Die Ursachen der Asthmakrankheit
Erste Hilfe bei Asthma
Diagnose des Asthmas
Behandlung von Asthma
Sport und Asthma
1. Einleitung
In der Seminarveranstaltung „Gesundheitserziehung und Selbstsorge“ bei Herrn Klaus Wichmann ist als Ergebnis die folgende Hausarbeit zum Thema „Asthma“ angefertigt worden.
Asthma ist ein weltweit verbreitetes Volksleiden. Bei Kindern ist es sogar die häufigste aller Krankheiten, deshalb ist es wichtig über die Entstehung und über das Krankheitsbild aufzuklären. Dabei sollten nicht nur die Betroffenen und deren Familien aufgeklärt werden, sondern ins besondere auch die Lehrer und Lehrerinnen, um mögliche Gefahren zu verhindern und einen sicheren Umgang mit den betroffenen Kindern gewährleisten zu können.
Es sind immer noch viele Lehrerinnen und Lehrer der Ansicht, Asthma und Sport würden sich gegenseitig ausschließen und halten daher die an Asthma erkrankten Kinder für sportunfähig. Dabei können und sollen die erkrankten Kinder an sportlichen Aktivitäten teilnehmen.
Diese Arbeit wird zunächst auf die wichtigsten Grundlagen über den Aufbau und die Funktionen der Lunge und der Atemwege eingehen. Denn erst wenn man die Anatomie und Funktion der Atmungsorgane im gesunden Zustand kennt, kann man, die durch das Asthma bedingten Veränderungen verstehen.
Der Asthmabegriff wird anschließend genau definiert und auf die Ursachen eingegangen. Anschließend werde ich das Thema Sport und Asthma behandeln. Am Ende schließt eine kurze Zusammenfassung diese Arbeit ab.
2. Aufbau und Funktion der Atemwege
„Wenn man atmet, gelangt die Luft in die Bronchien und Lungenbläschen. Von hier wird der eingeatmete Sauerstoff ins Blut aufgenommen und zu den einzelnen Körperzellen transportiert. Abfallprodukt des Atemvorgangs ist Kohlendioxid, das über den gleichen Weg zurückgelangt und ausgeatmet wird“ (Maushagen-Schnaas, Schnober-Sen 1996, 12).
Die Lunge dient nicht ausschließlich der Atmung allein. Ohne die Lunge könnten die Menschen nicht sprechen, flüstern, lachen, singen, stöhnen, gähnen, etc. Auch der angenehme Niesreflex und der lästige Schluckauf wären nicht möglich. Die Lunge
dient ebenfalls dazu, Luft durch den oberen Teil der Nase strömen zu lassen, damit die ein Mensch riechen und schmecken kann (vgl. Nolte 1995, 14).
2.1 Nase, Nebenhöhlen und Kehlkopf
Die erste Station, die der Atemstrom auf seinem langen Weg zu den Lungenbläschen passieren muss, ist die Nase. Sie ist verantwortlich für das Anwärmen, Anfeuchten und Filtern der Luft und dient sozusagen als „Klimaanlage“ der dahinter liegenden Luftwege. Die Nase ist so gebaut, dass die eingeatmete Luft einen möglichst innigen Kontakt mit ihrer feuchten, gut durchbluteten Schleimhaut hat. Daraus folgt, dass die Atemluft auf die Körpertemperatur erwärmt wird und mit Wasserdampf vollständig aufgesättigt wird. Die Nase besitzt außerdem ein weit verzweigtes System von Nebenhöhlen, deren physiologische Funktion jedoch noch nicht ganz aufgeklärt ist. Es gibt Stirn-, Kiefer-, Keilbein- und Siebbeinhöhlen. Die paarig angelegten Kieferhöhlen sind am gefährlichsten, weil die Verbindung zur Nasenhaupthöhle so hoch liegt, dass sich Sekret aus ihr nur schwer spontan entleeren lässt.
Nachdem die Atemluft den Nasenraum passiert hat, erreicht sie den Rachen, in den sie auch viel leichter und mit geringerem Strömungswiderstand durch den Mund gelangen könnte, jedoch nicht in der vorteilhaften angewärmten und angefeuchteten
Die nächste Station ist der Kehlkopf. Man könnte ohne Kehlkopf weder sprechen noch singen noch schreien. Da die Allergene den Kehlkopf als zweite Station nach der Nase erreichen, können fortwährend wiederkehrende Zustände von Heiserkeit und bellendem Husten in seltenen Fällen Vorboten der Asthmakrankheit sein (vgl. Nolte 1995, 14f).
2.2 Das Röhrensystem des Bronchialbaumes
Das menschliche Bronchialsystem ist Vergleichbar mit den Verästelungen eines Baumes. Das vielgliedrige Röhrensystem hat die Aufgabe, die eingeatmete Luft in die Lungenbläschen (Alveolen) zu leiten. Zur rechten und linken Lungenseite gehen in der Luftröhre je ein „Stammbronchus“ hervor, die sich jeweils wieder in links
zwei und rechts drei „Lappenbronchien“ aufteilen. Aus den Lappenbronchien gehen die „Segmentbronchien“ hervor. Bis die Atemluft die Alveolen erreicht, hat sie insgesamt 22 „Generationen“ von Atemwegen zu passieren (Abb. 1). Von der Luftröhre an abwärts nimmt der Gesamtquerschnitt der Atemwege immer mehr zu. Daher hat der Atemstrom bei einem gesunden Menschen nur einen geringen Strömungswiderstand. Die Verzweigungsstellen der Atemwege sind so gebaut, dass sich dort wenig Luftwirbel bilden können. Das ist auch der Grund dafür, dass nur bei sehr schneller Atmung Strömungsgeräusche zu hören sind. Genau dies ändert sich, wenn sich die Atemwege verengen und die Luft durch einen stark verkleinerten Atemwegsquerschnitt strömen muss. Jedoch wird später ausführlich auf die für Asthma typischen Veränderungen eingegangen (vgl. Nolte 1995, 15f).
Abb. 1 Aufbau des Atemsystems (Nolte 1995, 16)
2.3 Das Innere der Atemwege
Die großen menschlichen Atemwege, die Luftröhre, die von ihr abgehenden Stammbronchien, die Lappenbronchien, die Segmentbronchien, haben Knorpelspangen, die ihre Lichtung offen halten. Je näher man in den Bereich der Alveolen kommt, desto seltener werden die Knorpelringe, bis sie in dem Bereich der
Bronchien, der Bronchiolen, vollkommen verschwinden. Aus einer nur noch sehr dünnen Wand bestehen diese kleinsten Atemwege. Die Wand ist innen von einem flachen Epithel (Zellschicht) überkleidet. Diese kleinsten Atemwege können sehr leicht in sich zusammenfallen. Dies geschieht, wenn der Umgebungsdruck größer wird als der in ihrer Lichtung herrschende Druck. Man nennt so etwas „Bronchialkollaps“. Bei einem Asthmaanfall kann man einen Bronchialkollaps erzeugen, wenn man versucht die Ausatmung durch Muskelkraft zu beschleunigen. Die für einen Asthmaanfall typischen giemenden und pfeifenden Geräusche verstärken sich dadurch erheblich.
In erster Linie wird die Weite der menschlichen Atemwege durch die glatte Muskulatur reguliert. Im Gegensatz zur Muskulatur der Beine und Arme hängt der Spannungszustand der Bronchialmuskulatur nicht von dem eigenen Willen ab. Im Wesentlichen wird er durch das vegetative Nervensystem reguliert, wobei die beiden Gegenspieler Sympathikusnerv und Vagusnerv wie zwei Zügel wirken: der Sympathikusnerv bringt die Muskulatur zum erschlaffen und der Vagusnerv zur
Mitten in der Bronchialwand liegt ringförmig die Bronchialmuskulatur. Bei einem Asthmaanfall kommt es zur erschwerten Atmung, weil sich der Muskelschlauch des Bronchialsystems innerhalb von Minuten zusammenzieht und die Lichtung der Bronchien auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Ausdehnung verkleinern. Das gesamte Röhrensystem der Bronchien ist innen von einer dünnen Sekretschicht bedeckt. Innerhalb der Bronchialwand liegende Schleimdrüsen bilden dieses Sekret, deren Ausführungsgänge in die Bronchiallichtung münden. In der Epithelschicht gibt es die Schleimdrüsen nicht mehr. Dafür enthalten die kleinen Atemwege „Brecherzellen“, die prall mit Schleim gefüllt sind und diesen in die Bronchiallichtung abgeben können.
Der „Schleimfilm“, der die Bronchien innen auskleidet, hat eine wichtige Abwehrfunktion, da er wichtige Abwehrstoffe gegenüber Krankheitserreger enthält. Bei einem Asthmaanfall wird jedoch viel zu viel und viel zu zähes Sekret produziert, was zur Folge hat, das nun nicht mehr die Bronchien wie ein Teppich ausgekleidet werden, sondern auch die Lichtung der Bronchien eingeengt oder sogar ganz verschlossen wird.
Das gesamte Atemsystem ist bis oberhalb der Lungenbläschen mit einem Zylinderepithel mit feinsten Flimmerhärchen ausgekleidet. Die Flimmerhärchen
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Annika Kageler, 2005, Asthma, Munich, GRIN Publishing GmbH
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