Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1
2. Private Equity als Finanzierungsform 1
2.1. Definition von Private Equity 1
2.2. Abgrenzung von Venture Capital Buy Out und Mezzanine 3
2.3. Entwicklung von Private Equity und volkswirtschaftliche Relevanz 5
3. Unternehmensfinanzierung mittels Private Equity 6
3.1. Finanzierungsphasen 6
3.2. Leistungsbeziehungen der Beteiligten 7
3.3. Der Private Equity Kreislauf 9
3.4. Ziele der Beteiligten 10
Private Equity und Mittelstand in Deutschland 12
4
4.1. Problemfelder im Mittelstand 12
4.1.1. Chronische Eigenkapitaldefizite deutscher Unternehmen 12
4.1.2. Kreditklemme 13
4.1.3. Nachfolgeproblematik 14
4.1.4. Globalisierungsdruck und Managementlücke 14
4.2. Private Equity-finanzierte Unternehmen laufen besser 15
4.3. Hemmnisse seitens der Beteiligungsgesellschaften 15
4.4. Hemmnisse seitens der Unternehmenseigner 17
4.4.1. Alleinige Unternehmensführung 18
4.4.2. Schlechtes Image 18
4.4.3. Konjunkturelle Belebung und Konkurrenz durch Banken und Mezzanine 19
Aktuelles 20
5
I
Abkürzungsverzeichnis
BG Beteiligungsgesellschaft
BVK Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V.
EVCA European Private Equity and Venture Capital Association
ERP European Recovery Program
GPEB German Private Equity Barometer
i.d.R in der Regel
i.H.v. in Höhe von
IPO Initial Public Offering
Fn. Fußnote
FuE Forschung und Entwicklung
KBG Kapitalbeteiligungsgesellschaft
KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
KMU Kleine und mittlere Unternehmen
LBO Leveraged Buy Out
M&A Merger and Acquisition
MBI Management Buy In
MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft
MBO Management Buy Out
PE Private Equity
PEG Private Equity Gesellschaft
PU Portfoliounternehmen
sog. sogenannte(n)
u.a. unter anderem
v.a. vor allem
VC Venture Capital
VCG Venture Capital Gesellschaft
z.B. zum Beispiel
II
Verzeichnis der Anlagen im Anhang
Anlage 1: Private Equity als Oberbegriff 21
Anlage 2: Definitionen von Private Equity 21
Anlage 3: Gliederung nach Mittelherkunft und Haftung 22
Anlage 4: Vergleich von Private Equity und Fremdkapital 23
Anlage 5: Unterschiede von Venture Capital und Buy Out Capital 24
Anlage 6: Einordnung von Mezzanine 24
Anlage 7: Strukturverschiebung zu Later Stage-Finanzierungen nach dem Bruttoin-
vestitionsvolumen p a (Summe aus Erst- und Folgeinvestitionen) 25
Anlage 8: Entwicklung des deutschen PE-Marktes 25
Anlage 9: Finanzierungsphasen 26
Anlage 10: Formelles und informelles Beteiligungskapital 27
Anlage 11: Leistungsbeziehungen der Beteiligten (fondsorientierter Ansatz) 27
Anlage 12: Der Private Equity Kreislauf 28
Anlage 13: Beteiligungsevaluation 28
Anlage 14: Beteiligungsgesellschaften nach verwendeten Finanzierungsinstrumenten 29
Anlage 15: Betreuungsmaßnahmen zur Wertsteigerung 29
Anlage 16: Exits relativ in Anzahl (oben) und Volumen (unten) in Deutschland 30
Anlage 17: Renditeerwartungen 31
Anlage 18: Eigenkapitalquote des Verarbeitenden Gewerbes im europäischen Vergleich
nach Umsatzgrößen in 1999 32
Anlage 19: Eigenkapitalquoten in deutscher Unternehmen von 1997 bis 2002 32
III
1. Einleitung „Heuschrecke oder Honigbiene?“ titelte kürzlich die Fachpresse und spiegelte damit das un- entschlossene öffentliche Meinungsbild zum Thema Private Equity im Mittelstand wider. 1 Die Fragestellung verdeutlicht zudem, dass PE bisher nur am Rande wahrgenommen wurde und im Kern nicht verstanden sein könnte. Diese Seminararbeit erläutert zunächst PE in sei- nen Ausprägungen als Finanzierungsform und geht dann auf das Wesen von PE- Transaktionen ein. Anschließend werden Problemfelder mittelständischer Unternehmen auf- gezeigt, die durch den Einsatz von PE verbessert werden könnten, während danach Faktoren, die die Verbreitung hemmen, diskutiert werden. Abschließend folgen aktuelle Entwicklungen.
2. Private Equity als Finanzierungsform
2.1. Definition von Private Equity
Eine einheitliche Definition und Abgrenzung des Begriffs Private Equity 2 existierte lange in der Literatur nicht. 3 In jüngerer Vergangenheit hat sich auch in Deutschland die internationale Definition für Private Equity als Oberbegriff für außerbörsliches Eigenkapital durchgesetzt und bildet damit rein begrifflich eine gute Abgrenzung zum börsennotierten Eigenkapital (Public Equity). 4 So wird unter Private Equity die Frühphasenfinanzierung (Venture Capital), die Wachstums- und Entwicklungsfinanzierung (Expansion Capital), die Spätphasenfinanzie- rung (Buy Out Capital, Bridge Financing, Replacement Capital und Turnaround Financing), große Mezzaninefinanzierungen sowie die Sonderformen Private-Equity-Dachfonds und Se- condary-Transaktionen subsumiert (Anlage 1). 5 Neben der Etablierung als Oberbegriff für „nicht börsengehandeltes Beteiligungskapital“ 6 soll Private Equity nicht als Finanzierungsinstrument, sondern als eine Finanzierungsart verstan- den werden, die durch spezielle Wesensmerkmale gekennzeichnet ist. 7 So haben alle Defini- tionen für Private Equity (Anlage 2) folgende drei Kriterien gemeinsam: Erstens stellen Private Equity Investoren risikotragendes Beteiligungskapital oder eigen- kapitalähnliche Mittel zur Verfügung, die in Form von haftendem, wirtschaftlichem Eigen-
1
Vgl. SYRE, RITA (Honigbiene 2005), S. 1.
2
Private Equity und Beteiligungskapital werden synonym verwendet.
3
Vgl. LEOPOLD, GÜNTER; FROMMANN, HOLGER; KÜHR, THOMAS (Private Equity 2003), S. 3.
4
Diese Auffassung vertretend: LEOPOLD, GÜNTER; FROMMANN, HOLGER; KÜHR, THOMAS (Private Equity 2003), S. 6; SCHEFCZYK, MICHAEL (Finanzieren 2006), S.8; ECKSTALLER, CLAUDIA; HUBER-JAHN, INGRID (PEVC 2006), S. 11 und KOBALJ, LJUBA; PAFFENHOLZ, GUIDO; MOOG, PETRA (Tendenzen 2003), S. 12.
5
Vgl. HOFELICH, MARKUS (Mittelstandsfinanzierung 2006), S. 26; FROMMANN, HOLGER; DAHMANN, ATTILA (BVK-Untersuchung 2005), S. 7 und EVCA Professional Standards (Guidelines 2006), S. 3.
6
Vgl. KOBALJ, LJUBA; PAFFENHOLZ, GUIDO; MOOG, PETRA (Tendenzen 2003), S. 11.
7
Vgl. BADER, HANSPETER (Private Equity 1996), S. 10.
1
kapital ohne sonst übliche Kreditsicherheiten vergeben werden und das unternehmerische Risiko voll mittragen. 8 Zweitens leisten PE-Gesellschaften eine unterschiedlich intensive beratende und betreuende Managementfunktion an das Portfoliounternehmen 9 , welche auch als Hands-on- Management bezeichnet wird und zur Sicherung und Steigerung des Beteiligungswertes so- wie zur Risikominimierung dient. 10 Im Gegenzug zum Know-How-Transfer, der von berufs- erfahrenen Managern geleistet wird, erlangt die PE-Gesellschaft Kontroll- und Mitsprache- rechte im betreffenden Beteiligungsunternehmen. 11 Diese gehen bezogen auf die strategische Ausrichtung des Beteiligungsunternehmens sowie die Verwendung des Beteiligungskapitals meist über den kapitalmäßigen Beteiligungsanteil hinaus, um sicher zu stellen, dass das Port- foliounternehmen im Sinne der Beteiligungsgesellschaft handelt. 12 So wird Beteiligungskapi- tal auch als „smart money“ bezeichnet, weil es sich durch die Bereitschaft zur höheren Risi- koübernahme, Expertise bei der Projektauswahl und aktiven Managementbetreuung deutlich von anderen Finanzierungsformen unterscheidet. 13 Drittens zielen PE-Investoren nicht wie Fremdkapitalgeber auf eine laufende zinsliche Vergü- tung und Tilgung der zur Verfügung gestellten Mittel ab, sondern partizipieren vor allem am langfristigen Wertzuwachs der Zielunternehmen (Value Added), welcher als Gewinn durch den Verkauf (Exit) der Beteiligung realisiert wird. So wird das Kapital über eine befris- tete Überlassungsdauer gewährt, die als mittel- bis langfristig zu klassifizieren ist und durch- schnittlich 3 bis 8 Jahre beträgt. 14 Weiterhin lässt sich Private Equity nach der Herkunft des Kapitals und der Rechtstellung der Kapitalgeber in bekannte Schaubilder eingliedern (Anlage 3). 15 Demnach fließt Private Equi- ty einer Unternehmung von außen in Form von nicht-börslichem Beteiligungskapital zu und stellt Haftungskapital für Verbindlichkeiten des Unternehmens gegenüber Dritten dar. Anlage
4 listet die typischen Charakteristika von Private Equity in Gegenüberstellung zum Fremdka-
pital auf. Auf eine Systematisierung entsprechend den Finanzierungsanlässen wird explizit in Abschnitt 3.1. eingegangen.
8 Vgl. FROMMANN, HOLGER; DAHMANN, ATTILA (BVK-Untersuchung 2005), S. 8.
9
Portfoliounternehmen wird synonym zu Beteiligungsunternehmen verwendet.
10
Vgl. SCHEFCZYK, MICHAEL (Finanzieren 2006), S. 10.
11
Vgl. FROMMANN, HOLGER; DAHMANN, ATTILA (BVK-Untersuchung 2005), S. 8.
12
Vgl. SCHEFCZYK, MICHAEL (Finanzieren 2006), S. 10.
13
Vgl. ACHLEITNER, ANN-KRISTIN; U.A. (Anbieterverhalten 2006), S. 538f.
14
Zu diesem Abschnitt KOBALJ, LJUBA; PAFFENHOLZ, GUIDO; MOOG, PETRA (Tendenzen 2003), S. 12.
15
Vgl. WÖHE, GÜNTER; BILSTEIN, JÜRGEN (Unternehmensfinanzierung 2002), S. 12 und PERRIDON, LOUIS;
STEINER, MANFRED (Finanzwirtschaft 2004), S 19.
2
2.2. Abgrenzung von Venture Capital, Buy Out und Mezzanine
Eine genügend scharfe Trennung innerhalb der Subformen hat sich bisher noch nicht heraus- gebildet, was vor allem daran liegt, dass nicht immer streng differenziert wird zwischen der Phasenzugehörigkeit einer Subform (Early-, Later- oder Late-stage), der Mitverwendung (Venture Capital, Buy Out Capital, Mezzinane Money) oder dem Kreis der Mitwirkenden (MBO, MBI, LBO). 16 Zur Systematisierung von VC und Buy Out siehe Anlage 5. Venture Capital umfasst die zeitlich begrenzte Bereitstellung von außerbörslichem Eigenka- pital oder eigenkapitalähnlichen Mitteln an junge innovative Wachstumsunternehmen 17 , ver- bunden mit einer unternehmerischen Beratung. 18 Wegen der Fokussierung auf die Frühpha- senfinanzierung zeichnen sich VC-Beteiligungen durch ein hohes Unternehmensrisiko (Downside Risk) wie auch gleichzeitig ein großes Entwicklungspotential (Upside Risk) aus und werden i.d.R. ausschließlich durch den Kapitalgewinn (capital gain) entlohnt. 19 Neben der aktiven Managementunterstützung in Form von Geschäftsstrategie-, Finanz- und Control- lingberatung sowie Nutzung der Netzwerke der finanzierenden VCG, erhält diese der Absi- cherung dienende Kontroll- und Mitspracherechte, wie z.B. einen Sitz im Aufsichtsrat oder das Recht der stufenweisen Zuführung von Kapital. 20 VCGn gehen meist nur Minderheitsbe- teiligungen ein, um die Autonomie des Existenzgründers zu wahren. 21 Buy Out-Finanzierungen dagegen umfassen die Möglichkeiten eines Unternehmensaufkaufs durch das eigene oder externe Management (MBO bzw. MBI) sowie durch externe Beteiligte (u.a. die Belegschaft). 22 Dabei werden meist die Mehrheit oder maßgebliche Anteile an einem Unternehmen erworben, um einen Wechsel in der Unternehmensleitung herbeiführen zu kön- nen. 23 Die Gründe für den Aufkauf sind vielseitig und liegen vor allem in der Unternehmens- nachfolge und der Umstrukturierung. 24
MBO und MBI zeichnen sich neben dem Verkauf des Unternehmens an ein Management-
team durch „ein hohes Maß an Fremdfinanzierung des Kaufpreises, die Ausrichtung des Fi- nanzierungskonzepts auf den Cashflow des übernommenen Unternehmens und die Beteili-
16
Zu diesem Abschnitt LEOPOLD, GÜNTER; FROMMANN, HOLGER; KÜHR, THOMAS (Private Equity 2003), S. 7.
17
Zu Definition von Wachstumsunternehmen siehe KOBALJ, LJUBA; PAFFENHOLZ, GUIDO; MOOG, PETRA (Tendenzen 2003), S. 4ff.
18
Vgl. HEITZER, BERND (Venture 2006), S. 514.
19
Vgl. ACHLEITNER, ANN-KRISTIN; NATHUSIUS, EVA (Venture 2004), S. 8.
20
Vgl. FRANZKE, STEFANIE A. (Venture Capital 2005), S. 9.
21
Vgl. KUßMAUL, HEINZ (Existenzgründer 2003), S. 547.
22
Vgl. SCHNECK, OTTMAR (Finanzierungsformen 2006), S. 253.
23
Vgl. HOFELICH, MARKUS (Mittelstandsfinanzierung 2006), S. 28.
24
Vgl. SCHNECK, OTTMAR (Finanzierungsformen 2006), S. 258.
3
gung spezialisierter, externer Eigenkapitalgeber“ aus. 25 Zu den klassischen Anlässen zählen Nachfolgeregelungen, Spin-offs, Auflösung von Gesellschafterpattsituationen, langfristige Bindung eines Managementteams, Exit-Strategien sowie der Rückzug von der Börse. Zur Strukturierung der Transaktion reichen im Normalfall die finanziellen Mittel nicht aus, um alleine eine Mehrheitsbeteiligung eingehen zu können, so dass zusätzliches Eigenkapital, ei- genkapitalähnliche Mittel und Akquisitionskredite eingeworben werden müssen. 26 Als Leveraged Buy Out werden solche Unternehmensübernahmen bezeichnet, die unter ho- hem Einsatz von Fremdkapital getätigt werden, wobei üblicherweise mehr als 70% des Kauf- preises durch langfristige Bankkredite u.a. in Kombinationen mit Mezzanine Capital und Hochzinsanleihen finanziert werden. 27 Unter Ausnutzung des Leverage-Effekts 28 lässt sich durch den erhöhten Verschuldungsgrad die Eigenkapitalrentabilität steigern, sofern die Ge- samtkapitalrentabilität größer als der Fremdkapitalzins nach Steuern bleibt. 29 Als weitere ty- pische Eigenschaft müssen die Zins- und Tilgungsbeträge zur Abtragung des aufgenommen Fremdkapitals aus Cashflow, Gewinn und gegebenenfalls stillen Reserven des Beteiligungs- unternehmens zurückgeführt werden, weshalb v.a. Unternehmen mit stabilen Cashflows und niedrigem Verschuldungsgrad besonders geeignet sind. 30 Unklar ist v.a. die Stellung von Mezzanine Capital 31 , das bisher als ergänzende Komponente bei großen Transaktionen 32 verwendet sowie von Mittelständischen Beteiligungsgesellschaf- ten gewährt wurde, jedoch zunehmend durch standardisierte Lösungen von Banken auch in früheren Phasen eingesetzt wird. 33 In dieser Arbeit stellt Mezzanine ein Finanzierungsinstru- ment dar, das zur Dealstrukturierung einer PE-Finanzierung verwendet wird. 34 Anlage 6 glie- dert die verschiedenen Mezzanine-Arten nach dem Eigenkapitalcharakter. 35
25
Vgl. KOKALJ, LJUBA; KAYSER, GUNTER (MBO 2002), S. 575.
26
Beteiligungsquote des Managements liegt i.d.R. bei 10-20%. Vgl. WEIGEL, KLAUS (MBO 2006), S. 106ff.
27
Vgl. HOMMEL, ULRICH; SCHNEIDER, HILMAR (LBO 2006), S. 521.
28
Zur Definition des Leverage-Effekts siehe KUßMAUL, HEINZ (Existenzgründer 2003), S. 272.
29
Vgl. JESCH, THOMAS A. (Finanzierungsalternative 2002), S. 146.
30
Dem hohen Schuldendienst gegenüber steht die Senkung der betrieblichen Steuerbelastung resultierend aus der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Fremdkapitalzinsen vom Gewinn. Vgl. SCHNECK, OTTMAR (Finanzie- rungsformen 2006), S. 258.
31
Vgl. BOHNENKAMP, GUIDO (Beteiligungsgesellschaften 1999), S. 166f und KÜTING, KARLHEINZ; DÜRR, ULRIKE (Mezzanine 2005), S. 1530. Mezzanine stellt eine Mischform zwischen Eigenkapital und Fremdka- pital darstellt und kann je nach Ausgestaltung die haftungsrechtlichen Vorteile einer Eigenkapitalfinanzie- rung mit der steuerrechtlichen Vorteilhaftigkeit einer Fremdkapitalfinanzierung kombinieren.
32
Vgl. ACHLEITNER, ANN-KRISTIN; U.A. (Anbieterverhalten 2006), S. 538ff. Mezzanine wurde lange Zeit im Rahmen von Akquisitionsfinanzierungen eingesetzt.
33
Vgl. ROSENBAUER, STEFAN; RYL, FRANK (Mezzanine 2006), S.35.
34
Vgl. PLEISTER, CHRISTOPHER (Mittelstand 2002), S. 887.
35
Zu Mezzanine, insb. zu handels- und steuerrechtlichen Aspekten, siehe RICHTER, MARTINA (Seminararbeit).
4
2.3. Entwicklung von Private Equity und volkswirtschaftliche Relevanz
Venture Capital in seiner institutionalisierten Form entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA und Großbritannien mit der Zielsetzung, die Eigenkapitalversorgung einzelner, in- novativer, v.a. aber kleiner und mittlerer Unternehmen zu verbessern. 36 Erst Mitte der 60er- Jahre wurden die ersten VCGn 37 in Deutschland von Privatinvestoren und Privatbanken in Form von Kapitalbeteiligungsgesellschaften gegründet. Anfang der 70er folgte das staatliche Programm ERP-Beteiligungskapital 38 , welches zugleich die Gründung der ersten öffentlich geförderten KBGn ermöglichte, die sich heute noch als Mittelständische Beteiligungsgesell- schaften aus ERP-Mitteln refinanzieren. Zu Beginn der 80er-Jahre begann man sich stärker am amerikanischen Modell der VC-Finanzierung zu orientieren und professionalisierte die Fokussierung auf technologieorientierte, sich in der Frühphase befindliche Unternehmen so- wie das Fundraising. 39 Der große Aufschwung setzte Mitte der 90er-Jahre mit dem New Eco- nomy-Gründerboom ein und endete gravierend mit dem Zerplatzen der Aktienmarktblase in 2000. 40 Dadurch entfiel zum einen die Börse als lukrativer Exit-Platz und zum anderen san- ken die Bewertungen der Portfoliounternehmen so deutlich, was zu einem hohen Abschrei- bungsbedarf aus Beteiligungsverlusten und rückläufigen Investitionen besonders im sehr ris- kanten Seedbereich führte. 41 Die anschließend einsetzende Konsolidierung der PE-Branche zeichnete sich durch eine Strukturverschiebung hin zu Buy Out Beteiligungen und risikoge- ringeren Later Stage-Finanzierungen aus (Anlage 7). 42 Diese dominieren seither das PE- Geschäft und betrugen in 2005 58,2% der Erst- und Folgeinvestitionen, vor Expansionsfinan- zierungen mit 31,2% und Early-Stage-Finanzierungen mit 10%. Insgesamt verwalteten die Mitglieder des BVK in 2005 Kapital i.H.v. 54,2 Mrd. €, warben 7,2 Mrd. € neue Gelder ein und investierten 3,1 Mrd. € in neue und alte Portfoliounternehmen, deren Anzahl sich auf
5.723 im Wert von 21,5 Mrd. € erhöhte (Anlage 8). 43 Nach Boom und Konsolidierung scheint
der Markt seit 2005 in eine Phase nachhaltigen Wachstums überzugehen, die sich durch eine wachsende Anzahl von PE-Gesellschaften, professionelleres Management, Umbrüche beson- ders in der Mittelstandsfinanzierung, Basel II, neue staatliche Frühphasenprogramme und
36
Vgl. LEOPOLD, GÜNTER; FROMMANN, HOLGER; KÜHR, THOMAS (Private Equity 2003), S. 213.
37
VCGn steht für Frühphasenbeteiligungsgesellschaften und PEGn für Spätphasenbeteiligungsgesellschaften.
38
Die ERP-Mittel entstammen dem Deutschland 1948 auf Grundlage des Marshallplans zugeteiltem Sonder- vermögen zum Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft, Stand: 07.09.2006, http://www.kfw- mittelstandsbank.de/DE_Home/Service/Glossar/index.jsp#E.
39
Vgl. zu diesem Absatz FROMMANN, HOLGER; DAHMANN, ATTILA (BVK-Untersuchung 2005), S. 12f.
40
Vgl. ECKSTALLER, CLAUDIA; HUBER-JAHN, INGRID (Private Equity 2006), S. 51.
41
Vgl. KOKALJ, LJUBA; PAFFENHOLZ, GUIDO; MOOG, PETRA (Tendenzen 2003), S. 19.
42
Vgl. FROMMANN, HOLGER; DAHMANN, ATTILA (BVK-Untersuchung 2005), S. 14.
43
Vgl. FROMMANN, HOLGER (Statistik 2005), S. 1.
5
Quote paper:
Christoph Tschepe, 2007, Die Finanzierung mittelständischer Unternehmungen mittels Private Equity - Darstellung und kritische Analyse, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Private Equity - Die Entwicklung des Private Equity Marktes in Deutsch...
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 27 Pages
Performancemessung und Reporting für Private Equity
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 96 Pages
Investitions- und Managementpolitik von Venture Capital-Gebern und ihr...
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 78 Pages
Private Equity - Secondary Market
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 83 Pages
Möglichkeiten der Beteiligung ...
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
Bedeutung und Vorgehensweise von Private Equity Investoren bei Erwerb ...
Business economics - Economic Policy
Scholary Paper (Seminar), 26 Pages
Business economics - Investment and Finance
Scholary Paper (Seminar), 71 Pages
Private Equity - Eine Alternative für die Mittelstandsfinanzierung?
Business economics - Investment and Finance
Scholarly Research Paper, 43 Pages
Einflussfaktoren auf Erfolg und Wachstum von jungen Unternehmen im Ber...
Business economics - Company formation, Business Plans
Scholary Paper (Seminar), 34 Pages
Finanzierungsprobleme bei der Unternehmensgründung
Business economics - Company formation, Business Plans
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Bedeutung von Private Equity im Rahmen der Unternehmensnachfolge
Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Scholary Paper (Seminar), 27 Pages
Mittelstandsfinanzierung in Deutschland - Finanzierungsmöglichkeiten f...
Business economics - Investment and Finance
Diploma Thesis, 60 Pages
Finanzierungsalternativen für deutsche mittelständische Unternehmen im...
Business economics - Investment and Finance
Scholary Paper (Seminar), 26 Pages
Die Rechnungslegung der Forderungen nach HGB und IFRS im Vergleich
Business economics - Accounting and Taxes
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Private Equity als Instrument der Unternehmensfinanzierung
Business economics - Investment and Finance
Termpaper, 20 Pages
Zielsetzungen externer Rechnungslegung. Eine vergleichende Betrachtung...
Business economics - Controlling
Scholarly Research Paper, 16 Pages
Ein Vergleich der Rechnungslegung nach HGB und IFRS/IAS
Business economics - Accounting and Taxes
Scholarly Research Paper, 35 Pages
Alternative Finanzierungsformen mit Haftungskapital für mittelständisc...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholarly Research Paper, 26 Pages
Das Multiplikatorverfahren als Methode der Unternehmensbewertung
Business economics - Accounting and Taxes
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 32 Pages
Christoph Tschepe's text Die Finanzierung mittelständischer Unternehmungen mittels Private Equity - Darstellung und kritische Analyse is now available as a printed book
Christoph Tschepe has published the text Die Finanzierung mittelständischer Unternehmungen mittels Private Equity - Darstellung und kritische Analyse
Christoph Tschepe has uploaded a new text
Eine intelligente Finanzierung...
Kathrin Schulte-Krumpen, Sebastian Graneß, Wolfgang Becker
Sanierung mittelständischer Unternehmungen durch Private Equity-Gesell...
Fallstudienuntersuchungen, Mod...
Patrick S Maurenbrecher
Finanzieren mit Venture Capital und Private Equity
Grundlagen für Investoren, Fin...
Michael Schefczyk
Agency-theoretische Analyse der Private-Equity Beteiligung
Gestaltungsmöglichkeiten zur M...
Nina Hirsch
Sanierung insolventer Unternehmen durch Private Equity
Eine rechtspolitische Untersuc...
Carmen Hohlbein
0 comments