Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der Utilitarismus 3
2.1. Darstellung 3
2.2. Kritische Bewertung 5
3. Fazit 8
Literaturverzeichnis 9
2
1. Einleitung
Auf den Utilitarismus, in seiner Form, die am weitesten ausgearbeitete und doch die umstrittenste Variante der konsequenzialistischen Ethik, soll der Fokus dieser Arbeit liegen. Seit etwa hundert Jahren international diskutiert 1 , muss sich diese normative Ethik auch der kritischen Bewertung dieser Darstellung unterziehen. Zunächst sollen die Grundlagen des Utilitarismus nähergebracht werden, indem die Elemente dieser Ethik, in seiner rein klassischen Form, aufgeführt und erläutert werden sollen. Des weiteren soll der Übergang von den theoretischen Vorteilen zu den entstehenden Defiziten in der Praxis hergestellt werden, um daraus, das Fazit dieser Arbeit ziehen zu können. Inwieweit dies gelingt, bleibt, indessen abzuwarten.
2. Der Utilitarismus
2.1. Darstellung
Der Utilitarismus, vom lateinischen „utilis“ (= nützlich) abgeleitet, stellt als Teilströmung der normativen Ethik, eine Variante der konsequenzialistischen Ethik dar. Dem Geist der Aufklärung entsprungen 2 , findet die utilitaristische Ethik ihre Anfänge im 18. Jahrhundert. Mit der ersten systematischen Darstellung von Jeremy Bentham „Einführung in die Prinzipien von Moral und Gesetzgebung“ (1789) versteht sich der Utilitarismus in seiner Entstehungsphase als „reformerische Ethik“ 3 . Jedoch wird die Geschichte des Utilitarismus eher von einem Prozess der Ausdifferenzierung und der Ergänzung bestimmt, so dass im heutigen Sinne nicht mehr von einer einheitlichen Theorie gesprochen werden kann. Mit den exemplarischen Werken von J.S. Mills (neben Bentham der Begründer des Utilitarismus) „Utilitarismus“ (1863) und H. Sidgwicks „Die Methoden der Ethik“ (1874) wird dieser Prozess, der heute in einer formalen Zweiteilung des Utilitarismus, also in Handlungsutilitarismus und Regelutilitarismus, mündet, nur allzu gut verdeutlicht 4 . Der Hauptgrund für diese Ausdifferenzierung liegt
1 Vgl. Birnbacher, Dieter: Analytische Einführung in die Ethik, Walter de Gruyter: Berlin/New York
2003, S. 217.
2 Vgl. Birnbacher, Dieter: Das Tötungsverbot aus der Sicht des klassischen Utilitarismus, in: Hegselmann, R./Merkel, R. (Hg.): Zur Debatte über Euthanasie. Beiträge und Stellungnahmen, Suhrkamp: Frankfurt am Main 1991, S. 30.
3 Birnbacher, Dieter: Analytische Einführung in die Ethik, S. 217.
4 Vgl. Höffe, Otfried (Hg.): Lexikon der Ethik, Beck: Münschen 5 1997, S. 312.
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für Birnbacher in der „extremen Einfachheit“ 5 der klassisch-utilitaristischen Ethik, die mit der wachsenden und komplexen Moral nur noch schwer zu vereinbaren ist. Allerdings muss man in diesem Zusammenhang zugeben, dass diese zwei spezifischen Varianten des Utilitarismus immer noch den klassischen Utilitarismus als gemeinsamen Nenner haben. Aus diesem Grund und der Tatsache, dass der Abschnitt dieser Arbeit einen einführenden Charakter haben soll, kann sich die weitere Darstellung bloß auf den klassischen Utilitarismus beziehen.
Wie in jeder normativen Ethik steht dem klassische Utilitarismus (im Folgendem Utilitarismus genannt) ein Instrumentarium zur Verfügung, mit dem, eine Handlung auf ihre moralische Richtigkeit hin, überprüft werden kann. Das Prinzip der Nützlichkeit fungiert dabei als Kriterium, um die jeweilige Handlung auf ihre moralische Richtigkeit oder Verwerflichkeit beurteilen zu können. Im Gegensatz zu jedem Selbstinteresse zielt das Prinzip der Nützlichkeit bzw. der Utilitarismus auf das Wohlergehen aller ab. Jede Handlung wird demnach als moralisch gut betrachtet, die in ihren Folgen das Glück aller Beteiligten am optimalsten steigert. Aus diesem Moralprinzip der größtmöglichsten Glücksmaximierung lassen sich nun vier Teilprinzipien ableiten. Erstens, findet die moralische Beurteilung einer Handlung anhand ihrer Folgen statt, ergo wird die Konsequenz als solche beurteilt und nicht die Handlung. Der Utilitarist spricht dabei von dem Konsequenzen-Prinzip. Zweitens, ist der Nutzen der Folge für alle Beteiligten ausschlaggebend und wird als Utilitätsprinzip bezeichnet. Drittens und als höchstes Ziel des Utilitarismus bereits herausgestellt, gilt es, die Bedürfnisse bzw. die Interessen der Menschen zu erfüllen. Die Glücksmaximierung steht folglich an oberster Stelle. Hierbei wird dem Einzelnen allerdings selbst überlassen, worin er sein persönliches Glück erwartet. Um die optimalste Steigerung des Glücks berechnen zu können, wird die Summe der Freude, die aus einer Handlung entsteht, mit der Summe des verbundenen Leids vermindert. Das hedonistische Prinzip findet hier seine Anwendung, indem vor einer Handlung die Durchführung eines Nutzenkalküls (= hedonistisches Kalkül) geboten ist. Im Detail bedeutet dies, dass die zu erwarteten Freuden und Leiden, nach ihrer Intensität, Dauer, Gewissheit oder Ungewissheit, Folgenträchtigkeit, Reinheit und Ausmaß, gegeneinander abgewogen werden. Als Viertes und letztes Teilprinzip ist das Sozialprinzip oder das universalistische Prinzip anzuführen. Es hat zum Inhalt, dass das
5 Birnbacher, Dieter: Analytische Einführung in die Ethik, S. 217.
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Conrad Maul, 2006, Die normative Ethik des Utilitarismus - eine Darstellung und kritische Bewertung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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