August Stramms Krieglyrik
von: Jennifer Ammel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Biographie 4
3. Stramms Poetologie 6
3.1 Stramms dichterische Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg 6
3.2 Stramms Kriegspoetologie 7
4. Interpretation 10
4.1 „Urtod“ 10
4.2 „Krieg“ 12
4.3 „Patrouille“ 13
4.4 „Schrapnell“ 14
Schluss 15
Literatur 16
1. Einleitung
August Stramm (1874-1915) gilt als einer der radikalsten Dichter des Expressionismus, da er im experimentellen Umgang mit der deutschen Sprache am weitesten ging. Vor allem seine Kriegslyrik zeichnet sich durch ihren einzigartigen Stil aus, der von extremer Sprachkonzentration und –rhythmisierung, zahlreichen Neologismen und von Dynamik geprägt ist. Diese außergewöhnliche Sprache ist besonders gut geeignet, dem Rezipienten die Emotionen der im Ersten Weltkrieg kämpfenden Soldaten nahe zu bringen.
Die vorliegende Arbeit wird sich vor allem mit vier Gedichten aus der 1919 posthum erschienen Sammlung „Tropfblut“ beschäftigen: „Urtod“, „Krieg“, „Patrouille“, „Schrapnell“ Am Anfang soll kurz auf Stramms Biographie eingegangen werden, um die Hintergründe zu beleuchten, vor denen der Dichter sein Sprachtalent entfaltete. Anschließend steht eine Betrachtung der Poetologie Stramms, der dichterischen Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg und der Anwendung der in der Vorkriegszeit entwickelten Methoden in den „Tropfblut“-Gedichten. Danach folgt eine Interpretation der oben genannten Gedichte.
2. Biographie
Geboren am 29. Juli 1874 in Münster, fiel der Reservehauptmann August Stramm als letzter seiner Kompanie am 1. September 1915 an der Ostfront bei Horodec in Russland. Bis zu seinem Tod hatte er etwa 70 Schlachten überlebt und über 30 Kriegsgedichte geschrieben.1
Vor dem Krieg war Stramm als Postbeamter im höheren Dienst tätig und fing mit über 30 ein Studium der Nationalökonomie und Philosophie an, das er mit einer Dissertation zum Thema „Historische, kritische und finanzpolitische Untersuchungen über die Briefpostgebührensätze des Weltpostvereins und ihre Grundlagen“ abschloss. Sein tatsächliches Interesse aber galt der Philosophie des deutschen Idealismus, vor allem Nietzsche. 2
Stramms literarisches Schaffen, das lange Zeit nicht mehr als eine Feierabenbeschäftigung war, widersprach in seiner Progressivität seinem konservativen Lebensstil und spiegelt seine innere Zerrissenheit wieder. Sein Umfeld reagierte auf Stramms Arbeiten mit Ablehnung und Unverständnis. Erst der Kontakt zu Herwarth Walden und dessen Sturm-Verlag im Frühjahr 1914 brachten August Stramm Anerkennung und künstlerischen Austausch mit den anderen Mitgliedern des Zirkels.3 Als Hauptmann der Reserve wurde August Stramm bereits am ersten Tag der Mobilmachung, dem 2. August 1914, eingezogen. Im Gegensatz zu anderen deutschen Intellektuellen war Stramm von den Ereignissen nicht fasziniert oder begeistert, sondern nahm sie eher fatalistisch hin. Er klammerte sich an den preußischen Pflichtbegriff. Als Walden ihm die Möglichkeit eröffnete, vom Kriegsdienst befreit zu werden, lehnte er ab.4
[...]
1 Vgl.: Brockington, Joseph L.: Vier Pole expressionistischer Prosa, New York, 1987, S.151.
2 Vgl.: Mandalka, Kristina: August Stramm – Sprachskepsis und kosmischer Mystizismus im frühen zwanzigsten Jahrhundert, Herzberg, 1992, S.12.
3 Vgl.: Mandalka: S.13.
4 Vgl.: Rehage, Georg Philipp: „Wo sind Worte für das Erleben“ Die lyrische Darstellung des Ersten Weltkrieges in der französischen und deutschen Avantgarde, Heidelberg, S. 2003, S. 167.
Arbeit zitieren:
Jennifer Ammel, 2006, August Stramms Kriegslyrik, München, GRIN Verlag GmbH
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