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Gliederung
S 2
1. Einleitung
S 2
2. Detailanalyse
2.1. Erste Strophe S. 3
2.2. Zweite Strophe S. 4
2.3 Dritte Strophe S. 6
2.4. Vierte und fünfte Strophe S. 8
2.5. Sechste Strophe S 10
2.6. Siebte Strophe S 12
2.7. Achte Strophe S 14
S 1 4
3. Schlußwort
S 1 6
4. Bibliographie
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1. Einleitung
Bei dem Studium der Ode to a Nightingale kristallisierte sich immer deutlicher heraus, daß eine völlig systematische Bearbeitungsweise bei einer derart komplexen Gedichtkonstruktion sich nur als hinderlich erweisen kann. Um auch am konkreten Beispiel von einzelnen Zeilen auf große Zusammenhänge hinweisen zu können bzw. in der Verdeutlichung größerer Zusammenhänge auch auf spezifische Details bereits diskutierter Strophen illustrierend zurückgreifen zu können, habe ich von einer allzu straffen Gliederung Abstand genommen. Dennoch erschien es mir sinnig auf eine grobe Gliederung nach Strophen nicht zu verzichten, da die Ode sich nicht nur aus großen Zusammenhängen und Themen zusammensetzt, sondern sich analog entwickelt, jede Strophe baut auf den vorhergehenden auf. Manche Sachverhalte werden erst zu einem späteren Zeitpunkt offensichtlich und auch erst dann aufgegriffen. Gewisse Zusammenhänge wurden zusammengefaßt, um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu sprengen. So wird man ein eigenes Kapitel für die fünfte Strophe vergeblich suchen. Auch ist die sprachliche Detailanalyse nicht konsequent durchgeführt, sondern begrenzt sich auf Details, die den Hauptgedanken dieser Arbeit unterstützen oder mit ihm verwandt erscheinen.
In der vorliegenden Hausarbeit werde ich mich ausschließlich mit der Analyse des Gedichtes befassen, ohne näher auf biographische Zusammenhänge einzugehen oder Vergleiche mit anderen Oden oder Werken Keats' oder zeitgenössischer Poeten einzubeziehen. Obwohl ein solches Vorgehen naheliegt, hätte ich mich im Rahmen dieser Proseminararbeit bei der Hauptanalyse derart beschränken müssen, daß das Ergebnis nur oberflächlich und unbefriedigend hätte ausfallen können. Sicherlich bietet die Ode noch ein weites Feld für Betrachtungen in größerem Umfang.
2. Detailanalyse
Die Ode to a Nightingale besteht aus acht Strophen mit jeweils zehn Zeilen, welche sehr strikt in dem Reimschema ABABCDECDE gehalten sind. Das strikte Reimschema und der fünfhebige Jambus erinnert in der Tat an ein Sonett. Tatsächlich sind sich die Experten einig, daß die Frühlings-Oden einem starken
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Shakespeare-Einfluß unterliegen. 1 Die sehr strenge Form steht in drastischem Kontrast zu den starken emotionalen Schwankungen, denen das Gedicht inhaltlich unterliegt. Durch die durchgängige Benutzung der Gegenwartsform nimmt der Leser sehr unmittelbar an den durchlebten Gefühlen teil.
2.1. Erste Strophe
Bereits die erste Strophe ist inhaltlich zweigeteilt. Die ersten vier Zeilen befassen sich mit einem sehr plastisch gestalteten Schmerzerlebnis des Poeten, welches in Stimmung und dichterischer Farbgebung sehr düster erscheint; die letzten vier Zeilen hingegen, welche sich mit der Nachtigall befassen, beschreiben eine sehr helle, ja gar farbenfrohe ("beechen green") Sommerstimmung. Die zentralen Zeilen dieser Strophe (5-6) verbinden nicht nur die beiden Teile sondern auch die beiden Hauptakteure und damit ihre konträren Situationen. Denn während die Nachtigall "at ease" ist, befindet sich der Poet, solange er sich in die Nachtigall hineinfühlt, im Schmerz.
Dieses Glückserlebnis angesichts des Gesanges der Nachtigall ist unerträglich schmerzhaft, welches an sich ein Paradox darstellt. Klarer wird dieser besondere psychologische Umstand bei Betrachtung der einzelnen Wörter. Die Begriffe die gewählt wurden um den Schmerz zu verdeutlichen, sind nicht nur aus dem Bereich des Schmerzes ("aches", "pain") und des Todes ("hemlock", "Lethe-wards") sondern überschneiden sich mit Begriffen aus dem Drogenbereich ("hemlock", "dull opiate to the drains"). Auch das Oxymoron "a drowsy numbness pains/My sense" scheint dem Bereich der Drogen zuzuordnen zu sein, denn eine einheitliche Verbindung von Glück, Schmerz und Erstarrung bzw. Taubheit ist wahrscheinlich besonders im Erfahrungsbereich mit Opium einleuchtend. Unter Berücksichtigung, daß es unter romantischen Poeten durchaus nicht unüblich war, bewußtseinserweiternde Drogen auszuprobieren und die Erfahrung mit in das Werk einfließen zu lassen, ist die Einschätzung, daß der Poet dieses Glückserlebnis, welches scheint, als sei es zu überwältigend um es in einem lediglich menschlichem Körper aushalten zu könnenähnlich wie nach der Einnahme zu starker bewußtseinserweiternder Drogen - zu relativieren versucht. Das Gefälle, das in dieser Strophe zwischen dem Gegensatzpaar "aches"/ "ease" der ersten und der zehnten Zeile aufgebaut wird,
1 z.B. William Walsh: "Keats, John." In Reference Guide to English Literature, Volume 2, hrsg. v. D.C.Kirkpatrick (Chicago und London: St. James Press, 1991). S.805.
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erzeugt eine literarische Spannung, die der emotionalen durchaus ebenbürtig ist und ebenso nach Auflösung verlangt.
2.2. Zweite Strophe
Für den Poeten typische bekannte Methoden der "Ent-Spannung" bzw. der Auflösung dieser Spannung sind Wein und Poesie; der Tod ist die letzte und endgültige, vollendete Flucht. Diese Fluchtmethoden stellen eine Steigerung von der zweiten (Wein) über die vierte (Poesie) bis zur sechsten Strophe (Tod) dar, welche auch gleich den Höhepunkt des Gedichtes bildet. Obwohl vorgeben wird, daß der Poet zur Nachtigall wolle, möchte er vor ihr und ihrem unerträglichem Glück fliehen. Andere Kritiker, z.B. Earl R. Wassermann möchten diese Steigerung im spirituellen Sinne verstanden wissen. Demnach wird davon ausgegangen, daß der Poet meint, wahre Spiritualität sei durch Körperlichkeit verhindert, welche es zu überwinden gilt. Wassermanns Interpretationsansatz ist durchaus in sich schlüssig: Durch den Genuß von Wein ist ja immerhin schon eine Vernebelung der Sinne erreicht, welche das lyrische Ich irrtümlich als Loslösung von den Sinnen verkennt. Der Poet erkennt schließlich diesen Irrtum und wendet sich der Poesie zu. Somit wird Wein ein rein körperlich sinnliches Erlebnis und Poesie ein geistiges, aber nur im Tod kann die materielle Losgelöstheit vom Körper erreicht werden, welche die wahre Spiritualität fordert. Somit unterstellt Wassermann dem lyrischen Ich auch eine Todessehnsucht. Jennifer Farrell kritisiert diese Haltung auf das Heftigste, berücksichtigt sie doch die Tatsache, daß in Keats' gesamten Werk immer wieder besonders seine sinnliche Sichtweise auffällt und auch die Nachtigall auf eine solche Art dargestellt wird. Letztendlich hängt die gesamte Interpretation des Gedichtes von der Frage ab, wie die Nachtigall zu sehen ist. Ist sie eine symbolische Verkörperung spiritueller Inhalte, eine unsterbliche Idee, etwas, was der Poet klar als über sich stehend anerkennt und wohin er zu gelangen trachtet? Wenn die Paare "Nachtigall - Poet", "unsterblichsterblich", "Himmel - Erde", "Glückseligkeit - Schmerz" wie in Wassermans Interpretationsansatz in einem einander ausschließendem Verhältnis stehen, dann würde das ganze Gedicht nichts weiter verdeutlichen, als die Unmöglichkeit des Versuchs, die beiden Welten in sich zu vereinen, also glücklich zu sein. 2 Zwar
2 Vgl. hierzu: "If there are really two worlds in the poem - that of the lyrical subject and that of the nightingale - which cannot come together, then all the poem can do is to illustrate the attempt ot enter the nightingale's world and its ultimate failure." Jennifer Farrell, "Keats - The Progress of the Odes. Unity and Utopia." In Bremer Beiträge zur Literatur- und Ideologiegeschichte 6, hrsg. v. Thomas Metscher und Dieter Herms (Frankfurt am Main: Verlag Peter Lang, 1989).
Quote paper:
Eva Maria Mauter, 1997, Keats' Ode to a Nightingale, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Keats: Ode to a Nightingale - A Grecian Urn. A comparison.
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