Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
Seite
1. Einleitung 5
2. Allgemeine Grundlagen 7
2.1. Kardiovaskuläre Erkrankungen 7
2.1.1. Ursachen Risikofaktoren 7
2.1.1.1. Risikofaktoren 1 Ordnung 9
2.1.1.2. Risikofaktoren 2 Ordnung 10
2.1.1.3. Folgen der Arteriosklerose 12
2.2. Prävention und Gesundheitsförderung 13
2.2.1. Prävention 13
2.2.1.1. Primärprävention 14
2.2.1.2. Sekundärprävention 15
2.2.1.3. Tertiärprävention 15
2.2.2. Gesundheitsförderung 16
2.2.2.1. Die Ottawa- Charta zur Gesundheitsförderung der WHO (1986) 16
2.2.3. Abgrenzung der Begriffe voneinander 18
2.2.4. Aktueller Stand und gesetzliche Regelungen 18
2.2.5. Gesundheitsausgaben im internationalen Vergleich 21
2.2.6. Änderungen in Gesundheitsberufen 22
2.2.6.1. Das Medizinstudium 23
2.2.6.2. Die Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung 23
I
3. Praktische Beispiele der Gesundheitsförderung von
kardiovaskulären Risikofaktoren 26
3.1. Die Familie als Interventionsfeld der Gesundheitsförderung 26
3.1.1. Die Family Health Nurse 28
3.2. Schulische Gesundheitsförderung 29
3.2.1. Standfestigkeitstraining 31
3.2.2. Lebenskompetenztraining 31
3.2.3. Die Gesundheitsfördernde Schule 32
3.3. Betriebliche Gesundheitsförderung 35
3.3.1. Das Gesundheitsprogramm Hab ein Herz für Dein Herz 38
3.4. Gesundheitsförderung in Städten und Gemeinden 39
3.4.1. Die Deutsche Herz- Kreislauf- Präventionsstudie 40
4. Tätigkeitsfelder von Gesundheits- und KrankenpflegerInnen in
der Gesundheitsförderung von kardiovaskulären Erkrankungen
42
4.1. Die Schule als mögliches Handlungsfeld 43
5. Zusammenfassung Ausblick 46
6. Literaturverzeichnis 49
Anhang ............................................................................................... 55 55
II
Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Klassifikation von Präventionsmaßnahmen 11
Abb 2: vereinfachtes Schema des Bedingungsgefüges von
Gesundheit und Krankheit 18
Abb 3: Ist- Zustand der einzelnen Versorgungssegmente
des Gesundheitssystems 15
Abb 4: Soll- Zustand der einzelnen Versorgungssegmente
des Gesundheitssystems 16
Abb 5: Ausgaben für öffentliche Gesundheit und Prävention
der OECD- Länder 2003 17
Abb 6: Anteil der stationären Leistungen an der kurativen und
rehabilitativen Pflege der OECD- Länder 1997 und 2003 18
Abb 7: Projektaktivitäten in verschiedenen Dimensionen zweier
Modellschulen in Sachsen- Anhalt 30
Abb 8: Maßnahmen und Ansatzpunkte in der betrieblichen
Gesundheitsförderung 33
III
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz
ALF Allgemeine Lebenskompetenzen und Fertigkeiten
ÄAppO Ärztliche Approbationsordnung
bes. besonders
BGF Betriebliche Gesundheitsförderung
BMI Body- Mass- Index
BMGS Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
BZgA Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
bzw. beziehungsweise
DGK Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
d.h. das heißt
DHP Deutsche Herz- Kreislauf- Präventionsstudie
evtl. eventuell
FHN Family Health Nurse
ggf. gegebenfalls
KHK Koronare Herzkrankheit
KOPS Kieler Adipositaspräventionsstudie
KrPflG Krankenpflegegesetz
LKP Lebenskompetenzprogramme
LÖGD Landesinstitut für den öffentlichen Gesundheitsdienst
Mrd. Milliarden
OECD Organisation for Economic Co- operation and Development
pAVK periphere arterielle Verschlusskrankheit
SGB Sozialgesetzbuch
u.a. unter anderem
u.ä. und ähnliche
WHO World Health Organisation
z.B. zum Beispiel
u.v.m. und vieles mehr
IV
1. Einleitung
Auch in der heutigen Zeit gehören kardiovaskuläre Erkrankungen, Kolip (2002) spricht von einem Anteil von 48,5 % aller Todesfälle, zu den anführenden Erkrankungs- und Todesursachen in den westlichen Industrienationen (Herold, 2006). Die chronische ischämische Herzkrankheit, der akute Myokardinfarkt und die Herzinsuffizienz (in dieser Reihenfolge) stellten nach Angaben des Statisti- schen Bundesamtes in Deutschland im Jahr 2004 die häufigsten Todesursachen bei Frauen und Männern dar. 1 Auch die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten, welche durch Herz- Kreislauferkrankungen verursacht werden, stehen im Vergleich zu den Kosten anderer Erkrankungen weiterhin an der Spitze der Aus- gaben im Gesundheitswesen (Saner, 2001). Allein im Jahr 2002 wurden nach An- gaben des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden 35,4 Mrd. Euro oder auch 16 % der gesamten Krankheitskosten für Herz- Kreislauf- Erkrankungen ausgegeben. 2 „Die hohe Inzidenz und Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen in den Industrienationen korrelieren eng mit den Lebensverhältnissen und sozialen und ökonomischen Bedingungen. Die positive Beeinflussung von kardiovaskulären Risikofaktoren führt zu einer signifikant verminderten Morbidität und Mortalität insbesondere bei Patienten mit bekannter oder noch unentdeckter koronarer Herzerkrankung “ (Werner, Böhm, 2004: 131).
Trotz weiterer intensiver und breiter Aufklärungsarbeit in Europa und den Verei- nigten Staaten ist kein nennenswerter Rückgang kardiovaskulärer Erkrankungen zu verzeichnen. Altersbezogen ist zwar eine Abnahme des Auftretens der korona- ren Herzkrankheit (KHK) festzustellen, die absolute Zahl an Patienten, die daran leiden, nimmt jedoch immer weiter zu (Saner, 2001). Da die Expansion der älte- ren Menschen (> 70 Jahre) zu einer noch höheren Inzidenz von kardiovaskulären Erkrankungen führen wird, die dann meist nur mit teuren herzchirurgischen Ver- fahren behandelt werden können, dürfte der Verringerung des Auftretens der
KHK in Zukunft eine immer größere Schlüsselrolle zukommen (Haverich, Karck,
2003).
1 www.destatis.de/basis/d/gesu/gesutab20.php (26.02.06)
2 www.destatis.de/presse/deutsch/pm2004/p2880094.htm (02.03.06)
5
Prävention und Gesundheitsförderung sind die Schlagwörter, die in Zukunft zu- nehmend an Bedeutung gewinnen werden und eine Alternative zur in Deutschland noch immer vorherrschenden kurativen Medizin darstellen. Schon eine alte Weis- heit besagte: „Vorbeugen ist besser als heilen“. Während noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts akute Erkrankungen (80 % aller Erkrankungen), besonders Infekti- onskrankheiten das Gesellschaftsbild prägten, sind es heute vor allem chronische Erkrankungen, allen voran die kardiovaskulären Erkrankungen, die den größten Teil des Krankheitsspektrums ausmachen (Kolip, 2002). Hier kann Prävention und Gesundheitsförderung ansetzen und bereits schon im frühen Kindesalter dazu führen, dass Risikofaktoren wie z.B. Alkohol-, Zigaretten-, Drogenkonsum u.a. bei Kindern zur gewissen „Abschreckung“ führen. Aufgrund zahlreicher Faktoren des heutigen gesellschaftlichen Lebens (siehe dazu 2.1.1.) spielen kardiovaskuläre Erkrankungen eine dominierende Rolle und verursachen steigende Kosten in un- serem Gesundheitssystem (Lück, 1997). Ziel dieser Arbeit ist es, zu verdeutlichen, wie und wo präventive Gesundheitsförderung einen wichtigen Beitrag zur Sen- kung kardiovaskulärer Erkrankungen liefern und somit nicht nur zur Steigerung der Lebensqualität in der Bevölkerung beitragen kann.
Der Verfasser hat der Arbeit drei Schwerpunkte gesetzt und diese in folgende drei Abschnitte gegliedert. Der erste Abschnitt befasst sich dabei mit den allgemeinen Grundlagen. Neben verschiedenen Begriffsdefinitionen, dem Krankheitsbild der kardiovaskulären Erkrankungen und den vom Menschen beeinflussbaren Hauptri- sikofaktoren für deren Entstehung, wird anschließend auf derzeitige Leistungsan- bieter von Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen eingegangen. Im zweiten Abschnitt werden anschließend Möglichkeiten der Umsetzung von Prä- ventionsprogrammen zur Verringerung bzw. -vermeidung kardiovaskulärer Risi- kofaktoren in der Praxis vorgestellt. Hier geht es vor allem um wichtige Settings, d.h. soziale Systeme bzw. Lebens- und Handlungsräume, in denen Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen zur Anwendung kommen können und durch die ein Großteil der Bevölkerung erreicht werden kann. Im dritten Abschnitt werden abschließend neue Tätigkeitsfelder speziell für Gesundheits- und Kran- kenpflegerInnen aus der Sicht des Verfassers vorgestellt, die im Bereich der Prä- vention und Gesundheitsförderung von Herz- Kreislauf- Erkrankungen, vor allem der noch „gesunden“ Bevölkerung in Zukunft vorstellbar und möglich sind.
6
2. Allgemeine Grundlagen
2.1. Kardiovaskuläre Erkrankungen
Unter kardiovaskulären Erkrankungen versteht man Krankheiten, die das Herz und die Gefäße betreffen und mit Störungen des Blutkreislaufes und des Herzens einhergehen (Der Brockhaus, 2004). Dazu zählen vor allem die ischämische Herzkrankheit, der Apoplex (Schlaganfall), aber auch angeborene und erworbene Herzfehler, Entzündungen des Herzens und die Herzinsuffizienz. Die den kardio- vaskulären Erkrankungen zugrunde liegende Ursache ist meist die Arteriosklerose (Polte, 2001). Die größte Bedeutung in diesem Zusammenhang hat dabei die KHK, die zu Angina pectoris und zum Myokardinfarkt führen kann. Bei der KHK handelt es sich um eine Durchblutungsstörung in den Koronarien, die das Herz versorgen und für die Leistungsfähigkeit des Herzens verantwortlich sind. Die unzureichende Versorgung des Herzens mit Sauerstoff und Nährstoffen führt zur Einschränkung der Herzleistung und somit zur Reduktion der Leistungsfähigkeit des gesamten Organismus. Bei einem völligen Verschluss eines oder mehrerer Koronargefäße (akuter Myokardinfarkt) durch ein Blutgerinnsel kommt es dann zu einer Störung der Blut- und Sauerstoffversorgung des Herzens, die zu einem Untergang von Herzmuskelgewebe führt, wenn sie nicht so schnell wie möglich, vorzugsweise durch Intervention mittels einer Herzkatheteruntersuchung, behoben wird. Schon nach sechs Stunden kann der Myokardinfarkt zu irreparablen Schä- den führen (Zehetgruber, Wallner, 2005).
2.1.1. Ursachen, Risikofaktoren
Häufig liegt den kardiovaskulären Erkrankungen der Prozess der Arteriosklerose zugrunde. Die Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) ist eine chronisch fortschreiten- de Systemerkrankung der Arterien mit degenerativen Veränderungen der Gefä-
7
ßinnenwand, die Jahrzehnte lang dauern kann und die meist schon im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt beginnt, sich aber oft erst in der zweiten Lebenshälf- te manifestiert. Sie führt durch Ablagerung u.a. von Lipiden und inflammatori- schen Zellen, insbesondere Makrophagen, an der Gefäßinnenwand zum sogenann- ten arteriosklerotischen Plaque, welches zum einen eine Wandverhärtung und - deformierung mit Elastizitätsverlust als Folge hat und zum anderen immer mehr zur Verengung des Gefäßlumens führt. Durch Einreißen dieser Plaques, welches spontan und insbesondere bei hohem Blutdruck entsteht, kommt es häufig zum Verschluß des Gefäßes. Dies führt zur Ischämie des Myokards, das durch den Gefäßverschluß nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Neben den nicht beeinflussbaren Faktoren wie z.B. dem Lebensalter, Geschlecht und der geneti- schen Disposition gibt es aber auch eine Reihe beeinflussbarer Faktoren wie z.B. Hypertonie, Zigarettenkonsum, Bewegungsmangel oder Übergewicht (Polte, 2001). Meist ist nicht ein Risikofaktor, sondern eine Kette von Faktoren für das Ausmaß der Erkrankung verantwortlich. Dazu wurde eigens der Überbegriff „me- tabolisches Syndrom“ geprägt, welcher die Risikofaktoren Übergewicht, Fett- stoffwechselstörungen, Bluthochdruck, sowie erhöhte Blutzuckerwerte beinhaltet und bei übergewichtigen Patienten nahezu immer vorhanden ist (Herold, 2006). Neben Risikofaktoren, wie übermäßigem Alkoholkonsum bzw. chronischem Al- koholmissbrauch und der Einnahme von Antikonzeptiva bei Frauen (BZgA, 2004), unterscheiden Schwarzer und Höhn – Beste (2004) sowie Herold (2006) die Faktoren in Risikofaktoren der 1. und 2. Ordnung:
Quelle: Schwarzer, Höhn- Beste In Schwarzer, 2004: 129
Liegen zwei Risikofaktoren der 1. Ordnung vor, ist das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, gegenüber einer Person ohne Risikofaktoren vierfach, bei drei Risiko- faktoren der 1. Ordnung sogar zehnfach erhöht (Schwarzer, Höhn- Beste, 2004).
8
2.1.1.1. Risikofaktoren 1. Ordnung
Rauchen:
Personen, die mehr als 20 Zigaretten am Tag rauchen, haben ein sechsfach höhe- res Myokardinfarktrisiko gegenüber Nichtrauchern. Außerdem ist die Mortalität bei einem Myokardinfarkt bei Rauchern etwa doppelt so hoch. Vor allem Frauen sind gefährdet, die zusätzlich noch die „Pille“ nehmen (Schwarzer, Höhn- Beste, 2004). Die tägliche Zigarettenmenge und die Anzahl der Jahre korrelieren eng mit dem Risiko für die Entstehung einer Arteriosklerose. Gegenüber Nichtrauchern liegt die kardiale Gesamtmortalität bei Rauchern bei ca. 60- 70 % (Werner, Böhm, 2004). In Deutschland lag der Anteil der täglichen Raucher in der Erwachsenen- bevölkerung im Jahr 2003 bei 24 %. Spitzenreiter mit einem Raucheranteil von mehr als 33 % waren Griechenland, Ungarn und Luxemburg, Vorbilder hingegen Kanada, Schweden und die Vereinigten Staaten mit einem Raucheranteil von we- niger als 20 % der Gesamtbevölkerung (OECD, 2005).
Wichtigstes präventives Ziel sollte daher die Erreichung einer absoluten Nikotin- karenz des Rauchers sein. Dafür stehen eine Reihe validierter Raucherentwöh- nungsprogramme zur Verfügung, die am Anfang durch eine Nikotinersatztherapie (Nikotinpflaster) unterstützt werden können.
Hypertonie:
Von einer Hypertonie (Bluthochdruck) spricht man, wenn der Blutdruck dauerhaft > 140/90 mm Hg ist. Dieser führt u.a. zu Endorganschäden an Herz, Nieren und Gehirn. Personen mit einer dauerhaften Hypertonie haben ein vielfach höheres Risiko für die Entwicklung einer KHK und ein bis zu vierfach höheres Risiko für die Entstehung eines Myokardinfarktes. Höchstens ein Drittel der davon betroffe- nen Personen befindet sich in Behandlung (Schwarzer, Höhn- Beste, 2004). Die nichtmedikamentöse Basisbehandlung als Form der Primärprävention steht hier im Vordergrund. Dazu zählen genauso Maßnahmen, wie kochsalzarme, kalo- rien- und fettreduzierte Diät, als auch eine tägliche Ausdauerbelastung und einer gleichzeitigen Reduktion anderer Risikofaktoren (Nikotinabusus, Hypercholeste- rinämie, Adipositas, wenn nötig auch medikamentös begleitend)(Werner, Böhm, 2004).
9
Fettstoffwechselstörungen: Fettreiche und einseitige Ernährung, Alkoholmissbrauch und eine erhöhte Koh- lenhydratzufuhr führen zu einem Anstieg des Blutfettspiegels und erhöhen somit das Infarktrisiko. Werner und Böhm (2004) berichten von zahlreichen groß ange- legten randomisierten, prospektiven Studien zur Primär- und Sekundärprävention (LIPID Study Group 1998; Packard 1998; Pekkanen 1990; Sacks 1996 und 2000; Scandinavian Simvastatin Study Group 1994; Shepherd 1995) die belegten, dass eine Reduktion der Lipide eng mit einer verminderten Mortalität korreliert. Zu den häufigsten Fettstoffwechselstörungen zählen die Hypercholesterinämie und die Hypertriglyceridämie.
Diabetes mellitus:
Die chronisch verlaufende Stoffwechselkrankheit verursacht durch einen dauer- haft zu hohen Blutglucosespiegel (> 6,6 mmol/l) aufgrund von Insulinmangel Störungen im Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel. Dies wiederum führt u.a. zu Schädigungen an den Blutgefäßen und zu einer vorzeitigen Arteriosklero- se. In Deutschland sind sechs Millionen Menschen von dieser Stoffwechselkrank- heit betroffen, bereits jeder Dritte der 55jährigen Personen leidet daran, mit stei- gender Tendenz. 3 Präventive Maßnahmen basieren hier auf einer Lebenstilände- rung mit einer Ernährungsumstellung und ggf. diätetischen Maßnahmen, regelmä- ßigem Ausdauersport wie Joggen und Walking und einer wenn nötigen Gewichts- reduktion. Auch die gut eingestellte und kontrollierte medikamentöse Therapie zählt hier dazu (Werner, Böhm, 2004).
2.1.1.2. Risikofaktoren 2. Ordnung
Übergewicht:
Von einem Übergewicht spricht man, wenn der Body- Mass- Index > 25 kg/m 2 ist. Der BMI berechnet sich wie folgt:
BMI =
3 www.mk3.uniklinikum-dresden.de/Diabetes_Stoffwechsel/index.htm (30.04.06)
10
Übergewicht begünstigt nicht nur die Hypertonie, sondern führt meist neben ei- nem gestörten Zucker- und Fettstoffwechsel (Diabetes mellitus, Gicht) zu weite- ren Herz- Kreislauferkrankungen. Heute ist jeder zweite Deutsche von Überge- wicht betroffen (Polte, 2001). Ab einem BMI > 30 kg/m 2 spricht man dann von Adipositas, auch Fettleibigkeit oder Fettsucht genannt. Die Prävalenz dieser Er- krankung bei Erwachsenen reicht von nur 3 % in Japan und Korea bis zu einem Spitzenwert von 31 % in den Vereinigten Staaten. In Deutschland waren im Jahr 2002/2003 insgesamt 12,9 % der Erwachsenen adipös (OECD, 2005).
Eine gesunde (mediterrane) Diät, Gewichtsreduktion, Senkung der Hypertonie und verbesserten Stoffwechsellage (Lipide und Glucose) vermindern das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (Werner, Böhm, 2004). Die durch Nahrungs- mittel aufgenommene Energiemenge sollte sich am idealen Körpergewicht (Body- Mass- Index (BMI) zwischen 20- 25 kg/m 2 ) orientieren, wobei der Fettanteil ma- ximal 30 % betragen sollte. Ungesättigte Fettsäuren, wie z.B. kaltgepresstes Oli- venöl sind genauso, wie die Aufnahme von Obst, Gemüse sowie Vollkornproduk- ten, Fisch (Omega- III- Fettsäuren) und magerem Fleisch zu bevorzugen und sen- ken dadurch auch die Inzidenz von Malignomen, vor allem des Colon- Karzinoms (Werner, Böhm, 2004).
Bewegungsmangel:
Dieser spielt besonders in Verbindung mit kalorien- und fettreicher Ernährung eine Rolle und begünstigt wiederum die Hypertonie, Übergewicht und damit ver- bundene Folgeerkrankungen.
Nach den heutigen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) sollte vier bis fünf Mal wöchentlich eine physische sportliche Aktivität erfolgen, die die Herzfrequenz um 60- 75 % der normalen Herzfrequenz ansteigen lässt. Eine vorherige ärztliche Abstimmung und ein Belastungs- EKG sind empfeh- lenswert bei Personen mit einer bereits bestehenden KHK.
Psychosozialer Stress:
Negativer Stress (Distress), bei dem durch ständige Belastung und Anspannung Erholungsphasen ausbleiben, wirkt sich in umgekehrter Richtung auf das körper-
11
Quote paper:
2006, Prävention und Gesundheitsförderung von kardiovaskulären Erkrankungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Motivation - welche Einflussfaktoren sind notwendig, damit Motivation ...
Scholary Paper (Seminar), 13 Pages
Family Health Nurse - ein neues Berufsbild in der professionellen Pfle...
Diploma Thesis, 98 Pages
Auswirkungen virtueller Identi...
Communications - Multimedia, Internet, New Technologies
Termpaper, 18 Pages
Einstellung gegenüber Outgroups: Die Theorie der Sozialen Identität
Psychology - Social Psychology
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Leistungsmotivation - Theorie und praktische Methoden zur Leistungsver...
Pedagogy - Pedagogic Psychology
Scholary Paper (Seminar), 10 Pages
Wie die Kontroverse um fundame...
American Studies - Culture and Applied Geography
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Zur Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege am Beispiel d...
Scholary Paper (Seminar), 33 Pages
Kann der Glaube an sich selbst Berge versetzen? Eine kritische Untersu...
Business economics - Personnel and Organisation
Diploma Thesis, 71 Pages
Auswirkungen des mittleren und höheren Managements auf das Krankenhaus...
Ausgewählte Aspekte und entspr...
Scholarly Research Paper, 26 Pages
Das Konzept der neuen Körper - Macht und Zwang des Schönheitskults
Pedagogy - Miscellaneous Topics
Diploma Thesis, 101 Pages
Motivationsprobleme in der Schule
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 24 Pages
Der Einfluß von Vorurteilen und Stereotypen auf die Gruppe
Sociology - Individual, Groups, Society
Termpaper, 15 Pages
Problematik beim internationalen Personaleinsatz
Business economics - Personnel and Organisation
Termpaper, 27 Pages
Gesundheitsförderung im Krankenhaus - Notwendigkeiten und Möglichkeite...
Termpaper, 18 Pages
Motivation von Mitarbeitern -Motivationstheorien-
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholary Paper (Seminar), 16 Pages
Anonymous has published the text Prävention und Gesundheitsförderung von kardiovaskulären Erkrankungen
Prävention und Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten
Eine Studie zu Determinanten, ...
Thomas Kliche
Gesundheitsförderung im aktivierenden Sozialstaat
Präventionskonzepte zwischen P...
Bettina Schmidt, Petra Kolip
Prävention und Gesundheitsförderung Neue Aufgaben für die Pflege
Grundlagen und Beispiele. Pfle...
Martina Hasseler, Martha Meyer
Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter
Arnold Lohaus, Matthias Jerusalem, Johannes Klein-Heßling
Prävention und Gesundheitsförderung 4
Prävention von Sucht und Subst...
Reiner Hanewinkel, Bernd Röhrle
Gesundheitsförderung und Prävention selbständig lebender älterer Mensc...
Eine medizinisch-geographische...
Ulrike Dapp
Prävention und Gesundheitsförderung in der Ergotherapie-Ausbildung
Eine neue Herausforderung für ...
Nicola Thapa-Görder, Joachim Rottenecker
Prävention von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren und Erkrankungen
17. Erfurter Tage
Romano Grieshaber, Martina Stadeler, Hans-Christoph Scholle
0 comments