Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 3
2. Definitionen 5
2.1. Exulanten 5
2.2. Exulantenstädte. 5
3. Stufen der Stadtentstehung in Mitteleuropa 6
4. Vertriebene Religionen. 8
4.1. Protestanten. 8
4.2. Böhmische Brüder 8
4.3. Waldenser 9
4.4. Hugenotten 9
4.5. Lutheraner 9
4.6. Mennoniten. 10
4.7. Hussiten 10
4.8. Katharer 10
5. Historischer Hintergrund der Exulantenstädte 11
5.1. Die Lage in Deutschland 12
5.2. Die Situation in Europa 14
5.3. Die wichtigsten Exulantenströme. 15
5.4. Zusammenfassung und Entstehung von Exulantenstädte. 17
1
6. Exulantenstädte. 18
6.1. Neuwied. 18
6.1.1. Geographische Lage 18
6.1.2. Geschichte 18
6.2. Hanau. 20
6.2.1. Geographische Lage 20
6.2.2 Geschichte 20
6.3. Neu-Isenburg 21
6.3.1. Geographische Lage 21
6.3.2. Geschichte 21
6.4.2. Geschichte 23
6.5. Glückstadt. 25
6.5.1. Geographische Lage 25
6.5.2. Geschichte 25
7. Literaturverzeichnis 27
Internet - Quellen. 28
Multimedia - Quelle 28
2
1. Einleitung
Die Genese von Städten bzw. der Stadtentstehung können unterschiedliche Ursachen haben. Zu den Stadtentstehungstheorien gehören die Hydraulische-, Ökonomische-, Militärische und Religiöse oder theologische Theorie.
In meiner Hausarbeit möchte ich explizit auf die Religiöse Stadtentstehung am Beispiel von Exulantenstädte eingehen.
Die mitunter in der Geschichte der deutschen Städte und ihrer Entstehung/Gründung in der Frühen Neuzeit, eine nicht unerhebliche Rolle spielen.
Die „Exulantenstädte“ gehören laut Edith Ennen, zu den frühzeitlichen Sondertypen der frühneuzeitlichen Stadtenstehung. „Die Geschichtswissenschaft hat sich bei der Beschäftigung mit den frühneuzeitlichen Städtetypen vor allem jener Gattung zugewendet , die zu den mittelalterlichen Handels- und Gewerbestädten Bischofsstädten, Pfalz- und Burgstädten hinzutraten und die für die frühneuzeitlichen Entwicklungen als charakteristisch empfunden wurden. 1 Als solche gelten dann, Bergstädte, Exulantenstädte, Residenz- und Hauptstädte, Festungsstädte und Manufakturstädte.
Anhand ausgewählter Beispiele der Städte: Neuwied, Hanau, Neu-Isenburg, Mannheim
und Glückstadt werde ich die zum Teil unterschiedliche Entwicklung/Entstehung der Exulantenstädte aufzeigen.
1 Gerteis, Klaus. (1986): Die deutschen Städte in der Frühen Neuzeit. Zur Vorgeschichte der ,bürgerlichen Welt‘.
Darmstadt. S.18.
3
2. Definitionen
2.1. Exulanten
„Exulanten sind Leute, die in der Zeit der „Gegenreformation“ 3 ihre Heimat verlassen mußten, weil sie am Evangelischen Bekenntnis festgehalten haben. "Exulant" (von lateinisch exulare = ausserhalb des Vaterlandes leben, in der Verbannung oder als Verbannter leben) ist seit dem „30 jährigen Krieg“ 4 der Fachausdruck für die zahllosen Protestanten, die wegen ihres evangelischen Glaubens aus den habsburgischen und anderen katholisch beherrschten Gebieten oder rekatholisierten Ländern vertrieben worden sind.“ 5
2.2. Exulantenstädte
„Exulantenstädte (Flüchtlingsstädte/Glaubensflüchtlingsstädte) (zwischen 16. und 18 Jh.) waren räumlich an landesfürstliche Gebiete mit protestantischem Glaubensbekenntnis gebunden. Triebkraft zur Gründung derartiger Städte war die Flucht aus dem Machtbereich der Gegenreformation.“ 6 Die Flüchtlingsgruppen, (...) -häufig in Neustädten oder neuen Stadtgründungen angesiedelt - kamen z.B. aus Böhmen (Böhmische Brüder) in den Raum Schlesiens und Polens, aus Flandern in das Niederrein- und das nordwestdeutsche Küstengebiet, aus Frankreich (Hugenotten) in das Rheingebiet oder
3 Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Gegenreformation.html: Die Gegenreformation bezeichnet die
Versuche der römisch-katholischen Kirche seit dem 16. Jahrhundert eine Rekatholisierung einzuleiten nachdem
die protestantische Reformation bereits über 90% der Gebiete Europas erfasst hatte. Sie wurde zunächst mit
Mitteln der Überzeugung später unter Verwendung staatlicher Repression und ideologischer Überredung durch-
geführt
4 Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Drei%DFigj%E4hriger_Krieg.html: Der Dreißigjährige Krieg be-
gann 1618 mit dem Prager Fenstersturz und endete mit dem Westfälischen Frieden zu Münster und Osnabrück
im Jahr 1648 .
5 Exulanten: :http://www.gf-franken.de/exulanten_frm.html
6 Heineberg, Heinz. (2003): Einführung in die Anthropogeographie/Humangeographie. Paderborn. S.330.
5
über Hessen nach Schlesien bis in die Mark. „Exulantenstädte wurden häufig nach dem fördernden Fürsten benannt (z.B. Friedrichsstadt an der Eider); z.T. hat sich in der Städtenamen das „Gefühl neugewonnener Sicherheit“ niedergeschlagen wie Freystadt in Posen, Glückstadt an der Elbe oder Freudenstadt im Schwarzwald.“ 7
3. Stufen der Stadtentstehung in Mitteleuropa Abb.1: Stufen der Stadtenstehung In Mitteleuropa
Quelle: Stoob, Heinz. (1970): Forschungen zum Städtewesen in Europa. S. 21.
7 Heineberg, Heinz. (2003): Einführung in die Anthropogeographie/Humangeographie. Paderborn. S.330.
6
Das Diagramm von Stoob soll einen zeitlichen Überblick, über den Entstehungszeitraum von Exulantenstädten geben. Es verdeutlicht wann und wie viele Städte durch Religionsflüchtlinge in Mitteleuropa entstanden sind.
„In die Gesamtkurve sind für ausgewählte Typen, „Bergstädte“ 8 , Flüchtlingsstädte und „Akzisestädte“ 9 , Teilkurven eingezeichnet; da sich oft mehrere Impulse überdecken oder ablösen, wie noch zu zeigen ist, bleiben gegen diese Teilkurven noch stärkere Vorbehalte wach, als gegen das Gesamtbild.“ 10
Von einem Tiefstand vor 1450 steigt die Kurve an, wobei die Entstehung neuer Bergstädte klar dominiert. Die allgemeine zeigt, das ab 1470 die Zahl stetig steigt und um 1520/30 einen Höhepunkt erreicht, sie fällt jedoch 1540 wieder zum ersten Tief ab und läuft gegen 1680 aus.
„Ganz anders entwickelt sich die Zuwachsrate der unter Flüchtlingsbeteiligung ent-standenen Städte: erst um 1520 setzt sie ein, steigt mit Schwankungen zu einer Höhenmarke vor 1600 an, gewinnt aber erst um 1620-60 ausschlaggebenden Anteil an der Gesamtkurve, die sie dann um 1700 für kurze Zeit völlig beherrscht. Danach wird sie nur noch durch Schlußlichter ergänzt.“ 11 Die dritte Teilkurve gehört gänzlich dem 18. Jahrhundert an und hat einen letzten Höhepunkt des Gesamtbildes zwischen 1720 und 1730 zur Folge. „Faßt man zusammen, so zeigen sich Periodeneinschnitte um 1550/60, um 1610/20, um 1670/80 sowie endlich um 1730 und wir entnehmen daraus, daß nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich differenziert werden muß, wenn
8 Vgl. .http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Bergstadt.html : Eine Bergstadt ist historisch gesehen eine Sied-
lung in der Nähe von Rohstofflagerstätten welche vor allem zum Zwecke der Ansiedlung von Arbeitskräften und
Unternehmen mit dem Stadtrecht anderen besonderen Rechten ( Bergregal ) Steuerbefreiungen oder -erlass und
ähnlichem ausgestattet wurden.
9 Vgl. Pauler, Roland. "Akzise." Microsoft® Encarta® 2006 [DVD]. Microsoft Corporation, 2005.
DEF A.: Akzise, Bezeichnung für zahlreiche Formen der indirekten Besteuerung des Verbrauchs und Verkehrs,
seltener der gewerblichen Produktion seit dem Mittelalter bis ins frühe 19. Jahrhundert. Bereits im 11. Jahrhun-
dert war die Akzise in Spanien und Venedig bekannt. In Deutschland tritt sie nachweislich erstmals 1206 in Köln
auf und im weiteren Verlauf des 13. Jahrhunderts dann in allen Gegenden Deutschlands. Ursprünglich war die
Akzise für städtische Bedürfnisse bestimmt und wurde von den städtischen Behörden mit Genehmigung des
Stadtherrn erhoben, doch wurde sie noch im Lauf des 13. Jahrhunderts vielfach von den Landesherren in ihren
Städten selbst erhoben. Als Verbrauchssteuer betraf sie hauptsächlich den Wein- und Bierkonsum. Ähnliche
Steuern gab es unter anderen Bezeichnungen auch in anderen europäischen Ländern.
10 Stoob, Heinz. (1970): Forschungen zum Städtewesen in Europa. Bd. 1: Räume, Formen und Schichten der
mitteleuropäischen Städte. Eine Aufsatzfolge. Köln/Wien. S. 253.
11 A.a.O., S.253.
7
Arbeit zitieren:
Alexander Danylec, 2006, Religiöse Stadtentstehung am Beispiel von "Exulantenstädten", München, GRIN Verlag GmbH
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