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Gliederung
Gliederung 2
1. VORWORT 4
2. GRUNDLAGEN DER PSYCHOTRAUMAFORSCHUNG 6
2.1. DAS TRAUMATISCHE EREIGNIS: BESCHREIBUNG GRUNDSÄTZLICHER MERKMALE 6
2.2. KLASSIFIKATION POSTTRAUMATISCHER STÖRUNGEN: MÖGLICHKEITEN EINES
KLINISCHEN VERLAUFES IN ZEITLICHER ABHÄNGIGKEIT 7
2.2.1. Akute Belastungsstörung 7
2.2.2. Anpassungsstörung 8
2.2.3. Posttraumatische Belastungsstörung (PTB) 8
2.2.4. Andauernde Persönlichkeitsstörung 9
2.3. DIE POSTTRAUMATISCHE BELASTUNGSSTÖRUNG: EINE KLINISCHE REAKTION, DIE AM
H ÄUFIGSTEN AUF TRAUMATISCHE EREIGNISSE IMPONIERT 9
2.3.1. Symptomatik 9
2.3.1.1. grundlegendes Erscheinungsbild 9
2.3.1.2. Besonderheiten im Kinder und Jugendalter 11
2.3.2. Diagnose 12
2.3.2.1. allgemeine Kriterien 12
2.3.2.2. spezielle Schwierigkeiten bei Kindern 13
2.3.3. komorbide Reaktionen 14
2.3.4. Ätiologie 15
2.3.4.1. behaviorale Modelle 15
2.3.4.2. psychobiologische Modelle 16
2.3.4.3. kognitive Modelle 17
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3. DAS PSYCHOTRAUMA IM ENTWICKLUNGSKONTEXT 19
3.1. PRÄDIKTOREN FÜR DEN VERLAUF POSTTRAUMATISCHER STÖRUNGEN: ALLGEMEINE
RISIKO - UND SCHUTZFAKTOREN 19
3.1.1 Traumatypische, peritraumatische und posttraumatische Faktoren 20
3.1.2 Bezugspersonen, Familie und Umfeld 21
3.1.3 Individuum und Biographie 21
3.2. DIE BEDEUTUNG DES ENTWICKLUNGSSTANDES: TRAUMA-VULNERABILITÄT VOR DEM
HINTERGRUND VON ENTWICKLUNGSSTUFE UND ENTWICKLUNGSAUFGABEN 23
3.2.1 Säuglingsalter und frühe Kindheit 24
3.2.2 Kindheit 25
3.2.3 Jugend 27
3.3. AUSWIRKUNGEN VON POSTTRAUMATISCHEN STÖRUNGEN AUF DIE ENTWICKLUNG:
VULNERABILITÄT UND TRAUMAFOLGEN UNTER ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHER
PERSPEKTIVE 28
3.3.1. Trauma und Bewältigung 28
3.3.2 Konsequenzen von Traumata auf bestimmte Funktionen 31
3.3.3 Traumatisch bedingte Probleme in verschiedenen Entwicklungsstadien 33
3.3.3.1. Säuglingsalter und frühe Kindheit 33
3.3.3.2. Kindheit 35
3.3.3.3. Jugend 36
4. NACHWORT 39
Literaturverzeichnis 41
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1. VORWORT
Die Zeitungen sind voll von Schlagzeilen, die von schweren Autounfällen, von Familiendramen und Schicksalsschlägen berichten, bis hin zu Naturkatastrophen oder ter-roristischen Anschlägen. Viele Menschen werden im Laufe ihres Lebens solchen dramatischen Situationen ausgesetzt. Doch niemand von uns hat vorher gelernt mit einem traumatischen Ereignis umzugehen. Wieso passiert so etwas, wie kann man mit dieser Erinnerung weiter leben, ist man noch irgendwo sicher? Fragen, die einen ein ganzes Leben nicht loslassen können und ganz schnell entwickelt sich daraus eine psychische Störung, die langfristige Folgen nach sich ziehen kann. Erst seit wenigen Jahren wird sich auf professioneller Ebene mit diesen Störungen auseinandergesetzt.
Wir wollen in unserer Arbeit erstmal einen Überblick über den aktuellen Stand der Psychotraumaforschung geben. Dazu beschreiben wir, wie ein traumatisches Ereignis definiert wird (2.1.) und stellen verschiedene Belastungsstörungen vor, die daraus resultieren können (2.2.).
Die Relevanz unseres Themas ist groß. Fast 10% aller Menschen leiden irgendwann in ihrem Leben an einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Da dies die Störung ist, die am häufigsten imponiert, werden wir diese unter 2.3. ausführlicher diskutieren. Allerdings entwickelt sich nicht bei jedem Menschen, der ein traumatisches Ereignis erlebt, eine Störung. Es gibt verschiedene Prädiktoren, die das unterstützen oder verhindern. Diese wollen wir uns unter 3.1. genauer anschauen. Von Anfang an werden wir den Schwerpunkt unserer Betrachtung auf Kinder und Jugendliche legen. Da sie sich in unterschiedlichen Entwicklungsphasen befinden und deshalb nicht genauso wie Erwachsene auf traumatische Situationen reagieren, ist es notwendig, sich die Bedeutung des Entwicklungsstandes in Zusammenhang mit dem Psychotrauma anzuschauen (3.2.).
Das Alter und die Erfahrungen, die man bis dahin gemacht hat, können Risiko- und Schutzfaktoren für die Belastungsstörung sein. Sicher ist aber, dass sie die erfolgreiche Bewältigung von Entwicklungsaufgaben verhindern können und das kann sich ein Leben lang bemerkbar machen. Es kommt nicht selten vor, dass Entwicklungsstörungen behandelt werden und sich herausstellt, das Traumata in der Biographie der betroffenen Person existieren (3.3.).
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Leider ist aber die Literatur zu der Auseinandersetzung mit Trauma und Entwicklung sehr knapp und bezieht sich lediglich auf Thesen, die kaum in Studien überprüft wurden. Rita Rosner, eine bekannte klinische Psychologin der LMU München, sagte zu uns, dass es sehr wichtig sei, dass wir uns mit diesem Thema beschäftigen, aber es gibt keine Forschungsergebnisse, die sie dazu zur Verfügung stellen könnte. Da das Thema, unserer Meinung nach, eine grundlegende Bedeutung für die Entwicklungspsychologie hat, haben wir uns trotz einer schwierigen Literaturrecherche und obwohl auch wir immer wieder nur Thesen aufstellen können, daran gewagt, eine Hausarbeit darüber zu schreiben. Wir hoffen, damit eine weitere Sensibilisierung für das Thema schaffen zu können.
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2. GRUNDLAGEN DER PSYCHOTRAUMAFORSCHUNG
2.1. Das Traumatische Ereignis: Beschreibung grundsätzlicher Merkmale
Der Begriff Trauma taucht in verschiedenen Bereichen immer wieder auf. Fast jeder hatte nach einem alltäglichen Verständnis irgendwann ein Trauma. Es scheint ein Modewort zu sein. (Fischer 2003)
Pathologisch betrachtet, gibt es für das traumatische Ereignis jedoch eine genaue Definition. Demnach erlebt der/die Betroffene dabei „mit großer Furcht und Entsetzen direkt oder indirekt eine Situation, die eine Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit seiner selbst oder eines anderen Menschen beinhaltet.“ (Steil 2004, S. 277) Dabei kann auch die verbale Übermittlung eines solchen Ereignisses ausreichen. Als Ereignisse sind z. B. Naturkatastrophen, Unfälle, sexuelle Gewalt oder auch sonstige Gewalt bekannt. (Steil 2004)
Grundsätzlich sind Traumen Ereignisse, die die Gesundheit und Integrität der Person gefährden. Es kommt zu negativen Emotionen und eine hohe Wachsamkeit auf die Umwelt macht sich breit.
Das Erleben einer Situation, unter diesen Bedingungen, führt aber nicht automatisch zu einem pathologischen Verlauf. Während manche Menschen daraus z.B. eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln, reagieren andere nicht auffallend. Das Trauma wirkt also nicht als solches, sondern muss immer in engen Zusammenhang zu dem Subjekt betrachtet werden, welches das Ereignis erlebt. Dieses wird nämlich mit den Möglichkeiten, die es hat, das Erlebnis beurteilen, kognitiv bewerten und je nach persönlichem Empfinden eine seelische Verletzung erleiden, die momentane oder langfristige Folgen hat. Entscheidend sind dabei auch die Möglichkeiten, die das Subjekt erlebt, sich selber schützen zu können oder der Situation vollkommen ausgeliefert zu sein. (Resch& Brunner 2004)
Für eine Kategorisierung unterscheidet man zwischen einer primären und sekundären Traumatisierung. Die erste meint dabei, dass das Opfer selbst traumatisiert wird, während die Sekundäre jene umfasst, die Zeuge eines traumatischen Ereignisses werden und das auch mit Furcht und Entsetzen erleben. (Okon 2003) Terr (1991 in Resch& Brunner 2004, S.105) unterscheidet weiterhin zwischen zwei Typen von Traumen.
Das einmalige Erleben einer Naturkatastrophe, eines Unfalls oder eines Verbrechens wirkt als Ereignis an sich und gehört deshalb zu den Typ 1 Traumen. Hierbei handelt
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es sich um kurz andauernde Situationen, die oft eine Lebensbedrohung beinhalten und sehr überraschend auftreten.
Wenn traumatische Ereignisse sich wiederholen, länger anhalten und somit Prozesscharakter bekommen, spricht man von einem Typ 2 Trauma. Ein Beispiel hierfür wäre jede intrafamiliäre Gewalt, besonders sexuelle, die immer wieder erlebt wird und trotzdem nur geringfügig vorhersehbar ist. Ähnlich wirken können Geiselhaft, Folter, Kriegsgefangenschaft, aber auch der Verlust eines Elternteiles kann sich prozessartig traumatisch auswirken. Der zweite Typ hat im Vergleich massivere Folgen. (Resch& Brunner 2004)
2.2. Klassifikation posttraumatischer Störungen: Möglichkeiten eines klinischen Verlaufes in zeitlicher Abhängigkeit
Wie oben schon erwähnt, reagiert jeder Mensch anderes auf ein traumatisches Ereignis. Es können sich entweder keine Folgen zeigen oder man unterscheidet zwischen vier unterschiedlichen Reaktionen, die akute Belastungsstörung, die Anpassungsstörung, die Posttraumatische Belastungsstörung und die andauernde Persönlichkeitsstörung. Die verschiedenen Krankheitsbilder schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern können nacheinander auftreten. Diese vier Typen werden jetzt beschrieben.
2.2.1. Akute Belastungsstörung
Die Akute Belastungsstörung ist die anfängliche Reaktion auf ein Psychotrauma und tritt unmittelbar nach dem Ereignis auf. Nach DSM IV Kriterien können ihre Symptome bis zu vier Wochen anhalten. (Saß 2004)
Menschen, die davon betroffen sind, erlebt man meistens sehr desorientiert, ihre Aufmerksamkeit ist eingeschränkt und sie sind unfähig, die Reize, die auf sie einströmen, zu verarbeiten. (Resch& Brunner 2004)
Nach dem Diagnose Verfahren DSM IV treten auch hierbei schon Symptome auf, die wir später bei einer PTB (Posttraumatischen Belastungsstörung) wieder finden. Der/die Betroffene erlebt das Ereignis immer wieder, er/sie versucht Reize zu ver-
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meiden, die ihn/sie mit dem Ereignis konfrontieren, ist leicht erregbar, hat Angstzustände und kann auch in wichtigen beruflichen oder sozialen Bereichen gestört sein. Auch dissoziative Symptome, die emotionale Taubheit, eine beschränkte Wahrnehmung der Umwelt oder auch Depersonalisationserlebnisse beinhalten, können bereits bei einer akuten Belastungsstörung auftreten.
Nicht zuletzt birgt diese Störung ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer PTB.
2.2.2. Anpassungsstörung
Die Akute Belastungsstörung kann in eine Anpassungsstörung übergehen. Diese beginnt in der Regel innerhalb eines Monats nach dem Ereignis und dauert meistens nicht länger als sechs Monate.
Sie zeigt sich z. B. mit depressiven Symptomen, Angstzuständen und Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen. Durch ein starkes, subjektives Leiden und emotionaler Taubheit können auch soziale Kontakte belastet werden.
Bei Jugendlichen findet man hier oft aggressives und dissoziales Verhalten, während sich die Störung bei kleinen Kindern oft durch regressives Verhalten, wie z. B. Bettnässen bemerkbar macht. (Saß 2004)
2.2.3. Posttraumatische Belastungsstörung (PTB)
Nach den ICD 10 Kriterien wird die PTB den Anpassungsstörungen zugeordnet, nach den DSM IV Kriterien den Angststörungen. (Resch& Brunner 2004) Da DSM IV ein viel ausführlicheres Konzept zu PTB hat und sich in den letzten Jahren mehr bewährt hat, ordnen wir uns mehr diesem zu und erwähnen die PTB deshalb ausführlicher, unter einem extra Punkt. (Steil 2004) Da sie außerdem jene Folge auf ein traumatisches Ereignis ist, die am häufigsten auftritt, wird sie den Großteil unserer theoretischen Fundierung bilden. (Saß 2004) Die PTB ist eine gravierende, psychische Störung, welche mit verzögertem Beginn, frühestens sechs Monate, nach einem traumatischen Ereignis, auftritt. (Resch& Brunner 2004)
Arbeit zitieren:
Jörn Killinger, Elisabeth Hagl, 2005, Das traumatische Erlebnis im Kontext von Entwicklung - Die Auseinandersetzung mit der Verarbeitung eines traumatischen Erlebnisses unter besonderer Berücksichtigung der Wechselwirkung zwischen Psychotrauma und Entwicklung im Kinder und Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
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