Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. 4
2. Kurzbiografie Heinrich von Kleists 4
3. Die Dramen 7
4. Die Erzählungen 7
5. Inhalt der Novelle „Das Erdbeben in Chili“ 8
6. Kleists Schreibstil in der Novelle. 10
7. Analyse und Interpretation der Novelle. 12
7.1 Die Bedeutung der biblischen Bilder in Kleists Erzählung 14
7.2 Die Theodizee-Fragen innerhalb der Novelle 19
8. Schlussbemerkung 21
9. Literaturverzeichnis: 23
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1. Einleitung
Heinrich von Kleist war der bedeutendste Dramatiker, Novellist, Anekdoten-Erzähler zwischen Klassik und Romantik. Er war „einer der größten, kühnsten, höchstgreifenden Dichter deutscher Sprache […]“(vgl. www.lehrer.uni-karlsruhe.de/). Häufig wird er als Kriegs- und Militärdichter der Deutschen dargestellt. In seinen Werken geht es um Krieg, Gerechtigkeit, Familie und Staat. Kleists Werke sind heute in der Weltliteratur bekannt (vgl. www.whoswho.de/).
Diesem berühmten Dichter Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist möchten wir im Rahmen unseres Deutschstudiums nun unser Interesse zuwenden; im Folgenden werden wir uns speziell mit der Novelle „Das Erdbeben in Chili“ befassen. Die Arbeit gliedert sich in folgende Punkte:
Im ersten Teil werden die wichtigsten biografischen Abschnitte aus dem Leben des Heinrich von Kleist skizziert und es wird ein allgemeiner, chronologisch geordneter Überblick über seine bedeutendsten Werke gegeben.
Im zweiten Teil wird eine kurze Inhaltsangabe der Novelle gegeben; im 3. Teil schließlich wird der Schreibstil der Novelle anhand ausgewählter Textstellen analysiert und interpretiert. Da biblischen Symbolen und Motiven in der Novelle eine zentrale Stellung zukommt, soll abschließend die Bedeutung der biblischen Bilder hinterfragt und die darin zum Ausdruck kommende Theodizee Kleists dargestellt werden.
Ziel dieser Arbeit ist es, Kleists Werk - und hier speziell die genannte Novelle - vor einem Hintergrund zu betrachten, der nicht nur den Dichter, sondern auch den an den religiösen Fragestellungen seiner Zeit teilnehmenden Literaten hervortreten lässt.
2. Kurzbiografie Heinrich von Kleists
Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Er war der älteste Sohn des Kapitäns Joachim Friedrich v. Kleist und dessen zweiter Frau Ulrike von Pannwitz. Aus der ersten Ehe des Vaters stammen Wilhelmine und Elmine, aus zweiter Ehe Friedrike, Auguste, Leopold und Juliane. Bereits mit elf Jahren verlor er am 18. Juni 1788 seinen Vater und wurde zur
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Erziehung zum Prediger S.H. Cartel nach Berlin gebracht. Im Juni 1792 trat er in das Garderegiment in Potsdam ein und nahm am Rheinfeldzug gegen das französische Revolutionsheer teil (1796). 1793 starb seine Mutter. 1797 wurde er zum Sekondeleutnant befördert. In diesem Jahr begann außerdem die Freundschaft mit Ernst von Pfuel, die lebenslang dauern wurde.
1799 verließ er die Armee und studierte in Frankfurt/Oder drei Semester Philosophie, Physik, Mathematik und Staatswissenschaft. Er lernte in dieser Zeit Wilhelmine von Zenge kennen und verlobte sich mit ihr (1800). Im selben Jahr brach er sein Studium ab; zwei Jahre später löste er die Verlobung auf. 1802 wohnte er auf einer Aarinsel bei Thun. Dort arbeitete er am „Zerbrochenen Krug“ und an „Robert Guiskard“. Im Herbst 1802 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde durch Christoph Martin Wieland (1733-1813), der sein Talent für die Dichtung erkannte, nach Oßmannstedt bei Weimar geholt (1803). Da er es nirgendwo lang aushalten konnte, reiste er über Bern, Mailand und Genf nach Paris. Nachdem er Ende 1803 nach Deutschland zurückgekehrt war, bekam er im folgenden Jahr eine Beamtenstelle im preußischen Finanzministerium in Berlin. Im Januar 1807 wurde Heinrich von Kleist von den Franzosen der Spionage verdächtigt und einige Monate inhaftiert. Ein Jahr später gab Kleist mit Adam Müller die Monatsschrift „Phöbus“ heraus, die dann aber kurze Zeit später aufgrund von „Zensurschwierigkeiten“ aufgegeben werden musste (Illustrierte Geschichte der deutschen Literatur, Band 3, S.282).
Kleist war sehr ehrgeizig und wollte immer das Beste und Höchste. Er wollte wie seine Zeitgenossen Schiller und Goethe Dichter werden. Sogar „wollte er Goethe den Lorbeer vom Kopf reißen, um der größte Dichter zu sein“ (Hohoff 1958, 7). „So hat er in mancher Hinsicht Schillers Werk beendet und Goethesche Intentionen überboten. Er sah sehr viel, wusste viel Historisches, empfand die Landschaft erstaunlich stark, aber grammatisch war sein Deutsch unsicher“ (ebd., 13).
Hohoff zufolge litt Kleist „an einer inneren Traurigkeit“ und war ein „unruhiger“ und „unzufriedener“ Mensch, der einen Drang zur Selbstzerstörung hatte, welcher ihn dann letztlich auch zum Selbstmord führte (Hohoff 1985, 7). 1811 endete Kleists Leben durch den gemeinsamen Freitod mit seiner unheilbar kranken Freundin Henriette Vogel.
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Kleist wuchs als gläubiges Kind auf, verlor aber später diesen kindlichen Glauben. Dennoch war er der Meinung, dass Gott ihm hätte helfen, ihn trösten und ihm inneren Frieden gewähren können. Nach seiner Ansicht können die Menschen die letzte Wahrheit nicht erkennen, die Welt bleibt undurchschaubar, ebenso wenig sind sie in der Lage, Gott zu erkennen. Was sein Menschenbild anbelangt, so war Kleist der Auffassung, dass die Menschen nicht aufgrund genauer Erkenntnisse, klarer sittlichmoralischer Grundsätze handeln, sondern aufgrund von mächtigen Gefühlen, die sie beherrschen. Diese Gefühle sind oft negativ, so z.B. Hass und Zerstörungslust. Doch Kleists Werk erschöpft sich ebenso wenig in der Darstellung solch negativer Gefühle wie in der Zeichnung von Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit; auch die Würdigung der positiven, klaren Gefühle - wie z.B. der ehelichen Treue oder Liebewie sie etwa im „Käthchen von Heilbronn“ dargestellt werden, gehört zum „Inventar“ der von ihm beschriebenen Charaktere (vgl. http://www.derweg.org/).
Kleist gilt als Meister der Novelle und insbesondere die Novelle „Michael Kohlhaas“in der der Protagonist im Kampf um Gerechtigkeit selbst zum Räuber und Mörder wird - lässt sich aus heutiger Sicht als wichtigste deutschsprachige Erzählung seiner Zeit bewerten. Eine Auflistung weiterer wichtiger Werke findet sich unter Punkt 3 und 4.
Von den Werken bedeutender Autoren seiner Zeit, die auf Kleist besonderen Eindruck machten bzw. sich für sein Leben bedeutsam erwiesen, sei auf Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) verwiesen, mit dessen Auffassungen Kleist 1801 bekannt wurde und von denen er sich besonders beeindruckt zeigte. Seine allgemeine Vorliebe für die Philosophie verlor hingegen für ihn an Bedeutung, als er die Werke Kants studierte, da er nun der Auffassung gelangte, „es gäbe keine absolute Erkenntnis“, worin manche Autoren „die Wurzel seiner persönlichen Unrast, doch auch seines dichterischen Schaffens“ erblicken (Illustrierte Geschichte der Literatur, Band 3, S. 282). Die wichtigsten Werke dieses Schaffens sollen im Folgenden aufgeführt werden.
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Arbeit zitieren:
Nuray Ozan, 2003, Heinrich von Kleist und sein Werk 'Das Erdbeben in Chili', München, GRIN Verlag GmbH
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