Gliederung:
1. Grundlegende Betrachtungen der Wende
1.1. Definition Wende S. 2
1.2. Die Wende und ihre Bedeutung für die Leistungsvollendung S. 2- 3
1.3. Entwicklung der Wende S. 3- 4
1.4. Wendearten allgemein S. 4- 5
N Hohe Wende
N Flache Wende
N Tiefe Wende
2. Wendetechniken
2.1. Allgemein gültige Phasen der Wende S. 5- 6
2.2. Technische Anforderungen unter biomechanischen
Gesichtspunkten S. 6- 7
2.3. Wendearten im Kraulschwimmen
S.10-12
3. Technik der Rollwende im Kraulschwimmen
4. Lehren der Rollwende im Kraulschwimmen
4.1. Rahmenplanbezug S.12-13
4.2. Methodisches Verfahren zum Erlernen der Rollwende
im Kraulschwimmen an der Universität Rostock S.13-14
5. Bewertungskriterien für die Rollwendetechnik und die
S.14-15 Demonstrationsfähigkeit der Studenten/ Studentinnen
6. Analyse der Demonstrationsfähigkeit der Rollwende nach Abschluss S.15-19
des Schwimmgrundkurses 1 Lehramt Gymnasium
6.1. Diagramme zur Auswertung der benötigten Wendezeit S.16
7. Fehlerarten und Korrekturmöglichkeiten S.19-21
8. Quellenverzeichnis
9.
1
1. Grundlegende Betrachtungen der Wende
1.1. Definition der Wende
Unter einer Wende (aus dem Althochdeutschen: wendi = wenden) versteht man laut verschiedener Lexika entweder eine einschneidende Veränderung, den Wandel eines Geschehens oder eine historische Veränderung zu einem neuen Abschnitt. Des Weiteren ist sie im politischen Sinne das Schlagwort der ehemaligen DDR-Regierung für die friedliche Revolution und Wiedervereinigung. In der Seemannssprache beschreibt die Wende die Umkehr eines Schiffes um 180°. Im Schwimmsport bedeutet sie jedoch das Wenden am Ende einer Bahn und die damit einhergehende Richtungsänderung um ebenfalls 180°.
Im Sportschwimmen wird die Wende genauer definiert als „Umkehr am Ende der Schwimmbahn zur Fortsetzung eines Wettkampfes, wenn die Strecke länger als eine Bahn ist.“ 1
1.2. Die Wende und ihre Bedeutung für die Leistungsvollendung
Wenden jeglicher Art entstanden aufgrund der Tatsache, dass die meisten Wettkampfstrecken im Schwimmen ein Vielfaches einer Bahnlänge betragen und die Schwimmer somit ihre Richtung einmal oder mehrmals verändern müssen. Bei einer Wettkampfstrecke von 1500m entspricht das in einem 50m-Becken genau 29 Wenden. Die Wende stellt somit, ebenso wie der Startsprung, eine sehr wichtige Teilfunktion innerhalb des Bewegungsablaufes dar und unterstützt die Leistungsvollendung entscheidend.
In den international festgelegten Wettkampfbestimmungen von 1985 ist die Durchführung einer Wende im Sportschwimmen im Allgemeinen wie folgt festgelegt: „Bei allen Wettkämpfen muß der Schwimmer beim Wenden körperlichen Kontakt mit dem Ende des Bades oder der Bahn haben. Die Wende muss an der Wand ausgeführt werden; es ist nicht gestattet, sich vom Boden des Beckens abzustoßen oder abzuspringen.“ 2 Der Abstoß von der Beckenwand ermöglicht dem Schwimmer eine größere Geschwindigkeit als auf der
1 Komar, I.: (1996) „Schwimmtechnik im Kindertraining“ (Bd. 5 Kraulschwimmen);
Aachen: Meyer und Meyer Verlag; S. 30 2 Schramm, E.:(1987) „Sportschwimmen“; Berlin: Sportverlag Berlin; S. 120
2
Schwimmstrecke. Eine Wende ist demnach nur effektiv, wenn sie vom Schwimmer technisch richtig ausgeführt wird und einen Zeitgewinn ermöglicht.
Bei jedem Wendevorgang im Messbereich von 10m kann ein relativer Zeitgewinn im Vergleich mit der Zeit auf der Schwimmstrecke erreicht werden:
im Rückenschwimmen von 0,35 bis 0,60 Sekunden,
Das belegt eindeutig, welche Bedeutung die Wende hat und wie sehr sie das Endergebnis beeinflussen kann. Ein möglicher Zeitverlust, der bei der Wende entstanden ist, ist meist auch nicht durch die Schwimmgeschwindigkeit wieder aufzuholen. Je länger die zu schwimmende Strecke, desto größer ist der Anteil der Wendezeiten an der Gesamtzeit, da die Wende auf langen Strecken langsamer ausgeführt wird als auf kurzen. Im Idealfall beträgt die Wendezeit auf einer 100m-Strecke im Kraulschwimmen 4,5 bis 5,1 Sekunden,
1.3. Entwicklung der Wende
Die zunehmenden Veränderungen im Bäderbau (auf der einen Seite flache Schwimmbecken, Balkenbegrenzungen, durchgehend tiefe Bassins usw.) hatten im Laufe der Zeit großen Einfluss auf die Entwicklung der Wenden und machten die Herausbildung verschiedener Wendearten und -techniken erforderlich. Auch das Streben nach immer besseren Leistungen führte zu einer weiteren Verbesserung der Wendentechnik und verstärkte die Suche nach dem rationellsten Verfahren. In keiner von mir verwendeten Publikation finden die ursprünglichen Aufsteh- und Balkenwenden Berücksichtigung. Diese entwickelten sich jedoch zu den heute angewandten hohen, flachen und tiefen Wenden, auf die ich später noch eingehen werde. Das Hauptmerkmal zur Bezeichnung einer Wende bildet jeweils die Lage des Kopfes und des Rumpfes während der Drehung. Aus den neuen Wettkampfbestimmungen von 2005 (§ 101: Wettkampfbahn - 4. Wände) wird ersichtlich, dass heutzutage nicht nur die Wende an die Bedingungen angepasst ist, sondern auch die Bedingungen an die Wende. „Die Wände müssen parallel und senkrecht sein. Die Wände an beiden Enden müssen mit der Wasseroberfläche einen rechten Winkel
3
bilden, aus festem Material errichtet sein und bis 0,8 m unter der Wasseroberfläche eine nicht rutschende Oberfläche besitzen, sodass der Schwimmer den Anschlag und Abstoß bei den Wenden ohne Risiko ausführen kann.“ 3 Die Vervollkommnung der Wendetechnik bietet trotzdem noch große Reserven. Es ist absehbar, dass weitere Änderungen und Verbesserungen stattfinden und die Bestleistungen von heute wohl noch übertroffen werden.
1.4. Wendearten allgemein
Nach den zuvor angesprochenen Wettkampfbestimmungen ergibt sich eine Vielzahl von möglichen Variationen für die Wende. Bei allen Sportschwimmarten sind die Wenden in drei Gruppen zusammengefasst. Die Zuordnung einer Wende zu einer Gruppe orientiert sich an einem Hauptmerkmal. „Nach der Lage des Kopfes und des Rumpfes zur Wasseroberfläche und den dominierenden Drehungen des Körpers um seine Achsen lassen sich die Wenden im Sportschwimmen in hohe, flache und tiefe Wenden unterteilen.“ 4 Die drei Arten möchte ich jetzt kurz umreißen und später unter Punkt 2.2. näher erläutern.
Die hohe Wende benötigt die längste Zeit für ihre Ausführung. Die Hauptdrehachse ist hier die Körperlängsachse. Bei ihrer Ausführung bleibt der Kopf des Schwimmers über Wasser, während der Rumpf kurzzeitig eine fast senkrechte Position einnimmt. Sie findet im Anfängerunterricht und in unteren Leistungsbereichen Anwendung, zum Beispiel beim Rückenschwimmen.
Die flache Wende jedoch dreht sich um die Tiefenachse und lässt sich schneller ausführen als die hohe Wende. Der Rumpf und der Kopf sind während der Drehung parallel zur Wasseroberfläche, sodass kein Aufrichten stattfindet. Man muss beachten, dass das Einatmen im Anschwimmbereich notwendig ist, da es bei der weiteren Ausführung nicht möglich ist. Die flache Wende findet ihre Anwendung zum Beispiel im Brustschwimmen als flache, seitliche Wende.
Die tiefe Wende oder auch Rollwende genannt, beansprucht die geringste Zeit und wird sowohl um die Körperbreitenachse als auch um die Körperlängsachse gedreht. Eine Ausnahme stellt hierbei der Wechsel vom Rücken- ins Kraulschwimmen dar.
3 www.voes.or.at/med ia/WB_Schwimmen.pdf 4 Schramm, E.:(1987) „Sportschwimmen“; Berlin: Sportverlag Berlin; S.122
4
Im Allgemeinen taucht der Körper bei der tiefen Wende nach vorn/ unten ab. Auch hier ist das Einatmen im Anschwimmbereich zu beachten, wie zum Beispiel bei der Rollwende im Kraulschwimmen. Im Idealfall ermöglicht die tiefe Wende durch den fließenden Übergang von der Vorwärtsbewegung in die Drehbewegung eine wichtige Zeitverkürzung. Je nach Leistungsstand und unter Beachtung der Wettkampf- bestimmungen für die einzelnen Schwimmarten können alle drei beschriebenen Arten angewandt werden. Es entstehen oft auch Mischformen, die sich aus zwei Arten zusammensetzen können. Leistungsstarke Schwimmer beherrschen die für sie günstigste Wendeart und können sie über beide Körperseiten ausführen.
2. Wendetechniken
2.1. Allgemein gültige Phasen der Wende
Für alle gebräuchlichen Wendearten sind die folgenden 5 Phasen allgemein gültig. In der Phase des Anschwimmens und Orientierens sollte der Schwimmer ohne Reduzierung seiner Schwimmgeschwindigkeit die sich verringernde Distanz zur Wand einschätzen können. Er orientiert sich vor der Wand und konzentriert sich auf die bevorstehende Drehung beziehungsweise den Abtauchpunkt. In Vorbereitung auf die Wende ist in dieser Phase das Einatmen zu berücksichtigen.
In der zweiten Phase geht der Anschlag am Ende der Bahn in die Drehung über. Eine Ausnahme bildet die tiefe Wende, bei der der Anschlag erst auf die Drehung folgt. Je nach Schwimmart und den entsprechenden Wettkampfbestimmungen variieren sowohl der Anschlag als auch die Drehung. „Die Drehgeschwindigkeit wird maßgeblich durch die Bewegungen des Kopfes, der Arme, des Schultergürtels und die Lage der Teilkörperschwerpunkte sowie den durch das Gesamtkörperverhalten hervorgerufenen Wasserwiderstand beeinflusst.“ 5 Viele Faktoren bestimmen also, ob eine Drehung schnellkräftig verwirklicht werden kann oder nicht. Die Fähigkeit sich mit den Extremitäten vom Wasser abzudrücken, spielt auch eine durchaus wichtige Rolle. Die Richtungsänderung um 180° wird durch die Drehung um die verschiedenen Körperachsen in vertikaler oder/ und horizontaler Ebene vorgenommen.
5 Schramm, E.:(1987) „Sportschwimmen“; Berlin: Sportverlag Berlin; S.124
5
Quote paper:
Anja Uhlitzsch, 2006, Analyse der Demonstrationsfähigkeit nach Abschluss des Schwimmgrundkurses 1- Rollwende Kraul, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Zweite Moderne oder Postmoderne?
Ein Architektur–Diskurs
Art - Architecture / History of Construction
Textbook, 77 Pages
Karl August Lingner - Leben und Werk eines sächsischen Großindustriell...
History Europe - Germany - 1848, Empire, Imperialism
Research Paper, 125 Pages
Limitations of Experimental Channel Characterisation
Doctoral Thesis / Dissertation, 275 Pages
Die Befreiung des Menschen vom Künstler
Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Doctoral Thesis / Dissertation, 123 Pages
Troia bei Homer und in der historischen Realität
Gab es das Troia der Ilias wir...
History - World History - Early and Ancient History
Research Paper, 22 Pages
Niedersächsisches Ausführungsgesetz zum Sozialgerichtsgesetz (Nds. AG ...
Kommentar
Law - Public Law / Miscellaneous
Textbook, 24 Pages
Die Sache selbst in Hegels System
Philosophy - Philosophy of the 19th Century
Doctoral Thesis / Dissertation, 167 Pages
Anja Uhlitzsch's text Analyse der Demonstrationsfähigkeit nach Abschluss des Schwimmgrundkurses 1- Rollwende Kraul is now available as a printed book
Anja Uhlitzsch has published the text Analyse der Demonstrationsfähigkeit nach Abschluss des Schwimmgrundkurses 1- Rollwende Kraul
Anja Uhlitzsch has uploaded a new text
Abschluss-Prüfungsaufgaben Fachoberschule /Berufsoberschule Bayern / E...
Mit den Original-Prüfungsaufga...
Günther Albrecht, Michael Albrecht
Abschluss-Prüfungsaufgaben Realschule Bayern. Mit Lösungen / Englisch ...
Mit den Original-Prüfungsaufga...
Konrad Huber
Abschlussprüfung Englisch. Jahrgangsstufe 10 - Zentrale Prüfung Typ B ...
Arbeitsheft
David Christie
Abschlussprüfung Englisch 10. Schuljahr. Sekundarstufe I. Nordrhein-We...
Arbeitsheft mit Lösungsheft
David Christie
Abschluss-Prüfungsaufgaben Hauptschule Bayern / Englisch 10. Klasse - ...
Mittelschule M10. Mit den Orig...
Abschluss-Prüfungsaufgaben Hauptschule Bayern / Sammelband Mathematik ...
Mit den Original-Prüfungsaufga...
Walter Modschiedler, Werner Bayer, Eva Siglbauer
Abschluss-Prüfungsaufgaben Hauptschule Bayern / Training Quali Englisc...
Mit den Original-Prüfungsaufga...
Birgit Mohr, Paul Jenkinson
0 comments