II
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 1
2 Der Modellrahmen der Neuen Keynesianischen Makroökonomik 2
2.1 Die IS-Gleichung 3
2.2 Die neue keynesianische Phillipskurve. 4
2.3 Die Politik-Regel 4
3 Dynamische Effekte von Zinsschocks 7
3.1 Kalibrierung des Modells. 7
3.2 Der Zinsschock 8
3.3 Auswirkungen des Zinsschocks auf Modellvariablen 9
4 Einige Modellspezifikationen und ihre Auswirkungen 11
4.1 Modellspezifikation der IS-Gleichung. 11
4.2 Modellspezifikationen der Phillipskurve 12
4.3 Effekte der Modellspezifikationen. 13
5 Schlussbemerkungen 14
Literatur 16
1
1 Einleitung
Der herausragende Unterschied zwischen dem herkömmlichen und dem neuen keynesianischen Modell ist die Annahme nominaler Rigiditäten bei gleichzeitiger Mikrofundierung. Dies bedeutet, dass die Grundlage der aggregierten Gleichungen das Optimierungsverhalten der privaten Haushalte und der Unternehmen auf Basis rationaler Zukunftserwartungen ist (Snowdon und Vane 2005). In der Neuen Keynesianischen Makroökonomik ist Geldpolitik in der kurzen Frist aufgrund von Rigiditäten bezüglich der Preise wirksam. Es ist also möglich reale Größen zu verändern. Im Folgenden sollen die dynamischen Effekte zinsgesteuerter Geldpolitik dargestellt werden. Hierbei wird erst der theoretische Modellrahmen der NKM erläutert und die Taylor-Regel als Politikinstrument beschrieben. Letztere kann das Verhalten von Zentralbanken empirisch gut erklären und die Zusammenhänge zwischen kurzfristigem Zins, Output und Preisniveauänderung formal abbilden. Auf eine mathematische Herleitung wird in dieser Arbeit verzichtet, vielmehr ist das Ziel des ersten Abschnittes (Kapitel 2), die ökonomische Bedeutung der einzelnen Bestandteile in den Modellgleichungen zu veranschaulichen.
Hauptbestandteil ist in Kapitel 3 die Beschreibung und Darstellung der dynamischen Effekte in diesem Modell, die durch einen Zinsschock in der Politikregel der Zentralbank eingeleitet werden. Die Frage, wie die realwirtschaftlichen Größen auf diesen Schock in derselben und in den darauf folgenden Perioden reagieren, soll hier beantwortet werden. Im 4. Kapitel werden einige Modellspezifikationen eingeführt und beschrieben, die dem Modellrahmen einen größeren Bezug zur Realität bzw. zu den empirisch ermittelten Daten verleiht. Sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite erhalten Komponenten, die zu hügelförmigen Verläufen der Impulsreaktionsfunktionen der Realgrößen nach Schocks führen. Dies ist notwendig um die in der Realität nicht beobachtbaren ruckartigen Reaktionen des Outputs bzw. der Outputlücke oder der Inflati- onsrate auf schockartige Zinsänderungen zu vermeiden.
2
2 Der Modellrahmen der Neuen Keynesianischen Makro-
ökonomik
Im Allgemeinen besteht bezüglich des Modellrahmens großes Einvernehmen. Es handelt sich um ein stochastisches, dynamisches Gleichgewichtsmodell mit temporären Preisrigiditäten, welches sowohl mit der Theorie als auch mit der Empirie zusammenpasst. Durch Simulation kann die Reaktion wichtiger realer Größen auf verschiedene Politikregeln untersucht werden (McCallum 2001). Anders als in traditionellen keynesianischen IS/LM-Modellen werden die aggregierten Gleichungen aus dem Optimierungskalkül der Haushalte und der Unternehmen hergeleitet, wobei das aktuelle Verhalten der Wirtschaftssubjekte sowohl auf aktuellen Geschehnissen als auch auf rationalen Zukunftserwartungen beruhen (Clarida et al. 1999).
Es ist möglich, das Grundmodell mit zwei Gleichungen darzustellen 1 :
Hierbei sind t y und t p der logarithmierte Output bzw. das logarithmierte
Preisniveau. t R stellt den Zinssatz für eine Periode (ein Quartal) dar und
y den potenziellen Output, welcher bei perfekter Flexibilität der Löhne
t
und Preise erreicht würde. steht jeweils für den Erwartungswert (mit E
t
dem Informationsstand zum Zeitpunkt t ) des darauf folgenden Wertes. X und Die Terme stellen exogene Schocks dar, auf die nicht weiter u
t t
eingegangen werden soll. Gleichung (2.1) kann auch - wie oft in der Lite- xyy dargestellt werden ratur zu finden - mit Hilfe der Outputlücke ttt und lautet dann:
' . 11 () (2.3) x bR E p E x v
t t 1 tt t t t
{ (Walsh 2003, S.244). Der Term sei dabei definiert als vE y y v
1 tt t t t
1 Es wird die Notation von McCallum (2001) verwendet.
3
Das vorliegende loglineare Modell weist eine aggregate demand-aggregate supply (AD-AS) Struktur auf. Es wird aus Gründen der Vereinfachung auf die Einbeziehung von Kapital und Investitionen verzichtet (Clarida et al. 1999).
2.1 Die IS-Gleichung
Die Gleichungen (2.1) bzw. (2.3) zeigen die IS-Gleichung und damit die Nachfrageseite des Modells, welche aus dem Optimierungsansatz der Haushalte entsteht. Da in dieser einfachen Version des Modells von Investitionen abgesehen wird, ist die gesamtwirtschaftliche Nachfrage durch den privaten Konsum gekennzeichnet. Durch das optimierende Verhalten der Haushalte ergeben sich Bedingungen bezüglich des optimalen inter-temporalen Konsums in Abhängigkeit von der erwarteten Preissteigerung und dem Zins, bezüglich der optimalen Aufteilung des Einkommens auf Geldhaltung und Konsum, ebenfalls abhängig vom Zins in Form von Op-portunitätskosten, und der optimalen Aufteilung zwischen Arbeits- und Freizeit abhängig vom Reallohn.
Es wird deutlich, dass der Output in Periode vom zukünftigen Output t
und vom realen Zinssatz beeinflusst wird. Durch einen Anstieg des erwarteten zukünftigen Outputs steigt auch der aktuelle, was darauf zurückzuführen ist, dass die Haushalte es vorziehen, recht gleichmäßig zu konsumieren. Nehmen diese also an, dass sie in der nächsten Periode mehr verbrauchen können, so wollen sie auch schon in der aktuellen Periode mehr konsumieren.
Der Effekt des Realzinses auf den Output muss negativ sein, da er die in-tertemporalen Substitution des Konsums beeinflusst. Je höher der reale Zins, desto mehr wird ein Haushalt sparen und damit seinen Konsum auf spätere Perioden verschieben. Der Einfluss auf den aktuellen Konsum ist also negativ und damit muss der Parameter , der als inverse intertempo- b
1
ralen Substitutionselastizität interpretiert werden kann, in jedem Fall ein negatives Vorzeichen haben (Dennis und Söderström 2002). Über die genaue Kalibrierung des Modells und in dem Zusammenhang auch über den genauen Wert von wird später noch berichtet. b
1
Arbeit zitieren:
Christian Finck, 2006, Dynamische Effekte bei Zinsschocks in der Neuen Keynesianischen Makroökonomik, München, GRIN Verlag GmbH
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