2. „Tim möchte alleine auf dem Weihnachtsmarkt ein Geschenk für seine Mutter einkaufen –
Aber wie macht man das eigentlich?“
Die Schülerinnen und Schüler erleben ein fehlgeschlagenes Einkaufsrollenspiel (Tim und L.), erarbeiten
anhand dessen die Kommunikationsregeln zum Thema Einkaufen und lernen die entsprechenden
Symbolschilder kennen.
Erarbeitung der Kommunikationsregeln zum Gesprächsanlass; Anbahnung von Anwendung und
Evaluation der Regeln anhand des Beispiels (Fremdreflexion)
3. „Da stimmt doch was nicht, hat Tim wirklich alle Regeln beim Einkaufen beachtet?“
Die Schülerinnen und Schüler helfen dem verzweifelten Tim, der seine ersten Einkaufsversuche auf dem
Weihnachtsmarkt auf Tonband aufgenommen hat und immer noch kein Geschenk hat. Sie schätzen die
Einkaufsrollenspiele im Hinblick auf die Einhaltung der Kommunikationsregeln ein, nennen alternative
Lösungen und spielen diese Tim vor.
Überprüfung fremdgeführter Einkaufsgespräche auf ihre Verwendbarkeit; Vertiefung der erarbeiteten
Kommunikationsregeln; Präsentation im Rollenspiel; Selbst- und Fremdreflexion
4. „Wir gehen zum „ (…) Stand“ und kaufen ein.“
Die Schülerinnen und Schüler führen in einer Vierergruppe (ein Tandem beobachtet jeweils) ein
Einkaufsrollenspiel unter Beachtung der Kommunikationsregeln durch und reflektieren dieses
anschließend.
Überprüfung selbst- und fremdgeführter Einkaufsgespräche auf ihre Verwendbarkeit; Vertiefung und
Festigung der erarbeiteten Kommunikationsregeln; Selbst- und Fremdreflexion
6. „Nun kaufen wir auf dem stufeneigenen Weihnachtsmarkt ein !“
Die Schülerinnen und Schüler führen auf dem Weihnachtsmarkt ihrer Stufe im Rahmen der
Weihnachtsfeier im Musikraum Einkaufsgespräche und wenden die erlernten Kommunikationsregeln beim
Einkauf an.
Transfer der gelernten Kommunikationsregeln in eine halbwegs reale Situation; Erfahren von deren
Sinnhaftigkeit und Nützlichkeit für die Kinder
Förderziel der Unterrichtsstunde:
Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre pragmatisch-kommunikative Kompetenz im Bereich der
Anwendung von zuvor erarbeiteten Kommunikationsregeln vertiefen und festigen, indem sie diese –
abwechselnd als Käufer oder Verkäufer - im spielerisch-handelnden Umgang des Einkaufsspiels
anwenden, mit den entsprechenden Handlungen koppeln und deren Anwendung reflektieren.
Individualziele:
Y., N. und G. sollen aufgrund ihrer kognitiven u. semantisch-lexikalischen Fähigkeiten (Verdacht auf den
Förderschwerpunkt Lernen) ihre pragmatisch-kommunikative Kompetenz im Bereich der Anwendung von
zuvor erarbeiteten Kommunikationsregeln im Rahmen des Einkaufsspiels erinnern und anwenden.
Zielorientierte Handlungsschritte:
Die Schülerinnen und Schüler sollen das Stundenziel erreichen, indem sie
sich im Stuhlkreis an die erarbeiteten Kommunikationsregeln zum Gesprächsanlass ‚Einkaufen’
•
erinnern und diese ggf. wiederholen .
sich im Rahmen des Stationsverfahrens, der Weihnachtsmarktstände, orientieren.
•
die Rollenspiele zum Gesprächsanlass ‚Einkaufen’ durchführen und dabei
•
• die erarbeiteten Kommunikationsregeln beachten:
zuhören und dabei leise sein
nicht durcheinander sprechen – warten, bis man an der Reihe ist
freundlich sein.
die eigene Einhaltung der Kommunikationsregeln reflektieren.
•
den inhaltlichen Ablauf des Einkaufsgesprächs beachten und dabei folgende kommunikative
•
Teilkompetenzen üben:
sich begrüßen
sagen, was man kaufen möchte (anhand des Einkaufszettels)
sich verabschieden
• sich an verschiedenen Ständen auf verschiedene Partner einlassen.
• sich auf verschiedene Rollen einlassen (als Käufer oder Verkäufer).
Differenzierungsangebote / Erläuterungen:
• Zusammenstellung der Tandems leistungsheterogen bezüglich der Kommunikationsregeln u.
pragmatisch-kommunikativer Teilkompetenzen (Ablauf), s. Übersicht im Anhang
• Zuordnung der Stände nach semantisch-lexikalischer Kompetenz bezüglich der zu kaufenden
Gegenstände (s. Übersicht im Anhang)
• Individuelle Einkaufszettel konzipiert nach semantisch-lexikalischer Kompetenz, Merk- u.
Orientierungsfähigkeit (versch. Anzahl von Ständen; einige Sch. sollen an bestimmten Ständen
zwei Dinge auswählen u. kaufen), s. Übersicht im Anhang
• Regelplakate mit erarbeiteten Kommunikationsregeln und dem inhaltlichen Ablauf von
Einkaufsgesprächen in Symbol- u. Buchstabenform gut sichtbar im Klassenraum aufgehängt
• Zu kaufende Fotos auf Rückseite mit Begriff (Wort) beschriftet (einzelne Sch. beginnen bereits
etwas zu lesen)
Literatur
_________________________________________________________________________________________________________ BAHR, R.; WEIDNER, I.: Darstellende Spielformen in der pädagogischen Sprachtherapie. Die Sprachheilarbeit 36, 2,
1991, S. 61 - 69.
BAUER, R.: Lernen an Stationen in der Grundschule. Ein Weg zum kindgerechten Lernen. Berlin (Cornelsen Scriptor)
1997.
BRINGS, E.: Förderung der Kommunikation. In: Landesinstitut für Schule und Weiterbildung (Hrsg.): Lernwege
entdecken. Soest 1996.
HEUER, Gerd-Ulrich: Beurteilen – Beraten – Fördern. Materialien zur Diagnose, Therapie und Bericht-/
Gutachtenerstellung bei Lern-, Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten in Vor-, Grund- und Sonderschule. Dortmund
(modernes lernen) 1997.
HILGERS, B.; MEETH, W.; SCHÜTTAUF, S.: Pragmatisch-kommunikative Sprachebene. Förderung der kommunikativen
Kompetenz. Unveröffentlichtes Script des Fachrichtungsseminars Sondererziehung und Rehabilitation der
Sprachbehinderten. Studienseminar Dortmund 1999.
KLIPPERT, H.: Kommunikationstraining. Übungsbausteine für den Unterricht. Weinheim 2000.
KULTUSMINISTERIUM DES LANDES NRW (Hrsg.): Empfehlungen zum Förderschwerpunkt Sprache. Beschluss der
Kultusministerkonferenz vom 26.06.1998.
MOTSCH, H-J: Sprach- oder Kommunikationstherapie? Kommunikationstheoretische Grundlagen eines geänderten
Selbstverständnisses. In: GROHNFELD, M. (Hg): Grundlagen der Sprachtherapie. Band 1. Köln (Edition Marhold) 1989. MROSS, H.: Arbeitspapiere für Seminarveranstaltungen der Fachrichtung Sprachheilpädagogik für die Bereiche
Semantik / Morphologie und Syntax / Kommunikation. IPTS 22. Kiel 1997.
MINISTERIUM FÜR SCHULE, JUGEND UND KINDER DES LANDES NRW (Hrsg.): Grundschule - Richtlinien und Lehrpläne zur
Erprobung, Sachunterricht 2003.
POTTHOFF, U.: Gespräche mit Kindern. Frankfurt / Main (Cornelsen) 1995. SACHS, Ingrid: Weihnachten in der 1. und 2. Klasse. Materialien für den Unterricht von Hase und Igel, Ismaning 2004.
Anlagen
Übersicht über die Verkaufsstände und Produkte
Übersicht über die Zuordnung von Schülerinnen und Schülern zu den Ständen
Einkaufszettel exemplarisch
Rückseite Einkaufszettel (zum Anbringen der Klammern in der Reflexion)
Kommunikationsregeln – nur Schrift (in groß als Regelschilder in der Klasse aufgehängt mit den Bildern der
Rückseite Einkaufszettel)
Regeln Ablauf Einkaufsgespräch (groß in der Klasse aufhängen, klein mit dem AB einüben)
Arbeit zitieren:
Kerstin Holländer, 2007, Tim auf dem Weihnachtsmarkt, München, GRIN Verlag GmbH
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