Marco Hadem Der Deutschunterricht zwischen 1901 und 1933
INHALT
1. Einleitung 3
2. Analyse 4
3. Fazit 12
4. Bibliographie 13
4.1 Quellenverzeichnis 13
4.2 Literaturverzeichnis 13
4.3 Internetquellen 13
2
Marco Hadem Der Deutschunterricht zwischen 1901 und 1933
1. Einleitung
„Der völkische Staat hat […] seine gesamte Erziehungsarbeit […] nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzüchten kerngesunder Körper. Erst in zweiter Linie kommt dann die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. Hier aber wiederum an der Spitze die Entwicklung des Charakters, […] und erst als (Adolf Hitler) 1 letztes die wissenschaftliche Schulung“.
Bereits während seiner neunmonatigen Festungshaft im Jahr 1924 nach dem misslungenen Putschversuch in Bayern, hatte sich Adolf Hitler beim Verfassen seines politischen Programmbuches „Mein Kampf“ ausgiebig mit dem Thema (Schul)Erziehung auseinandergesetzt 2 . Bei der Lektüre seiner Veröffentlichung wird - wie an dem eingangs dargelegten Zitat Hitlers - schnell deutlich, dass sich die Bildungsideale im Nationalsozialismus diametral von den bislang praktizierten Grundsätzen zur Zeit der Weimarer Republik unterscheiden sollten. Ebenso wenig wie irgendein anderer noch so persönlicher Lebensbereich konnte die schulische Bildung von Hitlers Programm einer totalen Erziehungsarbeit des völkischen Staates ausgenommen bleiben 3 .
Gegenstand der vorliegenden Ausarbeitung ist eine Analyse der im Reader zum Hauptseminar „Der Deutschunterricht zwischen 1901 und 1933“ zum Oberthema „Die nationalsozialistische Politisierung des Deutschunterricht“ vorliegenden Textauszüge von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ sowie dem themenverwandten Aufsatz von Ulrich Peters („Deutsche Bildung gestern und heute“) aus der 1933 erschienen „Zeitschrift für deutsche Bildung“ 4 . Im Rahmen der Untersuchung soll anhand von ausgewählten Zitaten der beiden Niederschriften gezeigt werden, wie die Erziehungsideale an die Bedürfnisse des Nationalsozialismus angepasst werden sollten und welche theoretische Zielsetzung der völkische Staat damit verfolgte. Zum Abschluss werden die Ergebnisse der Analyse noch einmal in einem kurzen Fazit zusammengefasst.
1 Hitler, Adolf: „Mein Kampf“. München 1933 [Erstveröffentlichung 1925]: S. 452.
2 Vgl.: Müller, Hans F.: s.v. Hitler, Adolf; In: Das moderne Lexikon. Band 8. S.171.
3 Vgl. Schneider, Barbara: „Die höhere Schule im Nationalsozialismus. Zur Ideologisierung von
Bildung und Erziehung“. In: Beiträge zur Historischen Bildungsforschung. Band 21. Köln,
Weimar, Wien 2000. S. 164 f.
4 Zeitschrift für deutsche Bildung, 9. Jahrgang, Heft 7/8, S. 337 - 341. _________________________________________________________3
Marco Hadem Der Deutschunterricht zwischen 1901 und 1933
2. Analyse
Bereits vor der eigentlichen Machtübernahme durch die Nationalsozialisten mit der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 hatte der Führer der NSDAP in seinem politischen Programmbuch „Mein Kampf“ aus dem Jahr 1925 eindeutig Stellung zu den ideologischen und programmatischen Erziehungsgrundlagen des völkischen Staates bezogen. Insbesondere für die treuen Anhänger 5 der nationalsozialistischen Ideologie avancierte die Publikation Hitlers in der Folgezeit zu einer Art ‚Standartwerk’. Diese Tatsache zeigt sich auch in dem für diese Arbeit berücksichtigten Aufsatz von Ulrich Peters, wo der Verfasser seine Argumentationsgrundlagen immer wieder auf Hitlers Aussagen bezieht bzw. diese mit ihnen untermauert. Auffällig ist in diesem Kontext auch die häufig identische Wort- und Begriffswahl.
In seiner Argumentation leitet Hitler die völkischen Erziehungsgrundlagen von der „Erhaltung, Pflege und Entwicklung der besten rassischen Elemente“ ab. Diese, wie er sie bezeichnet, „erste(n) Aufgabe des Staates im Dienste und zum Wohle seines Volkes“ 6 , muss zum Ziel haben, die „Sprösslinge“ zu einem „wertvollen Glied“ für die spätere Weiterentwicklung zu erziehen. 7 Im Gegensatz zu den Erziehungsidealen in der Weimarer Republik bedeutete dies für Hitler nicht die Vermittlung von „bloßem Wissen“, sondern das „Heranzüchten kerngesunder Körper“. Bereits seine martialische Wortwahl in „Mein Kampf“ mit Vokabeln á la „Heranzüchten“, „hineinhämmern“, „Menschenmaterial“, „Brauchbarkeit“, „praktische Verwendbarkeit“ und „Verwertbarkeit“ zeigt in diesem Kontext, dass in völkischen Staat der Nationalsozialisten nicht das Wohl des Individuums und damit dessen Ausbildung im Fokus der Aufmerksamkeit steht. Der Einzelne hat vielmehr seine bzw. ihre persönlichen Neigungen und Interessen dem Wohl des Großdeutschen Reiches unterzuordnen.
5 Anmerkung: Ulrich Peters darf als treuer Anhänger der nationalsozialistischen Politik angesehen
werden. Ein Indiz hierfür ist neben der systemkonformen Ideologie in seinem Aufsatz auch die
Tatsache, dass er ein Zitat Hitlers seiner eigenen Abhandlung voranstellt. Vgl. Peters, Ulrich;
Deutsche Bildung gestern und heute. In: Zeitschrift für deutsche Bildung. 1933. S. 337.
6 Hitler: S. 451.
7 Anmerkung: Auch wenn an einigen Zitaten keine expliziten Fußnoten vorhanden sind, wurden
sie alle aus den Kopien im Reader entnommen und sind somit auch dort nachvollziehbar. _________________________________________________________4
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Marco Hadem, 2006, Erziehung im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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