Inhaltsverzeichnis
1. Ein Wort zum Geleit 3
2. Der Wille und der Mensch 4
2.1 Der Wille im Allgemeinen 4
2.2 Kurzerläuterung „Determinismus“ 5
2.3 Der Wille und das Wollen bei Nietzsche 6
3. Pluralität des Willens 6
4. Der Wille zur Macht 9
4.1 Macht im Allgemeinen und in „Jenseits von Gut und Böse“ 9
4.2 Der Wille zur Macht: Oberflächenstruktur 10
4.2.1 „Wille zur Macht“ und „Herren-Moral“ 10
4.2.1 Kurzerläuterung „Übermensch“ und „Herden-Tier“ 11
4.2.3 „Wille zur Macht“ und „Sklaven-Moral“ 12
5. Persönliches Allzupersönliches Ein Resümee 13
Literaturverzeichnis 16
2
1. Ein Wort zum Geleit
„[M]ein Ehrgeiz ist, in zehn Sätzen zu sagen, was jeder andre in einem Buche sagt (…).“ 1
Die nachfolgende Hausarbeit setzt sich mit Friedrich Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“ auseinander. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den zwei großen Themen „Pluralität des Willens“ sowie dem „Willen zur Macht“, den Schlussteil der Arbeit stellt ein persönliches Resümee über den Gegenstand der Hausarbeit dar. Die beiden Hauptpunkte habe ich als Thematik für die Hausarbeit gewählt, da sie meines Erachtens nach die grundlegendsten Gedanken des Werkes sind, sie stellen gleichsam die Basis für die im weiteren Verlauf des Werkes entwickelte Philosophie dar. Ohne diese beiden Aspekte fundamental verstanden zu haben sind nicht nur die weiteren Gedanken Nietzsches innerhalb des Werkes unverständlich, sie stellen sogar einen wichtigen Einblick in Nietzsches grundsätzliches anthropologisches Bild und Kulturverständnis dar, die jedwede von ihm entwickelte Philosophie beeinflusst haben muss.
Zudem entwickelt sich vor allem aus dem Gedanken zum „Willen zur Macht“ ein Großteil des negativen Nietzschebildes, vor allem auch im Bezug auf den Nationalsozialismus, auf das man heute trifft und das im Kopf der meisten Menschen vorherrscht. Es ist dies ein Vorurteil, dass sich zumindest nach dem Studium des Werkes „Jenseits von Gut und Böse“ nicht bewahrheiten kann. Ein weiterer Beweggrund gerade diese Aspekte als Thema zu wählen ist die Tatsache, dass ich die Gedanken zum „Willen zur Macht“ und die Überlegungen zur „Pluralität des Willens“ zunächst einmal als äußerst interessant und untersuchungswert empfinde und zweitens der späte Nietzsche in „Jenseits von Gut und Böse“ meines Erachtens nach nicht mehr nur und ausschließlich kritische Philosophie betreibt, sondern vielmehr einen neuen Glauben, eine Philosophie für kommende Generationen verkündet und offenbart 2 : „Eine neue Gattung von Philosophen kommt herauf: ich wage es, sie auf einen nicht ungefährlichen Namen zu taufen. (…) So wie ich sie errathe (…) möchten diese Philosophen der Zukunft ein Recht (…) darauf haben, als V e r s u c h e r bezeichnet zu werden“ 3 .
1 Friedrich Nietzsche – „Götzendämerung“, Streifzüge eines Unzeitgemässen 51
2 Siehe hierzu zum Beispiel den Titel „Vorspiel einer Philosophie der Zukunft“
3 S. 59
3
In diesem Zusammenhang ist es von unermesslicher Wichtigkeit gerade auch das Fundament seiner Vorstellungen und Überlegungen zu kennen und vor allem kritisch zu hinterfragen.
Da sämtliche Zitate exakt aus dem im Literaturverzeichnis angegebenen Buch stammen, wird auf Hinweise zu veralteten Schreibformen und vermeintliche Schreibfehler („sic.“) verzichtet.
Um den Gegenstand der Hausarbeit zu untersuchen ist es zunächst einmal wichtig, den Willensbegriff zu erläutern und zu definieren, dies findet im nachfolgenden Punkt statt. Anschließend wird mit dem Kapitel zur „Pluralität des Willens“ fortgefahren um folgerichtig in einem letzten Kapitel zum „Willen zur Macht“ mit dem Willensvorgang zu enden, der sich im Umgang mit der Welt und der restlichen Menschheit manifestiert und zeigt.
2. Der Wille und der Mensch
„Die Philosophen pflegen vom Willen zu reden, wie als ob er die bekannteste Sache von der Welt sei (…)“ 4
2.1 Der Wille im Allgemeinen
Der Begriff „Wille“ hat seinen etymologischen Ursprung im Althochdeutschen „willio“ (lat. Voluntas) 5 und bezeichnet einen starken Wunsch oder Ziele sowie die bewusste Entscheidung für oder gegen etwas aus freiem Antrieb heraus und ohne Fremdeinwirkungen wie Krankheiten, Sucht und dergleichen mehr, die jedoch nicht notwendiger Weise stattfinden (Im Gegensatz zu zum Beispiel Instinkthandlungen). Der Wille des Menschen kann sich sowohl aktiv (die Entscheidung, welches Kraftfahrzeug man erwirbt) als auch passiv (die Entscheidung zum „Nichtrauchen“) manifestieren. Beim Willensbegriff muss zudem unterschieden werden zwischen einem einzelnen Wollen (lat. Volitio, Willensakt) und dem Wille im Sinne eines Vermögens. Unabhängig davon kann sich „Wille“ auch auf den Inhalt eines Wollens beziehen, es ist dies dass „Gewollte“.
4 S. 31
5 Vergleiche http://de.wikipedia.org/wiki/Wille
4
Eine höchst interessante Frage im Willenszusammenhang ist diejenige nach der Freiheit des Willens, die sich in höchst unterschiedlichen Fassungen stellt, jeweils im Bezug auf die Unabhängigkeit von Affekten oder die Freiheit von anderen inneren und äußeren Zwängen. Diese Frage wird insbesondere dann interessant, wenn sie im Zusammenhang mit einer Weltsicht des Determinismus (siehe 2.2) gestellt wird, es sind dies jedoch Untersuchungen, die einer eigenen Hausarbeit wert wären und nicht für das weitere Verständnis der Hausarbeit relevant sind.
2.2 Kurzerläuterung „Determinismus“
Der Determinismus (lat. determinare abgrenzen, bestimmen) ist eine Denkrichtung, bei der davon ausgegangen wird, dass jegliches Ereignis nach festen Gesetzen abläuft und von selbigen vollständig bestimmt (determiniert) sei. Folglich wird davon ausgegangen, das bei vollständiger Kenntnis sowohl der Naturgesetze als auch des gesamten Systems jedwedes Ereignis (einschließlich der Handlungen und Entscheidungen des Menschen) sowie dessen weiterer Verlauf vorhergesagt werden könne. Dies schließt nicht nur „Wunder“ und „Zufälle“ aus, bei theoretischer Einnahme einer außersytemischen, allwissenden Position (wie z.B. „Gott“) werden von dieser Sicht aus auch die Freiheit des Willens sowie die Handlungsfreiheit des Menschen schlichtweg unmöglich. Aus diesen Überlegungen ergeben sich letztlich sowohl vollkommene Berechenbarkeit als auch eine vollständige Vorhersagbarkeit jedes Systems, bei dem die oben genannten Grundvorraussetzungen erfüllt sind, obschon die relative Position zum System als „übermächtig“ meines Erachtens für den Menschen nur theoretisch ist. Der Determinismus ist jedoch keine einzigartige Denkweise, vielmehr spaltet sie sich in unterschiedliche Varianten, die jedoch alle mehr oder weniger streng die absolute Vorhersagbarkeit des Systems voraussetzen. Das Gegenstück zu dieser Theorie ist der so genannte Indeterminismus.
5
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Marcel Behringer, 2005, Jenseits von Gut und Böse: 'Pluralität des Willens' und 'Wille zur Macht', Munich, GRIN Publishing GmbH
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