Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................. 2
1. Einleitung 3
2. Die rechtlichen Grundlagen der Herrschaft Octavians 4
3. Der Glanz von Actium: Ehrenbeschlüsse und Propaganda 6
3.1 Der Empfang in Rom durch Senat und Volk. 6
3.2 Der Triumphzug. 7
3.3 Denkmäler und Prunkbauten 8
3.4 Die Schließung des Ianustempels und die pax Romana 10
4. Maßnahmen zur Machtabsicherung 11
4.1 Beseitigung von Gegnern und Förderung von Anhängern. 11
4. 2 Die lex Saenia 12
4.3 Octavian und die senatorische Führungsschicht. 13
4.4 Veränderung der staatsrechtlichen Stellung und Vorbereitung des
Staatsakts. 15
5. Die Hinterzimmerreden. 19
6. Zusammenfassung 20
I. Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
Mit der Schlacht von Actium im August 30 v. Chr. hatte Octavian Antonius, seinen Konkurrenten um die Macht, ausgeschaltet. Ägypten als reiches Land wurde neue Provinz des römischen Reiches. Bis Mitte 29 v. Chr. klärte Octavian die Verhältnisse im Osten neu. Mit den erbeuteten Schätzen des ptolemäischen Königshauses, den Einnahmen aus Ägypten sowie anderer Kriegsbeute war die Versorgung der Veteranen - auch die des Antonius und Lepidus - und entsprechend auch deren Loyalität gewährleistet. Octavian war nun alleiniger Herrscher des römischen Weltreichs. Doch die Art und Weise seiner Herrschaftsausübung stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Das Triumvirat zwischen Antonius, Lepidus und dem Sieger war zerbrochen und "[v]om alten Staat bestand nur noch das nackte Regelwerk" 1 . In Rom wollte sich Octavian als Befreier und als Bewahrer vor der orientalischen Gefahr, vor ägyptischer Fremdherrschaft und barbarischer Gesinnung, als Vollstrecker des Gottes Apollo verstanden wissen. Macht und Ruhm, welche ihm mit Actium zugefallen waren, sollten nicht auf die Rivalität zweier verfeindeter römischer Generäle zurückgeführt werden. Vielmehr hatte Octavian mit Hilfe der Götter das Vaterland vor Schande und Demütigung bewahrt. Und in seiner Rolle als Retter des Vaterlandes versprach er, den Staat wieder herzustellen, womit für einen Römer selbstverständlich ein neues Erstarken der Republik verbunden war. Das Agieren Octavians mündete schließlich in den Staatsakt von 27 v. Chr., mit welchem das Prinzipat des Augustus beschlossen und offiziell die res publica wiederhergestellt worden war.
Vor diesen Hintergrund soll geklärt werden, mit welchen Maßnahmen der Staatsakt ab 30 v. Chr. vorbereitet wurde und inwieweit der Senat letztendlich lediglich als Instrument Octavians fungierte.
1 Bleicken, S. 297.
2. Die rechtlichen Grundlagen der Herrschaft Octavians
Augustus vertuschte geflissentlich, auf welcher Rechtsgrundlage und durch welche Ereignisse es ihm gelang, die Macht in seiner Person zu bündeln. Von 31-23 v. Chr. hatte Octavian kontinuierlich das Amt des Konsuls inne. Insofern bekleidete er zwar eine ordentliche Magistratur, was allerdings in keiner Weise die tatsächliche Bandbreite seiner Kompetenzen und Rechte widerspiegelte. Denn gerade in den Tagen nach Actium traf er Entscheidungen nach seinem Gutdünken, ähnlich einem Monarchen, wenngleich er sich in seinen Antworten und Schreiben an Gesandtschaften stets als Konsul gab. 2 Über den genauen Umfang seiner Amtsgewalt gab und gibt es dabei bis heute keine absolute Klarheit. Octavian vermied bewusst ungewöhnliche Titel, besonders wenn sie mit willkürlicher Gewalt assoziiert werden konnten. Stärker konzentrierte er sich auf "positive Eigenwerbung" 3 . In den Res Gestae spart er demzufolge Festlegungen - begriffliche oder formale - für die Art und Weise seiner Amtsausübung aus. 4
Seine außerordentliche Machtstellung basierte, abgesehen von seinem Amt als Konsul, zusätzlich auf dem consensus universorum und der triumviralen potestas, die aber eigentlich bereits seit dem 31. Dezember 33 abgelaufen waren.
Nach dem Sieg über Antonius und der allgemeinen Amnestie existierten keine Parteiungen mehr. Der "dux Italiae (…) [erklärte den] Bürgerkonsens als Grundlage aller seiner Macht- und Amtsbefugnisse" 5 . Jedoch war dieser Begriff nicht staatsrechtlich abgesichert, weshalb Octacians Macht auf der gesetzmäßiginstitutionellen Ebene nicht eindeutig begründet war. Dass die allgemeine Zustimmung nicht eine rechtliche Verbindlichkeit als Grundlage hatte, ergibt sich nach Sattler bereits aus der Argumentation Octavians, auf Wunsch der Bürger die Macht übertragen bekommen zu haben. 6 Den consensus kann man nicht als Gesetz, sondern vielmehr als "Erteilung einer revolutionären Legitimation [ohne] […]
2 Vgl. Punkt 4.1.
3 Southern, S. 139.
4 Vgl. ebd., S. 140.
5 Giebel, S. 58.
6 Vgl. Sattler, S. 28.
staatliche Legalisierung" 7 bezeichnen. Gerade in den zahlreichen Beschlüssen und der Begeisterung, mit der Octavian nach seinem Sieg zurück in Italien empfangen wurde, manifestiert sich die allgemeine Zustimmung. Da diese langfristig gesehen keine Basis bilden konnte, bedurfte Octavians Position einerseits einer Definierung, die den rechtlichen Ansprüchen der res publica genügen musste und andererseits einer Legitimierung, um seine Herrschaft dauerhaft abzusichern.
7 Ebd.
3. Der Glanz von Actium: Ehrenbeschlüsse und Propaganda
3.1 Der Empfang in Rom durch Senat und Volk
Noch während sich Octavian in Ägypten befand, wo er sein fünftes Konsulat innehatte, wurde er in Rom mit Ehrungen durch den Senat überhäuft, welche vor allem auf der sakralen Ebene stattfanden. Der Sieg von Actium und das Bedürfnis der römischen Bevölkerung nach Frieden spiegelten sich auch in einem gemeinschaftlichen Ereignis wieder: die gesamte Bürgerschaft zog Octavian im Festgewand entgegen, als dieser nach Rom zurückkehrte. 8 Zum Zeichen seines Sieges der Milde erließ Octavian eine allgemeine Amnestie. Er selbst erklärt in den Res gestae: "victorque omnibus veniam petentibus civibus peperci" 9 . Zuvor hatte man sich in Rom der Statuen des Antonius entledigt, um zu demonstrieren, dass man auf der Seite des Siegers stand. Die Ehrungen, welche der Senat im Jahr 29 v. Chr. für den Sieger beschloss, waren u. a. den Geburtstag des Octavian alljährlich mit Dankfesten zu begehen, wohingegen der Geburtstag von Antonius verflucht wurde. Weiterhin ehrte der Senat Octavian infolge der Einnahme Alexandrias mit der Anordnung an die Priesterschaften, Octavian in alle Gebete und Gelübde aufzunehmen. 10 Als wichtigstes ist hier das Lied der Salier zu nennen. 11 Zu der "religiösen Überhöhung" 12 kam zusätzlich das Gebot vom Senat, bei jedem öffentlichen oder privaten Gastmahl ein Trankopfer für Octavian darzubringen. 13 Zudem wurde ihm auf der Basis des consensus universorum erlaubt, bei allen Festen den Lorbeerkranz des Triumphators zu tragen 14 . Charakteristisch für Octavian ist, dass er eine geringe Zahl an Beschlüssen ablehnte, um der konventionellen Forderung nach einer bescheidenen Gesinnung zu entsprechen. 15
8 Vgl. Giebel, S. 58.
9 Giebel, S. 58. RG 3.
10 Vgl. Schlange - Schöningen, S. 82.
11 Vgl. res g. Kap. 10. Die Salier waren eine alte Kultgenossenschaft des Gottes Mars. Ihr Name ist auf einen Kriegstanz zurückzuführen. (Vgl. Giebel, RG, S. 48, Anm. 21).
12 Vgl. Schlange - Schöningen, S. 82.
13 Vgl. Dio 51, 19, 7., Sattler S. 26.
14 Sattler, S. 26.
15 Vgl. ebd., S. 27; RG 4f.
Arbeit zitieren:
Katharina Frauenlob, 2006, Vom Prinzipat zum Triumvirat 27-23 v. Chr., München, GRIN Verlag GmbH
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