Als Anfang der 90 Jahre die beiden Wissenschaftler Kaplan und Norton ihr Modell der Balanced Scorecard veröffentlichten, wurde es zuerst als Modeerscheinung belächelt. Mittlerweile hat es sich zu einem betriebswirtschaftlichen Standard entwickelt. Die Jahre davor arbeitete man mit Kennzahlenmodellen, die den großen Nachteil haben, dass sie sich nur bedingt für die strategische Unternehmensführung eignen. Diese traditionellen Kennzahlensysteme berücksichtigen in der Regel nur vorhandene vergangenheitsorientierte Daten und Größen, ohne dies in einen strategischen Rahmen zu stellen. Die Balanced Scorecard ist in ihrer Anwendung völlig verschieden und stellt mehr als ein Kennzahlen-Tableau dar. Zu Anfang als ein Kennzahlenmodell angedacht, entwickelte sie sich schnell zu einem Management-System. Sie wird jedoch nicht nur als reines Kennzahlen- und Kontrollsystem verstanden, sondern vielmehr auch als Kommunikations-, Informations- und Lernsystem.
Wenn man in die Praxis sieht, so ist der Erfolg einer BSC enorm. Gemäß der "Balanced Scorecard Studie 2005" von Horvarth& Partners, hat eine BSC eine positive Auswirkung auf Umsatz und Ergebnis als auch auf eine Reihe nicht finanzieller Kennzahlen wie z.B. Kundenzufriedenheit und Qualität. Des weiteren sind die Teilnehmer der Studie der Meinung, dass sich ihr Jahresüberschuss im Vergleich zum Wettbewerb besser entwickelt hat. Die Ergebnisse aus der Balanced Scorecard Studie 2005 weisen zudem darauf hin, dass sich das Konzept im Vergleich zu den Studien 2001/02 und 2003 dynamisch weiterentwickelt hat, den Erwartungen der Anwender gerecht wurde und sich bis dato bester Gesundheit erfreut.
Trotz des großen Erfolges gibt es auch einige Schwachstellen, die zu einer Weiterentwicklung der Balanced Scorecard geführt haben. Im Nachfolgenden sollen nun ausgehend von dem Konzept der BSC die Schwachstellen aufgezeigt und die Weiterentwicklungen der BSC präsentiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage und Zielsetzung
2. Balanced Scorecard
2.1 Das Konzept
2.2 Schwächen der BSC
3. Strategy Maps
3.1 Spezielle Schwäche der BSC – Strategiebeschreibung
3.2 Prinzipien der Strategy Map
3.3 Perspektiven der Strategy Map
3.3.1 Finanzperspektive
3.3.2 Kundenperspektive
3.3.3 Interne Perspektive
3.3.3.1 Produktions- und Logistikmanagementprozesse
3.3.3.2 Kundenmanagementprozesse
3.3.3.3 Innovationsprozesse
3.3.3.4 Prozesse für gesetzliche und gesellschaftliche Normen
3.3.4 Lern- und Entwicklungsperspektive
3.5 Fazit
4. Die Berücksichtung des Risikoaspektes in der BSC- Balanced Chance and Risk Card
4.1 Das Konzept
4.2 Systemelemente
4.3 Fazit
5. Sustainable Balanced Scorecard- Berücksichtigung der Nachhaltigkeit
5.1 Nachhaltigkeit
5.2 Integration der Nachhaltigkeit
5.3 Fazit
6. Abschließende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Modell der Balanced Scorecard (BSC) auseinander, zeigt dessen Schwachstellen auf und erläutert weiterführende Konzepte, um eine ganzheitliche strategische Unternehmensführung zu ermöglichen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie die BSC durch methodische Ergänzungen wie Strategy Maps, Risikoaspekte und Nachhaltigkeitsintegration zu einem detaillierteren und robusteren Managementsystem weiterentwickelt werden kann.
- Grundlagen und Weiterentwicklung der Balanced Scorecard
- Konzeptionelle Bedeutung von Strategy Maps für die Strategiebeschreibung
- Integration von Risikomanagement durch die Balanced Chance and Risk Card
- Einbindung von Nachhaltigkeitszielen mittels der Sustainable Balanced Scorecard
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Finanzperspektive
Die Strategy Map behält die Finanzperspektive als die oberste Zielsetzung für gewinnmaximierende Unternehmen bei. Dabei wird innerhalb dieser Perspektive die Wachstumsstrategie und/ oder die Wirtschaftlichkeitsstrategie verwendet. Unternehmen können ihren langfristigen Shareholder- Value dadurch verbessern, indem sie einerseits ihre Umsatzmöglichkeiten ausweiten oder den Kundenwert verbessern ( Wachstumsstrategie) und/ oder andererseits ihre Kostenstruktur verbessern bzw. die Vermögensnutzung steigern ( Wirtschaftlichkeitsstrategie)
Die Finanzperspektive sollte aber im allgemeinen eine kurzfristige Wirtschaftlichkeitsstrategie als auch eine langfristige Wachstumsstragie beinhalten, damit das Wachstum des Shareholder-Value gesichert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangslage und Zielsetzung: Das Kapitel führt in die Entstehung der Balanced Scorecard als Managementsystem ein und benennt die Notwendigkeit ihrer Weiterentwicklung aufgrund identifizierter Schwachstellen.
2. Balanced Scorecard: Hier wird das Basiskonzept der BSC sowie deren Nutzen für das Performance Measurement erläutert, ergänzt um eine kritische Analyse konzeptioneller Nachteile.
3. Strategy Maps: Dieses Kapitel stellt die Strategy Map als Instrument zur Konsolidierung der Strategiebeschreibung vor und detailliert deren Aufbau und Perspektiven.
4. Die Berücksichtung des Risikoaspektes in der BSC- Balanced Chance and Risk Card: Das Kapitel thematisiert die Integration von Risikomanagement in das BSC-Konzept, um die Gefahr von Fehlentscheidungen durch unzureichende Informationsgrundlagen zu reduzieren.
5. Sustainable Balanced Scorecard- Berücksichtigung der Nachhaltigkeit: Hier wird die Erweiterung der BSC um ökologische und soziale Aspekte diskutiert, um Nachhaltigkeitsstrategien erfolgreich in Kernprozessen zu verankern.
6. Abschließende Betrachtung: Eine zusammenfassende Bewertung der vorgestellten Erweiterungsmodelle und ein Ausblick auf deren praktische Anwendung und Grenzen.
Schlüsselwörter
Balanced Scorecard, Strategy Maps, Risikomanagement, Nachhaltigkeit, Performance Measurement, Unternehmensführung, Strategieentwicklung, Shareholder Value, Unternehmenssteuerung, Finanzperspektive, Lern- und Entwicklungsperspektive, Balanced Chance and Risk Card, Sustainable Balanced Scorecard.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Managementinstrument Balanced Scorecard, beleuchtet dessen konzeptionelle Schwächen und präsentiert fortgeschrittene Ansätze zu dessen Weiterentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Strategiebeschreibung, die Integration von Risikomanagement und die Implementierung von Nachhaltigkeitszielen im Kontext der Unternehmenssteuerung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch spezifische Erweiterungen wie Strategy Maps, Risikoaspekte und Nachhaltigkeitsperspektiven ein ganzheitlicheres Management- und Kontrollsystem geschaffen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich existierender Managementsysteme sowie der Auswertung einschlägiger Literatur zur Balanced Scorecard.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Grundkonzept der BSC, die Strategy Maps nach Kaplan/Norton, die Balanced Chance and Risk Card sowie die Sustainable Balanced Scorecard detailliert erläutert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Balanced Scorecard, Strategy Maps, Risikomanagement, Nachhaltigkeit und Performance Measurement beschreiben.
Was genau leistet die Strategy Map als Ergänzung zur klassischen BSC?
Sie behebt die Schwachstelle der mangelnden Strategiebeschreibung, indem sie Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen den vier Perspektiven visualisiert und operationalisierbar macht.
Warum ist die Integration der Nachhaltigkeit in der BSC sinnvoll?
Da die Missachtung von gesetzlichen und gesellschaftlichen Normen existenzbedrohend sein kann, ermöglicht die Sustainable Balanced Scorecard eine systematische Berücksichtigung der drei Säulen Ökonomie, Ökologie und Soziales.
- Arbeit zitieren
- Dominik Zimmer (Autor:in), 2007, Weiterentwicklung der Balanced Scorecard, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69407