Inhaltsübersicht
1. Lernvoraussetzungen der Klasse 3
2. Lehrplanbezug 5
3. Sachanalyse 6
4. Didaktische Überlegungen 10
5. Unterrichtsziele 14
6. Methodische Analyse 15
7. Planungsraster 18
8. Literaturliste 19
9. Arbeits- und Lösungsblätter 20
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1. Lernvoraussetzungen der Klasse
Unterricht sollte immer auf die eigene Klasse zugeschnitten sein, da jede Klasse auf Sozialformen, Medien und Methoden anders reagiert, je nachdem über welche Sozial-, Handlungs- und Methodenkompetenzen die Klasse verfügt.
Deshalb müssen bei der Planung von Unterricht die Lernvoraussetzungen der Klasse Berücksichtigung finden.
Die Klasse 9 besteht aus insgesamt 27 Schülerinnen und Schülern. Auffallend ist, dass in dieser Klassen häufig Disziplinprobleme vorherrschen, dies zeigt sich beispielsweise auch in der Tatsache, dass eine Schülerin in diesem Schuljahr bereits schon fünf Einträge zu verzeichnen hat. Zum Ende des letzten Schuljahres mussten sich drei Schüler aus dieser Klasse verabschieden.
Der Deutschunterricht dieser Klasse findet im Kunstraum statt; dieser Raum ist ansprechend ausgestattet und relativ geräumig, sodass die Schülerinnen und Schüler in insgesamt vier Reihen, welche hintereinander angeordnet sind, bequem sitzen können. Zwischen diesen vier Reihen befindet sich ein ´Mittelgang´. Diese Sitzordnung bietet den großen Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler von allen Sitzplätzen aus, relativ gut zur Tafel schauen können, ohne dass sie dabei den Kopf besonders stark drehen müssten. Allerdings muss auch darauf hingewiesen werden, dass diese Sitzordnung gerade für eine Gruppenarbeit erhebliche Nachteile mit sich bringt, da die Tische in diesem Fall zunächst einmal umgestellt werden müssen, wodurch der Unterrichtsverlauf beeinträchtigt wird. Im Vergleich mit Schülerinnen und Schülern gleicher Altersstufe ist gerade im Deutschunterricht auffallend, dass die Schülerinnen und Schüler auf Fragestellungen nur äußerst knapp und unzureichend antworten. Die Schülerinnen und Schüler haben offenbar bisweilen noch nicht gelernt, vollständige Sätze zu sprechen, stattdessen ist auffallend, dass sie vorwiegend ´Wortbrocken´ von sich geben und notwendige Satzteile völlig auslassen. Es ist daher äußerst wichtig, fehlerhafte Aussagen seitens der Schülerinnen und Schüler aufzugreifen, damit die Schülerinnen und Schüler ein ´Verständnis´ für den Satzbau der deutschen Sprache bekommen. Der zuletzt erwähnte Aspekt zeigt sich natürlich auch im Leistungsverhalten der Klasse: Es gibt nur wenige ´gute´ Schülerinnen und Schüler, ein breites Mittelfeld und auch einige sehr schwache Schülerinnen und Schüler. Dies macht sich auch im Unterrichtsgeschehen bemerkbar. Die besseren Schülerinnen und Schüler sind auch diejenigen, die den Unterricht durch mündliche Beteiligung mittragen, sodass die Mitarbeit insgesamt als ´nicht homogen´ zu bezeichnen ist. Trotzdem arbeiten auch die anderen
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Schülerinnen und Schüler geistig mit, sie beteiligen sich eben weniger am Unterrichtsgeschehen. Bei Gruppen- oder Partnerarbeit sind aber auch diese Schülerinnen und Schüler aktiv und bringen ansprechende Leistungen zustande. Auch dies ist eigentlich ein Gesichtspunkt, der für den Einsatz verschiedener kooperativer Lernformen in dieser Klasse spricht.
Aufgrund der bereits erwähnten Disziplinschwierigkeiten in dieser Klasse, kommt es im Unterrichtsverlauf teilweise zu Störungen, welche sich meines Ermessens aber noch im ´Mittelbereich´ bewegen. Es ist daher hin und wieder dringend erforderlich, einige Schülerinnen und Schüler zu ermahnen, um einen möglichst störungsfreien Unterrichtsverlauf sicherzustellen.
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2. Lehrplanbezug
Im Jahrgangsplan der Klassen 8-10 nimmt das Argumentieren und Erörtern eine zentrale und wichtige Stellung ein.
Bereits in Klasse 8 haben die Schülerinnen und Schüler einfache Formen des Argumentierens kennen gelernt.
Im Arbeitsbereich 1 „Sprechen und Schreiben“ der 8. Klasse heißt es hierzu: „Die Schülerinnen und Schüler werden mit einfachen Formen des Argumentierens bekanntgemacht.“ 1
Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei, die einzelnen Bestandteile eines Arguments (Behauptung - Begründung - Beleg / Beispiel) kennen.
Auch im Aufsatzunterricht der Klasse 9 bildet die Erörterung einen Schwerpunkt. Im Jahrgangsplan der Klasse 9 heißt es zu den erwähnten Themen: „Die Schülerinnen und Schüler lernen, komplexe Sachverhalte zu klären und sich mit Problemen argumentativ auseinander zu setzen.
Das Beobachten und Untersuchen von Gesprächen und Gesprächsverläufen fördert ihre Fähigkeit zu angemessener sprachlicher Auseinandersetzung.“ 2 Auch im Bereich des Abwägens bestimmter Berufssparten ist dieses Thema bedeutsam. Darüber hinaus leistet dieses Thema einen Beitrag zur Unterstützung des Sprachverständnisses, indem besonders das Verknüpfen von Sätzen und Satzteilen geübt wird.
1 Bildungsplan für die Realschule, Lehrplanheft 3 /1994, 221.
2 Bildungsplan für die Realschule, Lehrplanheft 3 /1994, 294.
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3. Sachanalyse
Das Argumentieren stellt für das gemeinsame Zusammenleben der Menschheit eine zentrale Funktion dar und setzt dabei neben notwendiger sprachlicher Gewandtheit auch Einfühlungsvermögen, Mut, Rücksichtnahme und Urteilskraft voraus.
Voraussetzung für das Argumentieren ist allerdings stets, dass es um etwas Strittiges geht, denn nur so lassen sich Meinungen austauschen. Eine Person, welche gesagte Dinge einfach nur hinnimmt, findet keinen wirklichen Anlass zum Argumentieren. Andererseits verhindert auch die- bzw. derjenige, der die eigens getroffenen Argumente keinem Gültigkeitsanspruch unterzieht, eine sinnvolle Argumentation des Gegenübers. Daher muss bei einer Argumentation konstruktiv vorgegangen werden, was auch die Bereitschaft verlangt, eigene Aussagen in Zweifel zu stellen. Folglich kann eine bestimmte Person vor Beginn einer eigentlichen Argumentation niemals ganz genau wissen, ob ihre / seine Argumente letztlich auch ausschlaggebend sind. In diesem Zusammenhang ist es daher von entscheidender Bedeutung, die eigenen als auch die fremden Argumente auf ihre Stichhaltigkeit hin zu überprüfen. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang ein gewisser Einblick in die Logik der Argumentation; Argumentationen können inhaltlich unzureichend oder gar fehlerhaft sein, weil eine der entscheidenden Prämissen nicht korrekt ist oder weil das Fazit, also die Art und Weise, nach welcher die jeweiligen Prämissen aufeinander bezogen werden, nur wenig überzeugen können.
In diesem Zusammenhang ist meines Erachtens unbedingt darauf hinzuweisen, dass im Rahmen einer Argumentation eine bestimmte Äußerung je nach Sinnzusammenhang und der Art des Kontextes, in welchem die entsprechende Äußerung steht, verschiedene Rollen einnehmen kann; z.B. die Rolle einer These oder die Rolle eines Arguments. Als These lässt sich eine sprachliche Äußerung dann klassifizieren, wenn die jeweilige Sprecherin oder der jeweilige Sprecher einen Anspruch auf Anerkennung ihrer Berechtigung erhebt. Dies kann dann als eine Behauptung oder als eine Forderung formuliert werden (Bsp.: ´Im Gymnasium werden die Schülerinnen und Schüler mit analytischer Geometrie überfordert´[eigenes Beispiel]).
Als Argument kann eine sprachliche Äußerung dann aufgefasst werden, wenn mit ihrer Hilfe
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Björn Fehrenbacher, 2001, Unterrichtsentwurf: Argumentation und das Verfassen einer Einleitung für eine schriftliche Arbeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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