Inhaltsverzeichnis
2.1 Eine Einführung 4
2.2 Die Funktionen der Prototypen(theorie) 6
2.3 Die Basisebene 7
3.1. Die Adjektive 9
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1. Einleitung
Die Hausarbeit befaßt sich unter Anwendung der kognitionspsychologischen Prototypentheorie von Eleanor Rosch mit Wortbedeutungen von polysemen Wörtern, speziell Adjektiven, und zeigt dabei, daß es durch einen Bedeutungswandel auch zu einer Änderung der Funktion der Wörter kommen kann.
Zuerst wird dabei eine Einführung über die wichtigsten Ziele und Aussagen der Prototypentheorie dargelegt. Hierbei soll speziell der Begriff des Prototypen Gegenstand der Betrachtung sein, da er die Grundlage für die Auffassung der Kategorisierung von Wörtern und ihren Bedeutungen in dieser Theorie bildet. Anschließend soll kurz aufgezeigt werden, welche Funktionen das Vorhandensein von Prototypen besitzt, um dadurch deren Funktion für den Menschen zu verdeutlichen.
In nächsten Abschnitt soll in einer kurzen Betrachtung die Basisebene näher untersucht werden, um zu zeigen, daß es neben der Kategorie der Prototypen auch eine Basiskategorie gibt, die ebenfalls für die Kategorisierung und damit für eine Einteilung in Relevanzen von Wortbedeutungen verantwortlich ist.
Daraufhin wird das Problem der Polysemie verdeutlicht. Zunächst erfolgt hierbei eine Erklärung des Begriffes, um im Anschluß daran die Problematik der polysemen Wortbedeutung aufzuzeigen und darzustellen, daß die Prototypentheorie hier vor einer noch ungelösten Frage steht.
Im weiteren folgt an ausgewählten Beispielen eine Darstellung von verschiedenen Bedeutungen und Funktionen von Adjektiven. Spezielles Augenmerk wird dabei auf negativ konnotierte Adjektive gelegt, die in Verbindung mit positiv konnotierten Adjektiven eine emphatische Funktion einnehmen und somit einer positiven Verstärkung dienen. Anschließend sollen verschiedene Ansätze mögliche Erklärungen für dieses Phänomen wiedergeben. Dabei wird noch einmal das Problem der Anwendung der Prototypentheorie vertieft.
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2. Die Prototypentheorie
2.1 Eine Einführung
In den 70er Jahren entwickelte Eleanor Rosch, Psychologin an der Universität von Kalifornien in Berkeley, als erste die kognitionspsychologische Prototypentheorie. Mit dem steigenden Interesse der Psychologen für den Geist des Menschen wurde auch die Frage relevant, wie der Mensch Wörter und deren Bedeutungen im Geist repräsentiert. Dies beschrieb sowohl in der Psychologie als auch in der Linguistik eine kognitive Wende (Linke/Nussbaumer/Portmann 1996: 157).
Die Prototypentheorie versucht, auf genau diese Frage eine Antwort zu geben. Mit ihr setzt Rosch der klassischen Kategorisierungsauffassung des NHB-Modells, des Modells der notwendigen und hinreichenden Bedingungen, eine Auffassung gegenüber, in der die Kategorisierung nicht immer auf Grundlage gemeinsamer Eigenschaften erfolgt, sondern in der Mitglieder einer Kategorie ähnliche Merkmale aufweisen müssen (Geeraerts 1989: 65). Das bedeutet, daß die Kategorisierung nicht nach dem aristotelischen Prinzip der eindeutigen distinktiven Merkmale erfolgt, sondern daß die Mitglieder einer Kategorie eben keine feste Anzahl von identischen Merkmalen oder Eigenschaften besitzen, sondern Ähnlichkeiten, sogenannte Familienähnlichkeiten, aufweisen müssen. Den Begriff der Familienähnlichkeit hat Rosch von dem österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein übernommen, und er meint die Struktur, bei der die Mitglieder einer Kategorie untereinander verbunden sein können, ohne über gemeinsame Merkmale, durch die die Kategorie definiert wird, verfügen zu müssen (Kleiber 1998: 36). Bei diesem Prinzip der Ähnlichkeitsrelationen vergleicht man dabei die Vertreter einer Kategorie mit den Merkmalen eines prototypischen Vertreters, der eine bestimmte kategorienspezifische, interindividuelle Idealvorstellung von Merkmalen und damit das Zentrum der Kategorisierungsorganisation darstellt, und prüft die Objekte auf Übereinstimmungen bzw. Ähnlichkeiten und auf ihre Zugehörigkeit in derselben Kategorie, die sich aus dem Grad der Ähnlichkeit mit dem Prototyp ergibt (Aitchison 1997: 69).
Rosch führte in den 70er Jahren Experimente durch, um aufzuzeigen, daß dem Menschen z.B. manche Vögel ihrer Vorstellung eines Vogels näherkommen als andere, daß ihnen einige Vogelarten „vogeliger“ erscheinen 1 (Aitchison 1997: 66). Nach einem Schema von Aitchison (1997: 68) ist dabei das Rotkehlchen ein prototypischer Vogel für uns. Auch die Taube, der Kanarienvogel und der Spatz sind für uns noch besonders typische Vertreter der
1 Sie führte solche Experimente auch zu Farben, Hunden, Möbel, Gemüse und weiterem durch. Sh. hierzu
Rosch 1975.
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Hanka Loos, 2002, Anwendung der Prototypentheorie auf Wortbedeutungen polysemer Adjektive, Munich, GRIN Publishing GmbH
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