Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Die Verschiedenheit von Sprachen 3
2.1. Die Schwierigkeiten des Übersetzens einzelner Wörter 3
2.2. Die unterschiedlichen Formulierungen für denselben Sachverhalt 5
3. Die Positionen des Relativismus und des Universalismus 6
4. Die Sapir-Whorf Hypothese 7
5. Die Untersuchungen von Berlin und Kay 9
5.1. Das Experiment 9
5.2. Die Ergebnisse 10
5.3. Die Befunde in Bezug auf die Sapir-Whorf Hypothese 11
5.4. Die Relevanz der Befunde für die Relativismus-Universalismus Debatte 12
6. Fazit 12
7. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Die Frage, die die Semantik seit jeher beschäftigt, ob die unterschiedlichen Sprachen dieser Welt auch ein vollkommen anderes Denksystem zugrunde liegen haben und es so unmöglich ist, in zwei Sprachen genau dasselbe auszudrücken oder ob es universelle Prinzipien gibt, die es doch möglich machen, über ein und dasselbe miteinander zu kommunizieren, wird in Folgendem behandelt. Zur Grundlage werde ich die Verschiedenheit von Sprache anhand von Beispielen aufzeigen. Wo Unterschiede in der Grammatik und im Lexikon bestehen und warum es so schwer ist, Wörter und ganze Sätze zu übersetzen. Weiter führe ich die gegensätzlichen Ansichten des Universalismus und des Relativismus aus, um weiter auf die Sapir-Whorf-These zu sprechen zu kommen. Diese ist eng verbunden mit der Sichtweise des Relativismus und besagt, dass Inhalt und Art unseres Denkens durch die Sprache vorgeschrieben ist. Um diese Hypothese zu überprüfen, folgt die Darstellung einer berühmten Farbuntersuchung von Berlin und Kay. Dabei stellen sich einige wichtige Erkenntnisse heraus, die bis heute für die Semantik von großer Bedeutung sind. Um den Kreis zu schließen, ende ich mit der Erklärung, was die Befunde von Berlin und Kay in Bezug auf die Sapir-Whorf-Hypothese sowie auf die Relativismus-Universalismus-Debatte für eine Relevanz erhalten haben.
2. Die Verschiedenheit von Sprachen
2.1. Die Schwierigkeiten des Übersetzens einzelner Wörter
Lernt man eine Fremdsprache, stellt man zunächst fest, dass andere Sprachen gegenüber der Muttersprache eine andere Aussprache, eine andere Grammatik und einen anderen Satzbau besitzen. Schnell merkt man, dass es mit Problemen verbunden ist, einen Text wirklich genauestens zu übersetzen bzw. Ausdrücke aus der eigenen Sprache mit einem entsprechenden Ausdruck in der Fremdsprache wiederzugeben. Oft kommt es vor, dass sich Wörter einfach nicht übersetzen lassen, höchstens in der Form, dass man ein bestimmtes, nicht übersetzbares Wort, umschreibt, aber es liegt kein entsprechendes Wort für diese Bedeutung in der Fremdsprache vor.
Ein Beispiel für ein nicht übersetzbares Wort findet sich im Japanischen zum Deutschen. Während das Deutsche die Termini „Finger“ und „Zeh“ besitzen, werden im Japanischen beide Wörter zusammengefasst. In Japan existiert lediglich das Wort
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„yubi“. Umgekehrt haben wir nur ein Wort für „Wasser“, während die Japaner es unterteilen, einmal in kaltes Wasser „mizu“ und in warmes Wasser „yu“. In diesem Fall liegt die Unterschiedlichkeit darin, dass eine Sprache ein Wort in ihrem Lexikon besitzt, welches eine andere Sprache in zwei verschiedene Wörter einteilt. Komplexer werden die Beziehungen in folgender Anschauung. Im Deutschen unterscheiden wir die Lexeme „Baum“, „Holz“ und „Wald“. Das Englische benennt sie mit „tree“, „wood“ und „wood“. „Wood“ bezeichnet zum einen eine Ansammlung von Bäumen und zum anderen das Material der Bäume. Obwohl diese Lexeme dieselbe Gestalt haben, erkennt man an ihrem grammatischen Verhalten, wann welche der beiden Bedeutungen vorliegt.
Im Japanischen liegt in diesem Beispiel ebenfalls ein Gleichklang vor, denn das Lexem „ki“ steht einmal für „Baum“ und einmal für „Holz“. Dies lässt sich aber ebenfalls im Zusammenhang durch semantische und grammatische Faktoren unterscheiden. Allerdings ist zu sagen, dass, auch wenn sich nun „Baum“ ins Englische sowie ins Japanische übersetzen lässt, die Ausdrücke hier nicht dieselbe Bedeutung aufweisen. Zwischen „tree“ und „ki“ liegt eine Bedeutungsvariante. Nur sehr selten haben zwei Lexeme aus verschiedenen Sprachen exakt dieselbe Bedeutung. Dies resultiert aus der Polysemie, der Mehrdeutigkeit, die in den verschiedenen Sprachen vorherrscht.
Das Wort „Schule“ kann als die Bezeichnung für ein Gebäude, eine Institution oder für Unterricht stehen. Es liegt also ein Begriff vor, der mehrere Bedeutungen hat, die einander ähnlich sind und sich von einer Grundbedeutung ableiten lassen. Die Bedeutung eines Morphems hat sich aufgespalten, so dass verschiedene Bedeutungsvarianten entstanden sind (Linke, Nussbaumer, Portmann (2001) S. 141).
Bedeutungsunterschiede lassen sich selbst bei so scheinbar klar zu definierbaren Lexemen wie „essen“ und „trinken“ feststellen. Das Japanische grenzt diese Lexeme so voneinander ab, dass „nomu“ (entspricht im Deutschen „trinken“) immer dann benutzt wird, wenn etwas ungekaut heruntergeschluckt wird, während das Deutsche im Gegensatz dazu das Lexem „essen“ auch bei einer Suppe verwendet, die ebenfalls unzerkaut geschluckt wird. Jede Sprache besitzt also andere Kriterien, die ein Zustand erfüllen muss, um ein bestimmtes Lexem verwenden zu dürfen. Oft gibt es auch da im Vokabular keine entsprechenden Übersetzungen, wo sich geographische und kulturelle Lebensräume unterschieden. In manchen Ländern gibt
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Monique Schlömer, 2005, Bedeutung und Sprachvergleich, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Sprachliche Relativität: Die Sapir-Whorf-Hypothese
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