WESTFÄLISCHE WILHEMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER
Institut für Sprachwissenschaft, Hauptseminar: Grammatiken
SS 2006
Die Verbalklammer
Eine vergleichende Betrachtung von Harald Weinrichs „Textgrammatik“ und
der „deutschen Grammatik“ Gerhard Helbigs und Joachim Buschas
von: Florian Dülks
INHALT
1. EINLEITUNG 3
2. DAS VERB IM SATZMODELL NACH HELBIG/BUSCHA 3
2.1 STELLUNGSTYPEN DES DEUTSCHEN SATZES 4
2.2 DER VERBALE RAHMEN 5
3. DIE VERBALKLAMMER 7
3.1 KLAMMERBILDUNGEN DES VERBS BEI WEINRICH 7
3.1.1 Adjunktklammern und kombinierte Klammern 10
4. VERGLEICH DER GRAMMATIKEN VON HELBIG/ BUSCHA UND WEINRICH 12
4.1.1 METHODISCHER ANSATZ BEI HELBIG/ BUSCHA 12
4.1.2 METHODISCHER ANSATZ BEI WEINRICH 13
4.2 VERGLEICH DER EINZELBETRACHTUNGEN ZUR VERBSTELLUNG IM SATZ 14
5. SCHLUSS 16
6. LITERATUR 18
1. Einleitung
In der folgenden Arbeit soll ein Vergleich angestellt werden, zwischen der deutschen Grammatik1 von Gerhard Helbig und Joachim Buscha und der Textgrammatik2 von Harald Weinrich. Der Termini der Verbalklammer oder des verbalen Rahmens, wie er je nach Autor benannt wird, stellt hierbei den Fokus der Betrachtungen dar. Zunächst wird beschrieben, wie Helbig/ Buscha eine kategorische Dreiteilung der möglichen Verbstellungen im Satz vornehmen, auf dieser aufbauend dann das Konzept des verbalen Rahmens vorgestellt werden kann. Die Betrachtungen dieser Thematik fallen bei Helbig/ Buscha spärlicher aus, als in der Grammatik Weinrichs und verfolgen einen anderen Ansatz. Um diese Unterschiede herauszustellen folgt eine Darstellung der Verbalklammern bei Weinrich.
Der Vergleich der Grammatiken wird im anschließenden Kapitell vorgestellt. Hierbei wird zunächst der methodische Ansatz der beiden Grammatiken miteinander verglichen, der jeglichen Darstellungen der Grammatiken inhärent ist. Auf diesen basierend können im Weiteren die spezifischen Differenzen bezüglich der Klammerbildung im deutschen Satz beleuchtet werden. Es wurde in dieser Arbeit sehr bewusst nur ein Teil der, die Verbstellung im deutschen Satz, bedingenden Faktoren betrachtet, da ein Gesamtüberblick zu umfangreich geworden wäre. Zusätzlich ist die gewählte Thematik an Unterschieden deutlich ergiebiger als zum Beispiel der Bereich der Valenz.
2. Das Verb im Satzmodell nach Helbig/Buscha
Um die Ausführungen zum verbalen Rahmen bei Helbig/ Buscha in einen Kontext zu stellen, sollen vorab die verschiedenen Stellungstypen des deutschen Satzes vorgestellt werden. Darauf folgend wird dann die Rahmenbildung mit den möglichen Ausnahmen im Deutschen behandelt.
2.1 Stellungstypen des deutschen Satzes
Im deutschen Sprachverständnis determinieren drei syntaktische Stellungstypen die Position des finiten Verbs im Satz und die damit verbundene Stellung der übrigen Prädikatsteile. Die Stellung des finiten Verbs wird hierbei in den jeweiligen Stellungstyp als obligatorisch beschrieben.3 Unter der Verwendung von Stellungstyp 1 wird die Zweitstellung des Verbs mit der Reihenfolge Subjekt, finites Verb, Ergänzungen, abgebildet.
(1) Er geht nach Hause
Nach diesem Satztypus werden Aussagesätze, Ergänzungsfragen und uneingeleitete Objekt- und Subjektsätze gebildet. Bei Stellungstyp 2 handelt es sich um die Erststellung des Verbs nach der Ordnung: Finites Verb, Subjekt, Ergänzungen.
(2) Geht er nach Hause?
Der vorangestellte Typus 2 bildet den Rahmen für Entscheidungsfragen, Aufforderungssätze, uneingeleitete Konzessivsätze und Hauptsätze im Satzgefüge in Nachstellung.
Mit Stellungstyp 3 wird die Endstellung des finiten Verbs angezeigt.
(3) …, dass er nach Hause geht.
Nach Stellungstyp 3 werden eingeleitete Nebensätze gebildet.4 Gliedert sich das finite Verb in einen finiten- und einen Prädikatsteil auf, ergeben sich je nach Stellungstypus verschiedene Positionierungen des Prädikatteils.
(4) Stellungstyp 1: Er ist nach Hause gegangen.
Es besteht bei Zweitstellung des Verbs eine Endstellung des Prädikatteils.
(5) Ist er nach Hause gegangen?
[...]
1 Helbig, Gerhard, Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. 17. Aufl. Leipzig, Berlin, München: Langenscheidt Verlag 1996.
2 Weinrich, Harald: Textgrammatik der deutschen Sprache. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 1993.
3 Vgl. Helbig, Gerhard, Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. 17. Aufl. Leipzig, Berlin, München: Langenscheidt Verlag 1996. S. 564.
4 Vgl. Ebd. S. 564f.
Arbeit zitieren:
Florian Dülks, 2006, Die Verbalklammer, München, GRIN Verlag GmbH
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