Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Biologische Grundlagen der soziobiologischen Theorie 5
2.1. Natürliche Selektion und Anpassung 5
2.2 Direkte und indirekte Fitness. 6
3. Soziale Verhaltenskomponenten im Gruppenleben. 7
3.1 Soziales Gruppenleben 7
3.1.1 Vorteile des Sozialen Gruppenlebens 8
3.1.2 Nachteile des sozialen Gruppenlebens. 8
3.2 Kooperative Verhaltensweisen als eigennützige Strategien 9
3.2.1 Mutualismus. 10
3.2.2 Nepotismus. 11
3.2.3 Reziproker Altruismus 12
3.4 Konflikt und Kampf. 14
3.5 Der Infantizid. 15
4. Die Soziobiologische Sicht auf den Menschen. 16
4.1 Kulturelle Evolution 17
5. Kritik 18
6. Fazit 19
7. Literaturangaben: 20
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beinhaltet eine Auseinandersetzung mit einem Teilgebiet der biologischen Anthropologie: der Soziobiologie. Die Soziobiologie ist eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung des Sozialverhaltens aller Formen von sozialen Lebensformen einschließlich des Menschen beschäftigt. Die Übertragung auf den Menschen hat für viel Aufruhr und Kritik sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Fachwelt gesorgt.
Die Annahme der Soziobiologie besteht darin, dass tierisches und menschliches Sozialverhalten im Laufe der Evolution durch die Genstruktur determiniert sind. In ihrer historischen Entwicklung ist sie als Konsequenz aus der Darwinistischen Evolutionstheorie anzusehen. Sie bereichert Darwins Theorie, indem sie Erklärungen für einige Phänomene des Sozialverhaltens von Lebewesen bietet, die vorher nicht beantwortet werden konnten („Wörterbuch Psychologie“, URL: http://beat.doebe.li/bibliothek/w00126.html [Stand: 26.02.2006]. So bietet die Soziobiologie Erklärungen für altruistisches Verhalten von Tieren, deren Verhalten auf den ersten Blick für das Individuum keinen Sinn zu haben scheint. Oder für den Infantizid, beispielsweise bei Löwen, der nach der bis dahin geltenden Theorie der Artenselektion nicht für die Arterhaltung dienlich scheint. Ebenso ist die Soziobiologie als eine neue Form der Verhaltensforschung anzusehen. Während die klassische Verhaltensforschung den Grundantrieb der Fortpflanzung in der Erhaltung der Art sieht, thematisiert die Soziobiologie die „reproduktive Eignung des Individuums“ (Wuketits, 2002 S. 30). Das Individual-und das Sozialverhalten wird nicht unter dem Aspekt des Artvorteils gedeutet, sondern aus der Perspektive der Sicherung der Fortpflanzung der eigenen Gene. Dabei stehen die Strategien zur Erreichung dieses Ziels innerhalb eines sozialen Verbandes im Interessenfeld der Soziobiologen. Diese neue Sichtweise auf das Sozialverhalten von sozial organisierten Lebewesen führte in der Verhaltensforschung zu einem Paradigmenwechsel (Ebd., S. 30).
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Um das tierische Sozialverhalten und die Zusammensetzung tierischer Sozietäten zu verstehen, trafen sich im Jahr 1948 Verhaltensforscher in New York und begannen für die Lösung ihres Problems Verbindungen aufzustellen zu Erkenntnissen der Tierwelt aus Sicht der Ökologie, Physiologie, Soziologie und der speziell in Amerika verbreiteten vergleichenden Psychologie, die Leistungen niederer und höherer Tiere vergleichend untersucht. Das Ergebnis war die neue interdisziplinäre Wissenschaft „Soziobiologie“. Der Grundsatz lautet, dass das Sozialverhalten sowie der Aufbau von Sozietäten nur verstanden werden kann, wenn auf Evolutionsprinzipien sowie die Selektion Rückbezug genommen wird (Wickler, W., Seibt, U., 1977, S. 79).
Im Jahr 1978 gibt der amerikanischee Entomologe und Ameisenforscher Edward Osborne Wilson (*1929 in Alabama) sein Werk „Sociobiology - The New Synthesis“ heraus, sowie 5 Jahre später das Werk „Promethean Fire“. Er erweitert die bis dahin geltende soziobiologische Theorie, indem er sie ebenfalls auf den Menschen bezieht. Vertiefung findet diese Aussage 1980 durch den britischen Zoologen, Verhaltensforscher und Evolutionsbiologen Richard Dawkins, (*1941 in Kenia), der mit seinem Werk über „das egoistische Gen“ für Wirbel sowohl in der Gesellschaft als auch in der Fachwelt sorgt (URL: http://www.uniprotokolle.de/Lexikon/Edward_Osborne_Wilson.html [Stand: 28.02.2006]. Diese Referatsausarbeitung wird zunächst die biologischen Grundlagen der Soziobiologie herausarbeiten und anschließend soziale Verhaltensweisen sowie verschiedene Kooperationsformen fokussieren. Die zur Verdeutlichung herangezogenen Beispiele sind ganz bewusst ausschließlich aus dem Tierreich gewählt. Erst in einem letzten Schritt soll die Theorie auf den Menschen bezogen und somit dem soziobiologischen Menschenbild begegnet werden. Schließlich sollen kritische Meinungen zur soziobiologischen Theorie gezeigt werden, einschließlich der Kritik an der Theorie der kulturellen Evolution.
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2. Biologische Grundlagen der soziobiologischen Theorie
Um die Soziobiologie erklären zu können, müssen die wichtigsten biologischen Grundlagen berücksichtigt werden. Alle (sozialen) Verhaltensweisen spielen sich vor dem Hintergrund der natürlichen Selektion und der Theorie der Fitness/ Gesamtfitness ab.
2.1. Natürliche Selektion und Anpassung
Die durch Charles Darwin beschriebene Theorie der natürlichen Selektion beschreibt das Problem von Reproduktion und Selbsterhaltung in der Weise, indem er feststellt, dass biologisch erfolgreiche Individuen mehr Nachkommen produzieren und sich dadurch deren genetische Programme im Laufe der Zeit vermehren. Dazu gehört auch, dass diejenigen Organismen, die weniger Erfolg bei der Reproduktion haben, weniger Nachkommen bekommen und sich deren genetische Programme nicht so stark ausbreiten. Die einen haben also einen Selektionsvorteil, andere einen Selektionsnachteil.
Der natürlichen Selektion liegt eine Anpassung zugrunde, deren Ziel die optimale reproduktive Effizienz darstellt. Beispielhaft sei die Erschließung von Ressourcen wie Nahrung oder Brutplätzen erwähnt, die zur Fortpflanzung notwendig sind. Sind die Ressourcen knapp, so wird die Reproduktion am ehesten demjenigen gelingen, der aufgrund seiner Eigenschaften besser die Ressourcen erschließen kann als andere. Durch seine erfolgreiche Fortpflanzung werden seine Gene innerhalb der Population zunehmen (Voland, 2000, S. 3). Nach Darwin werden die Erbinformationen der „Verlierer“ letztlich völlig verschwinden. Das Darwinische Prinzip dieser Logik charakterisiert sich durch
- Die Begrenzung von Fortpflanzungsmöglichkeiten wegen Ressourcenknappheit
- die Verschiedenartigkeit von Individuen und
- die genetische Vererbung. (Voland, 2000, S. 3) Seite 5 von 5
2.2 Direkte und indirekte Fitness
Die reproduktive Leistung eines einzelnen Organismus’ wird als direkte Fitness bezeichnet. Damit wird die Nachkommenschaft gekennzeichnet, die ein Individuum durch eigene Fortpflanzung hervorbringt. Verknüpft mit der Theorie der natürlichen Selektion steigert sich durch erfolgreiches Anpassungsverhalten die eigene Fitness. Ausserdem wird durch die Weitergabe der für den Selektionsvorteil verantwortlichen Gene auch die sogenannte indirekte Fitness erhöht. Indirekte Fitness bezeichnet die Gene der Nachkommenschaft oder der Verwandtschaft, die je nach Verwandtschaftsgrad mit denen des Individuums übereinstimmen. Als Rechengrundlage dient der Verwandtschaftskoeffizient „r“. Bei den nächsten Verwandten (Geschwister, Kinder) beträgt der Verwandtschaftskoeffizient r = 0,5. Je weiter der Verwandtschaftsgrad sich entfernt desto geringer fällt der Verwandtschaftskoeffizient aus. Rechnerisch ergibt sich für Nichten, Neffen und Cousinen der Wert r = 0,25, die Vetter und Basen ist r=0,125 usw. Das Ergebnis aus der direkten und der indirekten Fitness ist die Gesamtfitness. Soziobiologisch betrachtet ist das Ziel jedes Lebewesens seine reproduktive Gesamtfitnessmaximierung. (Voland, 2000, S.8).
Hier befindet sich ein Kernpunkt der soziobiologischen Wissenschaft, da die Motivation zu sozialem Verhalten in Gruppen stets unter dem Prinzip der Gesamtfitnessmaximierung zu sehen ist.
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Arbeit zitieren:
Kerstin Meyer, 2006, Soziobiologie - Das egoistische Gen, München, GRIN Verlag GmbH
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