II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis..................................................................................................................... II II
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis III
Anlagenverzeichnis IV
1 Einleitung 1
2 Traditioneller Risikotransfer 2
2.1 Traditionelle Risikopolitik im Unternehmen 2
2.2 Voraussetzungen der Versicherbarkeit 3
2.3 Notwendigkeit für neue Lösungsansätze 4
3 Alternative Risk Transfer (ART) 5
3.1 Definition des Begriffes 5
3.2 Kernmerkmale des Alternative Risk Transfers 6
3.3 Ziele des Alternative Risk Transfers 7
4 Produkte des Alternative Risk Transfer 7
4.1 Überblick 7
4.2 Captives 8
4.2.1 Definition 8
4.2.2 Geschichtlicher Hintergrund 9
4.2.3 Arten und Formen 9
4.2.4 Motive einer Captivegründung 11
4.2.5 Voraussetzungen für die Gründung von Captives 12
4.3 Finite Risk-Lösungen 14
4.3.1 Hinführung 14
4.3.2 Merkmale von Finite Risk-Produkte 14
4.3.2 Finite Risk-Vertragsformen 15
4.3.3 Einsatzmöglichkeit von Finite Risk 16
4.4 Multi-line/Multi-year Produkte (MMP) 17
4.4.1 Überblick 17
4.4.2 Innovative Anwendung von MMP 18
4.5 Multi-Trigger Programm (MTP) 19
4.6 Contingent Capital 20
III
4.7 Insurance-Linked Securities (ILS) 21
4.8 Versicherungsderivate (Insurance-Linked Derivatives) 23
5 Schlussbetrachtung 25
Anlage 1 27
Anlage 2 28
Literaturverzeichnis VII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Gestaltung der betrieblichen Versicherungspolitik 3
Abbildung 2 : Einteilung des ART-Marktes 8
Abbildung 3 : Funktionsweise einer Rückversicherungs-Captive 10
Abbildung 4 : Funktionsweise einer Erstversicherungs-Captive 10
Abbildung 5 : Übersicht über die Vertragsformen von Finite Risk 15
Abbildung 6 : von der traditionellen Versicherung zum MMP 18
Abbildung 7 : Ablaufschema bei Contingent Capital 20
Abbildung 8 : Grundprinzip von ILS 22
Abbildung 9 : Produkte des ART im Vergleich zum traditionellen Versicherungsmarkt 25
Abkürzungsverzeichnis
ADC Adverse Development
ARF Alternative Risikofinanzierung
ART Alternative Risk Transfer
BCOE Bermuda Commodities Exchange
BIP Bruttoinlandsprodukt
CATEX Catastrophe Risk Exchange
CBOT Chicago Board of Trade
CC Contingent Capital
EGH Europäischer Gerichtshof
EK Eigenkapital
EV Erstversicherer
FQS Finite Quota Share
IV
ILS Insurance-Linked Securities LPT Loss Portfolio Transfer MMP Multi-line/Multi-year Produkte MMT Multi-Trigger-Programm PML Possible Maximum Loss PPC Protected-Cell-Companies PXL Prospektive Schadenexzedentendeckungen SLT Spread Loss Treaty SPV Special Purpose Vehicle
Anlagenverzeichnis
Benennung Seite Anlagen-Nr. 1 Kühlmann, K. (2004): „Gestaltung der 27
betrieblichen Versicherungspolitik“
2 MARSH (2004): “Captive consulting service: 28
Captive feasibility study“
1
1 Einleitung
Unternehmen sind mit einer steigenden Zahl von Risiken konfrontiert - Erdbeben, Hurrikans, Vogelgrippe, Feuer, Betriebsunterbrechung, Produktrückruf, Investitionsrisikio, Terrorismus, Kreditrisiko, Währungsrisiko, Volatilität der Finanzmärkte, Marktrisiko, politisches Risiko, Wetterschwankungen und viele andere mehr. Dies erfordert ein ganzheitliches Risiko Management im Unternehmen, um im Falle einer Risikoverwirklichung die finanziellen Auswirkungen für das Unternehmen und auch seinem Umfeld so gering wie möglich zu halten. Angesichts der Vielfalt der Risiken, mit denen ein Unternehmen konfrontiert ist, steht dem Management ständig die Frage im Raum, ob sie transferiert oder selbst getragen werden sollen. Manche Risiken gehören zum Kerngeschäft des Unternehmens und werden selbst getragen, während andere z.B. dem äußeren Umfeld entstammen und an eine Versicherung transferiert werden. Dazu muss ein Risiko aber auch traditionell kalkulierbar sein. In der Praxis bedeutet das, dass man für ein Risiko einen Versicherer finden muss, der ausreichend Erfahrungswerte und Zeichnungskapazitäten hat, um das Risiko zu versichern. Bei neuen Risiken, die durch den technischen Fortschritt entstehen, oder Naturkatastrophenrisiken stößt die traditionelle Versicherung immer wieder an ihre Grenzen. Folglich sind Unternehmen gezwungen nach Alternativen zu suchen, um ihr Unternehmen vor negativen Auswirkungen nachhaltig abzusichern. Aus dieser Notwendigkeit heraus haben sich viele innovative Produkte bzw. Instrumente entwickelt. Als Oberbegriff dieser Alternativen zur traditionellen Versicherung hat sich der englische Begriff „Alternative Risk Transfer“ (ART) entwickelt. 1 ART eröffnet Unternehmen Möglichkeiten das Spektrum der transferierbaren Risiken zu erweitern und so verstärkt außerbilanzielle Vorsorge für unerwartete Ereignisse treffen zu können, um so die Risikokosten zu verringern. Des Weiteren ermöglicht ART große Risiken am Kapitalmarkt zu transferieren und somit unabhängiger vom schwankenden Versicherungsmarkt zu sein.
Diese vorliegende Arbeit soll einleitend die Notwendigkeit nach Alternativen zur klassischen Versicherung aufzeigen, um anknüpfend einen Überblick über auserwählte ART-Produkte zu geben. Darauf folgend werden deren Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen analysiert, um abschließend die Frage zu klären, ob ART ein Substitut zur klassischen Versicherung ist.
Die steuerrechtlichen Aspekte von ART würden über den Umfang dieser Studienarbeit hinausgehen und werden daher vernachlässigt. Außerdem setzt der Verfasser Grundkenntnisse über Rückversicherung voraus.
1 vgl. Strube, M., 2001, S. 1
2
2 Traditioneller Risikotransfer
2.1 Traditionelle Risikopolitik im Unternehmen
„Der Vorstand hat geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.“ 2 Dieser Paragraph 91 II im Aktiengesetzbuch verpflichtet das Management von Aktiengesellschaften sich mit Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, auseinander zu setzten. Verschäft wird diese Pflicht durch den Paragraphen 93 II AktG, wonach das Management persönlich gesamtschuldnerisch bei Pflichtverletzung haftet. 3 Neben den genannten Aktiengesellschaften sind Unternehmen generell bestrebt die Erfolgsrechnung und die Bilanz und somit den Unternehmenswert vor negativen Risikoauswirkungen zu schützen. 4 Danach analysiert ein Unternehmen seine Risiken, um zu bewerten, ob man sie vermeidet, vermindert, begrenzt, selbst trägt oder versichert. Ob ein Unternehmen ein Risiko selbst trägt oder über eine Versicherung abwälzt, hängt neben der eigenen Risikopolitik noch von der Frequenz bzw. Eintrittswahrscheinlichkeit und dem Schadenpotenzial ab. Dabei hilft, wie in Abbildung 3 verdeutlicht, folgende Beurteilung der Risiken nach Auswirkung auf die Bilanz des Unternehmens: 5
N Kleinrisiken: Sind im Bezug auf das Schadenpotenzial als auch auf die Frequenz begrenzt und können die Bilanz bzw. Erfolgsrechnung eines Unternehmens normalerweise kaum beeinflussen. Sie gilt es selbst zu tragen, da ein Transfer zu teuer wäre. Da aber viele Kleinschäden in einem Jahr in der Summe einen Einfluss haben könnten, kann hier auf die unternehmensinterne Steuerungsfunktion, dem Controlling, verwiesen werden. Risikobeispiele: Elekronikschaden an einem Laptop oder Drucker, Glasbruch eines Bürofensters.
N Mittlere Risiken: Weisen entweder ein begrenztes Schadenpotenzial oder eine tiefe Frequenz auf und sind in der Lage Jahresergebnisse und damit die Dividendenausschüttung nachhaltig zu beeinträchtigen. Sie gilt es entweder selbst zu tragen oder zu transferieren. Risikobeispiele: Transportschaden eines mit Monitoren beladenen Lieferwagens, Forderungsverlust durch Insolvenz eines Kunden.
2 §91 (2) AktG
3 vgl. §91 (2) AktG
4 vgl. Brühwiler, B.; Stahlmann, B., 1999, S. 27
5 vgl. Brühwiler, B.; Stahlmann, B., 1999, S. 29 ff
3
N Großrisiken: Sind sowohl in Bezug auf die Eintrittsfrequenz als auch in Bezug auf das Schadenpotenzial in der Lage, nachhaltig das Eigenkapital und damit den Shareholder Value zu beeinflussen und können die Existenz des Unternehmens beeinflussen. Sie müssen transferiert werden. Risikobeispiele: Verlust des Hauptproduktionsstandortes durch Feuer oder Naturkatastrophen, lange Betriebsunterbrechung durch Schaden an einer Engpassmaschine, große Sammelklagen aus den USA aufgrund fehlerhafter Produkte.
2.2 Voraussetzungen der Versicherbarkeit
Wie im vorangegangenen Kapitel festgestellt, empfiehlt es sich, dass ein Unternehmen große Risiken transferieren muss, mittlere Risiken transferieren soll und kleine Risiken selber trägt. Damit ein Risiko überhaupt traditionell versicherbar ist, werden folgende Kriterien in der Literatur aufgeführt, die gegeben sein müssen: 7
N Zufälligkeit: Es muss eine Ungewissheit über Entstehung und/oder Zeitpunkt und/oder Größe des Schadens sowie Unabhängigkeit des Versicherungsfalls vom Willen oder Verhalten des Versicherungsnehmers (Stichwort: Moral Hazard 8 )
6 in Anlehnung an Vorlesungsskript Prof. Kühlmann, siehe Anlage
7 vgl. Goßner, A., 2002, S. 5 ff
8 Definition von Moral Hazard: „Bezeichnet eine besondere Art des subjektiven Risikos. In diesem Fall wird durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages beim Versicherten eine Verhaltensänderung verursacht, die das Risiko ungünstig beeinflusst.“ nach Fürstenwerth, F.; Weiß,A., 2001, S. 443
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Cornelius Kiermasch, 2006, Alternative Risk Transfer: Überblick über die Produkte – Möglichkeiten des Einsatzes – ein Substitut zur klassischen Versicherung?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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