Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Pole Poppenspäler für die Jugend 4
3. Persönliche Anregungen für Pole Poppenspäler 6
3.1 Das Motiv des Puppenspiels 6
3.2 Erlebnis vor dem Gefangenenhaus 7
3.3 Karl Simrocks Doctor Johannes Faust 8
4. Resümee 11
5. Literaturverzeichnis 12
2
1. Einleitung
Pole Poppenspäler ist eine der bekanntesten Novellen Theodor Storms. Ihren Anfang nahm sie gleich nach der Fertigstellung der Novelle Viola tricolor Ende Oktober 1873 und bereits am 24. Januar 1874 war das vollständige Poppenspäler-Manuskript fertig gestellt. Pole Poppenspäler war eine Auftragsarbeit - Theodor Storm schrieb die Novelle auf Bitte hin für die Zeitschrift Deutsche Jugend, in dessen vierten Band sie auch Ende Juni 1874 mit sechs Illustrationen von Carl Offterdinger erstmals erschien. Die erste Ausgabe als Buch lag 1875 zusammen mit der Novelle Waldwinkel bei Georg Westermann in Braunschweig vor. Heinrich Wolgast war es zu verdanken, dass Storms Novelle 1898 dann auch als separate und kostengünstige Buchausgabe erschien und somit bald zum Kanon des Literaturunterrichts gehörte.
Storms Zeitgenossen waren im Allgemeinen sehr angetan von Pole Poppenspäler und auch heute noch erfreut sich die Novelle großer Beliebtheit - gehört sie doch zu den meistgelesenen Schullektüren unter den historischen Texten.
Im Folgenden soll nun anhand einiger Interpretationen untersucht werden, ob der Dichter der programmatischen Bedeutung - für die Jugend zu schreiben - mit seiner Novelle gerecht geworden ist.
Im Hauptteil dieser Arbeit (3. Kapitel) werden einige gehaltvolle Anregungen dargestellt, die Storm offensichtlich für seine Novelle inspirierten und die in seine Arbeit an Pole Poppenspäler mit eingegangen sind. Eine besonders bedeutende Quelle scheint hier das Puppenspiel Doctor Johannes Faust von Karl Simrock zu sein.
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2. Pole Poppenspäler für die Jugend
Da Pole Poppenspäler eine Auftragsarbeit für die Jugendliteratur war (übrigens ist es Storms einziger ausdrücklicher Beitrag zur Jugendliteratur), kommt Storms Novelle programmatische Bedeutung zu. Das Ziel, eine Erzählung für die Jugend zu schreiben scheint Storm geglückt zu sein und seit den pädagogischen Bemühungen der Jugendschriftenbewegung unter der Leitung von Literaturpädagoge Heinrich Wolgast (1860-1920) wurde Storms Pole Poppenspäler zum Muster der Schullektüre ernannt. 1 Interessant ist allerdings Storms Ansicht zur „Jugendschriftstellerei“ - er äußerte sich hierzu wie folgt im Nachwort seiner ersten Pole Poppenspäler-Buchausgabe (1875):
„Die Schwierigkeit der »Jugendschriftstellerei« war in ihrer ganzen Größe vor mir aufgestanden. »Wenn du für die Jugend schreiben willst«, - in diesem Paradoxon formulierte es sich mir - »so darfst du nicht für die Jugend schreiben! - Denn es ist unkünstlerisch, die Behandlung eines Stoffes so oder anders zu wenden, je nachdem du dir den großen Peter oder den kleinen Hans als Publikum denkst.« Durch diese Betrachtungsweise aber wurde die große Welt der Stoffe auf ein nur kleines Gebiet beschränkt. Denn es galt einen Stoff zu finden, der, unbekümmert um das künftige Publikum und nur seinen inneren Erfordernissen gemäß behandelt, gleichwohl, wie für den reifen Menschen, so auch für das Verständnis und die Teilnahme der Jugend geeignet war.“ 2
Aus diesem Zitat geht hervor, dass es für Storm keine ausdrückliche und spezielle Schriftstellerei für die Jugend gab.
Heinrich Wolgast war der gleichen Auffassung wie Storm („Die Jugendschrift in dichterischer Form muß ein Kunstwerk sein“ 3 ) und war deshalb auch der Meinung, dass es Theodor Storm gelungen sei, Pole Poppenspäler für die Jugend auszurichten. Wolgast argumentierte weiter mit dem Motiv des Puppenspiels, das seiner Meinung nach im Mittelpunkt der Erzählung stünde, und dass das Interesse der Jugend mehr oder weniger von den Stoffen (der zu behandelnden Lektüre) abhinge. Wolgast argumentierte für das Puppenspiel, da diesem seit Goethes Aus meinem Leben und Wilhelm Meister ein Ehrendenkmal gesetzt wurde und daraus „leidenschaftliches Interesse“ am Marionettentheater resultiere sowie eine „Bildungsquelle“ darstelle:
1 Vgl. Eversberg, Gerd: Pole Poppenspäler - zensiert. In: Schriften der Theodor-Storm-Gesellschaft 38 (1989) S. 55-62. S. 55.
2 Storm, Theodor: Pole Poppenspäler. Stuttgart: Reclam 2002. S. 73.
3 Wolgast, Heinrich: Das Elend unserer Jugendliteratur. 7. Auflage. Worms 1950. S. 25.
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Arbeit zitieren:
Vanessa Lichtsinn, 2007, Theodor Storm: Pole Poppenspäler - eine Referatsausarbeitung -, München, GRIN Verlag GmbH
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