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Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung Seite 3
2. Tristan Seite 5
2.1. Tristan und der Götterbote Hermes Seite 5
2.2. Tristan der elende Seite 5
2.3. Tristan als Kulturbringer Seite 7
2.4. Tristan als Figur an der Wende Seite 7
2.5. Der vaterlose Tristan Seite 9
2.6. Tristan und sein Oheim Marke Seite 10
2.7. Der verletzte Tristan Seite 11
3. Die Funktion der Musik Seite 13
3.1. Die manipulatorische Macht der Musik Seite 13
3.2. Kulturaustausch durch Musik Seite 13
3.3. Musik als Ausdruck körperl u seel Wohlbefindens Seite 13
3.4. Musik als Zahlungsmittel Seite 14
3.5. Musik als Freizeitbeschäftigung Seite 14
3.6. Musik und die Liebe Seite 14
4. Schlussbetrachtungen Seite 15
5. Literaturangaben Seite 16
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„Gottfried’s Tristan und die Musik“
1. Einleitung
Der Tristanstoff bildet seit seinen Anfängen im 12. Jh. eine Antithese zum Artusstoff. Die Artussage entwickelt eine positive Gesellschaftsutopie, indem der Held in der Minnefreundin seine Ehefrau findet und sich gleichzeitig als Ritter bewährt, wodurch er sich seinen Platz in der Gesellschaft erobert. Somit werden in der Artussage nach Chrétien de Troyes die an sich gegensätzlichen Begriffe „Liebe“ (= „Minne“ als Begehren) und „Ehe“ (als Besitz) in dem Helden vereint. Der Tristanstoff, im Gegensatz dazu, stellt sich gegen die geheiligte Ordnung. Die unentrinnbare Liebe des Helden verstößt gegen göttliches Recht und die Gesellschaft. Der Held muss unweigerlich in diesem Kampf untergehen. 1
Wie die Artussage hat auch der Tristanstoff einen realhistorischen Kern und geht auf keltische Quellen zurück. 1 Damit möchte ich auch gleich zum Namen „Tristan“ kommen, der lt. Gottfrieds eigener Aussage von „triste“ (= traurig) kommt. Im Keltischen bedeutet „Tristan“ hingegen „Waffenlärm“ oder „klirrendes Schwert“. Auch der Name „Isolde“ ist keltischen Ursprungs und heißt „die Gerechte“.
In der mittelalterlichen Literatur geht es nicht um Ausdruck persönlicher und unmittelbar erfahrbarer Wirklichkeit, sondern um das Allgemeine, das Ideelle und Typische, das allein als Realität gilt, die in Gott begründet ist und auf die sich alles bezieht. Daraus wiederum erklärt sich die hyperbolische Darstellung von Helden. Eine psychologische Motivierung, die wir aufgrund unseres neuzeitlichen Verständnisses erwarten würden, ist der mittelalterlichen Dichtung fremd. Die mittelalterlichen Helden und somit auch Tristan stellen Symbole dar, mit deren Hilfe im Einzelnen dem Allgemeinen Ausdruck verliehen wird. 2 1 Vgl.: Huber, Christoph „Gottfried von Straßburg Tristan und Isolde“, Artemis Einführungen, Band 24 (hrsg. von Peter Brang, u. a., Artemis Verl. München und Zürich 1986, S. 11-12. (Siehe auch: Andreas Kapellanus Ausführungen über die Liebe im Traktat „De Amore“, das vermutlich 1186 entstand).
2 Vgl.: Wapnewski, Peter „Deutsche Literatur des Mittelalters, Göttingen 2/1960, S. 48.
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Tristan ist eine zutiefst widersprüchliche Figur. Er verkörpert Freude und Leid in seiner Person und wird somit zum klassischen Paradigma der Affekte. Paradigmatisch ist auch zu verstehen, dass seine Mutter gleichzeitig mit dem neuen Leben auch den Tod empfing. In diesem Sinne muss man auch die Figur des Tristan verstehen. Er ist kein Mensch aus Fleisch und Blut. Er ist eine Allegorie und erfüllt eine bestimmte Funktion. Er ist ein Held, ein mythischer Heilbringer einer mittelalterlichen kollektivistischen Gesellschaft und als solcher entzieht er sich jeglicher Beurteilung aus einer neuzeitlich individualistischen Perspektive. Dementsprechend muss man auch die Bedeutung der Emotionen in Gottfrieds Tristan in ihrem Kommunikations- und Handlungscharakter erfassen. Ebenso ist die Andersartigkeit der mittelalterlichen Gefühlsausdrücke zu berücksichtigen. Einen großen Anteil haben nämlich nonverbale Formen der Gefühlsvermittlung, wie Gestik, Mimik und Bewegung. 3 Unter
diesem Gesichtspunkt muss man wohl auch Tristan als Träger der Minne betrachten. Ursprünglich meinte das Wort „Minne“ nicht nur die Liebesbeziehung zwischen Geschlechtern, sonder bezeichnete auch allgemein freundschaftlich emotionale Bindungen, sowie ein „freundliches Gedenken“ gegenüber Gott. Erst im Spätmittelalter erfolgte dann die Begriffseinschränkung auf die sexuelle, erotische Liebe. Durch die zunehmende Emotionalisierung und Individualisierung der Beziehung des Menschen zu Gott, haben sich analog dazu auch die zwischenmenschlichen Beziehungen verändert. Ein ausgeprägtes Ich- Bewusstsein hingegen und eine Hinwendung zu einem nicht austauschbaren Du, Selbstreflexion und Selbstanalyse sind dem mittelalterlichen Helden und somit auch der Figur des Tristan fremd. In dem Roman geht es vielmehr um die gesellschaftliche Auffassung von Liebe. Tristans Liebe ist gleichzeitig vollkommen und korrupt, sie ist rein und schuldig zur selben Zeit. Genauso zwiespältig ist die Haltung des Helden der Gesellschaft gegenüber. Einerseits stellt er sich ins Abseits und verstößt gegen ihre Regeln, andererseits ist sie ihm ein unabdingbares Gut. 4 3 Kasten, Ingrid: Forschungsfeld Emotionalität in: „Codierungen von Emotionen im Mittelalter“, Hrsg. Jaeger, C. Stephen und I. K., Berlin 2003, S XIII – XXVIII.
4 Beifuß, Elke: „Über die Minne im Tristan Gottfrieds von Straßburg und das Verständnis von Liebe und Ehe in der Gesellschaft um 1200“, Hausarbeit im Fach Dt. Literaturwiss., Univ. Bremen 2000.
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2. Tristan
2.1. Tristan und der Götterbote Hermes
Gottfrieds Tristan trägt Züge des Götterboten Hermes in sich. Dieser ist der Gott der Diebe, der Kaufleute und der Reisenden, ein Meister der List, aber auch der Musik und der gewandten Rede. Diese Anklänge an Hermes sind leicht zu erkennen. Auch Tristan ist listenreich und wortgewandt, er gibt sich als Kaufmann aus, er ist Musiker und die Reise ist sein Zuhause. 5 In seiner Dissertation versucht Ulrich Schönwald mittels einer eigens für
dieses Projekt entwickelten Software die einzelnen Erzählabschnitte des Tristanromans auf signifikante Strukturen und Zahlen zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurde sogar die Heidelberger Handschrift hinzugezogen. Dabei stellte man fest, dass der Umfang der beiden Teile des Romans exakt auf den beiden Zahlen des Martianus basiert. Martianus Capella hatte nämlich im 5. Jh. das Werk „Die Hochzeit von Philologia und Merkur (= Hermes)“ verfasst, in dessen Rahmenhandlung er den Brautleuten Zahlen zuordnet, um mit deren Hilfe zu demonstrieren, wie gut die beiden einander ergänzen. Somit glaubt der Verfasser der Dissertation die Annahme berechtigt, dass der Tristanroman kein Fragment, sondern ein in sich abgeschlossenes Werk darstellt. 5
2.2. Tristan der „elende“
Beim Studium früher Kulturen bin ich drauf gestoßen, dass offenbar bis in die jüngste Vergangenheit, das heißt bis etwa vor 5-6000 Jahren keine vertikalen Strukturen in menschlichen Gesellschaften zu entdecken sind. Es gibt keine Oberen und keine Unteren. Bei Carl Friedrich von Weizsäcker fand ich wichtige Gedanken zum Phänomen Macht. Seit es in menschlichen Gesellschaften institutionalisierte Machtausübung gibt, hat sich Grundlegendes verändert. Wenn ich Ihnen von den Sängern und Musikern erzähle, tue ich dies, weil mir das Studium dieser 5 Vgl.: Schönwald, Ulrich: „Hermes’ Spuren: Geist und Struktur in Gottfrieds Tristan", Dissertation, Göttingen 2005. (siehe auch: Capella, Martianus: „Die Hochzeit von Philologia und Merkur“, 5. Jh.)
Quote paper:
Dr. phil. Daria Hagemeister, 2007, Gottfrieds "Tristan" und die Musik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Entschuldigung.....
.. ich möchte der Autorin dieser Arbeit, dem betreuenden Professor oder der Universität Wien nicht zu nahe treten, aber diese Arbeit ist wirklich miserabel. Selbst für ein Proseminar - meine Professoren würden das hier unkorrigiert zurückgeben, verbunden mit der Frage, ob das Geschreibsel ernst gemeint ist...
Nicht zu empfehlen!!
Ärgere mich jetzt noch über meine 7€.
on Thursday, October 23, 2008-