Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Sozialer Konflikt 4
2.1.Begriffsbestimmung........................................................................... 4
2.1.1 Mikro , meso- und makrosoziale Konflikte 5
2.1.2 Intrapersonelle und interpersonelle Konflikte 5
2.1.3 Heiße und kalte Konflikte 6
2.2. Eskalationsstufen 6
2.3. Konfliktursachen 7
2.4. Das Eisberg-Modell 9
3. Konflikte in der Schule 10
3.1. Erscheinungsformen und Häufigkeiten 10
3.2. Konfliktparteien 12
4. Mediation 13
4.1. Wichtige Merkmale des Mediationsverfahrens 13
4.2. Methoden in der Mediation 14
4.3. Phasen des Mediationsverfahrens 14
4.4. Peer-Mediation 16
5. Schluss 17
Literatur 18
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1. Einleitung
Im Rahmen meines ersten Berufspraktischen Studiums leiste ich mein Praktikum in einer Grundschule ab. Es handelt sich hierbei eine Schule, die sich in einem so genannten sozialen Brennpunkt befindet. Der Anteil ausländischer Schüler beträgt an der Schule circa 70 Prozent, die Kinder kommen aus 27 verschiedenen Nationen. Als Ganztagsschule übernimmt die Einrichtung auch Elternfunktion und sie ist zu einem Ort der Kompensation infolge geänderter Bedingungen des Aufwachsens im Stadtteil geworden, eine Begegnungsstätte von Völkern und Kulturen, des Lernens von- und miteinander.
Ich gehe davon aus, dass ich während meines Praktikums Konflikten begegnen werde. Um mich theoretisch auf meine praktische Tätigkeit vorzubereiten, möchte ich mich bereits im Vorfeld mit die Thematik Konflikte in der Schule befassen. Folgend Fragen werden mich durch die schriftliche Bearbeitung des Themas begleiten: Was ist ein Konflikt? Klärung des Begriffes, Definition. Welche Konflikte gibt es in der Schule, wie oft treten sie auf? Zwischen welchen Parteien treten die Konflikte auf?
Im Zusammenhang mit der Frage, wie mit Konflikten in der Schule umgegangen wird, werde ich die Mediation als ein Verfahren zur Konfliktlösung vorstellen.
Trotz der vereinfachten männlichen Schreibweise sind in dieser schriftlichen Hausarbeit stets Schüler und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen, Mediatoren und Mediatorinnen usw. gemeint.
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2. Sozialer Konflikt
2.1.Begriffsbestimmung
In allgemeinen Wörterbüchern wird Konflikt mit einer Ableitung aus dem lateinischen Wort conflictus als Streit, Zwiespalt oder Zusammenstoß definiert.
In einem Modell für zwischenmenschliche Beziehungen nach Gordon bedeutet Konflikt „ein Auftreten von Kämpfen und Kollisionen zwischen zwei (oder mehreren) Personen, wenn Verhaltensweisen und Bedürfnisbefriedigung in Gegensatz geraten oder wenn die Wertvorstellungen der Personen differieren.“ (Gordon 1977, S. 166)
Rüttinger geht von der Möglichkeit der Entstehung eines sozialen Konflikts aus, wenn mehrere Personen an einer Entscheidung beteiligt sind und die Personen gegensätzliche Alternativen präferieren. Dieser sozialer Konflikt „läßt sich als eine soziale Beziehung definieren, in der zwei oder mehr Parteien, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, gegensätzliche Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewußt sind.“ (Rosenstiel/Molt/Rüttinger 1995, S. 188)
Nach Friedrich Glasl (1999) gibt es folgende Definition von Konflikt: „Sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im
Denken/Vorstellen/Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt, dass im Realisieren einer Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge.“ (Glasl 1999, S. 14 f.) Dabei ist entscheidend, dass eine Seite sich durch die andere daran gehindert sieht, ihre Vorstellungen, Gefühle oder Absichten durchzusetzen.
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Nach der Definition von Glasl müssen alle Definitionsmerkmale gegeben sein, damit ein sozialer Konflikt vorhanden ist.
Es ist festzuhalten, dass es keine einheitliche Konfliktdefinition gibt. In der Fachliteratur wird meist die Definition von Glasl zitiert.
2.1.1 Mikro-, meso- und makrosoziale Konflikte
Konflikte finden in einem unterschiedlich großen Rahmen statt. Glasl 1999 unterscheidet in mikro-, meso- und makrosoziale Konflikte. Ein mikrosozialer Konflikt liegt bei Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Personen vor. Dies kann also in der Schule eine Auseinandersetzung zwischen einem Lehrer und einem unpünktlichen Schüler sein.
Geraten größere Gruppen in Gegensatz, liegt ein mesosozialer Konflikt vor. Ein Beispiel hierfür wäre eine Auseinandersetzung zwischen verschiedene Teilen einer Schulklasse.
Man spricht von einem makrosozialen Konflikt, wenn Spannungen zwischen einer Institution und einer Interessengruppe auftreten. Ein makrosozialer Konflikt läge bei einer Auseinandersetzung zwischen einem Lehrerverband und dem Kultusministerium vor. (vgl. Keller 2001, S. 10)
2.1.2 Intrapersonelle und interpersonelle Konflikte
Simsa 2001 trifft die Unterscheidung intrapersonelle und interpersonelle Konflikte. Intrapersonelle Konflikte spielen sich im Inneren des Individuums ab (zum Beispiel Entscheidungskonflikte), interpersonelle Konflikte dagegen zwischen verschiedenen Personen und Gruppen. Sie führt im Vergleich zu Glasl den Konflikt mit sich selber (der eigenen Person) ein. Der hier bezeichnete interpersonelle Konflikt wird von Glasl wie oben beschrieben weiter unterteilt.
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2.1.3 Heiße und kalte Konflikte
Des weiteren können Konflikte nach ihrem Konfliktklima typologisiert werden. Es gibt heiße und kalte Konflikte (Glasl 1999, S. 70 ff.).
Charakteristisch für einen heißen Konflikt sind hohe Ideale der Konfliktparteien, offenes Kampfverhalten, zahlreiche heftige Zusammenstöße sowie dramatische Formen. Ein kalter Konflikt dagegen ist weniger offen und augenscheinlich. Die Austragung des Konfliktes erfolgt unter anderem durch Meiden, Ignorieren. Sarkasmus, Zynismus. Keller 2001 bezeichnet die kalten Konflikte als schädlicher für die Seele einer Schule als heiße Konflikte.
2.2. Eskalationsstufen
Die neun Stufen der Konflikteskalation nach Glasl:
1. Verhärtung: Die Standpunkte verhärten sich und prallen aufeinander. Das Bewusstsein hervorstehender Spannungen führt zu Verkrampfungen. Dennoch besteht die Überzeugung, dass die Spannungen durch ein Gespräch lösbar sind. Es existieren noch keine starren Parteien oder Lager.
2. Debatte: Es findet eine Polarisierung im Denken, Fühlen und Wollen statt. Es entsteht Schwarz-Weiß-Denken und eine Sichtweise von Über- und Unterlegenheit.
3. Aktionen: Die Überzeugung, dass „Reden nichts mehr hilft“, gewinnt an Bedeutung und es wird einer Strategie der vollendeten Tatsachen verfolgt. Die Empathie mit dem anderen geht verloren, die Gefahr der Fehlinterpretation wächst.
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Arbeit zitieren:
Frauke Koch, 2004, Konflikte in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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