Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definition von Leistung und Leistungsbeurteilung im Sport 1
2.1 Das Leistungsverständnis im Schulsport 1
2.2 Sportliche Leistung und schulsportliche Leistung unterscheiden 4
2.3 Lern- und Leistungsmöglichkeiten unter den pädagogischen
Perspektiven erkennen und nutzen 5
2.4 Die Zensur im Sport im Vergleich zu anderen Fächern 6
3. Wie werden Leistungen im Sport bewertet? 7
4. Probleme und Grenzen einer gerechten Leistungsbewertung
und Notengebung im Sportunterricht 9
5. Möglichkeiten einer gerechten Leistungsbewertung im Schulsport 13
6. Fazit 16
Literaturverzeichnis 17
II
1. Einleitung
Die folgende Hausarbeit zum Thema „Möglichkeiten, Grenzen und Probleme einer gerechten Leistungsbewertung im Schulsport“ ist im Rahmen der Veranstaltung „Schulleistungen wahrnehmen, fördern und bewerten“ im Wintersemester 2005/2006 angefertigt worden. Neben den gemeinsamen Fragestellungen zum Problem der
Zensurengebung hat jedes Fach seine Sonder-Probleme. Sehr deutlich wird dies bei der Sportzensur. Hier gibt es Überlegungen, die so kein Fach für sich anstellen muss.
In der Hausarbeit soll zunächst auf Leistung und Leistungsbeurteilung im Sport eingegangen werden. Weiterhin wird ein Schwerpunkt darauf gelegt, wie Leistungen im Fach Sport bewertet werden, welche Probleme hierbei auftreten und welche Möglichkeiten es gibt eine gerechte
Leistungsbewertung vorzunehmen. Abschließend wird der Inhalt dieser Hausarbeit in einem Fazit kurz reflektiert.
2. Definition von Leistung und Leistungsbeurteilung im Sport
„Leistung“, „Leistungsmessung“ und „Leistungsbewertung“ sind Wörter, deren Bedeutung stark vom Kontext ihrer Verwendung abhängen. Da dieser jedoch sehr unterschiedlich ist, kann „Leistung“ vieles heißen: Arbeit pro Zeiteinheit, erfolgreiche Anstrengung, Inbegriff von Können, angesehene Tätigkeit, Ergebnis einer Handlung, Erfüllung eines Anspruchs, usw. Jede dieser Bedeutungen hat eine andere Herkunft, verfolgt unterschiedliche Interessen und setzt andere Akzente. Demnach gibt es „den“ Leistungsbegriff also nicht (vgl. Scherler 2000, 169). Im folgenden Punkt soll noch einmal näher auf das schulische Leistungsverständnis im Fach Sport eingegangen werden.
2.1 Das Leistungsverständnis im Schulsport
„Etwas zu leisten, ist ein Anspruch, der im Sport wie in der Schule einen unstrittigen Stellenwert besitzt. Der Schulsport vereinigt diese beiden Anspruchsfelder und eröffnet damit besonders nachhaltige Gelegenheiten für Leistungserfahrungen. Es gilt, diese pädagogisch verantwortungsvoll zu nutzen sowie das Leisten selbst in seinen strukturellen Merkmalen, seinen
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Vorraussetzungen und seinen Wirkungen zu thematisieren.“ (Landesinstitut für Schule 2004, 13).
Eine schulische Leistung ist die Erfüllung von Anforderungen. Wenn die Anforderungen in einem besonderen Maße entsprechen, dann sollen sie als „sehr gut“ bewertet werden. Andernfalls sind sie dann als „Ungenügend“ zu bewerten, wenn sie dies nicht tun und die offenkundigen Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können. Die zwischen diesen beiden Extremen liegenden Noten sind lediglich Abstufungen der Entsprechung von Anforderung und Erfüllung (vgl. Scherler 2000, 169). Jedoch sagt der Begriff Leistung nichts über die Höhe einer Leistung aus. Einerseits ergibt sie sich aus der Höhe der Anforderungen, andererseits aus dem Umfang ihrer Erfüllung. Ob eine Anforderung also hoch oder tief und ihre Erfüllung als gelungen oder misslungen eingestuft wird, ist eine Frage der Messung und Bewertung von Leistungen, nicht aber ihrer Bezeichnung. Aus diesem Grund wird jeder Versuch, die von der Schule gestellten Anforderungen zu erfüllen, „Leistung“ genannt. Die definitorische Gleichsetzung von Leistung und Anforderungserfüllung ist schlicht, aber brisant. Sie ist eine deutliche Absage an den Sprachgebrauch, der „Leistung“ mit hoher Leistung gleichsetzt und der Unterscheidung von Breiten- und Leistungs- bzw. Hochleistungssport zugrunde liegt (vgl. Scherler 2000, 170). Die Rahmenvorgaben für den Schulsport beschreiben den zu erfüllenden pädagogischen Auftrag über sechs pädagogische Perspektiven, von denen eine das Leisten ausdrücklich anspricht. Dies heißt jedoch keineswegs, dass Leistungserfahrungen nur unter der Perspektive „Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen“ intendiert werden, sondern vielmehr, dass es unter allen anderen pädagogischen Perspektiven auch darum geht, etwas zu lernen, die eigenen Grenzen zu erweitern und damit Erfahrungen individuellen Könnens zu ermöglichen (vgl. Landesinstitut für Schule 2004, 13).
Es sind folgende Vorraussetzungen erforderlich, um eine Handlung als gelungen und als individuelle Leistung zu erleben: − „Es muss ein subjektiv als „lohnend“ erscheinendes Ziel vorhanden sein.
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− Das Ziel muss außerhalb der bisherigen Möglichkeiten des Individuums liegen, aber doch erreichbar erscheinen. − Es müssen nachvollziehbare Gütemaßstäbe für das Gelingen oder Missgelingen der Handlung vorliegen − Das Erreichen des Ziels muss persönliches Engagement, Anstrengung, Üben und Trainieren erfordern; dazu muss hinreichend Zeit und Gelegenheit vorhanden sein.
− Das erreichte Ziel muss gewürdigt werden“ (Landesinstitut für Schule 2004, 13).
Wenn das Leisten als ein Prozess qualitativer beziehungsweise quantitativer Verbesserung verstanden wird, dann sind zur Einschätzung dieses Prozesses Bezugsnormen und Gütemaßstäbe notwendig. Bezugsnormen ergeben sich aus dem Vergleich des Leistungsstandes mehrerer Individuen (soziale Bezugsnorm) oder aus dem Vergleich sich im Prozess verändernder individueller Leistung (individuelle Bezugsnorm). Demzufolge prüft die soziale Bezugsnorm wie die Leistung eines Individuums im Vergleich mit anderen einzuschätzen ist. Die individuelle Bezugsnorm stellt hingegen das Verhältnis der aktuell erbrachten Leistung zu den bisherigen Leistungen des Individuums dar.
Außerdem setzt Leisten ein Bewertungssystem voraus, das möglichst klar definiert, was als Verbesserung des Könnens zu verstehen ist. Es gibt hierfür Gütemaßstäbe, die das jeweilige Leistungshandeln nachvollziehbar machen. „Im Sport werden Leistungen in der Regel dadurch greifbar, dass − eine Bewegungshandlung möglichst schnell vollzogen wird (Zeitminimierung). − eine möglichst große Weite oder Höhe erzielt wird (Distanzmaximierung). − möglichst viele Treffer (Punkte, Tore) erzielt werden (Treffermaximierung).
− eine Fertigkeit oder komplexere Bewegungsverbindungen möglichst perfekt durchgeführt werden (Gestaltoptimierung). − im unmittelbaren Kampf gegeneinander das Erreichen einer
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− eine möglichst große Last in eine festgelegte Position gebracht wird (Lastmaximierung)“ (Landesinstitut für Schule 2004, 14). Im Sport sind die gängigen Gütemaßstäbe durch offizielle Vereinbarungen und Regeln festgeschrieben. Sie entstehen aus Erwartungen und Übereinkünften. Gütemaßstäbe können im pädagogischen Kontext selbstgesetzt oder fremdgesetzt sein und sich an subjektiven oder objektiven Standards orientieren. Als Herausforderung an die handelnden Personen können sie vom Individuum, von der Peergroup, der Lehrkraft, der Schule als Institution, dem Elternhaus, der Gesellschaft gestellt oder verabredet werden (vgl. Landesinstitut für Schule 2004, 14f.).
2.2 Sportliche Leistung und schulsportliche Leistung unterscheiden Die Aussagen unter Punkt 2.1 gelten für das Leistungshandeln schlechthin. Von daher müssen sie auf sportliches und schulsportliches Leistungshandeln präzisiert werden. Denn sportliche Leistung und schulsportliche Leistung weisen zwar Gemeinsamkeiten auf, sind aber dennoch klar voneinander abzugrenzen.
„Sportliche Leistung ist mehr als motorische Leistung, setzt diese aber als unabdingbar voraus“(Landesinstitut für Schule 2004, 15). Von daher bedeutet Leistungssituationen im Sport zu bewältigen auch noch, Kenntnisse über Voraussetzungen und Folgen von Bewegungshandlungen effektiv zu nutzen sowie sich situationsgerecht in das soziale Gefüge einer sportlichen Handlung einbringen zu können. Sportliche Leistungen unterliegen einem weit gehend objektiven Mess- und Bewertungssystem. „Schulsportliche Leistung grenzt sich von sportlicher Leistung dadurch ab, dass sich die motorischen, kognitiven und sozialen Dimensionen von Leistung über die sportliche Handlung hinaus im schulischen Kontext und im Alltag erweisen“ (Landesinstitut für Schule 2004, 15). Die
Leistungserfahrungen, die im Schulsport gemacht werden besitzen subjektive Wertigkeit, sie gewinnen ihre Bedeutung nicht nur für das außerschulische sportliche Handeln, sondern sind vor allem auch aus dem schulsportlichen Auftrag zur Entwicklungsförderung durch Bewegung, Spiel und Sport zu rechtfertigen. Deshalb sind schulsportliche
Leistungserfahrungen pädagogisch gefilterte Leistungserfahrungen, die unter
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Arbeit zitieren:
Annika Kageler, 2006, Möglichkeiten, Grenzen und Probleme einer gerechten Leistungsbewertung im Schulsport, München, GRIN Verlag GmbH
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