Fachhochshule Bielefeld
Erziehungswissenschaft, SoSe 2005
Alkoholismus
von: Sell Heyse
Inhaltsverzeichnis
1. Formen und Typen des Alkoholismus 3
1.1 Einleitung- Alkoholabhängigkeit 3
1.2 Ablauf der Krankheit nach dem Jellinek- Schema 3
1.3 Der Alpha- Trinker 6
1.4 Der Beta- Trinker 6
1.5 Der Gamma- Trinker 6
1.6 Der Delta- Trinker 7
2. Problemhorizont 8
2.1 Ursachen der Sucht 8
2.1.1 Genetische Vorveranlagung 8
2.1.2 Psychosoziale Risikofaktoren 9
2.2 Alkoholismus und Angehörige 9
2.2.1 Eltern Kinder 10
2.2.2 Ehepartner/- Co- Abhängigkeit 10
2.3 Auswirkungen übermäßigen Alkoholkonsums 11
3. Fallbeispiele 13
3.1 Fallberichte 13
4. Therapie und Hilfen für Abhängige 16
4.1 Grundelemente der Therapie 16
4.1.1 Die Therapie bzw. Behandlungskette 16
4.2 Beratungsstellen 17
4.3 Selbsthilfegruppen 18
4.4 Welche Aufgabe haben Suchtberatungsstellen und wie findet man sie? 19
5. Literaturverzeichnis 21
1. Formen und Typen des Alkoholismus
1.1 Einleitung- Alkoholabhängigkeit
Alkohol besitzt einen hohen Stellenwert und ist fest verankert in unserer heutigen Gesellschaft. Es gibt kaum ein gesellschaftliches Ereignis, welches ohne Alkohol stattfindet. Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Vereinsfeste, Betriebsfeiern, ja sogar Staatsakte werden mit Alkohol „begossen und besiegelt“. Alkohol scheint die Eintrittskarte in eine Welt voller Erfolg, Wohlstand, Geselligkeit und Freundschaft zu sein. Der Umgang mit Alkohol ist arglos, man sollte meinen völlig ungefährlich und harmlos. Aber das stimmt nicht! Alkohol ist eine Droge! Eine Droge die abhängig machen kann!!
1.2 Ablauf der Krankheit nach dem Jellinek- Schema
Der amerikanische Forscher Prof. Jellinek hat vor über 40 Jahren die Entwicklung der Alkoholabhängigkeit ausführlich beschrieben. Demnach umfasst die Krankheit vier Phasen, die oft ineinander übergehen:
I. Die Vorphase
In der Vorphase wird Alkohol in gesellschaftliche Form getrunken, zu geselligen Anlässen oder einfach nur am Abend zur Entspannung. Anfangs wird die eintretende Erleichterung überwiegend auf die „tolle Situation“ (lustige Gesellschaft) als auf das Trinken zurückgeführt. Deshalb wird unbewusst nach Gelegenheiten Ausschau gehalten um Alkohol zu trinken. Allmählich erhöht sich dabei die Alkoholtoleranz. Bereits in dieser Phase beginnt die Gewöhnung des Körpers an den Alkohol. Der Trinker braucht nun größere Mengen Suchtstoff als früher, um die gewünschte Erleichterung zu erreichen. Durch das wiederholte Erleichtern durch Alkohol, fällt im Laufe der Zeit die Fähigkeit, psychische Belastungen auszuhalten, so weit ab, dass der Alkoholtrinker zu einer immer schnelleren Flucht vor dem Frust sucht.
II. Die Anfangsphase
Nun geht der Alkoholismus gleitend in die Anfangsphase über. Die Zeit der Gewohnheit ist vorbei. Da die Trinkgewohnheiten nun doch etwas vom Durchschnitt abweichen, versucht der Trinker, bei geselligen Trinkanlässen „normal“ zu trinken. Er fängt an, Alkohol ohne Wissen der anderen zu sich zu nehmen, um nicht aufzufallen.
Das gesteigerte Bedürfnis führt auch dazu, häufig an Alkohol zu denken und gelegentlich vorsorglich ein paar Gläser zu trinken. Die verstärkte Alkoholabhängigkeit macht sich auch dadurch bemerkbar, dass nach kurzer Abstinenz die ersten Gläser besonders gierig heruntergekippt werden. Durch das zu viele trinken stellen sich bald Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen ein. Da sie dennoch ihre Trinkgewohnheiten nicht ändern können, wird nach Ausreden vor sich und Anderen gesucht. Der Trinkende meidet Anspielungen auf seinen Konsum und wirkt verärgert und gekränkt.
Alkoholbedingte Gedächtnislücken sind Warnsignale, dass das kritische Stadium des Alkoholismus bevorsteht.
III. Die kritische Phase
Der Alkoholiker beginnt sein Trinkverhalten zu erklären und in seiner Umwelt zu suchen. Es entsteht ein komplettes „Erklärungssystem“, das auf alle Bereiche des Lebens ausgedehnt wird. Der Alkoholismus lässt sich jetzt nicht mehr verbergen. Ehepartner, Verwandt oder Freunde beginnen zu warnen und zu ermahnen. Der Trinker erlebt das als sehr bedrohlich und reagiert darauf zunehmend verärgert. Daher zieht er sich von seinen Freunden und Bekannten zurück und ersetzt sie häufig durch neue „Trinkkumpane“, vereinsamt aber letztendlich. Der Alkohol wird zum Mittelpunkt des Lebens.
Der Gedanke, plötzlich keinen Alkohol mehr zu haben, löst starke Angst aus. Es wird dann oft versteckt ein Alkoholvorrat angelegt, damit besorgte Angehörige ihm den Alkohol nicht wegnehmen können.
In dieser Phase werden Kontrollverluste sichtbar, da er mit dem trinken nicht mehr aufhören kann und alles was verfügbar ist, geleert wird. Der Alkoholabhängige hat die Kontrolle über sein Alkoholtrinken verloren. Gewissensbisse, soziale Isolierung, Verlust der Selbstachtung und Gefährdung der Existenz haben den Alkoholiker zerrüttet. So beginnt er schon früh morgens mit seinen Trinkgewohnheiten, um den Tag in einem „normalen“ Zustand zu überstehen.
IV. Die chronische Phase
[...]
Arbeit zitieren:
Sell Heyse, 2005, Alkoholismus, München, GRIN Verlag GmbH
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