Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
Verzeichnis verwendeter Abkürzungen 3
0 Vorwort und Aufbau der Seminararbeit. 4
1 Pädagogische Anthropologie 4
1.1 Grundlagen und geschichtliche Entwicklung 4
1.2 Bedeutung und Aufgaben der Anthropologie für die Pädagogik. 6
1.3 Anthropologie des Erwachsenen als Teil der Pädagogischen Anthropologie 7
2 Die Anthropologie des Erwachsenen in exemplarischen Aussagen 9
2.1 Reifetheorie vs. Lerntheorie. 9
2.2 Biografie und Lebenswelt des Erwachsenen 11
2.3 Mündigkeit und Verantwortung. 13
2.4 Lernfähigkeit und Bildungsfähigkeit 14
3 Anthropologie und Erwachsenenbildung: Zusammenfassung und Ausblick 15
Literaturverzeichnis 17
2
Verzeichnis verwendeter Abkürzungen
bzw. beziehungsweise DDR Deutsche Demokratische Republik d.h. das heißt f. folgende ff. fortfolgende ggfs. gegebenenfalls OECD
u.a. unter anderem / und andere u.ä. und ähnliche vs. versus
3
0 Vorwort und Aufbau der Seminararbeit
Die Pädagogik beschäftigt sich mit Vorgängen der Erziehung, der Bildung und des Lernens beim Menschen. Im Zentrum der Pädagogik als Wissenschaft steht somit der Mensch. Es ist daher nahe liegend, dass zur pädagogischen Theoriebildung und für die pädagogische Praxis eine wie auch immer geartete „Lehre vom Menschen“ existieren muss. Aus dem Griechischen stammend wird die Lehre vom Menschen als Anthropologie (griechisch ανθρωπολογία, anthropo~ von άνθρωπος -Mensch und ~logie von λόγος - Lehre) bezeichnet. Mit einigen Grundlagen dieser Lehre vom Menschen im Bereich der Pädagogik (Pädagogische Anthropologie) und insbesondere der relevanten Aussagen für die Erwachsenenbildung befasst sich die vorliegende Seminararbeit. Ausgangspunkt der Arbeit ist im ersten Kapitel eine knappe Darlegung der Entstehung der Pädagogischen Anthropologie aus der Philosophie heraus. Des Weiteren erfolgt ein kurzer Grundriss der Aufgaben einer Anthropologie des Erwachsenen im Rahmen der Erwachsenenbildung. Im zweiten Kapitel werden dann exemplarische Aussagen zur Anthropologie des Erwachsenen vorgestellt. Eine umfassende Entwicklung einer Anthropologie des Erwachsenen oder auch die erschöpfende Darstellung der vorliegenden Anthropologien des Erwachsenen ist in der knappen Form einer Seminararbeit nicht möglich.
Das dritte Kapitel schließt die Arbeit mit einer Darstellung möglicher Ergebnisse der anthropologischen Reflexion und deren Konsequenzen für die Erwachsenenbildung ab.
1 Pädagogische Anthropologie
1.1 Grundlagen und geschichtliche Entwicklung
Die Frage des Menschen nach sich selbst ist eine der ältesten Fragen, die sich die Menschheit stellt. Seit der Mensch die Fähigkeit zur kulturellen Betätigung besitzt, sind uns aus allen Hochkulturen Zeugnisse davon überliefert, dass der Mensch sich seine Herkunft und sein Wesen versucht zu erklären. 1 ZDARZIL stellt hierzu fest, dass der Tatbestand, dass der Mensch ‚Anthropologie’ entwickelte, selbst ein anthropologischer Tatbestand ist, schließlich wird damit deutlich, dass der Mensch zur Distanznahme zu sich selbst fähig ist, also Selbstbewusstsein besitzt und fähig ist, über die eigene Existenz nachzudenken. 2 Diese Befähigung, die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit der menschlichen Existenz zu stellen, wird auch als Fähigkeit zur Reflexion bezeichnet. Notwendig dafür ist, dass der Mensch sich von sich selbst distanziert, also sich geistig gegenübertritt und in
1 Vgl. LASSAHN (1983), 7.
2 Vgl. ZDARZIL (1976), 13.
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Frage stellt. Kein anderes Lebewesen ist dazu im Stande und fragt sich nach dem Sinn und Ziel des Lebens. Der Mensch hat als Träger eines expliziten Bewusstseins Geschichte, in dem er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu unterscheiden vermag. 3 Das Nachdenken des Menschen über die Frage der Natur des Menschen, also die Anthropologie, gehört daher zu den Grunddisziplinen der Philosophie. Die Frage besitzt einerseits eine theoretische Relevanz und dient zur Klärung der Stellung des Menschen in der Welt und damit zur Selbstbesinnung und Selbstvergewisserung des Menschen. Zudem ist der anthropologischen Fragestellung aber auch eine den einzelnen Menschen bzw. die gesamte Menschheit betreffende praktische Relevanz eigen: Für das Individuum stellt sich die Aufgabe der sinnvollen Selbstverwirklichung, für die Gemeinschaft die Herausforderung der Gestaltung eines humanen Zusammenlebens in der Gesellschaft. 4
Die Fragestellung der Anthropologie wird von verschiedenen Wissenschaften bearbeitet. Zunächst zu nennen ist die Philosophische Anthropologie, welche die Grundlagen für einzelwissenschaftliche Überlegungen bereitstellt. Sie konnte erst in dann entstehen oder zur Blüte gelangen, wenn menschliches Sein nicht mehr ausschließlich auf göttliche Vorherbestimmung und göttliche Eingriffe in das Leben zurückgeführt wird, da Anthropologie ansonsten nur die Ergründung bzw. Interpretation des göttlichen Willens darstellt. 5 Neben der Philosophie beschäftigen sich auch die verschiedensten Natur- und Kulturwissenschaften mit den jeweils ihr Fachgebiet betreffenden anthropologischen Aussagen. 6 Auch pädagogische Aussagen sind von jeher aufs engste mit - explizit niedergelegten oder implizit mitgedachten - anthropologischen Annahmen verknüpft, was sich in der Geschichte der bedeutenden pädagogischen Theorien leicht nachweisen lässt und auch unmittelbar einsichtig ist: Pädagogik als Wissenschaft der erzieherischen oder bildenden Einwirkung auf den Menschen muss sich zwangsläufig immer die Frage stellen, auf welches Ziel hin der Mensch erzogen oder gebildet werden soll, wie diese Einwirkung erfolgen soll und ob die Festlegung von Weg und Ziel überhaupt dem Menschen angemessen ist. Weder die Festlegung des Ziels noch die Bestimmung des Weges, wie das Ziel versucht wird zu erreichen, ist ohne eine Vorstellung vom Wesen des Menschen möglich.
Die Anthropologie war über eine lange Zeit hinweg ein rein philosophischer Gegenstand. KANT erhob in der Neuzeit die anthropologische Fragestellung ‚Was ist der Mensch?’ schließlich zur zentralen Frage der Philosophie, welche die Gebiete Religionsphilosophie, Ethik und Metaphysik mit einschließt. 7 Im 18. Jahrhundert begann in den Einzelwissenschaften die Entwicklung der verschie-
3 Vgl. ZDARZIL (1976), 46-47.
4 Vgl. KUNZMANN u.a. (1998), 13.
5 Vgl. LASSAHN (1983), 8.
6 Vgl. ZDARZIL (1976), 13. oder LASSAHN (1983), 7-9.
7 Vgl. KUNZMANN u.a. (1998), 11.
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Arbeit zitieren:
Markus Hubner, 2007, Der Erwachsene als Lernwesen - Grundlagen einer Anthropologie des Erwachsenen, München, GRIN Verlag GmbH
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