Marco Hadem Die Pest im Mittelalter
INHALT
1. EINLEITUNG 3
2. DAS ALLGEMEINE KRANKHEITSBILD 4
2 1 Ü B E R T R A G U N G S W E G E 4
2.2 ARTEN DER PEST 5
2.2.1 BEULENPEST 5
2.2.2 PESTSEPSIS 6
2.2.3 LUNGENPEST 6
2.2.4 ABORTIVE PEST 6
3. DIE PEST IM MITTELALTER - DER SCHWARZE TOD 7
3.1 EUROPA UND DIE PESTEPIDEMIEN 7
3.2 POLITISCHE UND DEMOGRAPHISCHE FOLGEN 9
3.3 REAKTIONEN DER WISSENSCHAFT 11
4. DIE PEST IN SIEGEN UM 1600 13
5. SCHUSSBEMERKUNG 1 6
6. LITERATURVERZEICHNIS 1 7
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Marco Hadem Die Pest im Mittelalter
1. Einleitung
Die Pest - auch in unserer heutigen Gesellschaft zeigen sich die Menschen in Bezug auf die berühmt-berüchtigte Infektionskrankheit äußerst sensibilisiert. Als „Geisel der Menschheit“ fielen den unzähligen großen und kleinen Pestepidemien in der Geschichte mehrere Millionen Menschen auf dem gesamten Globus zum Opfer. Und auch wenn sich die medizinischen Kenntnisse seit dem massiven Auftreten der Krankheit in Spätantike und Mittelalter fundamental verbessert haben und heutzutage bei frühzeitiger Erkennung dank Penicillin und Antibiotika gute Heilungschancen bestehen, hat sich das tödliche Image tief in den Köpfen der Menschen eingebrannt. Zu viel Leid und Elend hatte die Seuche bei ihrer rasend schnellen Verbreitung entlang der beliebten Handelsrouten über die Menschen gebracht. Waren früher insbesondere unkontrollierte Ausbrüche der „Gottesgeißel“, wie sie im Mittelalter charakterisiert wurde, die Ursache für Angst und Panik unter der Bevölkerung, so zeigt das Pestbakterium seine Bedrohung in unserer globalisierten Welt als neue Form der biologischen Kriegsführung bzw. des internationalen Terrorismus.
Gegenstand der vorliegenden Ausarbeitung ist es, das allgemeine Krankheitsbild der Pest näher zu beleuchten. Dabei steht neben einer umfassenden Beschreibung der Übertragungswege und der vier verschiedenen Pestvariationen auch ein Überblick über die verheerenden europäischen Pestepidemien des Mittelalters sowie deren politische und demographische Folgen im Fokus der Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt aufgrund der zeitlichen sowie quantitativen Rahmenbedingungen kann diese Auseinandersetzung mit dem riesigen Themenkomplex nur exemplarisch und beispielhaft vonstatten gehen. Als Beispiel für die entsetzlichen Folgen des Schwarzen Todes folgt anschließend eine kurze Abhandlung zu dem aus heutiger Sicht nicht selten lächerlich wirkenden Umgang mit der Pest im
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Marco Hadem Die Pest im Mittelalter
mittelalterlichen Siegen um das Jahr 1600 sowie eine resümierende Schlussbemerkung.
2. Das allgemeine Krankheitsbild
Die Pest (lat. pestis - „ansteckende Krankheit“ oder „Seuche“) ist eine hochgradig ansteckende, in Epidemien auftretende bakterielle
Infektionskrankheit, die bereits seit der Antike bekannt ist und seitdem unzählige Todesopfer gefordert hat. Erreger der Erkrankung ist das Bakterium „Yersinia Pestis“.
2.1 Übertragungswege
Flöhe, insbesondere aber der Rattenfloh (Xenopsylla cheopsis), spielen bei der Übertragung des Pesterregers eine große Rolle. Flöhe sind Parasiten, die sich von außen an ihrem Wirt schmarotzen, selber aber gelegentlich auch Parasiten in ihrem Inneren beherbergen und ihren Wirt mit diesem Parasiten infizieren können. Das Pestbakterium ist ein solcher Parasit. Wechselt der Rattenfloh von einem Pestinfizierten Nager - beispielsweise der Wanderratte oder der Hausratte - nach dessen Tod auf einen anderen Wirt über, ist er in der Lage, diesen ebenfalls mit dem Pestbakterium zu infizieren. Der Rattenfloh bevorzugt dabei als neuen Wirt wiederum Ratten, für die die Pesterkrankung ebenso tödlich ist wie für den Menschen. Fehlt es aber an Ratten, nimmt der Rattenfloh auch Menschen als neuen Wirt an und infiziert dann diese mit dem Pestbakterium. Die Frage, welche weiteren Floharten neben dem Rattenfloh an der Übertragung der Pest beteiligt sind, wurde seit den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts unter Naturwissenschaftlern und Medizinhistorikern kontrovers diskutiert. Mittlerweile besteht Konsens, dass etwa 30 Floharten sich als Überträger der Pestbakterien eignen, darunter
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auch der Menschenfloh („Pulex irritans“). Das Pestbakterium kann darüber hinaus längere Zeit auch ohne tierischen bzw. menschlichen Wirt überlebenbeispielsweise in Erde, Staub, Kot oder Tierkadavern - und von dort aus Krankheitsopfer infizieren.
Gelangt der Erreger im Menschen in den Blutkreislauf, dann entsteht die sekundäre Lungenpest mit hochinfektiösem blutigem Auswurf. Ist die Seuche erst einmal beim Menschen angelangt, sind keine Flöhe mehr nötig, um für eine starke Verbreitung der Erreger zu sorgen, denn die Menschen stecken sich gegenseitig durch vielerlei Möglichkeiten an. Sehr häufig ist die Ansteckung über natürliche Eintrittspforten, beispielsweise durch Wunden im Mund- und Rachenraum, durch Verletzungen in der äußeren Haut, durch fäkal-orale Übertragung, wenn ein Kranker die Erreger in großen Mengen ausscheidet und sie in die Nahrung oder ins Trinkwasser eines anderen gelangen. Bei der Lungenpest kann die Krankheit auch durch die so genannte „aerogene Übertragung“, auf dem Luftweg, weitergegeben werden, wenn der Kranke durch Sprechtröpfchen die Erreger verbreitet. Bei so vielen Übertragungsmöglichkeiten kann man sich leicht vorstellen, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis ein Großteil aller Bewohner einer mittelalterlichen Stadt in der räumlichen Enge an der Pest erkrankten.
2.2 Arten
2.2.1 Beulenpest
Bei der Beulenpest, auch Bubonenpest genannt (lat. bubo „Beule“), erfolgt die Ansteckung gewöhnlich durch den Biss des Rattenflohs. Wenn ein Floh seinen Wirt wechselt und diesen beißt, überträgt er Bakterien und Krankheitskeime auf ihn. Der Name Beulenpest stammt von den stark geschwollenen Lymphknoten (Beulen) am Hals, in den Achselhöhlen und in
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Bachelor of Arts Marco Hadem, 2004, Die Pest im Mittelalter, Munich, GRIN Publishing GmbH
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