Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungs- und Variablenverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis. V
1 Einführung 1
2 Definition, Strategien und Struktur von Hedgefonds. 2
2.1 directional strategies 3
2.2 market neutral strategies 5
2.3 event driven strategies 5
2.4 Andere Strategien. 6
3 Geschichte und Entwicklung der Hedgefonds 7
4.0 Chancen und Risiken. 10
4.1 Unternehmen. 10
4.2 Anleger. 11
4.2.1 Risiken 11
4.2.2 Chancen 12
4.3 Finanzmarkt 12
4.3.1 Chancen 12
4.3.2 Risiken 13
4.3.2.1 Scheitern eines Hedgefonds. 13
4.3.2.2 Banken. 14
4.3.2.3 Großer Einfluss eines Hedgefonds 16
5. Wirtschaftspolitische Implikationen. 17
5.1 Sollten die Regularien für Hedgefonds verstärkt werden? 17
5.2 Regulierungsmöglichkeiten 18
Anhang I: Abbildungen 20
Anhang II: Tabellen. 26
Literaturverzeichnis. 28
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Hedgefondsdomizilierung.
Abbildung 2: Hedgefondsinvestoren
Abbildung 3: Hedgefondsgrößenverteilung.
Abbildung 4: Hedgefondsaufteilung auf die jeweiligen Strategien Stand Dezember 2004
Abbildung 5: Entwicklung der FoHF Anzahl
Abbildung 6: Entwicklung der Hedgefondsanzahl aufgeteilt auf die Strategien.
Abbildung 7: Entwicklung des Kapitals unter Management aufgeteilt auf die Strategien.
Abbildung 8: Schließungen der Hedgefonds von 2000-2002 aufgeteilt auf die Strategien
Abbildung 9: Entwicklung der Hedgefondszertifikatanzahl.
Abbildung 10: Entwicklung der Hedgefondsanzahl
Abbildung 11: Performance des Credit Suisse/Tremont Hedge Fund Index.
IV
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Korrelationsmatrix 26
Tabelle 2: Leverage der verschiedenen Strategien 26
Tabelle 3: Top 5 Prime Broker 27
Tabelle 4: Korrelationen zum DAX 30. 27
V
1 Einführung
In den letzten Jahren rückten Hedgefonds immer wieder in den Focus der Aufmerksamkeit von In-vestoren und Anlegern und erregten zuletzt auch in der Presse durch ihre Bezeichnung als „Heuschrecken“ 1 allgemeines Interesse. Dieses war jedoch meist eher negativer Natur und stark von Vorurteilen geprägt.
Diese Arbeit soll nun dazu dienen die globale Hedgefondsindustrie zu beleuchten und ihren Stellenwert in der modernen Finanzwelt darzustellen. Dazu wird zunächst in Kapitel 2 ein Hedgefond definiert und gegenüber anderen Anlagearten abgegrenzt. Dies soll sowohl auf juristischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene geschehen. Des Weiteren werden die typischen Anlagestrategien und deren spezielle Eigenschaften erläutert ehe schließlich im 3. Kapitel ihre geschichtliche Entwicklung seit Auflage des ersten Hedgefonds 1949 sowie eine kurze Prognose für die Zukunft vorgestellt werden. Das 4. Kapitel handelt von den Chancen und Risiken die von Hedgefonds auf die einzelnen Wirtschaftsubjekte ausgehen, das sind hier vor allem Anleger und Unternehmen sowie ihre globalen Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität. Gegenstand des 5. Kapitels sind schließlich die wirtschaftpolitischen Implikationen, die zumeist aus dem 4. Kapitel resultieren. Im Besonderen wird der Bedarf nach internationalen Regulierungen sowie deren Möglichkeiten erörtert. Insgesamt sei hier erwähnt, dass es wegen der restriktiven Informationspolitik der Hedgefonds schwer ist an umfassendes Datenmaterial zu gelangen und deshalb insgesamt relativ wenig Literatur über Hedgefonds existiert.
1 Franz Münteferings Heuschreckenvergleich vom 17.05.2005 in der Bild am Sonntag
1
2 Definition, Strategien und Struktur von Hedgefonds
Zuerst muss hier gesagt werden, dass es weder eine Legaldefinition noch eine allgemein akzeptierte Abgrenzung von Hedgefonds gibt. 2 Jedoch werden sie oft als:
"…unregulated or loosely regulated fund which can freely use various active investment strategies to achive positive absolute returns…" 3 bezeichnet.
Um staatlichen Regularien zu umgehen siedeln sich Hedgefonds meist in Offshore Zentren, sogenannten Steueroasen an, die neben geringen Regulierungen auch Steuervorteile mit sich bringen. Jedoch existieren auch in den USA eine große Anzahl Hedgefonds (Abbildung 1). Um den Regularien der SEC zu umgehen, wird auf § 506 der Regulation D des Securities Act von 1933 zurückgegriffen, der besagt, dass der Verkauf von nicht registrierten Börsenpapieren nur dann erlaubt ist, wenn der Emittent kein öffentliches Angebot abgibt und die Wertpapiere privat platziert. Dies kommt einem Werbeverbot gleich. Des Weiteren müssen alle Accredit Investors 4 sein (bis auf 35). Außerdem nutzen sie die Private Company Exclusions des $3(c)1 des Investment Company Act, nachdem bei einer begrenzten Anzahl von Investoren [=500 Super Qualified Purchasers (§3(c)7) oder <100 Qualified Purchasers 5 (§3(c)1)] der Einsatz von Fremdkapital erlaubt ist und eine Performance Fee (incentive fee 6 ) möglich ist. Aus diesen Tatsachen ergibt sich, dass die Anleger eine hohe Mindestanlagesumme (durchschnittlich 250.000 US Dollar) 7 einbringen müssen (Abbildung 2). 8 Hedgefonds sind auf externe Dienstleistungen angewiesen, die ihnen von Prime Brokern (Tabelle 3) zur Verfügung gestellt werden. Die Aufgaben des Prime Brokers sind die technische Abwicklung der Kontrakte, die Kontrolle und Steuerung der Zahlungsströme sowie die Berichterstattung über die Geschäftsentwicklung der Fonds. Oft stellen sie den Hedgefonds bei Bedarf Fremdkapital zur Verfügung und bieten dazu unterschiedliche Konzepte an. Meist sind Prime Broker Tochterunternehmen von Investmentgesellschaften oder Banken. Die Zusammenarbeit zwischen dem Hedgefondmanagement und den Prime Brokern ist durch die aufgezeigten Verflechtungen sehr intensiv und werden in Kapitel 4 noch näher betrachtet. 9
2 Vgl. Pichl, A. (2001), S.5 und ECB (2005a), S.6
3 ECB (2005a), S.5
4 Anlagevermögen >1 Mio US Dollar oder >200.000 US Dollar Einkommen (300.000 US Dollar bei Ehepaaren)
5 natürliche Person mit 5 Mio. US Dollar Vermögen oder institutioneller Anleger die mindes tens 25 Mio.
US Dollar auf diskretionärer Basis verwalten
6 Ergebnisorientierte Bezahlung als prozentualer Anteil am erwirtschafteten Gewinn
7 Pichl, A. (2001), S.9
8 Vgl. Kaiser, D. G., (2004), S.55-56 und Pichl, A. (2001), S.8-9
9 Vgl. Pichl, A. (2001), S.44
2
Es gibt aber noch weitere Merkmale die Hedgefonds von anderen Anlagearten abgrenzen. So bestehen die Managementgehälter typischerweise aus einem Basisgehalt (ca.1-3 % des Anlagekapitals) sowie einem Performance orientierten Teil (ca. 20-30 % des erwirtschafteten Gewinns). Üblicherweise legen die Manager auch einen Teil ihres Privatvermögens in den von ihnen gemanagten Fond an, um dem Vorwurf des Moral Hazard 10 entgegenzuwirken. Meist sind Hedgefonds als private investment partnership oder als offshore investment corporation strukturiert, ähnlich der deutschen KG. Dabei ist der Fondsmanager der general partner [Komplementär (haftet also mit seinem gesamten Kapital)] und die Anleger die Kommanditisten (sie haften nur mit ihrer Einlage). 11 Dadurch, dass Hedgefonds keinerlei rechtlichen Einschränkungen unterliegen, besitzen sie gegenüber herkömmlichen Fonds eine weitaus höhere Flexibilität. So besteht bei diesen z.B. die Möglichkeit des Leerverkaufs 12 sowie des Leverage 13 (Tabelle 2). Die schwache bis negative Korrelation 14 der Hedgefonds Performance mit traditionellen Anlageformen ist ein weiteres Abgrenzungskriterium 15 , jedoch zwischen den verschiedenen Anlagestrategien durchaus unterschiedlich (Tabelle 1 und Tabelle 4). 16 Die Anlagestrategien lassen sich in 3 Hauptkategorien unterteilen 17 : directional, market neutral, event driven (Abbildung 4).
2.1 directional strategies
Die directional strategies versuchen Marktbewegungen zu antizipieren um daraus Gewinne zu realisieren. Sie werden in Long/Short Equity Hedge, Dedicated Short Bias, Global Macro, Emerging Markets und Managed Futures eingestuft. 18
10
Bewusstes Ausnutzen eines gewährten Handlungsspielraums um entgegen der Interessen
einen persönlichen Vorteil zu erreichen, Vgl. Kaiser, D. G.(2004), S.378 und
11 Vgl. Pichl, A. (2001), S.10
12 Eingehen einer Short Position mit Wertpapieren die man nicht besitzt und die man sich zu diesem Zweck leiht
13
Kapital, das zusätzlich zu dem Eigenkapital von Dritten bezogen werden kann (Fremdka
jedoch verschiedene Erscheinungsformen, z.B. Wertpapierleihe, Leerverkäu fe Optionen und Futures. Vgl. Kaiser D. G. (2004), S. 377 und
14 Maß für die Verlässlichkeit der Abhängigkeit der Preisschwankungen zweier Instrumente Wenn 2 Variablen korrelieren, unterscheidet man zwischen positiver und ne ver Korrelation spricht man, wenn sich durch Erhöhung eines den Variablen erhöht (und umgekehrt), nen Variablen die andere steht,
Variablen getroffen werden. siehe Kaiser, D. G. (2004), S. 377
15 Vgl. Pichl, A. (2001), S.12
16 Vgl. ebenda, S.12
17 Vgl. ECB (2005a), S.8-10 nach CSFB/Tremont Index
18 Vgl. ECB (2005a), S.8-10
3
Bei der Long/Short Equity Hedge Strategie werden Long 19 und Short 20 Positionen eingegangen, die weder marktneutral noch gleich groß sein müssen. Dabei werden vermeintlich unterbewertete Aktien gekauft und überbewertete leerverkauft. Mittels Futures 21 und Optionen 22 wird versucht Risiken abzusichern. Die Portfolios sind oft regional (nur U.S. oder EU) oder sektoral (nur Medizin oder Automobil) konzentriert. 23
Dedicated Short Bias nennt man die Strategien, die vor allem Short Positionen auf Kapital und Derivatmärkten eingehen um so bei fallenden Märkten einen Gewinn zu generieren. 24
Das Kennzeichen für Global Macro Strategien ist eine auf globalen Fundamentalanalysen 25 aufbauende Investition in Long oder/und Short Positionen in Währungen, Zinsindizes, Rohstoffe, Gold, Anleihen und festverzinsliche Wertpapiere. Dazu werden gesamtwirtschaftliche Trends gesucht und gewinnbringend in Anlagepositionen umgesetzt. Meist wird dabei in Schwellen- und Industrieländer gleichzeitig investiert. 26
Emerging Markets ist eine Strategie, die vor allem auf Schwellen- und Entwicklungsländer spezialisiert ist, da dort mit erhöhten Wachstumspotentialen gerechnet wird. Oft sind die Möglichkeiten des Leerverkaufs, Futures und derivativen Titeln zum Absichern der Positionen nicht gegeben. Dort existiert meist eine long only Position und das mit der Investition verbundene Risiko ist dementsprechend höher. Die Strategie beruht auf den aufwändigen Fundamentalanalysen. 27 Bei Managed Futures wird in gelistete Finanz-, Währungs- und Warenfutures auf der gesamten Welt investiert. 28
19 Long Position=Kauf von Wertpapieren, ohne dass der Käufer die Position durch den Verkauf der gleichen Titel ausgleicht, Kaiser, D. G. (2004), S.377
20
Short Position=Verkauf von Wertpapieren (Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere), die
punkt des Geschäftsabschlusses nicht besitzt. Leerverkäufe können bewusst lenden Kursen zu verdienen.
21 Standardisierter, börsengehandelter Terminkontrakt, Vgl. Kaiser, D. G. (2004), S.375
22
Recht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums, zu einem im Voraus fixierten Preis, eine feste
bestimmten Basiswerts zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Vgl. Kai ser,
23 Vgl. ECB (2005a), S.8-10
24 Vgl. ECB (2005a), S.8-10
25 Grundlagenanalyse, die die Analyse von marktpreisbeeinflussenden Faktoren wie z.B. politisches Geschehen, beinhaltet. Vgl. Pichl, A. (2001), S.91
26 Vgl. ECB (2005a), S.8-10 nach CSFB/Tremont Index
27 Vgl. ebenda, S.9
28 Vgl. ebenda, S.10
4
Arbeit zitieren:
Daniel Steiner, 2006, Die globale Hedgefonds-Industrie - Struktur, Entwicklung, Risiken und wirtschaftspolitische Implikationen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Hedge Fonds - Merkmale, Historie, Strategische Möglichkeiten, Risiko-...
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 24 Seiten
Das duale System der Berufsausbildung in der Diskussion
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 47 Seiten
Die spekulative Preisblase auf dem US-Immobilienmarkt
Theorie, Empirie und finanzwir...
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Diplomarbeit, 117 Seiten
Hedge Funds - Hemmnisse bei der Portfolio-Diversifikation von High Net...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Diplomarbeit, 84 Seiten
Die Phil Collins-Entscheidung des EuGA und die nationalen und europare...
Jura - Medienrecht, Multimediarecht, Urheberrecht
Seminararbeit, 35 Seiten
Hedge Fonds und ihre Bedeutung für die Finanzaufsicht
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 29 Seiten
ABS - Finanzierung, Grundstruktur und Gestaltungsmöglichkeiten
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 14 Seiten
Handlungsorientierung und Methodenkompetenz im politischen Unterricht ...
Politik - Didaktik, politische Bildung
Seminararbeit, 18 Seiten
Die Finanzmarktkrise 2007 in den USA und in Europa
Status Quo und Implikationen f...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Essay, 28 Seiten
Die Verbriefung von Forderungen - Grundlegende Formen und Funktionen
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 11 Seiten
Wahlumfrage zur Bundestagswahl 2005
Politik - Didaktik, politische Bildung
Unterrichtsentwurf, 14 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
'Immobilien-Verbriefung' versus Mortgage Backed Securities
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 21 Seiten
Hedgefonds - Entmystifizierung einer Anlageklasse
BWL - Investition und Finanzierung
Hausarbeit, 29 Seiten
The Challenge of Reigning-in Hedge Funds through Regulation and the Ne...
BWL - Investition und Finanzierung
Masterarbeit, 138 Seiten
Daniel Steiner's Text Die globale Hedgefonds-Industrie - Struktur, Entwicklung, Risiken und wirtschaftspolitische Implikationen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Daniel Steiner hat den Text Die globale Hedgefonds-Industrie - Struktur, Entwicklung, Risiken und wirtschaftspolitische Implikationen veröffentlicht
Daniel Steiner hat einen neuen Text hochgeladen
Struktur, Entwicklung und Förderung von Lesekompetenz
Vertiefende Analysen im Rahmen...
Ulrich Schiefele, Cordula Artelt, Wolfgang Schneider, Petra Stanat
Finanzmärkte im Umbruch: Krise und Neugestaltung
Vierteljahrshefte zur Wirtscha...
Finanzmärkte im Umbruch
Wien - Städtebauliche Strukturen und gesellschaftliche Entwicklungen
Heinz Fassmann, Gerhard Hatz, Walter Matznetter
The Industrial Vagina: The Political Economy of the Global Sex Trade
The political economy of the g...
Sheila Jeffreys
Industrial Crisis and the Open Economy: Politics, Global Trade and the...
Geoffrey Underhill
Understanding and Regulating the Market at a Time of Globalization: Th...
Herve Dumez, Alain Jeunemaitre
Globalization and Cross-Border Labor Solidarity in the Americas: The A...
Ralph Armbruster-Sandoval
0 Kommentare