I. Einleitung 2
II. Hauptteil. 4
1. Nach Actium: Die Errichtung des Prinzipats unter formaler Wahrung
der Republik. 4
1.1 Die Zeit bis zum Staatsakt: Probleme bei der Errichtung der neuen
Staatsform und Lösungen. 4
1.2. Der Staatsakt von 27 v. Chr. 7
2. Nach dem Staatsakt: Erweiterung der Machtbefugnisse und
Festigung der Herrschaft. 10
2.1. Der Ausbau des Prinzipats bis 22 v. Chr. 10
2.2. Die endgültige Konsolidierung des Prinzipats bis 18 v. Chr. 13
III. Schluss 15
IV. Literaturverzeichnis. 17
1. Antike Quellen 17
2. Sekundärliteratur: 17
1
I. Einleitung
Die vorliegende Arbeit wird sich mit einem Wendepunkt in der römischen Geschichte befassen: Der Errichtung des Prinzipats durch Octavian, der später den Ehrennamen Augustus erhalten sollte. Seine Politik läutete die fast 300 Jahre andauernde Epoche der römischen Kaiserzeit ein. Meine Hausarbeit soll den Hintergrund der Errichtung und die spätere Ausgestaltung des Prinzipats genauer beleuchten. Denn die Besonderheit der Politik des Augustus war es, nicht durch Putsch oder Revolution, sondern durch umsichtiges Taktieren, das Wissen um die Zumutbarkeit von politischen Entscheidungen für das römische Volk, durch die oberflächliche Wahrung des republikanischen Rahmens und die gekonnte Einsetzung von
symbolträchtigen Handlungen sein Prinzipat zu errichten.
Die römische republikanische Tradition wurde auf dem Weg zur Alleinherrschaft nach und nach ausgehebelt, ohne dass es oberflächlich danach aussah. Augustus befand sich stets auf einem schmalen Grat. Er ging weder ein Bündnis mit der alten Republik ein, noch errichtete er eine Diktatur, an der Caesar gescheitert war. Meine Arbeit also darstellen, welche Etappen es für Octavian bis zur endgültigen Konsolidierung seiner Herrschaft über das römische Reich gab. Dabei soll versucht werden herauszuarbeiten, wie sehr Augustus darum bemüht war, den republikanischen Rahmen dem Schein nach zu wahren, gleichzeitig die Befugnisse der alten republikanischaristokratischen Ämter aushebelte, so dass diese Ämter zwar bestehen blieben, jedoch nur noch als Hülse weiter existierten. Dabei möchte ich zeigen, dass im Laufe der Zeit auch die tatsächliche Akzeptanz der Politik Octavians stieg. Das römische Volk und der Senat feierte ihn als Friedensbringer und Retter aus den Bürgerkriegen. Es scheint also keineswegs so gewesen zu sein, dass Augustus sich an die Macht putschte, sondern die republikanische Tradition aushebelte und zu seinen Gunsten veränderte.
2
Die vorliegende Arbeit hat den Anspruch, zu zeigen, dass das augusteische Prinzipat zwischen 30 v. Chr. und 17 v. Chr. der Ausbau der Alleinherrschaft als Mittelweg zwischen der Azusübung augusteischer auctoritas und oberflächlicher Wahrung der republikanischen Traditionen war.
Meine Ausarbeitung hat nicht den Anspruch einer vollständigen Darstellung der Politik des Augustus der Zeit zwischen diesen Jahren; vielmehr soll sie einen Einblick in die politischen Taktiken und Erwägungen der augusteischen Politik bei der Machtausweitung geben.
3
II. Hauptteil
1. Nach Actium: Die Errichtung des Prinzipats unter formaler Wahrung der Republik.
1.1 Die Zeit bis zum Staatsakt: Probleme bei der Errichtung der neuen
Staatsform und Lösungen.
Nach dem Sieg über Antonius in der Schlacht von Actium war Octavian als Sieger aus den Bürgerkriegen hervorgegangen. Durch die Ausschaltung aller politischen Gegner aus den turbulenten Zeiten der Auseinandersetzungen in der Republik hatte er die alleinige Macht in Rom erlangt; ein siegreiches Heer war an seiner Seite. Die Macht wollte er nicht freiwillig wieder aus den Händen geben. Aber es war unumstritten, dass wenigstens offiziell die republikanische Tradition mit dem aristokratischen Senat in der politischen Mitte nicht aufgegeben werden durfte und auf keinen Fall offen eine Monarchie an deren Stelle treten konnte. 1 Andererseits wollten auch nur wenige die Republik wiederhaben, die zur Zeit Caesars existiert hatte, da sich die Menschen nach Frieden sehnten und sich niemand die Zeiten der Bürgerkriege zurückwünschte. Daher stellte sich die Frage, wie die neue Staatsform aussehen müsste, die auf der einen Seite Octavians Macht sicherte, auf der anderen Seite aber auch die republikanische Traditionen dem nach Schein wahrte, damit sich Senat und Volk zu Octavian als Retter Roms aus den Bürgerkriegen bekennen konnten. 2 Diese hätten es schwer ertragen, wenn die republikanische Ordnung ohne Weiteres zerstört worden wäre und an deren Stelle eine Monarchie mit einem Alleinherrscher an der Spitze getreten wäre. Außerdem fürchtete sich Octavian davor, dem Vorbild seines Großonkels Caesar zu folgen, der sich viele Feinde durch seine selbstherrliche Diktatur gemacht hatte und schließlich von diesen ermordet worden war. 3 Octavian fand einen Kompromiss zwischen Monarchie und Republik: Er verzichtete auf eine Allgewalt, obwohl er die militärische Macht in Händen hielt, war aber
1 Diese Ansicht wird vertreten von A. Heuss, Römische Geschichte, Braunschweig 4 1997,
S. 272.
2 Vgl. hierzu W. Eck, Augustus und seine Zeit, München 3 2003, S. 40.
3 Diesen Standpunkt vertritt W. Dahlheim, Geschichte der römischen Kaiserzeit,
2 München 1989, S. 1.
4
trotzdem der einflussreichste Mann in Rom. Im Jahr 30 v. Chr. wurde ihm eine symbolträchtige Ausnahmegewalt verliehen: Er bekam das Recht, neue Patrizier zu ernennen. In Zeiten der Bürgerkriege wurden viele Patrizierfamilien ausgelöscht. Patrizierfamilien waren es aber, die Priesterämter bekleiden konnten und somit für das religiöse Heil im römischen Reich sorgen konnten. Wurden durch Augustus nun neue Patrizierfamilien, und damit neue Priesterkandidaten, ernannt, so zeigte es der Öffentlichkeit, dass Augustus für das göttliche Heil sorgte. 4 Zum Dank wurde Augustus in die Gebete der Staatspriester aufgenommen; der Sieg bei Actium und sein Geburtstag wurden offiziell als Festtage erklärt. 5 Dies zeigt, welche Akzeptanz für die Taten Octavians herrschte: Er wurde als Friedensfürst und Retter Roms verehrt. Außerdem ließ er 82 verfallene Tempel in Rom wieder herstellen. 6 Natürlich ernannte er fast ausschließlich Familien, die ihm politisch nahe standen, zu Patrizierfamilien. Ihm wurde 29 v. Chr. die zensorische Gewalt übertragen: Octavian hatte mit dieser Ausnahmegewalt als Zensor z.B. das Überwachungsrecht über die Zusammensetzung des Senats. Er konnte also die Sitzverteilung des Senats nach seinem Gusto steuern. Dies nutzte er aus, indem er den personell aufgeblähten Senat reinigte und verkleinerte. Er erhöhte den Zensus, d.h., das Vermögen, das ein Römer haben musste um Senatsmitglied werden zu können. Er unterstützte diejenigen, die über dieses Vermögen nicht verfügten, und machte sie so finanziell von sich abhängig. Octavian selbst wurde Vorsteher des Senats (princeps senatus). 7 Die Lebendigkeit und Unabhängigkeit des republikanischen Senats, der ja der faktische Gesetzesgeber der Republik gewesen war, war damit zerstört. Die Funktion der Gesetzesinitiative lag jetzt bei Octavian, der zusammen mit einem Rat (consilium) die Gesetze vorbereitete und dann dem abhängigen Senat vorlegte. Dieser beschloss die Vorschläge. 8 Offiziell war also der Senat das Entscheidungsgremium, tatsächlich war Octavian es. Aus dem Senat waren durch die Bürgerkriege und vor allem durch die Proskriptionen im 2. Triumvirat die republikanischen Eliten verschwunden; die neuen Senatoren
4 Vgl. W. Eck, Augustus und seine Zeit, S. 43.
5 W. Eck, Augustus und seine Zeit, S. 42.
6 siehe auch E. Kornemann, Römische Geschichte. Band 2 die Kaiserzeit, I-II, Stuttgart 1972,
S. 112.
7 Ebd.
8 R. Raffalt, Große Kaiser Roms, München 4 1986, S. 50.
5
Arbeit zitieren:
Johannes Maase, 2004, Die Errichtung des augusteischen Prinzipats zwischen 30 und 18 v. Chr. - Konzeption und Durchführung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Von Octavian zu Augustus - Der Aufstieg des Gaius Octavius und die Beg...
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 18 Seiten
Der Kreuzzugsgedanke und dieFrage nach dem Gerechten Krieg
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Facharbeit (Schule), 14 Seiten
Augustinus - Die Idee des gerechten Krieges
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 15 Seiten
Der Marshall-Plan. Amerika und Sowjetunion: Zwei Sichtweisen und ihre ...
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Seminararbeit, 13 Seiten
Geschichte und Entwicklung des Telefons - Auswirkungen auf die Gesells...
Seminararbeit, 18 Seiten
Das Verhältnis zwischen Augustus und Senat zu Beginn des Prinzipats
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 23 Seiten
Die Fontana delle Tartarughe von Taddeo Landini
Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 17 Seiten
Psychologische Theorien der Sozialisation - Die kognitive Entwicklung ...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Seminararbeit, 10 Seiten
Kaiser und Senat unter Augustus und Mark Aurel
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 26 Seiten
Funktionsweise organisierter Terrorgruppen
Theoretische Explikation und I...
Soziologie - Krieg und Frieden, Militär
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
Lehrerfrage oder Lehrerimpuls? Eine didaktische Kontroverse
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Zusammensetzung und Amtsbefugnisse des römischen Senats
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 15 Seiten
Anakyklosis - Der Kreislauf der Verfassungen im 6. Buch des Polybios
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Seminararbeit, 15 Seiten
Unterrichtsbeobachtungen und ihre Auswertung. Resümee der eigenen Unte...
Praktikumsbericht / -arbeit, 30 Seiten
Johannes Maase's Text Die Errichtung des augusteischen Prinzipats zwischen 30 und 18 v. Chr. - Konzeption und Durchführung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Johannes Maase hat den Text Die Errichtung des augusteischen Prinzipats zwischen 30 und 18 v. Chr. - Konzeption und Durchführung veröffentlicht
Johannes Maase hat einen neuen Text hochgeladen
Markenwahrnehmung am Point-of-Sale: Konzeption, Durchführung und Auswe...
Daniel R. Schmutzer
Sermo Iuris: Rechtssprache Und Recht in Der Augusteischen Dichtung
U. C. J. Gebhardt, Ulrich C. J. Gebhardt
Boomwhackers im Kreis Das DrumCircle-Konzept mit Boomwhackers
Das DrumCircle-Konzept mit Boo...
Andreas von Hoff
Von Republik zum Prinzipat/Komm.
Cicero - Vergil - Horaz - Augu...
0 Kommentare