Proseminararbeit
André Breton: Leben und Werk
von
Petre Puskasu
SS 03/04
Inhaltsverzeichnis
i.) Einleitung 3
ii.) Breton: sein Werdegang und seine Einflüsse 4
iii.) Breton und der Surrealismus 5
iv.) Breton und sein Werk 10
v.) Résumé 13
vi.) Bibliographie 14
i.) Einleitung
Der Surrealismus - eine Strömung, die gegen die politische Situation, gegen die Gesellschaft der Zwischenkriegszeit, gegen Einschränkungen des Geistes in jeder Hinsicht eingetreten ist. Der Surrealismus- ein Befreiungsschlag gegen die Zwänge in der Kunst wie auch in der Literatur, ein Symbol des freien Schaffens und der Integration aller Wahrnehmungsformen.
Der Surrealismus: ein reiner, psychischer Automatismus, durch welchen man, sei es mündlich, sei es schriftlich, sei es auf jede andere Weise, den wirklichen Ablauf des Denkens auszudrücken sucht. Denk- Diktat ohne jede Vernunft- Kontrolle und außerhalb aller ästhetischen oder ethischen Fragestellungen.
Und André Breton? Seine Rolle dem Surrealismus gegenüber fasst Navarri1 eindrucksvoll zusammen:
Il n`est guère constatable que le surréalisme n`existait pas sans Breton, sans son activité théorique et son aptitude de jouer un rôle de leader; aptitude reconnue par tous, qu`elle les ait irrités ou fascinés.
In dieser Arbeit soll also André Breton thematisiert werden, der ruhelose Motor und Herz des Surrealismus.
Mein Ziel, was dies betrifft, ist, eine flüchtige Obduktion seines Geistes, seines Denkens, seines Schaffens vorzunehmen, um hiernach das Wesen Bretons skizzieren zu können. Es liegt nicht in meiner Absicht, eine detaillierte Beschreibung seines Werkes oder seiner Biographie wiederzugeben, was ganz sicher den Rahmen dieser Proseminararbeit sprengen und sie in eine andere, als die von mir gewünschte Richtung, lenken würde.
Indes ist meine Absicht, Breton aus meiner eigenen Perspektive, mit meinen eigenen Akzenten und aus meinem persönlichen Blickwinkel darzustellen, und nicht das verändert darzulegen, was so viele vor mir und wohl auch nach mir über Breton sagen und schreiben werden.
ii.) Breton: sein Werdegang und seine Einflüsse
Bekannt ist, dass Breton in Tinchebray 1896 geboren wurde und dass er wohl bretonische Wurzeln gehabt haben dürfte. Außerdem weiß man, dass er in St-Brieuc bei seinem Großvater mütterlicherseits aufwächst.
Viel mehr ist über seine Kindheit nicht bekannt; anders als bei Aragon, wo jedes Lebensjahr ziemlich ereignisvoll beschrieben ist und selbst die Menschen, die ihn in seiner frühen Jugend getroffen haben und später einen Einfluss auf ihn ausgeübt hatten, ganz genau beschrieben und charakterisiert werden, weiß man über Bretons Kindheit und frühe Jugend ungemein wenig.
Marie- Ann Caws meint dazu, dass es bei Breton nicht wichtig sei, wo er sich befindet und auch nicht einmal, ob er in seinem Atelier oder auf Abenteuereisen ist, sondern alleine sein Geisteszustand sei von Bedeutung.2
Weiters glaubt sie, dass Breton selbst die Absicht gehabt haben könnte, die Geschichte seiner Kindheit und frühen Jugend zu verhüllen, um den Nimbus um seine Person zu vergrößern3. Breton beschäftigt sich mit Medizin, wird im Ersten Weltkrieg als Sanitäter in Nantes eingesetzt, um später (1917) nach St- Dizier versetzt, wo er anfängt, sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen. Die Traumanalyse von Freud wird in seinem ersten Manifest des Surrealismus 1924 als ein Pfeiler für die surrealistische Forschung dargestellt:
Unter dem Vorwand der Zivilisation, des Fortschritts, gelang es schließlich, alles aus dem Geist zu verbannen, was mit Recht oder Unrecht als Aberglaube, als Hirngespinst gilt, jede Art der Wahrheitssuche zu verurteilen, die nicht der herkömmlichen entspricht. Vor kurzem ist- scheinbar durch den größten aller Zufälle- ein Teil der geistigen Welt wieder ans Licht gehoben worden,(…). Freuds Entdeckungen gebührt unser Dank. Aufgrund dieser Entdeckungen (sc. Psychoanalyse) bildet sich eine neue geistige Richtung heraus (…).
[....]
1 R. Navarri, André Breton: S257 aus Manuel d`histoire littéraire de la France, Paris 1998
2 A.- M. Caws, André Breton, NY 1996, S. 1
3 ibidem
Arbeit zitieren:
Mag. Petre Puskasu, 2003, André Breton: Leben und Werk, München, GRIN Verlag GmbH
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