene. Sie beinhaltet die drei Gesprächsphasen (Gesprächseröffnung, Gesprächsmitte und Gesprächsbeendigung). Die mittlere Ebene fasst alle kleinen Organisationseinheiten zusammen, dazu gehören der Gesprächsschritt, der Sprecherwechsel und die Gesprächssequenz. Die dritte Ebene ist die Mikroebene. Syntaktische, lexikalische und phonologische Strukturen werden hier eingeordnet. 9
4 vgl. Brinker 1989: S. 18.
5 vgl. Linke 2001: S. 259
6 vgl. Linke 2001: S. 261
7 vgl. Linke, Angelika; Sitta, Horst: Gespräche: miteinander reden. Ein Basisartikel. In: Praxis Deutsch 83 (1987). S. 15.
8 vgl. Linke 2001: S. 262-263
9 vgl. Henne, Helmut; Rehbock, Helmut: Einführung in die Gesprächsanalyse. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Berlin: Walter de Gruyter 1982. 20ff.
Arbeit zitieren:
Ann-Kathrin Christiansen, 2005, Gesprächsanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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