Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 Was ist Motivation? 1
1.2 Ergebnisse der Pisa-Studie 2000 2
2. Lesekompetenz und Lesemotivation 2
2.1 Leseförderung 3
2.2 Lesesozialisation 4
2.3 Schreibmotivation 6
2.3.1 Schreiben zu Bildern 7
2.3.2 Anregungen zum Schreiben und Lesen 8
a) Bildtafeln 8
b )Textlose Bilderbücher 8
c) Surreale Bilderbücher 8
d) Geschichtsanfänge weiterspinnen 9
e) Ein Bilderbuch ergänzen und filmen 9
f) Buchladen im Internet 9
3. Hauptteil 10
3.1 Das Bilderbuch - verschiedene Arten der Darstellung 10
a) Das realistische Bilderbuch 10
b) Das phantastische Bilderbuch 11
c) informierende Bilderbücher/ Sachbücher 11
3.2 Formale Kriterien des Bilderbuches 11
a) Bildgestaltung 11
1) Monoszenische Bilder
2) Pluriszenische Bilder, Simultanbilder
b) Textgestaltung 12
c) Layout, Bild-Text-Interdependenzen 12
1) Das Bild zum Text 12
2) Der Text im Bild 13
4. Bilderbücher im Unterricht 13
4.1 Bilderbücher auswählen 14
4.2 Möglichkeiten des Bilderbucheinsatzes 14
a) Die Bücherstunde 14
b) Wochenplan/ Freiarbeit 14
c) Projekttage/ Buchwochen 15
d) Lesenacht 15
e) Die Klassenbücherei 15
5. Die Bilderbuchanalyse 16
5.1. Analyse des Bilderbuchs Die kleine Raupe Nimmersatt 16
5.2 Arbeitsanregungen zu Die kleine Raupe Nimmersatt 17
II
6. Das Bilderbuch im Mediengefüge 17
7. Schluss - Ein Plädoyer für das Bilderbuch 18
8. Fazit 18
9. Literaturverzeichnis 20
III
1. Einleitung
Eine der grundlegendsten Fähigkeiten, welche die Grundschule vermitteln muss, ist die des Lesens. Spätestens seit den Ergebnissen der Pisa-Studie 2000 wird der Lesekompetenz verstärkt Beachtung geschenkt. Daher werde ich in einem ersten Schritt auf die Ergebnisse der Pisa-Studie eingehen und einen Überblick geben, warum es wichtig ist Kinder zum Lesen zu motivieren. Ich gehe zunächst getrennt auf die Lese- und Schreibmotivation ein, auch wenn diese natürlich im Unterricht mit einem Bilderbuch zusammen erfolgt. Worin liegen die Vorteile des Bilderbuches im Vergleich zum traditionellen Aufsatzunterricht und welche Möglichkeiten bieten die verschiedenen Bilderbuchtypen um die Kinder zum Lesen und Schreiben zu motivieren? Wie unterrichtet man mit einem Bilderbuch und was ist bei der Analyse zu beachten? Um genauere Anregungen und Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen, werde ich in einem letzten Schritt das Bilderbuch Die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle analysieren und mögliche Lese- und Schreibanlässe zu diesem Buch aufzeigen.
1.1 Was ist Motivation?
Ganz allgemein gesehen versteht man unter Motivation, dass einem bestimmten Ziel über einen längeren Zeitraum hin engagiert nachgegangen wird. Aus didaktischer Sicht soll die Motivation das Interesse der Kinder zu einer lehrplanbestimmten Lernleistung wecken. 1 Das Interesse der Kinder spielt für die Lese- und Schreibmotivation eine wichtige Rolle:
Ob […] ein Kind ein tiefes und dauerndes Verhältnis zum Lesen gewinnt, wird stark davon abhängen, ob es im Lesen etwas sieht, was ihm von außen aufgezwungen wurde, oder etwas, an dessen Zustandekommen es selbst aktiv beteiligt ist. 2
Kann man das Interesse der Kinder noch durch ein Lesebuch bzw. durch eine Fibel wecken und sie so zu lebenslangem Lesen und Schreiben motivieren?
1 „Grundschule von A bis Z.“ S. 184
2 Michael Sahr, Monika Born: „Kinderbücher im Unterricht der Grundschule“. [2006] S.30
1
1.2 Ergebnisse der Pisa-Studie 2000
Die Ergebnisse der im Jahr 2000 durchgeführten Pisa-Studie haben deutlich gezeigt, dass immer mehr Kinder ein Defizit in ihrer Lesekompetenz aufweisen, insbesondere im Hinblick auf die Interpretationsfähigkeit. Unter Lesekompetenz wird mehr als das Lesen an sich verstanden. Laut der OECD ist Lesen die Fähigkeit geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und über sie zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potenzial weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. 3
Auch im Hinblick darauf, dass es in Deutschland ungefähr drei Millionen funktionale Analphabeten gibt, ist es wichtig der Lesekompetenz und dem Lesen allgemein mehr Beachtung zu schenken. Funktionale Analphabeten sind Erwachsene, die das Lesen und Schreiben wieder verlernt haben, da sie nicht genügend motiviert worden sind auch im Alltag zu lesen. 4 Zudem ist nur ein Drittel der Bevölkerung als regelmäßiger Buchleser zu bezeichnen und das Lesen in der Freizeit ist immer noch sehr schichtabhängig (Vgl. Born S.37).
Um zu verhindern, dass die Kinder die erworbenen Kenntnisse im Lesen und Schreiben wieder verlernen und um allen Kindern den Zugang und das Interesse am Lesen und Schreiben zu ermöglichen, müssen Wege gefunden werden […] dass bei Schülerinnen und Schülern eine stabile, möglichst lebenslange Lesemotivation aufgebaut [werden kann] […]. 5
2. Lesekompetenz und Lesemotivation
Lesekompetenz ist eine funktionale Vorraussetzung für den Erwerb der Medienkompetenz. Nur wenn alle Medien miteinander verbunden werden, also auch auf die traditionellen Medien wie das Buch eingegangen wird, kann es gelingen, den Schülern Medienkompetenzen zu vermitteln (Vgl. Metzger S.7f.). Lesen kann folglich als „Schlüssel zur Medienkultur” 6 verstanden werden. Eine Untersuchung zum frühen Spracherwerb (Ninio/Bruner 1978) illustriert, wie wichtig das Lesen für die sprachliche Entwicklung ist. Besonders die Vorlesesituation
3 http://pisa.ipn.uni-kiel.de/lesen.html.
4 Born: Kinderbücher S.36
5 Klaus Metzger: „Handlungsorientierter Umgang mit Medien im Deutschunterricht“. [2001] S. 10
6 Hurrelmann, Bettina: „Leseförderung“. http://www.medienpaedagogik-online.de/mf/4/00673/ S.9
2
bei dem gemeinsamen Betrachten eines Bilderbuches ist sehr hilfreich bei der Sprachentwicklung, da die Sprache der Mutter in diesen Situationen „weitaus elaborierter ist als in allen sonstigen Spiel- und Gesprächssituationen mit dem Kind”. 7 Zudem wird den Kindern im Vorlesedialog der Eintritt in die Schriftsprache ermöglicht.
Um Lesekompetenz zu fördern müssen Lesestrategien vermittelt und die Freude am Lesen gefördert werden, um die Kinder zu einer „[…] adäquaten Leseleistung […]” 8 zu befähigen.
2.1 Leseförderung
Anfang der 80er Jahre wurde die Diskussion um die Konkurrenz zwischen Lesen und Fernsehen erneut angefacht (Vgl. Hurrelmann S.1). Die Studie “Jugend und Medien” (Bonfadelli u.a. 1986) hatte gezeigt, dass das Lesen in der Mediengesellschaft immer mehr von außen gestützt werden muss. Die Tatsache, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung nicht regelmäßig bzw. gar nicht liest bedeutet nicht, dass es zu einem Niedergang der Lesekultur kommt, allerdings verbringen immer mehr Kinder immer mehr Zeit vor dem Fernseher. Besonders für Kinder aus sozialen Randgruppen kann dies zu einer Verringerung der Chancen für das Bücherlesen führen: Extensives Unterhaltungsfernsehen verbindet sich nämlich mit ungünstigen Sozialisationsbedingungen zu einer Wirkungsspirale, über die vor allem bestimmte Gruppen von Kindern […] in ihrer Entwicklung zusätzlich behindert werden. 9
Das Bücherlesen an sich, das in einer langen kulturellen Tradition steht, wird nicht verschwinden, allerdings wird es für Kinder immer schwieriger werden sich auf das Lesen eines Buches zu konzentrieren, da das Fernsehen […] Zerstreuung, punktuelle Aufmerksamkeit, starke emotionale Reize zu den beherrschenden Rezeptionsmotiven und zu den beherrschenden Wahrnehmungsformen machen kann. 10
7 Hurrelmann: S.7
8 http://pisa.ipn.uni-kiel.de/lesen.html
9 Hurrelmann:S.3f.
10 Hurrelmann: S.4
3
Arbeit zitieren:
Daniela Fellendorf, 2006, Bücher von Anfang an - Wecken der Lese- und Schreibmotivation mit einem Bilderbuch , München, GRIN Verlag GmbH
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