Friedrich – Alexander – Universität Erlangen – Nürnberg
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
SEMINAR ZUR REGIONALEN GEOGRAPHIE
Sommersemester 2006, Abgabetermin: 26. Juli 2006
Ausländische Direktinvestitionen in Mittelamerika und ihre
ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen
von: Johannes Weber
INHALTSVERZEICHNIS
1. Vorwort: Die wachsende Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen 1
2. Begriffsabgrenzungen 3
2.1 Definition des Begriffs „ausländische Direktinvestitionen“ 3
2.2 Die Staatengemeinschaft Mittelamerikas 5
2.2.1 Das Handelsabkommen CAFTA 7
2.2.2 Wirtschaftliche Integrationsprozesse in Mittelamerika 8
2.2.3 Weitere Charakteristika des mittelamerikanischen Wirtschaftsraums 9
3. Chancen ausländischer Unternehmen in Mittelamerika 11
3.1 Übersicht der Investitionsvolumina und Potentiale der einzelnen Staaten 11
3.2 Spezifische Betrachtung zweier Fallbeispiele 12
3.2.1 El Salvador 12
3.2.2 Costa Rica 14
LITERATURVERZEICHNIS III
Bücher: III
Internetquellen: IV
1. Vorwort: Die wachsende Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen
Der „Wirtschaftsboom“ in China oder das rasante Wachstum der mittel- und osteuropäischen Staaten bringen es auf den Punkt: Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft sind seit mehreren Jahren auf dem Vormarsch. Günstigere Lohnkosten und oftmals Steuererleichterungen sind typische Schlagwörter, die global agierende Unternehmen heutzutage dazu veranlassen, nicht nur mit den hergestellten Gütern und Dienstleistungen international zu handeln, sondern mehr und mehr auch die Produktion derer ins Ausland zu verlagern. Wie in Abb. 1 ersichtlich, bestand die internationale Arbeitsteilung bis Mitte der achtziger Jahre im Wesentlichen aus dem grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungshandel, wobei Investiv-kapital hauptsächlich als exportfördernder Faktor einer Auslandsaktivität betrachtet wurde. Nach Ansicht vieler damaliger Unternehmer war nur durch Schaffung von eigenen Vertriebs- und Servicenetzen die Bedienung eines ausländischen Absatzmarktes möglich (vgl. BEYFUS/EGGERT 2000).
[Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Seit Mitte der achtziger Jahre haben sich Direktinvestitionen zu einem eigenständigen Element der globalen Arbeitsteilung entwickelt und werden seitdem als treibende Kraft der Globalisierung betrachtet.
Kräftiges Wachstum vormals eher benachteiligter Regionen führte zu einem intensiven Standortwettbewerb und nicht zuletzt durch die rasante technologische Entwicklung wurde eine kostenoptimale globale Streuung der Produktionsstandorte erst ermöglicht (vgl. Klodt/Maurer 1996).
Ziel dieser Arbeit soll es sein, den hinsichtlich Direktinvestitionen oft übersehenen Wirtschaftsraum Mittelamerikas zu analysieren. Anhand einer genauen Betrachtung der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Effekte ausländischer Direktinvestitionen soll das Potential dieser Region untersucht werden.
Hierbei bietet es sich an, in einem ersten Schritt den Begriff einer ausländischen Direktinvestition zu definieren und näher auf die Staatengemeinschaft Mittelamerikas einzugehen. Neben dem Handelsabkommen CAFTA und den wirtschaftlichen Integrationsprozessen werden hier auch wichtige Charakteristika wie beispielsweise die besondere Mentalität im mittelamerikanischen Wirtschaftsraum zu erläutern sein.
Diese Basis soll dazu dienen, in einem zweiten Schritt die Chancen ausländischer Unternehmen in genau dieser Region zu beleuchten. Im Rahmen einer Übersicht der Investitionsvolumina in Mittelamerika sollen einerseits die Potentiale der einzelnen Länder dargestellt werden, ehe darauf folgend zwei Staaten spezifischer analysiert werden: El Salvador und Costa Rica.
2. Begriffsabgrenzungen
2.1 Definition des Begriffs „ausländische Direktinvestitionen“
Obwohl das Thema ausländischer Direktinvestitionen schon länger diskutiert wird, lässt sich in der Literatur noch keine einheitliche Begriffsdefinition diesbezüglich finden. Gemäß Vahlens Großem Wirtschaftslexikon ist eine ausländische Direktinvestition „eine internationale Kapitalbewegung, die mit der Absicht vorgenommen wird, einen unmittelbaren, dauerhaften Einfluß auf die Geschäftstätigkeit des kapitalnehmenden Unternehmens zu erhalten bzw. einem Unternehmen, an dem der Investor maßgeblich beteiligt ist, neue Mittel zuzuführen“ (vgl. ISSING/DICHTL 1987, S.139). Im Foreign Direct Investment Yearbook der Europäischen Kommission geht man sogar noch einen Schritt weiter und legt den Anteil, der an einer ausländischen Unternehmung akquiriert wird, auf mindestens zehn Prozent fest. Hierbei sollte aber auch erwähnt werden, dass neben diesen immer häufiger vorkommenden Mergers & Acquisitions auch komplette Neugründungen von Firmen im Ausland unter den Begriff der ausländischen Direktinvestitionen fallen. Hat ein global agierendes Unternehmen bereits einen Tochterbetrieb im Ausland, so werden auch etwaige Kreditvergaben an die Tochter und Reinvestitionen von Erträgen, die auf dem Auslandsmarkt erzielt wurden, als Direktinvestitionen verstanden (vgl. EUROPEAN COMMISSION 2002).
Grundsätzlich wird in der Literatur häufig zwischen vertikalen und horizontalen Investitionsaktivitäten unterschieden. Vertikale Direktinvestitionen meinen eine Auslagerung bestimmter vor- oder nachgelagerter Produktionsstufen in das oft kostengünstigere Ausland. Um eine stärkere Position auf dem ausländischen Absatzmarkt bei gleichzeitiger Lieferzeitersparnis zu erlangen, wählen Unternehmen jedoch auch oft den Weg einer horizontalen Investition. Die Produktion eines Gutes wird somit in gewissem Sinne verdoppelt und es entstehen weitere Produktionsstandorte in einem anderen Staat (vgl. EUROPEAN COMMISSION 2002).
[...]
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Johannes Weber, 2006, Ausländische Direktinvestitionen in Mittelamerika und ihre ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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