Gliederung
Gliederung. 2
Vorwort 3
Die Systemische Beratung? 3
1. Was ist ein System? 4
2. Grundlagen und Haltung der Systemischen Beratung. 5
2.1. Wertschätzung. 5
2.2. Die fünf Säulen der Systemtheorie. 5
2.2.1. Neutralität / „Allparteilichkeit“ 5
2.2.2. Kontextabhängigkeit. 6
2.2.3. Ressourcenorientierung 7
2.2.4. Zirkularität 7
2.2.5. Hypothesenbildung. 8
3. Kontextabhängigkeit. 9
3.1. Sozialrechtliche Grundlagen 9
3.2. Organigramm 9
4. Methode aus dem Systemischen Ansatz 12
4.1. Genogramm. 12
4.2. Familie Meier 13
4.3. Kurze Lebensgeschichte. 14
4.3.1. Bericht über die einzelnen Familienmitglieder 15
4.4. Hypothesenbildung. 16
5. Schlusswort / Zusammenfassung 18
Literaturverzeichnis. 20
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Vorwort
Die Systemische Beratung?
Ich hatte schon einiges darüber gelesen und gehört und wollte diesen Ansatz unbedingt genauer kennen lernen und verstehen. Nach diesen 2,5 Jahren im Institut für Systemische Beratung, Therapie und Supervision bin ich diesem Ziel etwas näher gekommen.
In meiner Tätigkeit als Assistentin des geschäftsführenden Vorstandes der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte in Baden-Württemberg habe ich sehr viel mit Menschen mit geistiger, seelischer und mehrfacher Behinderung zu tun. Meine Aufgabe dort ist unter anderem, Menschen mit Behinderung in Fragen der Mitwirkungsrechte von Beschäftigten in den Werkstätten zu beraten, schulen und den Aufbau der LAG WR in Baden-Württemberg zu unterstützen. Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit und der persönlichen gegenseitigen Wertschätzung hat sich die Möglichkeit der praktischen Umsetzung mit dem Schwerpunkt der vorliegenden Genogrammarbeit ergeben. Ein Vorstandsmitglied der LAG WR (im Folgenden Herr Meier, Name geändert), der in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeitet, ist in der vorliegenden Fallgeschichte näher beschrieben. In Kapitel 5 geht es um die Untersuchung und Darstellung der Fallgeschichte von Herrn Meier, welche Grundlage bieten könnte, in einen Beratungsprozess einzusteigen. Die Anwendungsfelder von Systemischer Beratung/Therapie sind sehr vielfältig, z. B. in den Bereichen: Kinder- und Jugendhilfe Beratungsstellen Angehörigenberatung Suchtberatung
Ambulante bzw. stationäre Kinder- und Jugendhilfe, Behindertenhilfe Altenhilfe im psychiatrischen Kontext ...
Bei der Gliederung der Arbeit wurde versucht, die theoretischen Grundlagen in einzelnen, in sich geschlossenen Kapiteln1-4 darzustellen. Über die Methode Genogrammarbeit habe ich das System Familie eines Menschen mit psychischer Behinderung genauer betrachtet um der Frage nach der möglichen Ursache seiner psychischen Erkrankung nach zu gehen, aber auch Gründe für sein berufliches Engagement zu finden.
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1. Was ist ein System?
Im Lexikon ist unter „System“ folgendes zu finden:
„griechisch Zusammenstellung, ganzheitlich, regelhaft strukturierter Zusammenhang von Einzelheiten, Dingen oder Vorgängen, der entweder in der Natur gegeben oder von Menschen hergestellt ist...“ (dtv Lexikon, 1995)
Das heißt man unterscheidet zwischen lebenden und nicht lebenden Systemen. Der Unterschied besteht darin, dass lebende Systeme in Beziehung zu einander stehen und Regeln innerhalb dieses Systems existieren. Lebende Systeme zeigen Verhalten (z.B. gehen in Beziehung) und tauschen Informationen/Energie aus. Außerdem gibt es in diesen Systemen Subsysteme (verschiedene Ebene). Zum Beispiel in einem Familiensystem: Familie- Eltern-Großeltern-Kinder-Individuum- Ebene. Ein nicht lebendes System zeigt keine aktive Veränderung; nur von außen einwirkende (physikalische) Einflüsse können eine Veränderung bewirken. Im weiteren bezeichnet man als soziales System eine Mehrzahl von sozialen Elementen (Individuen, Institutionen), die in einer sozialen Beziehung auf Grund von gegenseitiger, meist kulturell geprägter gesellschaftlicher Rollenerwartungen über längere Zeit regelmäßig aufeinander und miteinander wirken. Das System besitzt eine relativ hohe Integration und ist durch wechselseitige Abhängigkeit (Interdependenz) der Elemente und Geschlossenheit (Kohärenz) nach außen gekennzeichnet. Die gegenseitige Wechselwirkung zwischen den einzelnen Systemelementen hat zur Folge, dass eine Veränderung eines Elements zwangsläufig zur Veränderung aller anderen Elemente führt. Das heißt auch, ein System ist mehr als die Summe seiner Teile. (vgl. dtv Lexikon, 1995)
Z.B. das Kind zeigt sich aggressiv, dies hat zur Folge, dass die Eltern Sanktionen erheben oder der Vater der Mutter Versagen in der Erziehung vorwirft. Dies wiederum hat zur Folge, dass sich das Kind erneut aggressiv zeigt oder die Mutter sich aus der Beziehung immer weiter herauszieht.
Da jeder Mensch seine Wirklichkeitskonstruktion (Wirklichkeit wird durch Beschreibung erzeugt; sie sind „Innere Landkarten“) hat, wird ein System von den einzelnen Systemelementen unterschiedlich betrachtet und bewertet. Ein System wird erst als System erkennbar, wenn es sich von seiner Umwelt abgrenzt. Das heißt es gibt ein „innen“ (im System) und ein „außen“ (Umwelt), welches ein Beobachter zunächst definieren muss.
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2. Grundlagen und Haltung der Systemischen
Beratung
2.1. Wertschätzung
Jeder Mensch lebt in seiner Wirklichkeitskonstruktion, die nicht beliebig ist, sondern ihren Sinn hat. Das bedeutet Verhalten und Sichtweisen ergeben sich aus gutem Grund/machen Sinn. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass man die Sichtweisen oder Probleme des Klienten erst nehme und würdige. Diese Grundhaltung der Systemischen Beratung; die Würdigung unterschiedlicher Konstruktionen ist nicht zu verwechseln mit „akzeptieren“ der Wirklichkeitskonstruktion.
2.2. Die fünf Säulen der Systemtheorie
Im folgenden wird auf die 5 Säulen des systemischen Ansatzes eingegangen:
2.2.1. Neutralität / „Allparteilichkeit“
Neutralität in vier unterschiedliche Arten aufgeteilt: (1) Neutralität gegenüber Personen
Der Berater verhält sich gegenüber den einzelnen Personen/Symptomträgern neutral. Er ergreift keine Partei für oder gegen eine bestimmte Seite. Er bewart eine „innere“ Distanz den Personen gegenüber.
(2) Neutralität gegenüber den Problemen oder Symptomen
Das Wertesystem des Beraters muss zurückgestellt werden. Das Symptom darf nicht bewertet werden. Viel mehr geht es um die Frage, was bedeutet das Symptom für die Klienten? (3) Neutralität gegenüber Ideen
Der Berater hat die Aufgabe eine Unterstützerposition gegenüber Lösungsideen, Wertehaltungen oder Meinungen der Klienten einzunehmen. Es bleibt unklar, ob er die Ideen für richtig oder falsch hält. Zudem „schützt“ es den Berater, die „richtigere“ oder „bessere“ Lösungsstrategie den Klienten anzubieten und hält ein breiteres Spektrum an Lösungen für das System der betreffenden Familie offen. (4) Neutralität gegenüber Veränderungen
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Der Berater muss akzeptieren, wenn der Klient keine Veränderung wünscht und in seiner Sichtweise und seinen Verhaltensmustern verharren will. Die Entscheidung für eine Veränderung bleibt beim Klienten. In Bereichen wie sexuellem Missbrauch, Gewalt oder anderen strafrechtlichen Delikten muss der Berater seine Neutralität aufgeben und darf nicht zum „Geheimnisträger“ der Familie werden.
Allparteilichkeit ist die Fähigkeit für alle beteiligten Personen Partei ergreifen zu
können. Jeder Anwesende soll in seiner Wirklichkeitskonstruktion mit seinen Fähigkeiten vom Berater Wertschätzung erfahren.
2.2.2. Kontextabhängigkeit
In einem Beratungsgespräch wird der Kontext (Bezugsrahmen) zunächst betrachtet, in der das Problemverhalten erscheint. Das heißt Verhalten ist immer kontextabhängig, kein Mensch verhält sich immer gleich. Ein gleiches Verhalten wird in unterschiedlichen Kontexten anders beurteilt. Dabei spielen die gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Herkunft eine bedeutende Rolle. Zum Bespiele: eine Lehrerin berichtet über einen Schüler, der sich in der Schule sehr aggressiv zeige. Her wäre genauer nachzufragen, ob er auch in einem anderen Umfeld aggressiv zeigt. In welchen Situationen zeige sich der Junge aggressiv, in der Pause, gegenüber einer bestimmten Person...? Was müsste passieren, dass sich der Junge weiterhin aggressiv zeigt?
Im Beratungsgespräch fragen wir nach den W-Fragen: Wann taucht das Problem auf/ nicht auf? Wo taucht das Problem auf / nicht auf? Wer reagiert darauf? Wie wird darauf reagiert? Was folgt daraus? Welchen Sinn macht das Symptom? (siehe Handout „Einstieg in das Problem“)
Auch in unserem nachfolgenden Fallbeispiel (Kapitel....) schauen wir uns den Kontext Werksatt für Menschen mit Behinderung zunächst einmal genauer an.
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Arbeit zitieren:
Helena Wachter, 2007, Möglichkeiten der Sichtveränderung durch den systemischen Ansatz in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, München, GRIN Verlag GmbH
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