Inhalt
I Einleitung 3
II Von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft 4
III Die industrielle Produktion von Dienstleistungen 6
IV Fazit 10
V Bibliographie 11
I Einleitung
Die Industrialisierung mit ihren weitreichenden sozialen und ökonomischen Folgen hat, wie wahrscheinlich kein anderer Prozess, die Arbeits- und Lebensgewohnheiten der Menschen in der westlichen Welt verändert. Durch die Ansiedlung großer Industriebetriebe, deren Profit vor allem auf der schonungslosen Ausbeutung der Arbeiter basierte, wurden die Menschen in großen Massen vom Land in die aufstrebenden Städte gezogen, die ihnen zwar Arbeit und ein größeres Maß an persönlicher Freiheit boten, jedoch auch eklatant schlechtere individuelle Lebensbedingungen. Die schwere Arbeit in den Produktionsbetrieben verhalf dabei den Unternehmern und den Städten, in denen die Betriebe standen, zu schnellem Reichtum, verschliss dabei aber die Arbeiter in ungeheuren Zahlen. Es stand jedoch zu jederzeit eine ausreichende Reservearmee an arbeitsfähigen Menschen zur Verfügung; schließlich benötigten die Fabriken zum Großteil nur ungelernte Arbeiter ohne besondere Qualifikationen. Die Massenhafte Warenproduktion verändert dabei, gepaart mit stetiger technischer Innovation zunehmend das Antlitz und den Lebensstandard in Produktionsverfahren entwickelt, die die Menge der benötigten zunehmend teurer werdenden Arbeiter reduzieren. In einem stetigen Prozess steigt dabei das Bildungsniveau der Menschen und der Grad der Technisierung im Produktionsprozess. Der Bedarf an Arbeitsplätzen in der Produktion geht in gleichem Maße zurück wie der Bedarf an Gütern, die mit simplen und arbeitsaufwendigen (im Sinne von menschlicher Arbeit) Produktionsmethoden hergestellt werden können. Dienstleistungen werden in einer Gesellschaft, die von einer aufstrebenden Arbeiterschicht geprägt ist, zunehmend Bedeutungsvoller. Insbesondere die Arbeitsteilung und der wenig autarke städtische Lebensstil, der es den Menschen nicht länger in gleichem Maße erlaubt sich selbst zu versorgen, führen dazu das immer mehr Dienstleistungsangebote in Anspruch genommen werden. Durch die zunehmende Komplexität der Technologie wird dieser Prozess ebenfalls verstärkt. Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien stellt ein weiterer Faktor in der Verschiebung der wirtschaftlichen Aktivitäten in den Dienstleistungssektor dar.
3
II Von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft
Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts, und der massenhaften Industrialisierung der westlichen Welt, nimmt die Bedeutung des Dienstleistungsbereich, gemessen an dem Anteil am Bruttosozialprodukt, sowie der Anzahl der Beschäftigten, kontinuierlich zu 1 . Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Arbeitsteilung, die maßgeblicher Bestandteil der Industrialisierung ist, den Bedarf an Koordination, Spezifikation und Vermittlung enorm hat wachsen lassen 2 . Die Entwicklung der Dienstleistungsgesellschaft ist dabei zugleich gekoppelt an zunehmende Rationalisierungen im primären und sekundären Sektor, die zugleich enorme Produktionssteigerungen zur Folge haben 3 . Auch die Ausdifferenzierung von Managementfunktionen erforderten eine Ausdehnung von Planungs-, Prognose- und Organisationsfunktionen, die wiederum eine Zunahme von Büro und Verwaltungstätigkeiten zur Folge hatten. 4 Darüber hinaus bedürfen die zunehmend hochgradig technisierten Produktionsprozesse in den entwickelteren Gesellschaften immer mehr Experten, die über ein technisches Wissen verfügen, dass ihnen nur ein professionelles Bildungssystem vermitteln kann 5 . Laut Bell kommt es zudem zu enormem Wachstum in den Dienstleistungsberufen durch die Zunahme des Bedarfes an Arbeitskräften im gemeinnützigen Bereich 6 . Schließlich werden zunehmende Versorgungsleistungen des Staates und Qualifizierungsmaßnahmen in dem Maße nötig, wie die Gesellschaft an Komplexität gewinnt, und arbeitsteilige aufwendige Produktionsprozesse dieses nötig machen.
Die Transformation von einer Produktiv orientierten Gesellschaft zu einer Gesellschaft, die ein Großteil ihres Wertes über Dienstleistungen schöpft, läuft dabei konstant, jedoch nicht exponentiell ab.
Zum Teil wird die Transformation von der Produktions- zur Dienstleistungsgesellschaft auch nur auf dem Papier vollzogen. So lagen z.B. einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft zum Potential für die Schaffung von Arbeitsplätzen im tertiären Sektor, die auf eine „Dienstleistungslücke“ zwischen den
USA und Deutschland verwies, hohe statistische Differenzen in den Anteilen der
1 Gross, S. 12
2
Rock et al., S. 28
3
Goldberg, S. 8
4
Goldberg, S. 1
5
Goldberg, S. 1
6
Goldberg, S. 1
4
Quote paper:
Timm Gehrmann, 2005, Die Ursachen für die Entwicklung der Gesellschaft zur modernen Dienstleistungsgesellschaft, Munich, GRIN Publishing GmbH
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