1. Einführung 3
2. Begriffsklärung 4
2.1. Kindheit: Definition und Bedeutung im Rahmen der Sozialisation 4
2.2. Soziale Schichten: Definition und Bedeutung in unserer modernen Gesellschaft 5
3. Darstellung der Lebenslagen von Kindern 6
3.1. Der Ressourcenansatz 6
3.2. Beschreibung der Kindschaftsverhältnisse 7
4. Schichtspezifische Auswirkungen auf Kinder und deren Lebenslage 8
4.1. Gesundheitliche Aspekte 8
4.2. Verschiedene Umfeld- und Umweltbedingungen (Setting) 9
4.3. Die Einstellung der Familie gegenüber dem Kind 10
4.4. Solidarität innerhalb der Familie 11
4.5. Familienstabilität 11
4.6. Bildungsmöglichkeiten 12
4.7. Soziale Aktivität und gesellschaftliche Teilhabe 14
4.8. Beschäftigung der Eltern mit dem Kind 15
4.9. Schichterziehung des Kindes intergenerationale Weitergabe von
Schichtmerkmalen 16
5. Zusammenfassung und Beurteilung 16
6. Literaturverzeichnis 18
2
1. Einführung
Verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen haben in den letzten Jahren immer stärker das Wohlergehen von Kindern in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, was zu einer immer genaueren und kritischeren Betrachtung führt:
Die Entwicklung vom Lebensalter Kindheit und deren Lebenssituation wird durch Umfragen
und Beobachtungen, wie dem 10. Kinder und Jugendhilfereport 1 oder der berüchtigten Pisa- Studie 2 im Zusammenhang mit dem Schulerfolg, genau beobachtet und gesellschaftlich,
beispielsweise durch die Medien, diskutiert. Hier zeigt sich, dass Kinder als schwächstes Glied unserer Gesellschaft ganz erheblich von den sozialen, ökonomischen und kulturellen Ressourcen der Eltern abhängig sind. Diese Lebenslagen bestimmen die Entwicklungschancen eines Kindes. So haben beispielsweise Kinder aus benachteiligten Schichten wesentlich geringere Entwicklungschancen, als Mittelschichtkinder.
Auch die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft und die Pluralisierung der Lebensformen wirken sich auf die Kindheit aus: Kinder wachsen immer häufiger in Patchworkfamilien oder bei nur einem Elternteil auf und leiden unter den Folgen von Trennung und Scheidung.
Zuletzt gewinnen Kinder als Absicherung der Gesellschaft im Rahmen der rückläufigen demographischen Entwicklung einen immer höheren Stellenwert: Kinder dienen wieder, wie bis zur industriellen Revolution, der gesellschaftlichen Altersabsicherung. Und es ist somit die Aufgabe des Staates und das Interesse der Allgemeinheit die „Ressource Kind“, die im Rahmen des Generationenvertrags einmal die Renten bezahlen soll, zu beschützen und zu erhalten.
Wie sieht nun eigentlich die soziale Lage von Kindern aus? Welche Unterschiede gibt es in verschiedenen Gesellschaftsschichten? Welche Probleme kommen auf das individuelle Kind zu? Wie wirken sich instabile Familienverhältnisse auf die Entwicklung aus? Gibt es gleiche Bildungschancen?
1 Vgl. DEUTSCHER BUNDESTAG 1998.
2 Vgl. BARRE 2005 (www.wikipedia.org).
3
Im Folgenden soll untersucht und einen Überblick darüber gegeben werden, inwieweit sich
das Lebensalter Kindheit in verschiedenen sozialen Schichten in Deutschland unterscheidet
und was die Konsequenzen für das einzelne Kind sind. Einleitend werden die Begriffe
„Kindheit“ und „soziale Schichten“ und ihre Bedeutung im sozialen Kontext definiert.
Anschließend werden die Lebenslagen von Kindern in der BRD im Allgemeinen dargestellt
und die schichtspezifischen Auswirkungen in einzelnen bedeutsamen Teilgebieten des
Lebensalters Kindheit erläutert. Zuletzt soll einen Überblick über die Ergebnisse gegeben und
die soziale Lage und die damit verbundenen Lebenschancen von Kindern in unserer
Gesellschaft beurteilt werden.
2. Begriffsklärung
Um die begrifflichen Variationen zu klären werden die zentralen Ausgangsbegriffe
„Kindheit“ und „soziale Schichten“ anfänglich kurz erläutert und deren Bedeutung in der
Soziologie erklärt.
2.1. Kindheit: Definition und Bedeutung im Rahmen der Sozialisation
Unter der Lebensphase Kindheit versteht man den Zeitraum in der Entwicklung eines
Menschen von der Geburt bis zur geschlechtlichen Entwicklung, der Pubertät, also von null
bis ca. zwölf/ vierzehn Jahre. Soziologisch wird dieser Zeitraum als Schutzraum gesehen, in
dem sich das Kind biologisch und insbesondere psychisch zu einem Jugendlichen entwickelt.
Im 8. Sozialgesetzbuch, dem ehemaligen Kinder und Jugendhilfegesetz, wird Kindheit
folgendermaßen definiert: „Kind [ist] wer noch nicht vierzehn Jahre alt ist [...].“ 3 Die Kinderrechtskonvention der UNO hingegen bezeichnet als „Kind, wer das 18. Lebensjahr
noch nicht vollendet hat.“ 4 Ich werde mich im Folgenden bei der Benutzung der Begriffe Kind und Kindheit auf die
Altersgrenze von 14 Jahren beziehen.
Im Lebensalter Kindheit und auch noch in der Jugend muss die wichtige
Entwicklungsaufgabe der Sozialisation gemeistert werden. Hier lernt und trainiert das Kind
soziales, also gesellschaftlich angepasstes Verhalten, was im Wesentlich bedeutet, dass
kulturspezifische Normen und Werte übernommen werden. Die Sozialisation spielt sich
weitestgehend in zwei Stufen ab:
3 Zitiert nach SOZIALGESETZBUCH 2005, § 7, Absatz 1, Satz 1, SGB VIII.
4 Zitiert nach KLIMBE 2005 (www.wikipedia.org).
4
Primär erlernt das Kind im Alter von null bis drei sich in einer Bezugsgruppe, die in der Regel
die enge Familie (Mutter, Vater, Geschwister) umfasst, zurechtzufinden und deren Regeln,
Kommunikations- und Umgangsformen zu übernehmen. Dass hier die Internalisierung – die
Verinnerlichung von Werten und Normen - qualitativ und quantitativ schon innerhalb
Deutschlands je nach kultureller Herkunft, individueller Situation und sozialer Schicht höchst
unterschiedlich verläuft liegt auf der Hand.
Die sekundäre Sozialisationsstufe spielt sich ca. ab dem Alter von drei Jahren ab und umfasst
den Aufbau von sozialem Verhalten in weiteren Bezugsgruppen, wie der Peergroup (Gruppe
von Gleichaltrigen Kindern oder Jugendlichen), der Kindergartengruppe, der Schulklasse
usw. Auch hier hängt die Internalisierungstiefe und –breite wieder stark vom sozialen Umfeld
ab. So wird beispielsweise ein Hauptschüler ganz andere sozialen Erfahrungen machen als ein
Gymnasiast. 5
In wieweit sich die Sozialisationsbedingungen auf die Entwicklungschancen eines Kindes im
Einzelnen auswirken, wird sich im Folgenden zeigen.
2.2. Soziale Schichten: Definition und Bedeutung in unserer modernen
Gesellschaft
Unter sozialen Schichten versteht man „Bündel von sozial gleich bewerteten Positionen, die
untereinander als höher oder geringwertiger eingeschätzt werden“ 6 , also eine gesellschaftlich legitimierte, da allgemein anerkannte, Großgruppe in der Gesellschaft, die durch gemeinsame
soziale Merkmale, wie Beruf, Einkommen, Status, Verhaltensnormen, Lebensstil und
teilweise auch durch ein Zugehörigkeitsgefühl gekennzeichnet ist.
In Deutschland wurde das traditionelle Schichtsystem der Ständegesellschaft von Adel,
Klerus, Bauern und später auch Bürgern aufgelöst und von der sogenannten
Schichtgesellschaft, bestehend aus Ober-, Mittel- und Unterschicht, die sich jeweils noch
feiner in einen oberen und unteren Teil der jeweiligen Schicht unterteilen lassen, ersetzt.
Angefangen mit dem Wirtschaftswunder in den 60er Jahren ging man im Rahmen der
Nivellierungsthese davon aus, dass sich die Schichten immer weiter auflösen und es zu einer
Angleichung der sozialen Unterschiede kommen würde, so dass eine große
Mittelschichtgesellschaft entstände. Diese These zeigt sich in letzter Zeit jedoch immer
5 Vgl. EIGEL 2004.
6 Zitiert nach EIGEL 2004.
5
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Thomas Szczepanek, 2005, Kindheit in verschiedenen sozialen Schichten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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