Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis. IV
1 Einleitung 1
2 Das eklektische Paradigma von Dunning als theoretischer Erklärungsansatz der
Internationalisierungsbestrebungen von Finanzdienstleistungen 2
2.1 Eine allgemeine Darstellung 2
2.2 Die Theorie in der Anwendung auf Finanzdienstleistungen 4
2.3 Thesen hinsichtlich der Internationalisierung deutscher FDL. 6
3 Deutsche FDL und deren Auslandsaktivitäten 7
3.1 Kennzahlen zum Auslandgeschäft 7
3.2 Zielmärkte von Direktinvestitionen. 11
3.3 Implikationen der Zielmarktwahl 15
4 Determinanten des Auslandsengagements 17
4.1 Die Entwicklung der Auslandsdirektinvestitionen im Vergleich zu
Finanzdienstleistungsunternehmungen. 17
4.2 Client following aus einer anderen Perspektive 23
5 Fazit. 26
Literaturverzeichnis V
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Das eklektische Paradigma von Dunning ...................................................................... 4
Abbildung 2: Entwicklung der Devisenhandelsumsätze ausgewählter Banken und Länder im
Zeitraum 1989 - 2004 ................................................................................................... 7
Abbildung 3: ADI deutscher FDL im Zeitraum 1994 - 2004 ............................................................. 10
Abbildung 4a: ADI deutscher Kreditinstitute nach Kontinenten (2004) ............................................... 11
Abbildung 4b: ADI deutscher Versicherungen nach Kontinenten (2004) ........................................... 12
Abbildung 5: Anteil ausgewählter Länder an den weltweit getätigten ADI deutscher Kreditinstitute
im Zeitraum 1994 - 2004 ............................................................................................. 13
Abbildung 6: Anteil ausgewählter Länder an den weltweit getätigten ADI deutscher Versicher-
ungen im Zeitraum 1994 - 2004 .................................................................................. 14
Abbildung 7: FDI Outward Stock Deutschlands ............................................................................... 18
Abbildung 8: Auslandsdirektinvestitionen aus Sicht des deutschen verarbeitenden Gewerbes
und der Finanzdienstleistungsbranche - USA ............................................................ 19
Abbildung 9: Auslandsdirektinvestitionen aus Sicht des deutschen verarbeitenden Gewerbes
und der Finanzdienstleistungsbranche - Hong Kong .................................................. 20
Abbildung 10: Auslandsdirektinvestitionen aus Sicht des deutschen verarbeitenden Gewerbes
und der Finanzdienstleistungsbranche - Luxemburg .................................................. 20
Abbildung 11: Auslandsdirektinvestitionen aus Sicht des deutschen verarbeitenden Gewerbes
und der Finanzdienstleistungsbranche - Österreich ................................................... 21
Abbildung 12: Auslandsdirektinvestitionen aus Sicht des deutschen verarbeitenden Gewerbes
und der Finanzdienstleistungsbranche - China .......................................................... 24
Abbildung 13: Einflussfelder auf Organisationen ................................................................................ 26
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Markteintrittsstrategien bestimmter Dienstleistungsunternehmungen ............................... 5
Tabelle 2: Personalbestand deutscher Großbanken im Zeitraum 2000 - 2005 ................................ 9
Tabelle 3: Personalbestand der beiden größten deutschen Versicherungen im Zeitraum
2000 - 2005 ....................................................................................................................... 9
Tabelle 4: BIP / Kopf ausgewählter Länder ...................................................................................... 16
Tabelle 5: Inflationsraten ausgewählter Länder ................................................................................ 17
Abkürzungsverzeichnis
1 Einleitung
Die Internationalisierung der Geschäftstätigkeit ist für viele Unternehmungen heutzutage nicht nur noch eine strategische Option sondern immer mehr eine zwingende Notwendigkeit, um auf den zunehmend globaler werdenden Märkten wettbewerbsfähig zu sein. 1 Dies gilt mittlerweile nicht nur ausschließlich für Industrieunternehmen, sondern immer mehr auch für Unternehmungen des tertiären Sektors.
Dienstleistungsunternehmen agieren nicht mehr vornehmlich national, sondern zunehmend multinational. Der World Investment Report der UNO aus dem Jahr 2004 spricht bezüglich Direktinvestitionen von einem shift towards services, so dass man davon ausgehen kann, dass die Erforschung der Materie immer mehr Bedeutung erlangt. 2 Allerdings ist die Internationalisierung von Dienstleistungsunternehmen noch nicht tiefgründig erforscht, so dass auf diesem Gebiet noch nicht sehr viele Ergebnisse vorliegen. Diese Arbeit beschäftigt sich nun mit der Internationalisierung von Finanzdienstleistungsunternehmungen als ein wichtiger Teilbereich der Dienstleistungsbranche.
Die weiteren Ausführungen basieren auf der Beantwortung zweier Thesen, die im Anschluss an eine Internationalisierungstheorie formuliert werden. Als theoretisches Gerüst dient dabei das eklektische Paradigma von John Dunning, das zunächst in seiner Allgemeinheit erläutert und anschließend auf Finanzdienstleistungsunternehmungen übertragen wird. Nach diesen theoretischen Überlegungen folgen empirische Analyen über die Internationalisierungsaktivitäten deutscher Finanzdienstleistungen. Nach deren Darstellung werden bestimmte Faktoren der Internationalisierungsbestrebungen aufgezeigt. Abgerundet wird die Arbeit mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse sowie einem Ausblick.
1 Woywode (2005)
2 UNO (2004)
1
2 Das eklektische Paradigma von Dunning als theoretischer Erklärungsansatz der Internationalisierungsbestrebungen von Finanzdienstleistungen
2.1 Eine allgemeine Darstellung
Das eklektische Paradigma von Dunning ist ein theoretischer Ansatz, in dem unterschiedliche Möglichkeiten der Internationalisierung von Industrieunternehmen erklärt werden. 3 Dunning nutzt dabei die Theorie des monopolistischen Vorteils, die Standorttheorie sowie die Internalisierungstheorie als Grundlage für seine Arbeit. Er vereint somit drei Theorien, die originär selbst Erklärungsansätze zur Internationalisierung von Unternehmungen darstellen. Eben daher rührt auch die Bezeichnung eklektisch, zumal Dunning eine Zusammenfassung bereits existierender Schriftstücke entwickelt hat. 4 Die Entstehung des Paradigmas erfolgte bereits Mitte der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts und wurde von Dunning im Laufe der Zeit modifiziert ohne jedoch die Grundaussagen zu ändern. 5 Im Folgenden werden die Grundlagen und Implikationen der Theorie kurz erläutert.
Das wesentliche Ziel der Theorie ist es, für unterschiedliche Situationen geeignete, vorteilhafte Marktbearbeitungsformen für ausländische Märkte abzuleiten. Bei den Markteintrittsformen unterscheidet Dunning zwischen Direktinvestitionen, Exporten und Portfolio-Ressourcentransfers, wozu insbesondere Management, Lizenz-, wie auch Technologieverträge zählen. Welche Marktbearbeitungsform ein Unternehmen nun wählt, hängt von der Erfüllung dreier Vorteilskategorien ab. 6 Um ersteres zu verstehen, werden diese Vorteilskategorien zunächst erläutert, ehe auf den Zusammenhang zwischen dem Markteintritt und den Vorteilskategorien eingegangen wird.
Zum einen gibt es Eigentumsvorteile (ownership advantages). Diese liegen dann vor, wenn Unternehmungen gegenüber ausländischen Konkurrenten auf deren Heimatmarkt über einen oder mehrere unternehmensspezifische Wettbewerbsvorteile verfügen. 7 Dunning unterteilt die Eigentumsvorteile nochmals in drei Kategorien. Es gibt einerseits Eigentumsvorteile, die eine Unternehmung aufgrund ihres langjährigen Bestehens gegenüber neuen Konkurrenten kennzeichnet. Hierzu gehören beispielsweise Vorteile,
3 Efler 2005: S.52
4 Kutschker, Schmid 2005: S.452
5 Dunning 2001, S.173ff.
6 Dunning 1979: S.275 ; Kutschker, Schmid 2005: S.452ff.
7 Dunning 1979: S.275
2
die durch den Zugang zu bestimmten Ressourcen entstehen. Aber auch sämtliche Synergie-, Verbunds-, Spezialisierungs- sowie Größen- und Positionsvorteile ordnet Dunning hierunter ein. Zu einer zweiten Kategorie zählen all die Vorteile, die eine Unternehmung im Zuge ihrer Etablierung im Markt gegenüber neuen Unternehmen aufweist. Dazu zählt vor allem die Möglichkeit einer länderübergreifenden Diversifikation des Risikos wie auch ein besserer Zugang zu verschiedenen Ressourcen. Alle weiteren Vorteile, die keiner der bislang erwähnten Vorteilskategorien angehören fasst Dunning zu einer weiteren Kategorie der sonstigen Eigentumsvorteile zusammen. Darunter fallen zum Beispiel Patente oder auch Technologievorsprünge. 8 Neben den Eigentumsvorteilen gibt es Internalisierungsvorteile (internalization advantages). Von letzteren spricht man dann, wenn Transaktionen durch die Unternehmung selbst besser als über die Alternative Markt abgewickelt werden können. Die Nutzung eines Wettbewerbsvorteils ist für die Unternehmung in einem solchen Fall vorteilhafter als diesen anderweitig an weitere Unternehmen abzutreten. 9 Ein von Dunning immer wieder genanntes Beispiel für Internalisierungsvorteile ist die Vermeidung von Transaktionskosten. Bei der dritten Vorteilskategorie handelt es sich um Standortvorteile (location advantages), die dann vorzufinden sind, wenn ein Standort bestimmte Faktoren besser erfüllt als ein anderer Standort. Besonders bedeutende Faktoren sind unter anderem Infrastrukturbedingungen, Faktorkosten, die psychische Distanz sowie steuerliche Vorteile oder etwa die politische Situation in einem Land. 10 Gemäß den Anfangsbuchstaben der jeweiligen Vorteile in der englischen Übersetzung, findet man den eklektischen Ansatz in der einschlägigen Literatur auch sehr oft unter der Bezeichnung OLI - Paradigma vor. 11
Welche Marktbearbeitungsform in einem ausländischen Markt ein Unternehmen wählt, hängt laut Dunning von der Erfüllung jener Vorteile ab. Einen Überblick dazu liefert Abb.1. Besitzt ein Unternehmen keinerlei der oben erläuterten Vorteile, so wird es nicht international tätig. Das Vorhandensein von mindestens einem Vorteil ist folglich eine zwingende Voraussetzung für die Internationalisierung von Unternehmen. Sind hingegen alle drei Vorteilskategorien erfüllt, so werden Direktinvestitionen im Ausland getätigt, zumal der ausländische gegenüber dem heimischen Standort vorteilhafter ist und die Unternehmung ihre Aktivitäten selbst am besten durchführen kann. Dementsprechend exportieren Unternehmen ihre Waren, sofern lediglich keine Standortvorteile gegeben sind. Liegen ausschließlich Eigentumsvorteile vor, so wählen Unternehmen als
9 Ebd.: S.275
10 Ebd.: S.275 f.; Williams 1997: S. 79ff.
11 Williams 1997: S.79f.; Kutschker, Schmid 2005: S. 453
3
Internationalisierungsform vertraglichen Ressourcentransfer. Sie verfügen zwar über firmenspezifische Vorteile, können diese in Eigenregie jedoch nicht effizient umsetzen. 12
Prägnant zusammengefasst gibt Dunning mit seinem eklektischen Ansatz eine Antwort auf die Frage, warum, wo und wie Unternehmen ausländische Märkte bearbeiten. 14
2.2 Die Theorie in der Anwendung auf Finanzdienstleistungen
Im Weiteren werden die nach Dunning definierten Vorteilskategorien auf Finanzdienstleistungen mitsamt deren Implikationen übertragen. Hierbei werden insbesondere Eigenschaften der FDL berücksichtigt. Der Begriff Finanzdienstleistung wird in der Literatur nicht klar abgegrenzt. 15 Gemäß Nader sind FDL erbrachte Dienstleistungen von Banken, Versicherungen und Wertpapierhäusern. 16 Kennzeichnend für die erbrachten Leistungen sind insbesondere Eigenschaften wie
Erklärungsbedürftigkeit, Irreversibilität sowie Intangibilität. 17
Zudem stehen Finanzdienstleistungen im Gegensatz zu Industrieunternehmungen nur begrenzte Formen des Markeintritts zur Verfügung. Denn ein wesentliches Merkmal der Erbringung von Finanzdienstleistungen ist in dem zeitlichen sowie örtlichen Zusammenfallen von Anfertigung und Konsumtion der Leistung begründet. Erramilli unterscheidet zwischen zwei Arten von Dienstleistungen, den hard services und soft
12 Kutschker, Schmid 2005: S.453ff.
13 Eigene Darstellung in Anlehnung an Kutschker, Schmid 2005: S. 456
14 Efler 2005: S. 52
15 Eilenberger 1990: S. 114
16 Nader 1995: S. 11
17 Erramilli 1990: S. 57; Nader 1995: S. 11-13; Berry et al. 1985: S. 33-34
4
services. 18 Bei hard services lassen sich Produktion und Konsumtion trennen. Somit können hard services exportiert werden, wie zum Beispiel Leistungen mittels Online Banking. Unter soft services werden solche Dienstleistungen subsumiert, bei denen eine Trennung nur sehr begrenzt stattfinden kann. Hier nennt Erramilli unter anderem die von Banken erbrachten Leistungen. 19 Folglich werden im weiteren Exporte als Option des Markteintritts vernachlässigt und als mögliche Markteintrittsformen Ressourcentransfers sowie insbesondere Auslandsdirektinvestitionen betrachtet (vgl. Tab. 1). 20
21 Tab. 1: Markteintrittsstrategien bestimmter Dienstleistungsunternehmungen
Eigentumsvorteile von Finanzdienstleistungen gehen aus der Möglichkeit hervor, sowohl die Überlegenheit neuer sowie schon ansässiger Marktteilnehmer als auch die mit Internationalisierung verbundene Ungewissheit in dem jeweiligen Zielland überwinden zu können. Diese Vorteile resultieren aus der Fähigkeit der Differenzierung von Produkten und Dienstleistungen sowie der Verfügbarkeit exklusiver Ressourcen. 22 Erstere werden zum Beispiel durch die Größe sowie der Bonität der Finanzdienstleistung determiniert und begünstigen Finanzdienstleistungen langfristig aufgrund ihrer schweren Nachahmbarkeit. Letztere Vorteile ergeben sich beispielsweise aus dem Vorhandensein von erfahrenen Managern und überlegener Informationstechnologie. 23
19 Ebd.
20 Erramilli 1990: S. 58; Moshirian 1999: S. 182 21 in Anlehnung an Erramilli 1990: S. 55
22 Dunning 1979: S. 275-276; Williams 1997: S. 80ff.; Javalgi et al. 2003: S. 188-190;
Di Antonio et al. 2002: S. 8ff.
23 Ebd.
5
Arbeit zitieren:
Christian Hoffart, Ananda Müller, 2006, Internationalisierung von Finanzdienstleistungen, München, GRIN Verlag GmbH
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