Inhalt
1 Einleitung. 2
2 Das Klima und die natürliche Vegetation im Kleinwalsertal 2
3 Die Entwicklung der Alpwirtschaft im Kleinwalsertal. 5
4 Die Beeinflussung des Naturhaushaltes durch die Alpwirtschaft 6
5 Der Rückgang der Alpwirtschaft und seine Folgen 8
6 Die Förderung des Erhalts von Alpflächen. 10
7 Fazit 11
Literatur 12
1 Einleitung
Die Landschaft des Kleinwalsertals hat sich seit Beginn der Besiedlung durch den Menschen in weiten Teilen stark verändert. Bewaldete Hänge wurden gerodet, Siedlungen errichtet, Böden durch Straßenbau und andere Maßnahmen versiegelt. Großen Anteil an der Umgestaltung der Landschaft hatte die Alpwirtschaft, denn der Flächenbedarf für diese Form der Landwirtschaft ist sehr hoch. Dadurch wurde ein großer Teil der natürlichen Vegetation zerstört, die Landschaft wandelte sich von einer Natur- zu einer Kulturlandschaft. Einige dieser Eingriffe in die Landschaft und ihre Nebenwirkungen erhöhten das Gefährdungspotential durch so genannte Naturgefahren, wie etwa Hochwässer, Murenabgänge, Lawinen und Felsstürze.
Seit einigen Jahren verliert die klassische Alpwirtschaft im Sinne der Versorgung der ansässigen Bevölkerung zunehmend an Bedeutung; der Tourismus wird immer mehr zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor. Viele Alpen werden aufgegeben. Dadurch entstehen neue Probleme. Daher unterstützt der österreichische Staat die Erhaltung von Alpen finanziell. Ob dies nur für die Touristen geschieht, welche sich die traditionelle Lebensweise der Bergbauern anschauen möchten oder ob es für den Erhalt der Alpen noch ganz andere Gründe gibt, dies soll in dieser Arbeit diskutiert werden.
2 Das Klima und die natürliche Vegetation im Kleinwalsertal
Das Klima (von griech. klinein = neigen) wird durch verschiedene Klimaelemente charakterisiert. Dies sind Luft- und Bodentemperatur, Niederschlag, relative und spezifische Feuchte, Bewölkung, Wind, Taupunkt, Nebel, Wolkenbedeckung, fühlbare Wärme, Verdunstung und Transpiration (STRAHLER & STRAHLER 2002:179). Das Klima resultiert aus dem Zusammenwirken der lokalen Klimafaktoren und den von der allgemeinen Zirkulation der Atmosphäre und der Ozeane gesteuerten Konvektions- und Advektionsbewegungen (BAUER 2005:1). Als Klimafaktor wird neben Höhenlage, Hangneigung (d.h. genauer gesagt die Exposition des Standortes), Lage zum Meer, Lage zu Gebirgen, Vegetationsdecke und Bodenbeschaffenheit vor allem die geographische Breite des Standortes angesehen, denn die letzt Genannte entscheidet, wie hoch die Solarstrahlung an dem Standort ist (ALEAN 2005:2).
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In Gebirgen treten zweidimensional gesehen auf geringer Fläche verschiedene Klimate zutage. Dies hängt mit der unterschiedlichen Höhenlage zusammen. Das Relief beeinflusst das Klima vor allem durch die Temperaturabnahme mit der Höhe. Das Klima, welches die schon genannten Klimaelemente umfasst, wirkt sich wiederum auch auf die Bodenbildung und die Vegetation aus (HENDL & LIEDTKE 2002:840).
Die Vegetation und die Bodenbildung zeigen dabei einen charakteristischen höhenbedingten Formenwandel (HENDL & LIEDTKE 2002:838). Aufgrund markanter Unterschiede in der Art und Weise der Vegetation unterscheidet man in Mitteleuropa folgende Höhenstufen:
• Die Planar-Kolline Stufe: Sie wird auch als Ebenen- und Hügellandstufe bezeichnet
und erstreckt sich in den Alpen in Höhen von 300m - 500m. Bevor der Mensch diesen Bereich in Kulturland umgewandelt hat, herrschten hier Eichenmischwälder, Eichen-Hainbuchenwälder und Kiefernwälder vor. Zum Teil lassen sich Trockenrasen und Steppen finden (SITTE ET AL. 1991:922).
• Die submontane Stufe: Sie wird auch als unterste Bergwald-(Übergangsstufe-)Stufe
bezeichnet. Sie liegt in den Alpen zwischen Höhen von 500m und 1000m. Man findet auch in dieser Stufe häufig Ackerflächen und Fichtenforste. Diese haben die ursprünglichen Wälder, namentlich Buchen-/Eichen-/Hainbuchenwälder verdrängt (SITTEL ET AL. 1991:922).
• Die montane Stufe: Sie wird auch als Bergwaldstufe bezeichnet. Sie liegt in den Alpen
bei etwa 1400m bis 1600m über NN. Man kann diese noch in unter-, ober- und hochmontan unterteilen. Unter natürlichen Bedingungen, d.h. ohne anthropogene Beeinflussung, wäre diese Stufe durch Buchen-Tannen-Fichten-Mischwälder geprägt, mit zunehmender Kontinentalität wären auch Fichten-Lärchen-Wälder anzutreffen (SITTE ET AL. 1991:922).
• Die Subalpine Stufe: Sie wird auch Krummholz- und Kampfwaldstufe genannt. Sie
liegt in den Alpen in Höhen zwischen 1900m und 2400m. Der Name Krummholz rührt von der niederliegenden Wuchsform der Baum- und Strauchvegetation her, die unter den harten klimatischen Bedingungen mit hohen Niederschlägen von rund 2200mm/Jahr und Jahresdurchschnittstemperaturen um den Gefrierpunkt (NACH HENDL & LIEDTKE 2002:840,841) für das Überleben der Pflanzen wichtig ist. Neben der Wuchsform und dem ‚Anschmiegen’ der Sträucher und Bäume an den Fels, bieten auch Mulden ausreichend Schutz um einen geeigneteren Platz für das Wachsen von
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Bäumen zu ermöglichen (PAULSCH ET AL. 2003:20). Als wichtigste Vertreter seien hier die Legföhre (auch Latschenkiefer, Krummholz oder Pinus mogu) und die Grünerle (Alnus viridis) genannt.
• Die alpine Stufe: Sie wird auch Zwergstrauch- und Grasheidenstufe genannt. In ihrem
unteren Bereich (~2500m) dominieren geschlossene Zwergstrauchheiden. Es lassen sich vorwiegend Individuen der Pflanzenarten Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (Vaccinum vitis-idea), Rauschbeere (Vaccinium gaultherioides) und Rostblättrigen Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) finden (SITTE ET AL. 1991:922). Diese wachsen in der Regel jedoch nicht durcheinander, sondern besetzen getrennte Standorte.
• Die subnivale Stufe: Auf dieser ist die Vegetation sehr stark aufgelockert. Sie reicht in
Höhen von bis zu 3300m. Man findet hier vor allem polster- und teppichbildende Pflanzen (SITTE ET AL. 1991:922).
• Die nivale Stufe: Sie wird auch als Schneestufe bezeichnet. Es ist die höchste Stufe,
man findet hier nur an extrem geschützten Standorten Gefäßpflanzen, Moose und Flechten. Im ewigen Schnee findet man auch Kryoplankton (SITTE ET AL. 1991:922). Nicht nur die Vegetation ändert sich mit der Höhe, auch die Böden verändern mit der Höhe ihr Erscheinungsbild. Auf der planar-kollinen und untermontanen Stufe herrschen Rendzinen und Terra fusca vor. Die montane Stufe ist durch Tangelrendzinen, deren Humusauflage als Tangelhumus bezeichnet wird geprägt. Die subalpine Stufe und die alpine Stufe weisen Rendzinen in verschiedenen Ausprägungen auf, wobei auf der alpinen Stufe auch alpine Ranker zu finden sind. Diese treten noch vereinzelt in der subnivalen Stufe auf, hier allerdings mosaikartig an geeigneten Stellen. Auf der nivalen Stufe sind nur noch Rohböden aus Fels-und Frostschutt anzutreffen.
Für die hier vorgenommene Betrachtung sind nur die Stufen bis etwa 2500m relevant. Zum einen, da die höchste Erhebung im Kleinwalsertal - der Große Widderstein - nur etwa 2536m zählt und zum Anderen, da die Alpwirtschaft nur bis in Höhen von etwa 2500m betrieben wird.
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Arbeit zitieren:
Henning Mertens, 2006, Die Alpwirtschaft im Kleinwalsertal - Segen oder Fluch für Mensch und Natur ?!, München, GRIN Verlag GmbH
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