Gliederung:
1. Einleitung 01
2. Der Situative Ansatz 02
3. Kritik am Situativen Ansatz
a. Die endogene Kritik 05
b. Die exogene Kritik 07
4. Folgen der Kritik 10
5. Zusammenfassung 12
6. Bibliographie 14
II
1. Einleitung:
Eine Methoden, mit der man zuverlässig eine Organisation so gestalten kann, dass sie in einer vorher bekannten Umgebung die optimale Anpassung findet, könnte sich der Beachtung der Fachwelt sicher sein. An dieser Stelle setzte der Situative Ansatz an. Interessant ist die Idee allemal, sagt sie doch, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der internen und externen Umwelt einer Organisation und der Organisationsstruktur gäbe. Mehr noch verspricht die Idee eine Möglichkeit, die Organisation schon mit einem Vorwissen zu planen und auf diesem Wege die Erfolgschancen einer Unternehmung zu maximieren. Doch warf dieser Ansatz auch viele Fragen bezüglich der wahren Zusammenhänge zwischen dem Umfeld einer Organisation und dieser selbst auf. Gerade eine befürchtete Zwangsläufigkeit bei den Zusammenhängen sorgte und sorgt für große Unruhe.
In diesem Thema möchte ich meine Hausarbeit ansiedeln, da mittlerweile viele Stimmen laut geworden sind, die dem Situativen Ansatz mehr als kritisch gegenüberstehen. So möchte ich mich besonders mit den Grundlagen und der Durchführung des Situativen Ansatzes auseinander setzten, den gerade hierzu finden sich in der Literatur ausführliche Aufsätze, die sich kritisch mit den Themen beschäftigen. Ich werde mit einer kurzen Einführung in den Situativen Ansatz beginnen, wobei ich nur die grundlegende Struktur verdeutlichen will. Im Anschluss werde ich mit der Kritik etwas tiefer in die Materie eindringen. Da auch zwei Hauptkritikzweige vorhanden sind und auch um die Übersichtlichkeit zu wahren, werde ich diesen Abschnitt in die endogene und exogene Kritik unterteilen. Im nächsten Schritt werde ich den Folgen der Kritik und den Weiterentwicklungen einwenig Raum geben, da auch sie von Bedeutung sind. Am Ende
1
werde ich in der Zusammenfassung die Ergebnisse der Arbeit sammeln.
Die Literaturlage zum Situativen Ansatz ist gut erschlossen. So finden sich spezielle Bücher und Aufsatzsammlungen zum Situativen Ansatz, als auch genügend Betrachtungen in Büchern, die sich mit dem Thema der Organisationsgestaltung im Allgemeinen beschäftigen. Eine weitere Quelle für die Informationsbeschaffung ist das Internet, hier finden sich sowohl spezielle Seiten von Verwaltungsfachleuten als auch Seiten verschiedener Universitäten, die das Internet nutzen, um ihre Texte zu publizieren.
2. Der Situative Ansatz
Der Situative Ansatz, der von manchen Autoren in ihren Texten auch als kontingenztheoretischer Ansatz bezeichnet wird, versucht eine Verbindung zwischen dem Erfolg (oder Misserfolg) einer Organisation und der Situation zu schaffen, in der die Organisation situiert ist. 1 Man kann dies auch mit zwei Thesen ausdrücken, um zu verdeutlichen, was hinter dem Situativen Ansatz und der Kritik dazu steckt:
1. „Organisationsstrukturen sind rationale Muster
zur Lösung betrieblicher Problem. Das Streben nach Effizienz lässt keinen Spielraum für unterschiedliche kulturelle Lösungen, zumindest in kapitalistischen Wirtschaftsordnungen nicht. Deshalb schälen sich langfristig in allen Kulturen die gleichen Beziehungen zw. Situation und Struktur heraus (culture-free thesis).
2. Organisationsstrukturen müssen auch langfristig
den kulturellen Gegebenheiten Rechnung tragen (culture-bound thesis). 2 Wobei sich diese beiden Thesen nur auf einen Aspekt (Kultur) des Situativen Ansatzes beziehen. Die Arbeit beginnt, wie jede sozialwissenschaftliche Untersuchung dieser Art, mit einer Fragestellung. Daraufhin wählt man die Eigenschaften der Organisationen aus, die man bezogen auf die Fragestellung für relevant hält. Im Anschluss muss man für die Eigenschaften die passenden Maße finden, um sie zu operationalisieren. Daraus ergeben sich Strukturdimensionen, in diesen finden sich verschiedene organisatorische Regelungen, aus deren Kombination sich die Struktur der Organisationen ergeben. Aus den Strukturdimensionen entwickelt sich der Merkmalsraum, der auch Realitätsausschnitt genannt werden kann, da sich hier die realen Eigenschaft einer Organisation einordnen lassen.
Problematisch logischerweise nicht alle erdenklichen Merkmale in sich aufnehmen kann. Dies kann durch eine Ausweitung der aufgenommenen Merkmale gemildert, aber nicht ganz behoben werden. Auch lassen sich Aussagen bezüglich der Zusammenhänge und Darstellung der Realität nur in Hinsicht auf die Fragestellung(en) treffen. Ein wichtiger Punkt bei der Darstellung der Realität sind die Maße, bei der Skalierung kommt es darauf an, einen Mittelweg zwischen zu groben und zu feinen Skalen zu finden: Den Groben fehlt es meist an Genauigkeit oder Differenzierbarkeit und die Feinen liefern ein Übermaß an Informationen, wodurch die gesamte Studie an Wert verlieren.
Konzeptualisierung und Operationalisierung findet auf zwei Seiten statt: Einmal von der Seite der Organisation aus und auf der anderen Seite muss natürlich auch die Situation erfasst werden. Auf der ersten Seite unterteilt man die Merkmale in fünf Strukturdimensionen:
2 zit.: Kieser, Alfred / Kubicek, Herbert: Organisation, Berlin/New York 1992, S.254.
3
Arbeit zitieren:
Matthias Schönfeld, 2004, Der Situative Ansatz, München, GRIN Verlag GmbH
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