Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Outsourcing: Begriff und Trends 2
3. Business Process Outsourcing - Wachstumsmarkt 3
3.1 Definition BPO 3
3.2 Chancen und Ziele beim BPO 4
3.3 Risiken und Nachteile beim BPO 6
4. Umsetzung eines BPO-Prozesses 8
4.1 Vorbereitung 8
4.2 Anbahnung 9
4.3 Umsetzung 9
4.4 Betriebsphase 10
5. Controlling von BPO-Beziehungen 10
6. Fazit 11
Literaturverzeichnis 13
Internetverzeichnis 15
Verzeichnis der Abbildungen 16
Abbildungen 17
II
Abkürzungsverzeichnis
ASP Application Service Provider
BPO Business Process Outsourcing
IDC International Data Corporation
IT Informationstechnik
NUZ Nicht unterzubringende Zahlungen
PAC Pierre Audoin Consultants
SLA Service Level Agreement
ZfCM Zeitung für Controlling & Management
III
1. Einleitung
„Business Process Outsourcing zeigt alle bekannten Symptome eines jungen Trends. Zunächst ist es das richtige Thema zur richtigen Zeit.“ 1
Praxisbeispiele:
■ „Die Deutsche Bank überträgt die weltweite Beschaffung sowie die Kreditorenbuchhaltung an Accenture“ 2
■ „Die Dräger AG, ein Hersteller von Produkten für die Notfallmedizin … hat sich dafür ent- schieden, die gesamte Lohn- und Gehaltsabrechnung … an den Spezialisten ADP auszula- gern.“ 3
■ Die AXA Deutschland AG hat „ein Teilprozess ‚NUZ’ des Cash Management … nach Riga verlagert“. 4
Gerade in Zeiten schwacher Konjunkturperioden werden Strategien gesucht, die geeignet sind, Kosten zu reduzieren und allgemein die Wettbewerbstätigkeit eines Unternehmens zu steigern. Eine dieser Strategien stellt das Outsourcing, speziell das BPO, dar. BPO ist in der heutigen Zeit nicht mehr nur in der Literatur vielfach diskutierter Gegenstand, sondern ein zahlreich umgesetztes Instrument vieler Unternehmen und somit mehr als nur eine Modeer- scheinung.
Die folgende Arbeit setzt sich mit diesem, für den deutschen Wirtschaftsraum noch frischen Trend des Outsourcings auseinander. Es wird der Begriff Outsourcing und die aktuellen Arten der Auslagerung von Unternehmensaktivitäten dargelegt. Bei der Bearbeitung dieses Themas ergeben sich weiterhin zwangsmäßig Fragen, die es zu beantworten gilt: Was verbirgt sich hinter dem Begriff BPO? Was, außer der Kostensenkungsmöglichkeit, steht hinter der rapiden Entwicklung des BPO? Kann das BPO wirklich die Erwartungen, die die Unternehmen an dieses Instrument stellen, in der Praxis erfüllen?
Bei aller Begeisterung gegenüber dem BPO, die unter anderem von den zahlreichen BPO- Anbietern suggeriert wird, führt diese Arbeit nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile bzw.
1 Nettesheim, C (2003), S. 24.
2 Wullenkord, A. (2005b), S. 6.
3 Ebenda, S. 6.
4 Bitkom (2005), S. 40. (Internetquelle)
1
Risiken auf, die in Verbindung mit dem Outsourcing stehen. Weiterhin verdeutlichen die fol- genden Seiten die Realisierung des komplexen Outsourcing-Vorgangs und den Einsatz des Controllings als Steuerungsgröße beim BPO.
2. Outsourcing: Begriff und Trends
Der in den USA geprägte Bergriff Outsourcing stammt ursprünglich aus dem angelsächsi- schen Sprachraum und setzt sich aus den Worten „Outside“, „Resource“ und „Using“ zusam- men. 5 Grundsätzlich beschreibt er die Inanspruchnahme von externen Leistungen, die bisher unternehmensintern bereitgestellt wurden. Dabei ist nach der Rechtsstellung der Outsourcing- Partner zwischen Auslagerung und Ausgliederung zu unterscheiden. 6 Bei der Auslagerung, die auch als externes Outsourcing bezeichnet wird, erfolgt die Übertragung der Unterneh- mensfunktionen bzw. -tätigkeiten an rechtlich und wirtschaftlich selbstständige externe Un- ternehmen. Nach der Auslagerung ist eine direkte Einflussnahme des Outsourcing-Kunden auf die Unternehmensfunktion nicht mehr möglich. Zwischen dem auslagernden und dem übernehmenden Unternehmen bestehen somit keine kapitalmäßigen Verflechtungen. Die Ausgliederung dagegen, auch internes Outsourcing genannt, ist die Übertragung von Unter- nehmensfunktionen entweder an rechtlich nicht eigenständige Unternehmen oder an rechtlich eigenständige Unternehmen, auf die aufgrund der bestehenden Kapitalbindung, noch Einfluss genommen werden kann (z.B. Tochterunternehmen). 7 Im Folgenden wird der Begriff Ausla- gerung für das Outsourcing verwendet. Grundidee des Outsourcings ist die Festlegung der Kerngeschäfte aus strategischer Sichtweise und der anschließenden Überlegung, ob diese Ge- schäfte selbst erbracht oder aus ökonomischen Gründen an einen externen Dienstleister über- tragen werden sollen. Die Frage „Kaufen oder selber machen“ („make or buy“) beschäftigt viele Unternehmen nicht erst seit kurzer Zeit. Seit Jahrzehnten haben Unternehmen damit be- gonnen, interne Funktionen vom Call Center, Kundensupport bis hin zu Teilen der Produkti- on an externe Unternehmen auszugliedern. Das Outsourcing hat sich seit den 50er Jahren im- mer mehr gewandelt und stetig weiterentwickelt und erlebt heute laut Wullenkord eine gewis- se Renaissance 8 , die nun auch auf die deutsche Unternehmerlandschaft übergreift. In der Ver- gangenheit standen beim Outsourcing lediglich taktische Überlegungen im Vordergrund, z.B.
5 Vgl. Hodel, M. (2006), S. 2.
6 Vgl. Bongard, S. (1994), S. 81.
7 Vgl. Riedl, R. (2003), S. 7.
8 Vgl. Wullenkord, A. (2005 b), S. 3.
2
die Kostensenkung oder die Freisetzung von gebundenem Kapital. In Folge der Globalisie- rung „wird Outsourcing mehr und mehr zu einer strategischen Entscheidung … und damit zu einer Angelegenheit des Top Managements“. 9 Das rasante Wachstum spiegelt sich auch durch die zahlreichen Formen des Outsourcings wieder. Aktuelle Trends sind: Outtasking, Multi- sourcing, ASP, Offshoring und BPO. Gemäß der Studie des Marktforschungsinstituts PAC weisen ASP und speziell BPO die höchsten Wachstumsraten des deutschen Outsourcing- Marktes auf. 10 Marktforscher prognostizieren, dass bis zum Jahr 2007 33 Milliarden US$ für
BPO ausgegeben werden. 11 BPO gewinnt daher in Praxis und Wissenschaft zunehmend an
Bedeutung. Mayer bezeichnet es sogar als „die Königsklasse des Outsourcing“. 12
3. Business Process Outsourcing - Wachstumsmarkt
3.1 Definition BPO
Es gibt kaum ein großes Unternehmen, in dem das BPO zurzeit nicht heiß diskutiert wird. Eine einheitliche Definition des Begriffs hat sich noch nicht herausgebildet. Die IDC definiert
BPO wie folgt: „BPO involves the transfers of management and execution of one or more
complete business processes or entire business functions to an external service provider.” 13
BPO ist also die Übertragung eines oder mehrerer Geschäftsprozesse an einen externen
Dienstleister (Outsourcingnehmer). Im Unterschied zum „normalen“ Outsourcing, bei dem hauptsächlich Unternehmensfunktion z.B. IT- Anwendungen ausgelagert werden, liegt beim
BPO das Augenmerk auf ganzen Geschäftsprozessen. Bei den auszulagernden Geschäftspro-
zessen handelt es sich um Prozesse, die nicht geschäftskritisch und nicht zu den Kernkompe- tenzen gehören, aber entscheidenden Einfluss auf die gesamte Wertschöpfungskette des Un- ternehmens haben. 14 Ziel ist es hierbei, „strategisch handeln zu können, ohne sich operativ zu belasten“. 15 In der Regel handelt es sich um Routineprozesse aus den Bereichen Personalma- nagement, Finanz- und Rechnungswesen, Logistik, Einkauf, Marketing und Kundendienst 16 . Der externe Dienstleister kann diese Prozesse günstiger oder qualitativ hochwertiger ausfüh- ren, da sie für ihn wiederum Kerngeschäfte darstellen. Der BPO-Dienstleister nutzt dabei
9 Sure, M. (2004), S. 146.
10 Vgl. Mayer, A. / Söbbing, T. (2004), S. 218.
11 Vgl. Wullenkord, A. (2005a), S. 10.
12 Mayer, A. / Söbbing, T. (2004), S. 29.
13 Riedl, R. (2003), S. 7.
14 Vgl. Köhler-Frost, W. / Bahrs, W. (2000), S. 68.
15 Bitkom (2005), S. 12. (Internetquelle) 16 Vgl. Battenstein, R. (2003), S. 39.
3
„Mengeneffekte, Spezialisierung, globales Sourcing und Risikomanagement“. 17 Letztendlich ist das BPO eine Weiterentwicklung bzw. eine Spezialform des Outsourcings. Wobei ähnliche Konzepte vereinzelt schon seit Jahren praktiziert werden.Als Beispiele seien hier die sehr po- puläre Auslagerung vom Rechnungs-, Steuer- und Prüfungswesen an die DATEV, 18 und die Auslagerung der Geschäftsprozesse wie Catering, Wachdienst oder auch Gebäude- Management genannt. Das BPO zeichnet sich laut Riedl durch folgende zwei Merkmale aus. Zum einen orientiert sich der Outsourcingnehmer stets an strategischen Zielen (z.B. Erhöhung des Shareholder Value) und zum anderen lässt sich das BPO durch eine Individualisierung der Geschäftsbeziehung zwischen dem Outsourcingnehmer und Outsourcinggeber charakterisie- ren. 19 Als wichtige Elemente der BPO-Entscheidung gelten die Ziele und Risiken, die auf der Grundlage zahlreicher empirischer Untersuchungen in Form von Umfragen im Folgenden dargestellt werden.
3.2 Chancen und Ziele beim BPO
Für die o. g. Wachstumspotentiale (Vgl.S.3) liefert die Literatur zahlreiche Argumente. Ge- mäß den Überlegungen Hodels gibt es zwei Hauptüberlegungen bzw. Ziele für die Auslage- rung von Geschäftsprozessen: „entweder kosten- oder strategieorientiert“. 20
■ Kostenreduzierung: Das typischste Argument für das BPO ist naturgemäß das Kostenmotiv. In der heutigen Zeit fungiert das Kostenargument vorwiegend als Treiber, in dem es über- haupt erst den Unternehmen den nötigen Impuls gibt, sich mit Outsourcing auseinander zu setzen. 21 Des Weiteren erfordert der Auslagerungsprozess zwingend eine Kostenüberprüfung, denn jede Auslagerung muss sich rechnen, damit es vom Top Management durchgeführt wird. 22 Die Rangierung des Kostenmotivs, unter anderem auf Platz eins der Studie „Outsour- cing & ASP Germany 2001“ 23 (siehe Anhang, Abb. 1) und an dritter Stelle der Studie „Out- sourcing im Rechnungswesen“ 24 (siehe Anhang, Abb. 2), spiegelt den hohen Stellenwert bei den hier befragten Unternehmen nach den Gründen für BPO wieder. Die Unternehmen erwar- ten durch das BPO z.B. eine Reduzierung ihrer Verwaltungskosten, Kostenvorteile durch Auslagerung in Niedrig-Lohn-Länder (Offshoring) und eine Umwandlung der fixen Kosten
17 Dittrich, J. / Braun, M. (2004), S. 10.
18 Vgl. Grimme, K. / Krohn, C. (2005), S. 4.
19 Vgl. Riedl, R. (2003), S. 8 20 Hodel, M. (2006), S. 25.
21 Vgl. Wullenkord, A. (2005b), S. 95.
22 Vgl. Wullenkord, A. (2005a), S. 12.
23 Vgl. Battenstein, R. (2003), S. 40.
24 Vgl. Bearing Point (2004), S. 6. (Internetquelle)
4
Arbeit zitieren:
Florian Steiner, 2006, Business Process Outsourcing, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Medizinische Versorgungszentren und deren Angliederung an ein Krankenh...
Bachelorarbeit, 56 Seiten
Die multilokale Mehrgenerationenfamilie
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hauptseminararbeit, 39 Seiten
Outsourcing-Strategien im Facility Management
Medien / Kommunikation - Sonstiges
Bachelorarbeit, 98 Seiten
Methoden der Mitarbeiterführung
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 18 Seiten
Stille Reserven im Jahresabschluss Bildung, Auflösung, Erkennbarkeit
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Studienarbeit, 21 Seiten
Politikverdrossenheit in der Parteiendemokratie der Bundesrepublik Deu...
Hausarbeit, 26 Seiten
Medizinische Versorgungszentren
Ein Überblick
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Studienarbeit, 24 Seiten
Bürgerversicherung und Kopfpauschale - Alternativen zur Finanzierung ...
Bachelorarbeit, 16 Seiten
Eine Bilanzanalyse: Vorgehensweise und Analyse des Jahresabschlusses
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit, 15 Seiten
Krankenhausprivatisierung als strategische Handlungsalternative zur Un...
Diplomarbeit, 150 Seiten
Möglichkeiten der Unternehmensanalyse im Rahmen der strategischen Unte...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 29 Seiten
Verhältniswahlrecht und Mehrheitswahlrecht im Vergeich - Am Beispiel D...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Vordiplomarbeit, 24 Seiten
Das Prinzip der Zukunftsorientierung im Sozialkundeunterricht an beruf...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hauptseminararbeit, 28 Seiten
Branchenstrukturanalyse nach Michael E. Porter
Die Bedeutung von strategische...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 19 Seiten
Florian Steiner's Text Business Process Outsourcing ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Florian Steiner hat den Text Business Process Outsourcing veröffentlicht
Florian Steiner hat einen neuen Text hochgeladen
Erfolgswirkung des Business Process Outsourcing
Effekte von BPO auf die strate...
Jan Bartenschlager
Grundlagen, Methoden, Erfahrun...
Jürgen Gross, Jörg Bordt, Matias Musmacher
CFO Insights: Achieving High Performance Through Finance Business Proc...
Stewart Clements, Michael Donnellan, Cedric Read
Business Process Outsourcing: Process, Strategies, and Contracts
John K. Halvey, Barbara Murphy Melby
Shared Services, Business Process Outsourcing und Offshoring
die moderne Ausgestaltung des ...
Sören Dressler
Human Resources Business Process Outsourcing: Transforming How HR Gets...
Edward E. , III Lawler, Jac Fitz-Enz, James C. , V. Madden
0 Kommentare