1 Projektmethode 2
1.1 Definition des Begriffs Projektmethode 2
1.2 Einordnung des Unterrichtsvorhabens 3
2 Grundlegende Planung 4
2.1 Bedingungsanalyse 4
2.1.1 Klassensituation 4
2.1.2 Grundlegende Organisation und Überblick 5
2.2 Hintergrundwissen 6
2.3 Bildungsplan 7
2.3.1 Didaktische Begründung der Thematik 7
2.3.2 Didaktische und methodische Überlegungen zum Ablauf 8
2.3.3 Angestrebte Ziele 12
2.3.4 Verlaufsskizze 13
3 Durchführung und Reflexion 14
3.1 Ausgangssituation 14
3.2 Pizzaessen: Organisieren Finanzieren Reflektieren 14
3.3 Verhaltensauffällige Schüler 19
3.4 Erreichbarkeit der Ziele 20
3.5 Schrittweise Annäherung an die Projektmethode 20
4 Literatur- und URL-Verzeichnis 22
4.1 Literaturverzeichnis 22
4.2 URL-Verzeichnis 22
5 Anhang 23
5.1 Infoschreiben an die Eltern und Materialkostenliste 23
5.2 Arbeitsblatt Finanzbereich 24
1
1. Projektmethode
1.1 Definition des Begriffs Projektmethode
Innerhalb der pädagogischen Fachliteratur ist man sich weitestgehend darüber einig, dass es keine allgemeingültige Definition der „Projektmethode“ gibt. Jedoch haben sich viele Pädago- gen an ihr versucht. Nachfolgend sollen stellvertretend einige von ihnen aufgeführt werden. Karl Frey definiert die Projektmethode folgendermaßen:
„Eine Gruppe von Lernenden bearbeitet ein Gebiet. Sie plant ihre Arbeiten selbst
und führt sie auch aus. Oft steht am Ende ein sichtbares Produkt.“ 1
Herbert Gudjons beschreibt die Methode mithilfe eines Merkmalkatalogs, der 10 Kriterien um- fasst:
• Situationsbezug
• Orientierung an den Interessen der Beteiligten
• Selbstorganisation und Selbstverwaltung
• Gesellschaftliche Praxisrelevanz
• Zielgerichtete Projektplanung
• Produktorientierung
• Einbeziehen vieler Sinne
• Soziales Lernen
• Interdisziplinarität
• Bezug zum Lehrgang 2
Für Susanne Endler sind Projekte so zu strukturieren, dass sie überschaubar sind und das zu- sammenwirken aller Beteiligter effizient und motivierend gestaltet werden kann. Sie legt eben- falls Kriterien für das Projekt fest und zwar aus Sicht des Projektmanagements:
„Eine Aufgabenstellung mit Risiko (es kann auch schief gehen!) und einer gewissen
Einmaligkeit (keine Routinefähigkeit), eindeutige Aufgabenstellung, Verantwortung und
Zielsetzung für ein Gesamtergebnis, zeitliche Befristung (definierter Anfangs- und
Endpunkt), begrenzter Ressourceneinsatz, verschiedenartige, untereinander verbun-
dene, wechselseitig voneinander abhängige Teilaufgaben und eine besondere, auf das
Vorhaben abgestimmte Organisation.“ 3
An diesen drei Beispielen lässt sich gut erkennen, dass sich der komplexe Projektbegriff nicht
1 Frey, Karl: Die Projektmethode. Der Weg zum bildenden Tun; 2002; S. 13
2 Gudjons, Herbert: Das Projektbuch. Theorie, Praxisbeispiele, Erfahrungen; 1991; S. 16-26
3 Endler, Susanna: Projektmanagement in der Schule. Projekte erfolgreich planen und gestalten;
2004; S. 11
2
eindeutig definieren, sondern eher einkreisend umschreiben lässt. Dazu bemerkt Frey:
„Die Projektmethode ist eine offene Lernform. Sie nimmt auf die lokale Situation und
auf Teilnehmerinteressen Rücksicht. Sie lässt sich folglich auch nicht durch eine präzi-
se Definition beschreiben.“ 4
1.2 Einordnung des Unterrichtsvorhabens
Das im folgenden Kapitel ausführlich beschriebene Unterrichtsvorhaben weist zwar viele der unter 1.1 aufgeführten Charakteristika eines Projektes auf, doch stufe ich den Grad der Selbst- organisation und Selbstverwaltung der Schüler innerhalb der Planung und Durchführung als zu gering ein, um von einem „lupenreinen“ Projekt sprechen zu dürfen. Eine relativ detailliierte Vorgabe der Arbeitsziele und des Themas durch den Lehrer verstärkt diese These zudem. „Projektartiges Arbeiten“ halte ich daher für den geeigneteren Übergriff für die bevorstehende Unterrichtssequenz. Diese Methode grenzt zwar die Entfaltungsmöglichkeiten der Schüler ge- genüber der Projektmethode ein Stück weit ein, stellt für mich jedoch die ideale Reduktion für eine projektunerfahrene fünfte Klasse dar, der zudem einige sehr verhaltensauffällige Schüler angehören.
Zwar ist der Projektunterricht nach Gudjons nicht an die strikte Einhaltung aller Kriterien gebun-
den 5 , so stellt jedoch gerade die selbstständige Planung, etwa nach Frey 6 , ein zentrales Cha- rakteristika eines Projektes dar. Mit Hilfe der nachfolgenden Bewertungstabelle soll veranschaulicht werden, wie stark der Projektcharakter der Unterrichtssequenz voraussichtlich ausgeprägt sein wird. Hierfür werden Gudjons zehn Projektkriterien zugrunde gelegt. Die Bewertungsskala reicht von ++ = „sehr stark“ bis -- = „sehr schwach“. Mithilfe der hinteren Spalte lässt sich nachvollziehen, in wie weit sich die anfänglichen Einschätzungen im Nachhinein als zutreffend erwiesen haben.
4 Frey, Karl: Die Projektmethode. Der Weg zum bildenden Tun; 2002; S. 16
5 Gudjons, Herbert: Das Projektbuch. Theorie, Praxisbeispiele, Erfahrungen; 1991; S. 16-26
6 Frey, Karl: Die Projektmethode. Der Weg zum bildenden Tun; 2002; S. 13
3
2 Grundlegende Planung
2.1 Bedingungsanalyse
2.1.1 Klassensituation
Das Projekt „Konsum ist geil - der Umgang mit Geld will gelernt sein“ wird in der Klasse 5a derX Stuttgart im Rahmen mehrerer Unterrichtseinheiten und Bildungsplantagen durchgeführt. Wäh- rend das Fach Mathematik die Basis des Projektes bildet, sind ferner die Fächer IT, Sport und
NWA involviert. Ich unterrichte die Klasse seit Beginn dieses Schuljahres in den Fächern Ma-
thematik und Sport.
Die Klasse 5a besteht aus 11 Mädchen und 17 Jungen. Viele der Schüler kennen sich nach ihrem Wechsel in die weiterführende Schule erst seit wenigen Wochen und es findet derzeitig noch ein intensiver Prozess des Kennenlernens statt. Gerade die intensive Zusammenarbeit in Gruppen im Verlaufe des Projektes kann diesen Prozess unterstützen. Es handelt sich bei der 5a um eine sehr lebhafte Klasse und viele der Schüler lassen sich sehr leicht vom Unterrichts- geschehen ablenken. Dennoch bringen sich erfreulich viele Schüler positiv ins Unterrichtsge- schehen ein.
Viele der Kinder haben einen Migrationshintergrund und in punkto Ausdruck, Rechtschreibung und Grammatik konnten bei ihnen verstärkt Defizite ausgemacht werden. Diese haben aller- dings auf die erfolgreiche Durchführung des Projektes keinen gravierenden Einfluss. Einige verhaltensauffällige Schüler bedürfen einer näheren Erläuterung: Schüler H. hat schon mehrfach Klassen wiederholt und wäre altersmäßig eigentlich schon in Klasse 8. Er hat enorme Probleme sich in die Klasse deutlich jüngerer Mitschüler zu integrieren. H. ist ferner schon mehrfach durch undiszipliniertes und aggressives Verhalten auffällig geworden. Momentan be- findet er sich nach einem Übergriff auf jüngere Schüler einer anderen Klasse am Rande eines Unterrichtsausschlusses.
Neben Schüler H. ist Schüler F. ein ständiger Unruheherd in der Klasse. Durch sein hyperakti- ves Verhalten trägt er meist unbewusst dazu bei, dass seine Mitschüler in ihrer Aufmerksamkeit gestört werden.
Schüler C. und V. fallen durch sehr nachlässiges Verhalten während dem Unterricht auf. Auch nach mehrmaliger Aufforderung bzw. Erläuterung sind sie oft nicht in der Lage, geeignete Mate- rialien bereitzuhalten oder dem Unterrichtsgeschehen zu folgen.
Diese Umstände müssen berücksichtigt werden und betroffene Schüler bedürfen gerade in of- fenen Unterrichtsphasen verstärkter Beobachtung, Differenzierung und Förderung.
4
2.1.2 Grundlegende Organisation und Überblick
Beim Unterrichtsvorhaben handelt es sich um eine Kombination aus projektartigem und inter- disziplinärem Unterricht. Es wird eine Umfrage zum Thema Taschengeld an der Schule durch- geführt und die Daten ausgewertet sowie interpretiert. Fernsehsendungen werden auf offen- sichtliche und versteckte Werbung hin untersucht und durch projektartiges Arbeiten zum Thema „Pizzaessen: Organisieren - Finanzieren – Reflektieren“ sollen die Schüler für den Umgang mit Geld sensibilisiert werden und einen gewissen Einblick in den „Geldkreislauf“ bekommen. Da das Gesamtvorhaben den Umfang des „Prüfungsprojektes“ sprengen würde, werden sich mei- ne Ausführungen auf den projektartigen Bereich „Pizzaessen: Organisieren - Finanzieren – Re- flektieren“ konzentrieren.
Die Mitarbeit der Eltern ist für die Durchführung des Unterfangens unentbehrlich. Daher wurden sie am ersten Elternabend auf die Bedeutung des Projektes aufmerksam gemacht und um ko- operatives Verhalten gebeten. Ferner wurden sie darüber informiert, dass sie via E-Mail-Kontakt und Infoblättern auf dem Laufenden gehalten werden, woraufhin eine klasseninterne E-Mail- Adressenliste erstellt worden ist.
Der geplante Unterricht findet im Klassenzimmer, auf dem Pausenhof, in einem Supermarkt sowie in der Schulküche statt. Die nötigen Raumbelegungen wurden vorab sichergestellt. Für die „aufsichtsintensiven“ Unterrichtsbereiche konnte mit der Klassenlehrerin eine weitere Lehr- kraft gewonnen werden.
Der projektartige Unterricht lässt dich grob in drei Phasen unterteilen: Nachdem vorab per Info- blatt geklärt wurde, wie viele der Eltern der 5a gemeinsam mit ihren Kindern einen Kuchen, Muffins o. ä. backen und spenden, wird in der darauffolgenden Mathestunde berechnet, zu wel- chem Preis man diese in der Pause verkaufen muss, um vom Gewinn ein gemeinsam organi- siertes Mittagessen finanzieren zu können. Hierfür erhalten die Schüler einige wichtige Zusatz- informationen wie die Anzahl der Stücke pro Kuchen, entstehende Zusatzkosten usw. In der zweiten Phase werden Werbeplakate für den Kuchenverkauf erstellt, dieser organisiert und schließlich in zwei aufeinanderfolgenden großen Pausen durchgeführt. Hierfür werden die Schüler in mehrere Schichten und Tätigkeitsbereiche eingeteilt. In der darauffolgenden Mathe- stunde wird das Geld gezählt, der erzielte Gewinn ermittelt und ein Kostenvoranschlag für die Mittagessenzutaten gemacht.
Die letzte Phase findet dann am ersten Bildungsplantag statt, an dem Einkaufslisten erstellt werden, gemeinsam im Supermarkt eingekauft, eine Kontrolle der Finanzen durchgeführt, ge- meinsam gekocht und schließlich zusammen gegessen wird. Ein etwaiger Überschussbetrag wird in die Klassenkasse fließen.
Das Unterrichtsvorhaben wird voraussichtlich „Präventionsprojekt“ der Zentralen Schuldnerbe- ratung (ZSB) Stuttgart, die mit Hilfe der Ausstellung „Schuldenfrei. Zukunft frei.“
5
„interessierten Pädagogen Anregungen zur kreativen und nachhaltigen Auseinander-
setzung mit all jenen Themen geben, die im Zusammenhang mit Verschuldung wichtig
sind: Werbung, Konsum, Marken, Werte und wirtschaftliche Kompetenz.“ 7
2.2 Hintergrundwissen
Mit Erschrecken nimmt man zur Kenntnis, dass die Schuldenbereitschaft Jugendlicher und jun-
ger Erwachsener stetig zunimmt. Etwa jeder zehnte Jugendliche oder junge Erwachsene steht
bereits mit durchschnittlich 1550 Euro in der Kreide. Das hat das Institut für Jugendforschung in
München ermittelt.
Diese alarmierenden Zahlen zeigen den dringenden Handlungsbedarf auf. Nicht selten werden
bereits mit frühen Schulden die Weichen für eine spätere Überschuldung gestellt, die nicht nur
die Betroffenen seelisch und psychisch schwer belastet, sondern auch für die Volkswirtschaft
mit spürbaren Nachteilen verbunden ist. 8
„Dass sich Jugendliche so schnell verschulden, liegt unter anderem daran, dass sie
nicht richtig lernen, mit Geld umzugehen. In Familien wird das Thema „Umgang mit
Geld“ oft nicht angesprochen. Die Eltern sind oft zu bequem und halten es nicht für nö-
tig, ihre Kinder dementsprechend aufzuklären. In de heutigen Welt wird jedoch voraus-
gesetzt, dass jeder mit Geld umgehen kann.“ 9
„Es ist unbestritten, dass Kinder üben müssen, mit Geld umzugehen. Das heißt, sie
müssen seinen Wert und seine Bedeutung kennen lernen. Es ist wichtig, dass sie erle-
ben können, dass es in unser aller Leben eine Rolle spielt. Das geht am ehesten über
eigene Erfahrungen.
Den Umgang mit Geld zu lernen, heißt, dem jungen Menschen Gelegenheit zu geben,
Selbstdisziplin, Voraussicht, und vielleicht auch soziale Mitverantwortung zu entwi-
ckeln. Und das geht nur, wenn das selbst verdientes Geld nicht nur für sein eigenes
Vergnügen zu Verfügung hat.“ 10
Welch gigantische Kaufkraft Kinder und Jugendliche mittlerweile in Deutschland besitzen, lässt
sich an folgenden Zahlen ansatzweise erahnen: Jugendliche (10-19 Jahre) in der Bundesrepu-
blik verfügten im Jahr 2004 über ein Gesamtkapital von etwa 23 Milliarden €. Sparten, die be-
sonders von Jugendlichen profitieren, werden nachfolgend aufgelistet:
7 Zentrale Schuldnerberatung Stuttgart: „Schuldenfrei. Zukunft frei.“; 2006; S. 5
8 a. a. O.
9 Jung, Christoph: Jugendliche in der Schuldenfalle; o. J.;
http://www1.ndr.de/ndr_pages_std/0,2570,OID901026,00.html
10 Zentrum Bayern Familie und Soziales, Bayrisches Landesjugendamt: Eltern im Netz: AFinanzen@;
2002; http://www.elternimnetz.de/cms/paracms.php?site_id=5&page_id=133
6
Quote paper:
Daniel Klumpp, 2007, 'Konsum ist geil' - der Umgang mit Geld will gelernt sein, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Ziele, Inhalte und Methoden der politischen Bildung
Politics - Didactics, Political Education
Scholarly Essay, 28 Pages
Rationelle Elektroenergieanwendung für Beleuchtungsanlagen
Diploma Thesis, 167 Pages
Projektunterricht - eine umfassende Betrachtung
Presentation (Elaboration), 26 Pages
Die bildungstheoretische Didaktik: Entstehung, Kritik, Aktualität
Pedagogy - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 17 Pages
Warum ist die gesetzliche Rente nicht mehr zukunftssicher?
Politics - Didactics, Political Education
Termpaper, 21 Pages
Prävention doloser Handlungen im Versicherungsbetrieb unter besonderer...
Business economics - Revision, Auditing
Diploma Thesis, 122 Pages
Daniel Klumpp's text 'Konsum ist geil' - der Umgang mit Geld will gelernt sein is now available as a printed book
Daniel Klumpp has published the text 'Konsum ist geil' - der Umgang mit Geld will gelernt sein
Daniel Klumpp has uploaded a new text
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