Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. II
Abbildungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Die Theorie der Unternehmung von E. Gutenberg 2
2.1 Die Organisation als ein System von Funktionalbeziehungen. 2
2.1.1 Die Elementarfaktoren 3
2.1.2 Die dispositiven Faktoren. 4
2.2 Der Mensch im System produktiver Faktoren - ein Zwei-Klassen-Modell 5
2.2.1 Der Mensch als Subjekt. 6
2.2.2 Das psycho-physische Subjekt 6
2.2.3 Der Mensch als Objekt 7
2.2.4 Optimale Ergiebigkeit menschlicher Arbeitsleistung im Betrieb 8
3 Übertragbarkeit der Theorie Gutenbergs auf Aspekte der Personalwirtschaft 11
3.1 Grundzüge der Personalwirtschaftslehre. 11
3.2 Personal als Produktionsfaktor. 13
3.3 Anwendbarkeit der Theorie von E. Gutenberg für die Personalauswahl 14
4 Fazit. 17
Quellenverzeichnis 18
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die produktiven Faktoren
Abbildung 2: Bedingungen optimaler Ergiebigkeit menschlicher Arbeitsleistung.
Abbildung 3: Hauptfelder der Personalwirtschaft.
III
1 Einleitung
Ein immer aktuelles Thema in den Nachrichten und Zeitungen ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes befinden sich momentan 11,5% 1 aller zivilen Erwerbspersonen in Deutschland ohne Arbeit. Trotz dieser alarmierend hohen Quote ist der Jobabbau noch nicht zum Stillstand gekommen. Laut eines Artikels im FOCUS Magazin, plant z.B. der VW-Konzern mehr als 20.000 Arbeitsplätze abzubauen 2 . Mit dieser Maßnahme sollen weitere Personalkosten eingespart werden, um den Konzern zu sanieren.
Dieses ist nur ein Beispiel dafür, dass der Mensch oder konkreter der Arbeitnehmer zumeist nicht als Person sondern als Kostenfaktor betrachtet wird. Diese Reduzierung des Arbeitnehmers und der sich dahinter verbergenden Person geschieht nicht nur in einem Unternehmen, sondern auch in der Politik, wenn es z.B. um die Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland geht.
Diese Betrachtungsweise hat ihren Ursprung in der Theorie der Unternehmung von Dr. Erich Gutenberg. Die vorliegende Arbeit wird sich kritisch mit dieser das Gebiet der Betriebswirtschaftslehre prägenden Theorie auseinandersetzen und sich der Frage widmen, ob diese Theorie noch den heutigen Ansprüchen der Personalwirtschaftslehre und speziell der Personalauswahl gerecht wird. Als erstes werden die Grundzüge der Theorie der Unternehmung von E. Gutenberg vorgestellt. Dazu wird zunächst auf die Organisation an sich eingegangen. Im Anschluss daran wird die Rolle des Menschen in diesem System erklärt, zuerst seine Rolle als Subjekt, dann seine Rolle als Objekt. Danach wird eine mögliche Übertragbarkeit der Theorie von E. Gutenberg auf die Personalwirtschaft und im Anschluss daran speziell auf die Personalauswahl geprüft. In einem abschließenden Fazit wird das Ergebnis vorgestellt.
1 Vgl. zu den Zahlen Internetinformationen des Statistischen Bundesamtes Deutschland: http://www.de-
statis.de/indicators/d/arb210ad.htm, eingesehen am 28.04.2006, 18.40 Uhr.
2 Vgl. Özgenc, K.: Geheimplan für Wolfsburg, in: FOCUS, 16 (2006), S. 152f.
1
2 Die Theorie der Unternehmung von E. Gutenberg
Der erste Band der „Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre“ von Erich Gutenberg „Die Produktion“ ist bereits vor über 50 Jahren erschienen; genauer im Jahre 1951. Dies mag für eine moderne Wissenschaft wie die Betriebswirtschaftslehre veraltet wirken. „Für viele Betriebswirte bildet jedoch die Theorie der Unternehmung von Gutenberg nach wie vor das theoretische Fundament, auf dem sie weiter bauen.“ 3 Im Folgenden werden die Grundzüge der Theorie der Unternehmung von Gutenberg dargestellt. Dabei ist anzumerken, dass Gutenberg die Existenz von Unternehmungen als gegeben hinnimmt. Er behandelt nicht die Thematik, warum diese überhaupt gebildet werden. 4
Nach Gutenberg besteht ein Unternehmen aus drei großen Teilbereichen: der Leistungserstellung, der Leistungsverwertung und der Finanzierung 5 . Diese drei können noch um den Bereich der Beschaffung ergänzt werden 6 . In einem Kombinationsprozess erstellt das Unternehmen in diesen verschiedenen Teilbereichen aus einzelnen Produktionsfaktoren ein Produkt, welches anschließend über den Absatzmarkt verkauft wird. Um die Unternehmung und die Abläufe in der Unternehmung zu analysieren und zu verstehen, betrachtet man in der heutigen Betriebswirtschaftslehre die einzelnen Teilbereiche getrennt voneinander. Diese „Tendenz zur Spezialisierung“ 7 beobachtete Gutenberg bereits 1966. Er wies darauf hin, dass dies jedoch die Gefahr birgt, den eigentlichen Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre, die Unternehmung, aus dem Focus zu verlieren. Für Gutenberg stellt die Unternehmung als Ganzes den Kombinationsprozess dar, diese Einheit gilt es zu untersuchen. Dazu analysiert Gutenberg von einem höheren Abstraktionsniveau mit Hilfe der mathematischen Formulierung die verschiedenen Abhängigkeiten zwischen den betrieblichen Teilbereichen.
2.1 Die Organisation als ein System von Funktionalbeziehungen
Die Unternehmung besteht somit aus verschiedenen Produktivitätsbeziehungen, welche sich aus der wechselseitigen Abhängigkeit der drei Teilbereiche des Betriebs ergeben. Diese
3 Albach, H.: Gutenberg und die Zukunft der Betriebswirtschaftslehre, in: ZfB, 67 (1997), 12, S. 1264.
4 Vgl. Lücke, W.: Die prägende Wirkung der Lehre Gutenbergs für die Entwicklung der Betriebswirt-
schaftslehre, in ZfB, 67 (1997), 12, S. 1251 f.
5 Vgl. Gutenberg, E.: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, erster Band: Die Produktion, 23., unver-
änderte Aufl., Berlin 1979 S. 2.
6 Vgl. Albach, H.: Gutenberg und die Zukunft der Betriebswirtschaftslehre, a.a.O., S. 1261.
7 Ebenda, S. 1258.
2
Produktivitätsbeziehungen lassen sich durch mathematische Funktionen beschreiben und wiedergeben, wie zum Beispiel durch die Produktions- oder Absatzfunktion. Wie im vorangegangenen Abschnitt erwähnt, werden nach Gutenbergs Theorie im Kombinationsprozess eine Vielzahl von Produktionsfaktoren möglichst effizient miteinander kombiniert, um ein Produkt zu erstellen. Als Produktionsfaktor bezeichnet man alle materiellen und immateriellen Mittel und Leistungen, die an der Leistungserstellung mitwirken. Diese lassen sich nach Gutenberg in zwei Gruppen unterteilen, die Elementarfaktoren und die dispositiven Faktoren. Anhand der Abbildung 1 soll diese für das Verständnis der Theorie von Gutenberg wichtige Aufteilung der Faktoren verdeutlicht werden. Ein besonderes Augenmerk ist hierbei auf den Faktor „Menschliche Arbeitsleistung“ zu legen, welcher zweigeteilt wird. Er fließt einmal als Elementarfaktor mit in das Produkt ein und ist zudem als dispositiver Faktor an der Leitung der betrieblichen Vorgänge beteiligt 8 .
Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Gutenberg, E.: Die Produktion, a.a.O., S. 3-8.
2.1.1 Die Elementarfaktoren
Die drei Faktoren menschliche Arbeitsleistung, Betriebsmittel und Werkstoffe bilden die betriebliche Leistungserstellung; sie werden von Gutenberg „betriebliche Elementarfaktoren“ genannt 9 .
8 Vgl. Gutenberg, E.: Die Produktion, a.a.O., S. 3.
9 Vgl. Ebenda, S. 3 ff.
3
Arbeit zitieren:
Ingo Nebendahl, 2006, Personal als Produktionsfaktor - Theorie der Unternehmung von E. Gutenberg, München, GRIN Verlag GmbH
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