Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung S.1
2. Was bedeutet es ein Wort zu kennen? S.2
2.1 Was ist der Wortschatz?S.2
2.2 Was ist das mentale LexikonS.3
2.3 Wie sind die Wörter im Gehirn miteinander verknüpft? S.4
2.4 Didaktische Konsequenzen S.6
3. Welche Besonderheiten haben junge Lernende? S.8
3.Abschlussbetrachtung S.13
4.Literaturverzeichnis S.15
II
1. Einleitung
Warum verwende ich im Titel dieser Arbeit bewusst den Begriff Wortschatzarbeit und nicht Vokabelarbeit? Zwar meinen beide Termini das Gleiche, nämlich das Erlernen der Wörter einer Fremdsprache. Jedoch unterscheiden sie sich in ihrer Konnotation.
Die bloße Erwähnung des Begriffs “Vokabeln-Lernen“ löst wohl bei den meisten Menschen ein ungutes Gefühl aus. In der Schulzeit haben viele das Vokabel-Lernen als etwas Zusammenhangloses, Ungeordnetes, Unüberschaubares und Ermüdendes erfahren.
Hinter der Bezeichnung “Wortschatz-Lernen“ steckt die Vorstellung, das gezielte Lernen von neuen Worten von Grund auf zu verändern: Es soll als Ganzes, Zusammenhängendes, Geordnetes, bedeutungsvolles Lernen erfahrbar gemacht werden.
Das Wortschatz-Lernen steht so betrachtet für eine besondere Form des Lernens, die den aktuellen Forschungsergebnissen der Sprachpsychologie und Psycholinguistik entspricht. Ziel meiner Arbeit ist es, herauszubekommen, worin die Besonderheiten des Wortschatzlernens liegen und welche spezifischen Besonderheiten junge Lernende dabei aufweisen.
Auf der Suche nach einer Antwort werde ich mich dabei mit folgenden Fragen auseinander setzen, um so Schlussfolgerungen, bezüglich der Einführung und Übung von Vokabeln im Englischunterricht der Grundschule zu ziehen: Was bedeutet es ein Wort zu kennen? Was ist der Wortschatz? Was ist das mentale Lexikon? Wie sind die Wörter im Gehirn miteinander verknüpft? Welche didaktischen Konsequenzen können gezogen werden? Welche Besonderheiten haben junge Lernende bei der Wortschatzarbeit?
1
2. Was bedeutet es ein Wort zu kennen?
Der Duden definiert den Begriff der Vokabel, als ein „einzelnes Wort einer Fremdsprache“ verstanden. Das entspricht dem allgemeinen Sprachgebrauch, gibt aber eine falsche Richtung an. Denn eine Vokabel kann aus mehr als einem Wort bestehen.
Ein Beispiel dafür ist die Vokabel „police station“; dieser Begriff besteht aus zwei Worten, die eine Sinn-Einheit bilden. Auch bei feststehenden Redewendungen ist nicht davon auszugehen, dass die Übersetzung der einzelnen Worte den Sinn des Ausspruchs wiedergeben. Ein Beispiel: „to put the axe in the helve“, heißt wörtlich übersetzt: Die Axt in den Stiel stecken. Der Ausspruch bedeutet aber: Ein Problem lösen. Diese Worte bilden eine Sinneinheit und sind von daher auch als ein Ganzes zu betrachten. Dies ist besonders für die englische Sprache hervorzuheben, da die Verständigung häufig über idioms erfolgt. Penny Ur (1996: 60) rät von daher: „A useful convention is to cover all such cases by talking about vocabulary ’items’ rather than ‘words’.” Wir sprechen also besser von Lexemen, womit Vokabeln als lexikalische Einheiten benannt werden.
Ziel des Fremdsprachenlernens ist es, sich möglichst viele Lexeme zu eigen zu machen, und so seinen Wortschatz zu erweitern. Denn die Worte, die wir für sprachliche Äußerungen benötigen, müssen wir erst einmal gelernt, das heißt in unseren Wortschatz aufgenommen haben.
2.1 Was ist der Wortschatz?
Als persönlichen Wortschatz bezeichnet man im Allgemeinen die Gesamtheit der Wörter, deren eine Person mächtig ist, sei es in ihrem aktiven oder passiven Wortschatz.
Für die Speicherung des Wortschatzes im Langzeitgedächtnis hat sich in der Psycholinguistik der Begriff ’’mentales Lexikon’’ eingebürgert.
2
2.2 Was ist das mentale Lexikon? Wörter sind „in unserem Kopf nicht einfach kunterbunt aufeinandergehäuft wie Laub für ein Herbstfeuer“ (Aitchsion 1994: 5), sondern sie sind systematisch strukturiert. Aitchison stellt diesbezüglich zwei Thesen auf. Die erste besagt, dass nur so die unglaublich vielen Wörter, die ein Muttersprachler kennt verarbeitet werden können und ferner, dass diese auch noch in Bruchteilen von Sekunden abrufbar sein müssen, das durch die Geschwindigkeit von der gesprochenen Sprache belegt wird. Dies deutet darauf hin, dass Menschen in ihrem Gehirn eine perfekt organisiertes Wortspeichersystem angelegt haben, das in der Literatur als mentales Lexikon bezeichnet wird Das mentale Lexikon stellt gewissermaßen das Bindeglied zwischen, einerseits den Mustern von Sinneseindrücken bei der Sprachrezeption (was wir hören), oder andererseits den motorischen Mustern bei der Sprachproduktion (was wir sprechen) dar. Die Forschungsergebnisse zum mentalen Lexikon können von den Fremdsprachendidaktikern genutzt werden, um daraus methodischdidaktische Erkenntnisse für die Wortschatzarbeit in der Schule abzuleiten und optimale Lernbedingungen zu schaffen. Die Forschung darüber, wie der Mensch Wissensstrukturen in seinem Gedächtnis repräsentiert, ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, jedoch gibt es hierzu bereits verschiedene allgemein anerkannte Erklärungsmodelle.
Marslen-Wilson und Tyler (1980) haben Experimente zur Worterkennung durchgeführt. Diese zeigten, dass ein Mensch ein Wort sehr schnell erkennt - schneller als er es aussprechen kann - nämlich in nur 0,2 Sekunden.
Aufgrund dieser hohen Geschwindigkeit, in der wir auf die große Zahl von lexikalischen Einheiten in unserem Kopf zugreifen können, ist davon auszugehen, dass der Wortschatz perfekt strukturiert ist. Dabei liegt nach Aitchison (1994) die Annahme einer qualitativen Gliederung nahe, d.h. eine Gliederung entsprechend der den Worten innewohnenden Beschaffenheiten. Das mentale Lexikon erfasst „systematisch die Lexeme einer Sprache sowie die Regeln und Prinzipien ihrer Bildung -
3
Arbeit zitieren:
Della Khanaga, 2006, Was zeichnet die Wortschatzarbeit im Englischunterricht der Primarstufe aus?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Wortschatzdidaktik in Theorie und Praxis
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 11 Seiten
Zum Umgang mit dem Fremden im interkulturellen Fremdsprachenunterricht
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Bilingualer Sachfachunterricht – Lernen für Europa
Kunst auf Englisch - Möglichke...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Die Bedeutung von Spielen im Englischunterricht der Grundschule
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 22 Seiten
Unterrichtsstunde: Storytelling - The Gruffalo
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 7 Seiten
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Grammatik- und Wortschatzvermittlung kontrastiv betrachtet
Seminararbeit, 14 Seiten
Welche Vokabellernstrategien kann man Schülern am besten vermitteln?
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 17 Seiten
Bedeutungserklärung im DAF-Unterricht
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
'Frailty, thy name is woman': The depiction of women in The Re...
Seminararbeit, 21 Seiten
Chancengleichheit im dreigliedrigen Schulsystem?
Soziale Benachteiligung auf Gr...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Seminararbeit, 17 Seiten
Katharina die Große und die Kirche: Segen oder Fluch?
Über die Auswirkungen ihrer Re...
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Seminararbeit, 25 Seiten
Grundlagen der mündlichen Kommunikation: Die Gesprächsanalyse
Seminararbeit, 21 Seiten
Della Khanaga hat den Text Was zeichnet die Wortschatzarbeit im Englischunterricht der Primarstufe aus? veröffentlicht
Della Khanaga hat einen neuen Text hochgeladen
Englisch in der Primarstufe. Chancen und Herausforderungen
Evaluation und Erfahrungen aus...
Eike Thürmann, Bernd Groot-Wilken, Gabriele Engel
Method Guide. Methoden für einen kooperativen und individualisierenden...
Methoden für einen kooperative...
Ergebnisorientierter Englischunterricht
Für die Klassen 3 und 4
Dieter Mindt, Norbert Schlüter
Didaktik und Methodik für den Englischunterricht
Kompakter Überblick - Ziele, I...
Gisela Schmid-Schönbein
0 Kommentare