II
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Türkei - Entwicklungsdaten 2
2.1. Die Parteienlandschaft 3
2.2. Wirtschaftliche Daten 4
3. Das Bankwesen der Türkei 7
4. Die Bankenkrise 8
4.1. Wirtschaftliche Ursachen der Krise 9
4.2. Politische Ursachen der Krise 10
5. Fazit 11
1
1. Einleitung
Die Wirtschaftskrise im Februar 2001 in der Türkei hatte zur Folge, dass über eine Million Menschen ihre Arbeit verloren. Die Krise hatte viele Menschen die wirtschaftliche Existenz gekostet. Es war die schlimmste Wirtschaftkrise seit dem Jahre 1945, deren Hauptlast vornehmlich die türkische Mittelschicht zu tragen hatte. Insgesamt 21 Banken gingen Konkurs, 1 Firmen konnten ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen, die Inflation schoss in die Höhe, die Lira verlor Tag für Tag an Wert. Nach Heinz Kramer von der Friedrich Ebert Stiftung heißt es, dass die Wirtschaftskrise durch die politische Ausei-nandersetzung zwischen dem führenden Politikern der DSP und Staatsminister Ahmet Necdet Sezer um Korruptionsfälle im Bankenwesen und deren Verquickung mit der politischen Elite ausgebrochen war. Außerdem schreibt er weiter, dass aufgrund der Reformen im Rahmen des IWF-Sanierungsplans nicht mehr, wie bei vorangegangenen Wahlen üblich, aus der Staatskasse finanzierte wirtschaftliche und finanzielle Wahlgeschenke verteilt werden konnten. 2 Dieser Umstand zeigt deutlich, dass der Staat, der auch als Garant für die Verluste der Banken fungierte, zahlungsunfähig war. Über das türkische Bankensystem wurden nämlich nicht nur Wahlgeschenke verteilt, es wurde auch als Patronagesystem missbraucht, in dessen Rahmen man alte und neue Weggefährten finanziell bedenken konnte. Nach Aussage des Chef-Volkswirts der Dresdner Bank, Klaus Friedrich, im Handelsblatt vom 01.03.2001, war das politische Zerwürfnis nur der Funken, „der das Pulverfass zur Explosion brachte“. 3 Was war da passiert im Jahre 2001 in der Türkei?
1 http://www.D:\TürkiyeBankakrisi\TÜSIADDeutschland.htm
2 Friedrich Ebert Stiftung (FES- Analyse): Die Türkei 2003 Auf dem Weg in eine ne ue Republik?, Januar 2003
3 Handelsblatt 01.03.2001: Die Türkei-Krise könnte selbst die Kräfte des IWF übersteigen
2
2. Die Türkei - Entwicklungsdaten
Die Türkei wurde 1923 durch Kemal Atatürk zur Republik ausgerufen und hat ein laizistisches Staatsverständnis, was bedeutet, dass Staat und Religion strikt voneinander getrennt sind. Die Bevölkerung der Türkei beläuft sich derzeit auf 71,1 Mio. Einwohner. Das Bevölkerungswachstum liegt mit 1,35 % über dem europäischen Durchschnitt. 4 Gegenüber einigen anderen Ländern hat die Türkei den Vorteil, dass sie im Vergleich zu diesen eine weitaus günstigere demographische Verteilung hat. Dabei spielt die höhere Geburtenrate eine entscheidende Rolle. Während sie etwa in Deutschland bei 1,3 Kindern pro Frau liegt, 5 beträgt dieser Wert in der Türkei gut 2 Kinder pro Frau. 6 Die Bevölkerungszahlen beider Länder dürften sich in etwa 10 Jahren nach der Aussage der Hessisch-Thüringischen Landesbank angeglichen haben. Das Durchschnittsalter in der Türkei beträgt nach Angaben der Hessisch-Thüringischen Landesbank 7 30 Jahre und das in Deutschland 42 Jahre. 99% der Bevölkerung der Türkei ist moslemisch, mehrheitlich Hanifiten (sunnitische, "orthodoxe" Ausrichtung des Islam); daneben gibt es ca. 15-20 Mio. Aleviten ("heterodoxe" Ausrichtung des Islam). Besondere Rechte bestehen für einige der nicht-muslimischen Minderheiten (Griechisch-Orthodoxe, Armenisch-Apostolische Kirche, Jüdische Gemeinschaft). Nach inoffiziellen Schätzungen leben ca. 65.000 armenisch-apostolische Christen, ca. 25.000 Juden, 15.000 Syrisch-Orthodoxe; 10.000 Ba'hai, ca. 5.000 Jeziden, je ca. 2.500 Protestanten verschiedener Denominationen und Angehörige der Römisch-katholischen Kirche; ca. 1.500-2.000 griechisch-orthodoxe Christen in der heutigen Türkei. 8 Die Hauptstadt ist Ankara mit einer Bevölkerung von ca. 3,6 Mio. Einwohnern. Die größte Stadt des Landes - und gleichzeitig ihr wirtschaftlicher Motor - ist Istanbul mit etwa 10 Mio. Einwohnern. 9
4 http://www.die.go v.tr
5 ebd.
6 ebd.
7 Helaba Volks wirtschaft - Märkte und Trends Länderfokus - Juli 2005
8 www.auswärtiges-amt.de 13.03.2006
9 http://www.die.gov.tr 2000 Istanbul.ht.
3
Die Türkei hat eine Größe von 814.578 qkm, die sich zu 3% in Europa (Thrazien) befinden und zu 97% in Asien (Anatolien). Sie ist umgeben von drei Meeren, dem Schwarzen Meer im Norden, dem Mittelmeer im Süden und dem Ägäischen Meer im Westen. Die Nachbarstaaten sind im Westen Bulgarien und Griechenland, im Osten der Iran, im Nordosten Georgien und Armenien. Im Südosten grenzt die Türkei an den Irak und Syrien. Die Landesprache ist Türkisch. In weiten Teilen des Südostens werden aber auch verschiedene kurdische Dialekte gesprochen.
2.1. Die Parteienlandschaft
Die Republik Türkei ist eine parlamentarische Demokratie. Staatspräsident ist seit dem 17.05.2005 Ahmet Necdet Sezer, der von der Nationalversammlung für 7 Jahre gewählt wurde. Der Ministerpräsident heißt seit dem 11.03.2003 Reccep Tayip Erdogan (AKP). Der Außenminister Abdullah Gül (AKP) ist seit dem 14.03.2003 im Amt . Das Parlament ist die Türkische Große Nationalversammlung (Türkiye Büyük Millet Meclisi/TBMM): eine Kammer mit 550 Sitzen und einer Legislaturperiode von 5 Jahren. Die letzte Wahl fand am 03.11.2002 statt, Parlamentspräsident ist Bülent Arinc von der AKP. Die Regierung wird von der AKP (Adalet ve Kalkinma Partisi - Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung, Vorsitzender ist Recep Tayyip Erdogan) mit 356 Abgeordneten gestellt. Die Opposition setzt sich zusammen aus der CHP (Cumhuriyet Halk Partisi - Republikanische Volkspartei, Vorsitzender ist Deniz Baykal) mit 155 Abgeordneten, der ANAVATAN (Mutterlandspartei, Vorsitzender ist Erkan Mumcu), mit 22 Abgeordneten, der DYP (Dogru Yol Partisi - Partei des Richtigen Weges, Vorsitzender ist Mehmet Agar) mit 4 Abgeordneten, der SHP (Sozialdemokratische Partei, Vorsitzender ist Murat Karayalcin) mit 4 Abgeordneten, der HYP mit 1 Abgeordneten und den Unabhängigen mit 4 Abgeordneten.
Die Verwaltungsstruktur ist zentralistisch. Der Staat ist eingeteilt in 81 Provinzen mit je einem Gouverneur (Vali) als oberstem Organ. In den Städten regieren gewählte Bürgermeister (Belediye Baskani), die nur über begrenzte
Arbeit zitieren:
Turhan Kurt, 2005, Bankenkrise 2001 in der Türkei, München, GRIN Verlag GmbH
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