Vorwort
In meinem Umfeld gibt es einige Menschen, die Musik des Genres Hardcore (Näheres zu Hardcore siehe Kapitel 5) hören. Es gibt nur wenige Bands, die ich selber gerne höre. Meistens ist mir die Musik zu hektisch und laut, zu brutal und zu offensiv. Oft gibt es Songs, bei denen man weder den Text, noch musikalische Parameter verstehen kann. So habe ich Musikerleben nicht kennen gelernt. Es fühlt sich manchmal wie das komplette Gegenteil von der klassischen Musik an, die ich aus übe. In meinem privaten Bereich gibt es mehrere Personen, die in einer Hardcoreband spielen. Wir diskutieren des Öfteren, ob diese Art der Musik wirklich aggressives Verhalten auslöst oder ob es andere Gründe gibt, weshalb das Publikum so auf die Musik reagiert.
Der Beweggrund mich mit diesem Thema in meiner Examensarbeit zu beschäftigen, war das Konzert einer Band, bei dem ich das „Merchandise“ (Bandmaterial, wie CD’s und T-Shirts) verkaufte. Dort war die Stimmung angespannt und schlug teilweise um, so dass es zu kleineren Auseinandersetzungen kam.
Das Publikum steht meist gedrängt vor der Bühne (oft sind es kleine Konzerträume) und das Tanzen gleicht eher einem Gerangel.
Bei diesem Konzert wurde eine „neue Form des Tanzes“ ausgeführt, das Violent Dancing. Dabei stehen einige Personen vor der Bühne und machen so genannte „Kicks“, schleudern wild ihre Arme und laufen, sich auf die Brust hauend, im Raum umher. Dabei haben andere, die eher „pogen“ (Tanzart, bei der man sich tanzend schubst, aber nicht verletzt) wollen, keine Chance. Sie müssen am Rand stehen bleiben und können nur zugucken. (Näher gehe ich darauf in Kapitel 5.1.2 ein.) Ein Bekannter von mir war von dieser Art und der aggressiven Stimmung von Anfang an nicht begeistert. Als seine Freundin von jemandem angerempelt wurde, kam es zu Handgreiflichkeiten. Es kam zum Glück zu keiner Schlägerei. Dennoch verursachte er durch sein Verhalten am Ende des Konzertes eine große Diskussion. Er forderte von der Band, dass sie „ihre Fans“ besser im Griff haben soll. Die Band reagierte mit einer Durchsage, dass hier nur gefeiert wird und Schlägereien bitte draußen ausgetragen werden. Anderes konnte sie während sie auf der Bühne stand nicht tun.
62
Man kann sich jetzt fragen, ob es an der vermutlich mit Aggressionen aufgeladenen Person oder am Alkohol lag, dass es soweit gekommen ist. Vielleicht lag es aber auch an der Tatsachen, dass seine Freundin betroffen war. Oder war das Konzert und somit die Musik der Auslöser für die Stimmung und somit für das Verhalten?
63
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 67
2. Emotionen. 69
2.1 Grundlagen der Emotionspsychologie 69
2.1.1 Definition von Emotion 69
2.1.2 Der emotionale Prozess 69
2.1.3 Stimmungen. 70
2.1.4 Gefühle 72
2.2 Strukturen der Emotionen. 72
2.3 Physiologien der Emotionen. 73
2.4 Funktionen von Emotionen 74
3. Musik und Emotionen 75
3.1 Emotionaler Ausdruck von Musik. 75
3.2 Zur Rezeption von Musik 76
3.2.1 Musikerleben 76
3.2.2 Heilende Wirkung von Musik 78
3.2.3 Schädigende Wirkung von Musik 79
3.3 Funktionen von Musik. 81
3.3.1 Musik als Stimmungsregulator im Alltag. 81
3.3.2 Musik in der Gesellschaft 83
3.3.3 Musik im individuellen Bereich 84
3.4 Beziehung zwischen Musikwahrnehmung und Emotionen. 84
4. Psychologie der Aggression 85
4.1 Aggressionsdefinitionen 85
4.2 Formen von Aggression und aggressivem Verhalten. 87
4.2.1 Äußerlich - formale Einteilung. 88
4.2.2 Inhaltlich - motivationale Einteilung. 89
4.2.3 Weitere Formen 90
64
4.3 Ursachen und Erklärungsmodelle. 90
4.3.1 Aggressionen im Tierreich 90
4.3.2 Faktoren. 91
4.3.3 Ursache: Gene? 92
4.3.4 Testosteron, Auslöser für männliche Aggression? 92
4.3.5 Ursache: Umwelt? 93
4.3.6 Sozial erlernte Aggression. 93
4.3.7 Frustrations-Aggressions-Hypothese 94
4.3.8 Ursache: Anlagen und Umwelt gemeinsam? 94
4.4 Auslöser von Aggressionen 95
4.5 Möglichkeiten der Aggressionsminderung/Therapie 96
4.5.1 Lerntherapie. 96
4.5.2 Verhaltenstherapie 97
5. Hardcore (H)C 99
5.1 Entwicklung und Geschichte des HCs 99
5.1.1 Chronologie 100
5.1.2 New Wave - 1970, wie alles begann. 100
5.1.3 Vorläufer: Punk - 1975/77 101
5.1.4 Hardcore Punk - 1984, ein Überblick 102
5.1.5 Hardcore - musikalische Weiterentwicklung des Punk 103
5.1.6 Frauen und Hardcore 104
5.2 Fans - HC is more than music. 105
5.2.1 Hardcore - Fashion. 105
5.2.2 D.I.Y. Straight - Edge, eine Lebensphilosophie. 105
5.2.3 Good Night White Pride - Aktion gegen Rechts 107
5.2.4 Eine Tanzrichtung scheidet die Geister: „Violent Dancing“ 108
5.3 Musikalische Gestaltung von HC 110
5.3.1 Musik- und Songstruktur 110
5.3.2 Texte 111
5.3.3 Instrumentierung. 112
65
5.4 Song-Analysen und Höreindrücke 113
H örbeispiel 1: Minor Threat - Minot Threat. 113
5.4.1
H örbeispiel 2: Agnostic Front - Gotta Go 114
5.4.2
H örbeispiel 3: Caliban - Certainty Corpses Bleed Cold 116
5.4.3
5.5 Konzertbericht und Beobachtungen 63
5.5.1 Allgemeines 63
5.5.2 Beobachtungen außerhalb des Konzertes 64
5.5.3 Das Konzert 64
5.5.4 Beobachtungen während des Konzertes 67
5.5.5 Fazit über das Konzert. 67
6. „Studie“: Umfrage mit HC-Hörern und -Musikern. 68
6.1 Umfrage mit HC-Hörern 68
6.1.1 Methode 68
6.1.2 Auswertung und Ergebnisse 68
6.1.3 Meinungen. 75
6.2 Umfrage mit HC-Musikern 76
6.2.1 Methode 76
6.2.2 Auswertung und Ergebnisse 76
7. Fazit 79
Anhang 82
Glossar 105
Literaturverzeichnis 110
66
1. Einleitung
Wie ich im Vorwort schon erwähnt habe, war der Auslöser für das Thema meiner Arbeit ein Ereignis, bei dem ich selber vor Ort gewesen bin. Mich hat unabhängig von diesem Erlebnis schon immer interessiert, wieso sich manche Leute bei Hardcore - Konzerten (aber auch bei anderen Konzerten dieses Musikstils) aggressiv aufführen. Das führte mich zu der Frage, ob es die Musik ist, die die Leute aufputscht und dementsprechend aggressiv macht. Oder gibt es andere Gründe und wenn ja, welche für das aggressive Verhalten?
Ich erwarte hierauf keine eindeutige Antwort. Dennoch finde ich es spannend mich damit auseinander zu setzen. Vielleicht sind sogar eindeutige Tendenzen erkennbar.
In meiner Arbeit werde ich zu Beginn grundlegende emotionspsychologische Ansätze aufzeigen, um einen Einblick zu geben, wie Emotionen entstehen und was sie bewirken können. Ich werde auch die physiologischen Merkmale und Funktionen von Emotionen beschreiben.
Es wird im nächsten Kapitel um die Verbindung von Musik und Emotionen gehen. Hierbei beschäftige ich mich mit dem emotionalen Ausdruck von Musik und was bei ihrer Rezeption passiert. Ich gehe dabei näher auf ihre heilende und schädigende Wirkung ein. Welche Funktionen Musik im Alltag, in der Gesellschaft und im individuellen Bereich hat, werde ich darauf ebenfalls beschreiben. Als erstes Fazit stelle ich die Beziehung zwischen Musikwahrnehmung und Emotionen dar.
Um eine Verknüpfung mit dem bisher Geschriebenem und meinem Thema zu erstellen, werde ich im darauf folgenden Kapitel speziell Aggressionen und aggressives Verhalten mit ihren Formen, Ursachen und Auslösern hervorheben. Ein kurzer Abschnitt behandelt die Aggressionsminderung bzw. -therapie. Auch die positive Aggression soll hier nicht vergessen werden.
Aggression in Verbindung mit Musik ist der Schwerpunkt meiner Arbeit. Ich habe mich auf das Musikgenre Hardcore (HC) spezialisiert und werde mich damit gründlich
67
auseinandersetzen. Dazu gehört die Geschichte, Entwicklung und Formen des HCs. Wichtig sind auch die Fans und ihre Initiativen, die den Hintergrund des HCs zeigen. Die musikalische Gestaltung von HC-Songs ist das Hintergrundwissen zu den folgenden Song-Analysen und Höreindrücken. Ein Konzertbericht eines Festivaltags wird dieses Kapitel abrunden.
Im nächsten Punkt möchte ich herausfinden, was die Hörer und Musiker über ihre Musik denken. Finden sie die oder ihre Musik aggressiv? Ist ihnen bewusst, dass diese Musik einen Stimulus in ihnen auslöst? Was fühlen sie, wenn sie diese Musik hören oder selber spielen? Etc. Das werde ich mit Hilfe eines ins Internet gestellten Fragebogens machen, den ich beschreibe und auswerte.
Den Schluss bildet ein Fazit, in dem ich meine Arbeit Revue passieren lasse, meinen zu vor gestellten Fragen auf den Grund gehe und meine Meinung über Musik und Aggression in Verbindung mit Hardcore erläutere.
68
2. Emotionen
Im Folgenden werde ich einen kurzen Überblick über die Emotionspsychologie geben. Über die Grundlagen und Strukturen hinaus, werde ich auch bemerkbare Physiologien erörtern und die Funktionen von Emotionen beschreiben.
2.1 Grundlagen der Emotionspsychologie
2.1.1 Definition von Emotion
Eine wissenschaftlich verwendbare und genaue Definition von Emotion ist beinahe unmöglich. Die Psychologen Kleinginna & Kleinginna haben ca. 100 Definitionen vorgeschlagen, die wiederum in Kategorien klassifiziert wurden. 1 Die folgende Definition scheint, da im Zimbardo erschienen, anerkannt und sinnvoll.
„Psychologen definieren eine Emotion als ein komplexes Muster von Veränderungen, das physiologische Erregung, Gefühle, kognitive Prozesse und Verhaltensweisen umfasst. Diese treten als Reaktion auf eine Situation auf, die ein Individuum als persönlich bedeutsam wahrgenommen hat. (Kleinginna u. Kleinginna 1981)“ 2
2.1.2 Der emotionale Prozess
Eine Emotion löst eine spezifische Reaktion des Organismus aus, die auf das Gleichgewicht zwischen Subjekt und Umwelt Einfluss nimmt. Die Außen- und Innenwelt kann dabei beeinträchtigt werden. Dieser emotionale Prozess besteht aus drei Grundkomponenten.
1) Die „Erregungskomponente“ ist allen Veränderungen des Gleichgewichts gemein. Wenn ein bedeutungsvolles Ereignis auftritt, kann es zu Veränderungen kommen, die in der „Umstimmung der geistigen, motorischen und vegetativen Aktivität in Tempo und Verlaufsintensität bestehen.“
2) Die Komponente des „Vorzeichens“ hängt mit der Bedeutung zusammen. Das Ereignis kann vom Subjekt positiv beurteilt werden und es entsteht eine positive Emotion. Wenn das Ereignis negativ empfunden wird, entsteht somit eine negative Emotion.
1 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S. 590
2 Zimbardo/Gerrig, Psychologie, Springer Verlag, 7. Auflage, 2003, S.359
69
3) Bei der dritten Komponente geht es um den „Inhalt“ bzw. um die „Qualität“ Je nach
Inhalt oder Qualität der Emotion, erhält das spezifische Verhalten bzw. die emotionale
Reaktion ihre Form.
Diese drei Komponenten kennzeichnen ein theoretisches Konstrukt und kein
beobachtbares Verhalten. 3
2.1.3 Stimmungen
Die meisten Autoren unterscheiden zwischen Emotionen und Stimmungen.
„Stimmungen werden hinsichtlich ihrer Intensität und Objektbezogenheit von geringerer
und bezüglich ihrer Dauer von größerer Ausprägung als Emotionen angesehen. (Ewert,
1983; Morris, 1989 )“ 4
Die folgende Tabelle verdeutlicht die Unterschiede zwischen Stimmung und Emotion.
M ögliche Unterscheidung zwischen Stimmungen und Emotionen
Stimmung Emotion
Dauer Relativ langfristig Relativ kurzfristig
Zeitmuster Graduelles Einsetzen, kontinuierlich, Rasches Einsetzen, episodisch, phasisch
tonisch (kräftigend)
Intensität Relativ schwach Relativ stark
Verursachung Nicht durch spezifisches Ereignis Verursacht durch spezifisches Ereignis
ausgel öst
Funktion Liefert Informationen über derzeitigen Liefert Informationen über aktuellen
Zustand des Selbst Zustand der Situation
Gerichtetheit Ungerichtet Auf konkretes Ziel gerichtet
Quelle Parkinson/Totterdell/Briner/Reynolds 2000:19 5
Bei Angst würde man von einer Emotion sprechen, wenn sie eintritt, während man zum
Beispiel eine dunkle Straße entlang ginge. Sie entwickelt sich episodisch, dauert nicht
lange an und liefert der betreffenden Person Informationen über die Situation (alleine
auf der Straße könnte gefährlich werden, wenn sich jemand nähern würde)
3 J. Reykowski, Psychologie der Emotionen, Verlag Ludwig Auer, 1973, S.29
4 Otto/Euler/Mandl, Emotionspsychologie, ein Handbuch, Beltz Psychologie Verlags Union, 2000, 12
5 Schramm, H.: Mood Management durch Musik, Herbert von Halem Verlag, 2005, 20
70
Wenn jemand aber ständig bzw. über einen längeren Zeitraum „in Angst“ lebt, sei es durch ein aufgetretenes Ereignis, so spricht man von einer Stimmung. 6
Dennoch ist diese Abgrenzung fragwürdig und noch nicht hinreichend erforscht (vgl. Bower, 1991). 7
In einigen Punkten zeigen Stimmungen und Emotionen Gemeinsamkeiten und können sich sogar gegenseitig beeinflussen. 8
Parkinson u.a. (2000) haben herausgefunden, dass schlechte Stimmungen selten lange anhalten und häufig nach wenigen Stunden verschwinden. Drei mögliche Erklärungen dafür gibt Morris (1989):
1) Schlechte Stimmungen vergehen automatisch nach kurzer Zeit. 2) Schlechte Stimmungen setzen automatisch gegenläufige Prozesse in Gang, die dem ursprünglichen Affektzustand entgegenwirken.
3) Schlechte Stimmungen können durch selbstregulatorische Prozesse verändert werden. 9
Hierbei kann es sich um einen bewussten oder unbewussten Prozess handeln. Bewusste Stimmungsregulierung braucht Überwachung und Bewertung der Stimmungslage. Das liegt vor allem bei größeren Stimmungsschwankungen vor. 10 Will man also seine Stimmung regulieren, kann man bestimmte Strategien anwenden. Bevor man diese benutzt, bedarf es einer „Stimmungsbezeichnung“. Hierbei identifiziert man seine Stimmung und versucht sie zu benennen. 11 Da es bis zu 200 Strategien (Parkinsons u. a.) gibt, seine Stimmung zu regulieren, nenne ich hier nur einige Beispiele.
Kognitive Strategien:
- An etwas schönes Denken (an Dinge, die mich glücklich machen)
- Entspannung (Meditieren)
- Positives Denken (Das Leben von seiner heiteren Seite betrachten)
- Rationale Erklärung (Ich versuche, meine Gefühle zu verstehen.) 12
6 Schramm, H.: Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 21
7 Otto/Euler/Mandl, Emotionspsychologie, ein Handbuch, Beltz Psychologie Verlags Union, 2000, S. 12
8 Schramm, H.: Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 22
9 Schramm, H. Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 27
10 Schramm, H. Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 28
11 Schramm, H. Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 28/29
71
Verhaltensstrategien:
- Angenehme Dinge tun (Was Schönes kaufen)
- Körperliche Betätigung (Joggen)
- Ablenkung (Beschäftigt bleiben)
- Problemgerichtet (Versuchen, das Problem zu lösen)
- Gefühle herauslassen („Dampf ablassen“) 13
2.1.4 Gefühle
Der Begriff „Gefühl“, der die subjektive Erlebensqualität in den Mittelpunkt rückt, steht im deutschen Sprachgebrauch für eine Unterform der Emotion. Emotion schließt außerdem den körperlichen Zustand und das Ausdrucksverhalten mit ein. 14 Gefühle treten, wie Emotionen, episodenhaft auf und beziehen sich immer auf Personen, Dinge oder Ereignisse. 15
Manche Psychologen (z.B. James, 1894; Scherer, 1989) verwenden diese beiden Begriffe synonym, was heute noch zu heftigen Debatten führt. 16
2.2 Strukturen der Emotionen
Jeder weiß, was ein Haus ist. Jeder kann einen Vogel von einem Fisch unterscheiden. Doch um welche Art von Emotion handelt es sich z.B. bei der Liebe? Emotionen sind nicht objektiv festhaltbar und man kann sie kaum einordnen. Wenn man es versucht, dann kommt man bestenfalls zu drei Klassen: Grundemotionen, Kategorien, Dimensionen.
Es lassen sich aber z.B. bei den Grundemotionen einige Emotionen als Gemische herleiten. Empirische Einteilungen sind so gut wie unmöglich. 17
Darwin ist ein Vertreter der Theorie, dass sich Emotionen mit anderen wichtigen Aspekten menschlicher und tierischer Strukturen entwickeln. Emotionen seien
12 Schramm, H. Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 30
13 Schramm, H. Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 30
14 Otto/Euler/Mandl, Emotionspsychologie, ein Handbuch, Beltz Psychologie Verlags Union, 2000, S. 13
15 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S. 590
16 Otto/Euler/Mandl, Emotionspsychologie, ein Handbuch, Beltz Psychologie Verlags Union, 2000, S. 14
17 Otto/Euler/Mandl, Emotionspsychologie, ein Handbuch, Beltz Psychologie Verlags Union, 2000, S. 30
72
„spezialisierte erbliche Gemütszustände…, die zur Bewältigung einer bestimmten Kategorie wiederkehrender Situationen im Leben dienen.“ 18 Es deutet außerdem vieles daraufhin, dass 7 Emotionen auf der ganzen Welt auf die gleiche Weise erkannt und ausgedrückt werden: Fröhlichkeit Überraschung Ekel Furcht Traurigkeit Verachtung
In Untersuchungen bat man verschieden kulturell zugehörige Menschen, diese Emotionen anhand von standardisierten Aufnahmen von Gesichtern zu bestimmen. Herausgestellt wurde, dass, egal welcher Kultur man zugehörig ist, ein jeder diese Emotionen am Gesichtsausdruck genau zu ordnen kann. 19
2.3 Physiologien der Emotionen
Es gibt physiologische Anzeichen, die für uns sichtbar oder messbar sind, wie Herzrasen (Blutdruck), schnellerer Atem (Atemfrequenz), Austrocknen des Mundes, Anspannung der Muskeln (elektrischer Hautwiderstand) oder Zittern. Des Weiteren entstehen auch unsichtbare, unterschwellige Veränderungen. Diese können nur subjektiv übermittelt werden. Gemeinsam habe alle diese Reaktionen, dass sie den Körper auf eine Handlung vorbereiten, um mit der Ursache der Emotion umzugehen. 20
Ob es für eine Emotion genau eine spezifische Reaktion gibt, wird noch erforscht. Fakt ist aber, dass nur die äußerlich sichtbaren Aspekte messbar sind und daher die Zuordnung recht schwer fällt. Man kann aber physiologische Muster bei bestimmten Emotionen erkennen. 21
Die Beschreibung der Vorgänge im Gehirn, sowie die Emotionstheorien sind nicht Gegenstand meiner Arbeit und würden hier über den Rahmen hinausgehen.
18 Zimbardo/Gerrig, Psychologie, Springer Verlag, 7. Auflage, 2003, S. 360
19 Zimbardo/Gerrig, Psychologie, Springer Verlag, 7. Auflage, 2003, S. 361
20 Zimbardo/Gerrig, Psychologie, Springer Verlag, 7. Auflage, 2003, S. 363
21 Otto/Euler/Mandl, Emotionspsychologie, ein Handbuch, Beltz Psychologie Verlags Union, 2000, S. 479
73
2.4 Funktionen von Emotionen
Motivierende Funktion
Emotionen haben eine motivierende Funktion, weil sie uns zu einer Handlung bringen, während oder nachdem wir ein Ereignis erleben oder erlebt haben. Daraufhin richten wir unser Verhalten auf ein Ziel und halten es aufrecht. Emotionen können uns aber auch Rückschlüsse auf unser Verhalten geben und innere Konflikte bewusst machen. Z.B. wenn wir merken, dass wir unangemessen auf eine Situation reagiert haben. 22
Soziale Funktion
Als soziale Funktion regulieren Emotionen das Verhältnis positiv oder negativ zu anderen Menschen. Sie helfen bewusst oder unbewusst bei der sozialen Kommunikation. „Ein Großteil der menschlichen Kommunikation findet in der lautlosen Sprache emotional expressiver nicht-verbaler Botschaften statt (Buck, 1984; Mehrabian 1971).“ 23
Kognitive Funktion
Emotionen helfen uns
bei der Wahrnehmung von uns selbst und anderen, bei der Erinnerung und Interpretation verschiedener Merkmale von Lebenssituationen und wem oder was wir Aufmerksamkeit schenken.
Emotionale Zustände beeinflussen das Gedächtnis, das Lernen, die soziale Urteilsfähigkeit und die Kreativität. Außerdem spielen sie eine große Rolle bei der Organisation und Einordnung eigener Lebenserfahrungen. 24
22 Zimbardo/Gerrig, Psychologie, Springer Verlag, 7. Auflage, 2003, S. 367
23 Zimbardo/Gerrig, Psychologie, Springer Verlag, 7. Auflage, 2003, S. 369
24 Zimbardo/Gerrig, Psychologie, Springer Verlag, 7. Auflage, 2003, S. 369
74
3. Musik und Emotionen
Jeder kennt es, wenn man ein trauriges Lied aktiv hört und sich darauf einlässt. Man merkt, dass man selber in eine traurige Stimmung versetzt wird. Andersherum kann fröhliche Musik die Stimmung heben. Aber wie ist das nun, was passiert mit den Stimmungen eines Menschen, der Musik hört? Außer dieser Frage auf den Grund zu gehen, versuche ich auch die Bandbreite von Musik, d.h. wie uns Musik auf emotionale Art und Weise berührt, und was bei der Rezeption von Musik passiert, in diesem Kapitel auf zu zeigen. Unter Funktionen von Musik beschreibe ich, welchen Platz Musik im Alltag, in der Gesellschaft und im privaten Bereich hat. Als Abschluss dieses Kapitels versuche ich die Verbindung zwischen Musikrezeption und Emotionen zu knüpfen.
3.1 Emotionaler Ausdruck von Musik
Laut Rösing (1993) kann man Musik vier grundlegende emotionale Merkmale zuordnen:
- Freude (Prestotyp)
- Trauer (Adagiotyp)
- Machtgefühl, Imponiergehabe (Marsch)
- Zärtlichkeit, Demutsgebärde (Wiegenlied) 25 Diese Einteilung ist als relativ und nicht als absolut anzusehen. Die Ausdrucksstimmungen bzw. die emotionale Ausdrucksqualität von Musik hat innerhalb eines Kulturkreises eine gleich bleibende Tendenz in der Wahrnehmung der Menschen. 26
Musik ist vermutlich tief im emotionalen System eingebettet. Erkennbar ist das vor allem, wenn Musik z.B. in Krisenzeiten „verschlungen“ wird, um Erlebtes bewältigen zu können. Musik wird „überwiegend nicht um ihrer selbst willen gehört, sondern wegen ihrer affektauslösenden und erregenden Wirkung. Sie gibt den rechten Schwung, läßt Einsamkeit vergessen. Sie ermöglicht den Selbstgenuß der eigenen Gefühle, ohne
25 Schramm, H.: Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 51
26 Schramm, H.: Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 54
75
eine narzisstische Komponente unmittelbar deutlich werden zu lassen.“ 27 Musik kann also nicht nur die Stimmung regulieren, sondern auch ein Tröster und Helfer in ganzen Lebensabschnitten sein.
Vor allem Freude und Trauer werden in Musikstücken zum Ausdruck gebracht. Diese beiden Emotionen können anscheinend am besten nachempfunden werden und leicht in musikalische Parameter umgewandelt werden. 28 (Vergleiche die Merkmale von Rösing.)
3.2 Zur Rezeption von Musik
Um Musik aufnehmen zu können sind die Intaktheit des Hörorgans und die auditiven Funktionen Voraussetzungen. Bedeutungen, die Musik für den Hörer haben können, spiegeln sich im Erleben des Hörenden, sowie in der sozialen und historischen Dimension wider. Musik besitzt auch eine kommunikative Funktion, die die sozialen Prozesse anregt. 29 Musik ist also eine Form zur zwischenmenschlichen Verständigung und Interaktion. 30
3.2.1 Musikerleben
Musik kann u. a. verschiedene Gefühle auslösen, die als physiologische Vorgänge messbar gemacht werden können. Die Frage ist aber, ob beweisbar ist, dass Musikrezeption als der Auslöser für physiologische Prozesse gelten kann oder aber andere Faktoren beteiligt sind. Moderne Untersuchungen bestätigen, dass „Musik großen Einfluss auf das körperliche und psychische Befinden des Menschen auszuüben vermag“. 31
Allerdings kann dies nur erfolgen, wenn der Hörer nicht rational oder analytisch und ohne kritische Einstellung das Musikstück wahrnimmt. 32
Musikerleben kann laut einer Untersuchung von David (1987) u. a. in drei Arten eingeteilt werden:
27 De la Motte-Haber, H.: Handbuch der Musikpsychologie, Laaber-Verlag, 1985, S. 171
28 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S. 579
29 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 171
30 Harrer, G.: Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie, 1982, S. 111
31 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 187
32 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S. 595
76
1) Motorischer Hörer: Er reagiert mit motorischen Bewegungen auf die Musik (z.B. mit dem Fuß wippen), hält aber geistige Einflüsse eher zurück. 2) Meditativer Hörer: Körperliche Bewegungen werden bewusst oder unbewusst ausgeschaltet. Das Hören findet nur geistig statt.
3) Bewusst aktiver Hörer: Hier versucht der Hörer nicht nur die Musik rational zu erfassen, sondern sie auch aktiv zu erleben. Das zeigt sich im Mitsingen oder Mitspielen. Kognition und Motorik sind somit beim Musikerleben beteiligt. 33
Harrer (1982, 1984) fand heraus, dass die aktuelle Einstellung der Untersuchten zu dem Musikstück auf Art und Ausmaß der messbaren Reaktionen Einfluss hat.
„Die Musikrezeption steuert das (emotionale) Erleben und umgekehrt.“ 34 Daraus lässt sich Folgendes schließen:
Musikrezeption ↔ Emotionen → Physiologische Prozesse
Musikrezeption steht also in Wechselwirkung mit Emotionen, die wiederum physiologische Prozesse auslösen können. Vermehrtes Denken über die Musik kann emotionale Prozesse unterdrücken. Und andersherum kann das Mitschwingen von Emotionen eine volle Wahrnehmung verringern. 35
Es ist zwar kaum vorstellbar, dass man bewusst sein Gehirn „ausschalten“ kann. Dennoch gibt es auch z.B. rituelle Gesänge oder eine Trance durch Gesang hergeleitet, bei denen es auf eine Art und Weise möglich ist.
Hier ist ein komplexer Zusammenhang gemeint, der ausdrückt, dass ein zu analytisches Denken über ein Musikstück die Emotionen, die frei gesetzt werden können, unterdrückt. Und wenn wir mit einem Musikstück eine oder mehrere Emotionen verbinden, so ist eine wirkliche, ganzheitliche Wahrnehmung des Stückes nicht möglich.
33 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S.588/589
34 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S. 594
35 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S. 594
77
3.2.2 Heilende Wirkung von Musik
In der Musiktherapie wird eine heilende Wirkung durch Musik angestrebt. Durch freies Musizieren oder die Darbietung von Musik, soll „Einfluß auf das körperliche und seelische Befinden von Menschen mit den verschiedensten Störungen“ genommen werden. Angewandt werden die Methoden der Musiktherapie bei „psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen, im (sozial-)medizinischem Bereich, sowie in der Heil- und Sonderpädagogik“. 36
Ziele der Musiktherapie sind nach Schwabe (1972):
„1. Aktivierung und Auslösung emotionaler Prozesse
2. Aktivierung und Auslösung sozial-kommunikativer Prozesse durch die nonverbale Interaktionstechnik der Musiktherapie, 3. Wiedergewinnung oder Neuentwicklung von Interessen, 4. Regulierung psychovegetativer 37 Fehlsteuerungen.“ 38
Vorteil der Musiktherapie ist vor allem das nonverbale Kommunizieren. Gefühlen wird Ausdruck verliehen, ohne dass dabei das Bewusstsein kontrolliert. So kann man besonders gut sprachbehinderte Menschen therapieren. Aber auch „normal sprachfähige“ Menschen können emotionale Diskrepanzen ausgleichen bzw. Emotionen ausdrücken, die sie nicht verbalisieren müssen. 39
Als Beispiel für eine Therapiemöglichkeit möchte ich das Gruppensingen nennen, das fast alle Ziele der Musiktherapie beinhalten kann.
Das Singen im Chor ist vor allem für ältere und alte Menschen mit „resignativer, depressiver, oft hypochondrisch-egozentrischer Symptomatik“ geeignet. 40 Es fördert die Aktivität, Vitalität und die Bereitschaft, Kontakt auf zu nehmen. Zudem werden die Patienten meist aufgeschlossener gegenüber anderen Therapiearten. Beim Singen spielen Tempo, Rhythmus und Text eine besondere Rolle, die vielen Patienten beim
36 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 199
37 vegetativ = unbewusst
38 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 199
39 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S.408/409
40 Harrer, G.: Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie, 1982, S. 252
78
Genesen weiterhelfen. Beim Erlernen neuer Stücke zeigt sich auch oft ein Abbau von Selbstzweifeln bzw. Selbstwertkonflikten. 41
3.2.3 Schädigende Wirkung von Musik Musiker
Besonders Berufsmusiker müssen oft die schädigende Wirkung, die Musik auf sie haben kann, erfahren.
Allseits bekannt ist das Lampenfieber, ein Zustand, der von Angst, psychovegetativer Spannung und Unruhe geprägt ist. Ist diese Spannung zu groß, kann sie sich negativ auf den Musiker auswirken (Desorganisation, panische Reaktionen oder sogar Lähmung der betreffenden Persönlichkeit). 42 Man unterscheidet zwischen der kognitiven Komponente, der Besorgtheit, und der emotionalen Komponente, der Aufgeregtheit. Besorgtheit entsteht meist dann, wenn die betreffende Person an sich selbst zweifelt, oder einen Misserfolg erwartet. Aber auch, wenn sie sich ihrer nicht ausreichenden Fähigkeiten bewusst wird. Ist die Person allerdings aufgeregt, steht das nicht in Zusammenhang mit der Leistung. Eher ist das Gegenteil der Fall: Aufgeregtheit wird als positiv und förderlich empfunden. 43
Lampenfieber löst neben Angst und Panik u. a. auch physiologische Prozesse, wie Schwitzen, Zittern, Mundtrockenheit, zugeschnürte Kehle und Diarrhöen aus. 44
Viele Berufsmusiker, wie etwa Orchestermitglieder, sind großen Belastungen ausgesetzt, die die Gesundheit beeinträchtigen. 45
Diese können, um nur einige zu nennen, sein: Widrige äußere Umstände (mangelnde Beleuchtung, Staubgehalt der Luft,…), Reproduktion emotioneller Zustände (die nicht dem eigenen Zustand entsprechen), soziologisch-gruppendynamische Belastungen, psychophysiche Anspannung. 46
41 Harrer, G.: Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie, 1982, S. 252
42 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 200
43 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, Ein Handbuch, 1993, S.153
44 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 201
45 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 201
46 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 202
79
Musikhörer
Aber auch Musikhörer sind Belastungen ausgesetzt. Durch zu hohe und zu lange Hörbelastungen kann eine Hörschädigung bis hin zu einer Lärmschwerhörigkeit entstehen. 47
Zu dem kommen noch subjektive Beschwerden, wie „Gehörsverminderung, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Gereiztheit und Schlafstörungen.“ 48
Allerdings hängen diese Störungen von mehreren Faktoren ab: 1. Vom Schallpegel
2. Von der Lärmstruktur ( Impuls- und Tonhaltigkeit, Fluktuation) 3. Von der Frequenzverteilung 4. Von der Expositionsdauer 5. Von Dauer und Häufigkeit der Erholungspausen 6. Von der individuellen Lärmempfindlichkeit 49
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren lässt sich nicht allgemein sagen, dass z.B. die Rockmusik schädlich ist. Viel wichtiger ist das Zusammenwirken der akustischen Gehörbelastungen. 50
Sehr oft diskutiert ist auch die Frage, ob die meist zu laute Musik in Diskotheken zu Hörschädigungen führt. Allgemein ist ein Höchstwert von 90 dB noch im „Normalbereich“. Dennoch sind einige Faktoren, besonders die Hördauer entscheidend.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Schallpegel in verschiedenen Bereichen.
47 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 202
48 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 203
49 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 202
50 Rauchfleich, U.: Mensch und Musik, Amadeus Verlag, Winterthur/Schweiz, 1986, S. 203
80
Musikschallpegel (Maximalpegel der Geräte)
Der empfohlene Schallpegel liegt also bei Messungen über dem Richtwert. Ist man dem Höchstwert (105 dB) länger als eine Stunde ausgesetzt, kann es zu schwerwiegenden Schädigungen des Gehörs führen. 51
An Arbeitsplätzen sollte bei 40 Stunden in der Woche die Lärmbelastung nicht über 87 dB (Mittelwert) hinausgehen. Beim Walkmanhören ist eine 6-stündige Beschallung pro Woche bei 95 dB nicht schädlich. Bei einem Rockkonzert von 2 Stunden Dauer, sollte der Wert nicht über 100 dB hinausgehen. 52
3.3 Funktionen von Musik
3.3.1 Musik als Stimmungsregulator im Alltag
Musik ist ein Medium, dem wir tagtäglich begegnen: im Supermarkt, bei Konzerten, im Bus, beim Sport, bei der Arbeit, zu Hause,…. Dabei ist die Qualität des Hörens sehr unterschiedlich. Hohe Qualität hat das eigene Produzieren von Musik (z.B. in einem Orchester), weniger ein erlebtes Konzert. Von niedrigster Qualität ist das Hören aus Lautsprechern. Letzteres nimmt den größten Teil beim täglichen Musikkonsum ein (ca. 4 bis 5 Stunden bei Erwachsenen). 53
Die Stimmungsregulierung ist beim medialen Hören durch CD-Player, Mp3-Player oder I-Pods allerdings am einfachsten. Man kann zu jeder Zeit und an fast jedem Ort auf
51 Hohmann, B.: Musik und Hörschäden, SUVA, 1995, S. 11
52 Hohmann, B.: Musik und Hörschäden, SUVA, 1995, S. 11
53 Schramm, H. Mood Management durch Musik, H. Halem Verlag, 2005, S. 12
81
Arbeit zitieren:
Christina Dittmer, 2006, Musik und Aggression - Untersucht anhand des Musikgenres Hardcore, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Mensch und Musik und deren Relevanz für die Sozialarbeit
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 80 Seiten
Gegenwelten der Jugend dargestellt am Beispiel Hip Hop
Examensarbeit, 68 Seiten
The Punk and Hardcore Youth Subcultures in the USA Since the 1980s
Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Straight Edge-lebende Musiker im Hard- und Metalcore – Vorbild für die...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Seminararbeit, 23 Seiten
Christina Andree's Text Musik und Aggression - Untersucht anhand des Musikgenres Hardcore ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Christina Andree hat den Text Musik und Aggression - Untersucht anhand des Musikgenres Hardcore veröffentlicht
Christina Andree hat einen neuen Text hochgeladen
Aggression and Bullying Aggression and Bullying Aggression and Bullyin...
Suzanne Guerin, Elis Hennessey, Guerin
0 Kommentare